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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-12-19 · 51 (19.12.1902) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
51 (19.12.1902)
Date
1902-12-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 51 Dr. Bloch's Wochenschrift. Sette 841 nante zu werden! Und später erfuhr ich auch, was für großen Gehalt so ein Fräulein hat, und was für theuere Präsente sie kriegt. Nach dem Essen — gebenscht ist leider nicht worden, trotzdem man hätte Msummen benschen können — ist das Fräulein mit den Kindern spaziren gegangen. Den Staat, was die gemacht hat, hält' ich Ihnen zu sehen gewünscht, ich sag' Ihnen, unsere Prize im Schloß oben macht keinen größeren Putz, lauter Sammt und Marder. Da Hab' ich mir vorgenommen, mein Perlleben darf nichts anderes werden wie eine Gouvernante. Später bin ich mit dem Fräulein allein gewesen. Sie hat nämlich alle die Buchstaben und Arabesken allein vorgezeichnet, die ich aus den Paroches sticken soll. Da aber hat sie sich ihre Stellung nicht sehr gelobt. Da haben Sie, was ich Ihnen vorhin sagte: Man sieht bei seinem Leben blos die Schattenseiten und bei Anderen die Lichtseiten. Denken Sie Fradlleben, sie hat mich damals versichert, daß sie lieber Köchin, ja eine gemeine Dienstmagd wäre, anstatt so eine Gouvernante. Dann hat sie mir erzählt, was man Alles können muß, wie viele Prüfungen man zu bestehen hat, bevor man eine fertige Lehrerin wird. Wenn mir aber Gott gesund wird, soll meine Perl das Alles lernen, wird sie auch einmal so nobel werden, wie das Fräulein in Prag." „Malkeleben, ich wünsch' Ihnen und dem feinen Kind so ein Glück, aber das wird viel kosten, das zu erlangen. Ich möcht' Ihnen einen Rath geben. Sie sind so brav zu mir, unterstützen mich mit dem Wenigen, was Sie haben und was Sie so schwer verdienen müssen, so möchte ich Ihnen gerne dazu helfen, Ihren Willen auszuführen. Ich habe in Prag eine Schwester wohnen, welche sich durch Zimmervermiethen und Leuteverköstigen gut ernährt. Wenn es an der Zeit sein wird, Paulinka studiren zu lassen, so geben Sie sie zu dieser meiner Schwester. Mir zu Liebe wird sie mit Ihnen billig machen und dann wird das Kind unter Aufsicht in einem frommen Hause sein. Das kann Alles geschehen, jetzt aber muß das Kind noch in die Schule gehen; sagen Sie ihr nur nichts voraus von dem Plane, ich möcht Ihr den Kopf nicht gerne voll machen." (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. „Sittenprediger." In Linz wurde am 14. December der Cooperator in Micheldorf k. Wilhelm Bindenberger wegen Verbrechens der Schändung und Verführung zur Unzucht, begangen an drei Schulmädchen, vom Gericht in Steyr zu sieben Monaten schweren Kerkers verurtheilt. Der Angeklagte legte ein vollkommenes Geständniß ab. Mor. Neufeld in P. Der 3. Jänner 1890 fiel auf Freitag den 11. Tebeth 5650. Germanicus: In Bezug auf Theodor M o m m s e n schreibt die „Ostdeutsche Rundschau: „Der Deutsche ist nie ein besonderer Politiker gewesen, aber um ein richtiger Hornochs „in politicis“ zu werden, muß er Professor sein und politisiren wollen." „Eine Perle des deutschen Volkes ist und bleibt K. H. Wolf." Cultusgemeinde Croat.-Kreuz: Ihre Anfrage, seit wann und aus welchem Anlaß die Preßburger Cultusgemeinde alljährlich die Martinsgänse bei Allerhöchstem Hof abgibt, legen wir hiermit unseren Lesern zur Beantwortung vor. K. Nebst der in Berlin demnächst erscheinenden hebräischen Wochenschrift „Hakescheth“ und einem Tageblatte, das in polnischer Sprache in Warschau erscheinen soll, wird uns das kommende Jahr nicht weniger als vier weitere Zeitschriften für jüdische Interessen bringen. In Warschau wird ein zweites hebräisches Tageblatt unter dem Titel „Laxopdet", „Der Wächter" erscheinen. Der Concessionsinhaber ist Herr E. Friedmann. Ein weiteres Tageblatt, diesmal aber in Jargon oder, wie die Jargonfteunde es lieber hören, in jüdischdeutscher Mundart, wird von den Herren S. Ginzburg und S. Rappoport in Petersburg herausgegeben werden. Ebenfalls in Petersburg wird mit dem Beginn kommenden Jahres der „Hasmaim“, eine zweimal wöchentlich in hebräischer Sprache gedruckte Zeitung, erscheinen, welcher von Benzion