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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-12-12 · 50 (12.12.1902) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
50 (12.12.1902)
Date
1902-12-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 826 Dr. Bloch's Wochrnfchrrfl. Nr. 50 Ein sonniges Lächeln, welches sie säst verjüngte, flog bei diesen Worten über die faltigen Züge der Matrone. »Und nicht wahr", fuhr sie fort, .wenn es Ihnen bei uns gefällt, so bleiben Sie für einige Tage unser lieber Gast." Gerührt von der Liebenswürdigkeit der alten Dame nahm Paula ihre Einladung, in's Haus zu treten, an. Inzwischen war schon Irma Engelmann, Frau Trebitsch' Tochter, an den Wagen getreten, um der Mutter beim Aussteigen behilflich zu sein. .Gott sei Dank, Mama, daß Du da bist, ich war Deinetwegen sehr besorgt." .Nicht ganz mit Unrecht, liebes Kind, denn ich habe meinen Eigensinn, ganz allein fahren zu wollen, büßen müssen, denn ich bin auf dem Grabe Deines Vaters von einer leichten Ohnmacht befallen worden." .Gott, meine Ahnung! Warum ließ ich Dich allein fahren? Ich Unbedachte!" .Nicht so schlimm, Kind! Dieser Unfall hatte für mich eine angenehme Nachwirkung. Er vermittelte mir die Bekanntschaft einer liebenswürdigen Dame, welche an mir Samaritanerdienste verrichtete. Bitte Frau — wie heißen Sie doch eigentlich, im Eifer des Gespräches habe ich nach Ihren Namen zu fragen vergessen —" .Eisner. Paula Eisner" antwortete die Gefragte, indem fie rasch aus dem Wagen sprang. .Dies ist meine Tochter, Frau Engelmann, die Besitzerin dieses Gutes", sagte Frau Trebitsch vorstellend. Frau Engelmann reichte dem Gaste ihre mit einem breiten Goldreifen geschmückte Hand. Die andere steckte sie unter den Arm der Mutter, um selbe in's Haus zu führen. Diese aber wies auf Paula und sagte: .Führe unseren lieben Gast in's Haus und sorge für eine Erfrischung. Diese junge Frau braucht gleich mir Erquickung, da fie von einem gleich schweren Gange kömmt. Ich sehe indeß nach den Kindern." (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. K. Dr. Sigmund D 6 c s e y in Budapest ist als der erste Jude Ungarns, der zu dieser Wurde gelangt, zum Senatspräsidenten der königlichen Curie, des höchsten Gerichtshofes, ernannt worden- I. Schwarz in P. Chanukaleuchter erhallen Sie bei der Firma Brüder Goldmann, Wien, I., Adlergasse 5. K. Daß Jemand, dessen Familienangehörige auf den jüdischen Namen Schimpf und Schande häufen, das jüdische Volk dem Gespött des Pöbels überliefern, die eiserne Stirne hat, wegen angeblicher Beleidigung seines verstorbenen Vaters das Urtheil des Schwurgerichtes anzurufen, zeigt eine eigenartige Geistesbeschaffenheit. Allein es verlohnt stch kaum derlei Individuen weiter zu beachten. F. In der Mittwochverhandlung des Brüxer Processes ereignete sich die Episode, daß der deutschnationale antisemitische Reichsrathsabgeordnete Herr Stein vortrat, um zu gestehen, daß er tagszuvor eine — falsche Zeugenaussage abgelegt habe, als er die Frage, ob er an den Fabrikanten Hermann Braß um eine Unterstützung heravgetreten sei, verneint hatte. Daß die vor dem Brüxer Gericht bewiesene auffallende Gedächtnißschwäche so vieler Zeugen auch den Franko Stein ergriffen und ihn einen Besuch vergessen gemacht hatte, den er erst in diesem Jahre einigemale wiederholl hat, kann nicht auffallen. Seit den Tagen des Canonicus Rohling war die Eidestreue die schwächste Seite unserer arischen Sittenrichter. Lori Bamngartkn-Stistimg. Am 18. Schebath, das ist am 15. Februar 1903, gelangt aus den Zinsen der obgenannten Stiftung ein Betrag von Kronen 30.— an eine dürftige, Herzkranke Frau israelitischen Glaubensbekenntnisses zur Verleihung. Die mll einem Geburts- und Armuthszeugnisse sowie mit einem entsprechenden Krankheitszeugniffe belegten Gesuche sind bis längstens 15. Decemb-r 1902 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, Wien, I., Settenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblanquette unentgeltlich behoben werden können, zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbemattiken der israelttischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, 1. December 1902. ' - Der Vorstand der israelttischen Eullusgemeinde. Trauungstaxen. lsr. Bethaus-Verein Brigittenau. I. 01 a.886 .... Kronen 200.— II. .. .... 130— HI. .. .... .. 80— IV. .. .. 40— Anmeldungen bei dem Vereins-Obmann Herrn HERMANN ELTBOGEN. Wien, XX., Rafaelgasse 12. ion BANK- und WECHSLER-GESCHÄFT um 8« Kauders, vorm. M. J. Guth & Oornp. Gegründet 1875. Wien, I.) Rothenthurmstrasse Nr. 18 (Oesterr. Hof). Zur coulanten Besorgung aller Gattungen Werthpapiere und Valuten (Kauf und Verkauf) bestens empfohlen. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr 4, nächst dem Bing, offerirt in reichster Auswahl Professor KSmpf’s allgemein beliebte Brautgebetbttcher und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. Als Barmizwali-'Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr* Julius Fürsfs illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch. Uebersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W8 Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. üfcWtflNNTE KAFFEE-' FW KENNER Hauptverkaufsgeschäft: Wien, I., Flelschmarkt. 7 Comptoir, Magazine und Fabrik: Vll/a, Neustiftgasse 28 Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Josef «loch. — Druck vo« L. Beck & Sohn, Wien, VIEL

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