Katz und dem Maler Joffe vermuthlich mit Illustrationen herausgegeben werden soll. Der „La8maua" wird vierteljährlich noch eine wissenschaftlich-literarische Beilage haben. Endlich gedenkt Herr Scheinfinkel in Lemberg unter den Titel „Knjath-Sefer“ eine wissenschaftliche Monatsschrift bibliographischen Inhalts erscheinen zu lassen. Der bekannte „Hamagid“, der einige Jahrzehnte hindurch in Lyk in Ostpreußen erschien und seit dem Tode seines ersten Begründers und langjährigen Besitzers ein unruhiges Wanderleben führte, ist jetzt über Berlin, Krakau und Wien endlich in London gelandet. Notiz. Eine außerordentlich gesunde Mode ist das allgemein anerkannte Reform-Beinkleid, welches bei der heurigen Kälte unbedingt für jede Dame nothwendig ist. Dasselbe erhält man mit feinstem weißen Flanellfutter um Kronen 5.50 bis 11.— per Stück beim Hoflieferanten Ignaz Bittmann, I., Kärntnerstraße 20. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Z. 12475 ex 1902. Kundmachung. Bei den auf Grund des Statutes der israelitischen Cultusgemeinde in Wien am 23. November, beziehungsweise 2. December 1902 stattgehabten Wahlen in den Cultusvorstand wurden nachbenannte Herren gewählt: 1. Don der Gesammtheit der Wähler. a) für eine sechsjährige Mandatsdauer: Salo Cohn, Privatier, I., Schottenring 32. Dr. Salomon E h r m a n n, k. k. Universitäts-Professor, IX., Koling. 8. Max Fleischer, Architekt, VII. Neustiftgasse 64. Dr. Benjamin R a p p a p o r t, k. t. Ober-Finanzrath, I., Mölkerbastei 12. Salomom R o s n e r, Fruchthändler, XVI., Veronikagasse 34. Dr. Adolf Stein, Hof- und Gerichtsadvocat, I., Hohenstaufengasse 10. Heinrich Teltscher, Fabrikant, I., Zelinkagasse 14. Gottlieb Taußig, Fabrikant, XII., Schönbrunnerstraße 216. b) für eine zweijährige Mandatsdauer: Sigmund Kanders, Wein-Großhändler, XI., Hauptstraße 80. 2. Don den höher besteuerten Mitgliedern. a)für eine sechsjährige Mandatsdauer: Med. Dr. Josef M. Breuer, I., Brandstätte 6. Dr. Felix K a tz a u, Hof- und Gerichtsadvocat, IX., Wasagasse 6. Sigmund Taußig, k. k. Oberbaurath, IV., Heugasse 2. Jonas Weil, kaiserl. Rath, Bicepräfident der Börse für landwirthschaftliche Producte, I., Neuthorgasse 2. d) für eine vierjährige Mandatsdauer: Moritz B. Eißler, Großindustrieller, I., Stadiongaffe 6. Diese Wahlen wurden gemäß § 17, al. 3 der Wahlordnung in den Plenarfitzungen vom 30. November, bezw. 14. December 1902 vom Vorstande anerkannt, was hiemit verlautbart wird. Wien, 14. December 1902. Der Secretär: Der Präsident: Dr. Theodor Lieben. H. Klinger, David Rcumann'jchk Stiftung. Am 7. Adar, d. i. 6. März 1903, als am Sterbetage des sel. Herrn David Neumann, gelangen die Zinsen aus der David Neumannschen Stiftung im Betrage von Kronen 420.— an Verwandte des Stifters oder seiner Gattin Helene zur Vertheilung. Die mit dem legalen Verwandtschafts- und Armuthszeugnisse belegten Gesuche find bis 31. Derrmbtzr 1902 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. Auf später eingelangte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien. 1. December 1902. Jgmj Baum'ichc ArmenStiitnug Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien bringt hiemit zur Kenntniß, daß am aO. Februar 1902 aus den Jahreszinsen der Ignaz Baum'schen Armenstiftung zehn Plätze im Betrage von je Kronen 42.— an arme Personen jüdischer Religion zu Verleihung gelangen. Bei der Verleihung der Stiftung wird vor Allem auf Verwandte des Herrn Ignaz Baun» von väterlicher oder mütterlicher Seite, sodann auf Diejenigen, welche zwar in Wien wohnhaft, aber aus der Vaterstadt des Stifters, Bielitz, gebürtig find, endlich auf verheiratete und mit zahlreichen Kindern gesegnete, Rücksicht genommen. Die mit dem Armuthszeugnisse und Geburtsscheine belegten Gesuche sind im Einreichungsprotokolle der Cultusgemeinde (1., Seitenstettengasse 4, 1. Stock), woselbst auch Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr Vormittags uuentgeltlich ausgefolgt werden, bis längstens 31. December 1802 zu iiberreichen. Auf nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, 1. December 1902. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Men.

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