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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-12-05 · 49 (5.12.1902) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
49 (5.12.1902)
Date
1902-12-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Bloch's Wochenschrift. Veite 805 Advocaturssecretäre den Juristen von Fach Vorbehalten würde. Denn sind auch die Advocaturssecretäre in Rumänien nicht etwa Advocaturs-Aspiranten, welche sich auf die spätere selbstständige Ausübung der Advocatur vorbereiten, sondern einfache Privatbeamte und Bevollmächtigte ihrer Dienstgeber, so stehen sie doch bei Ausübung ihres Berufes mit den verschiedenen Gerichtsbureaux in so vielseitigem Verkehr, daß sie sich mit der Zeit sozusagen von selbst zu Proceßmaklern oder Winkeladvocaten ausbilden, welche, ohne hiezu die gesetzlichen Borstudien zu besitzen, kleinere, für ihre Patrone nicht mehr lohnende Processe mit deren stillschweigender Genehmigung, ja vielleicht sogar unter deren Autorität auf eigene Faust führen. Dieser Entartung des Advocaturssecretariats dadurch vorzubeugen, daß man von den Secretären eine zur Ausübung des Aovocatenberufes berechtigende Vorbildung verlangt, wäre daher für den Fall, als der betreffenden Verordnung keine rückwirkende Kraft verliehen werden soll, kaum ernstlich zu beanständen. Ein Decret aber, welches unter völliger Außerachtlassung der bisherigen Zustände nur solchen Personen die Legitmationskarten als Advocaturssecretäre ausfolgen lassen will, welche sich über den Besitz des rumänischen Bürgerrechtes und die Zurücklegung juridischer Studien ausweisen können, ist eine Ungerechtigkeit, bei welcher die antisemitische Tendenz ebenso sehr, wenn nicht noch mehr in den Vordergrund tritt, als der resormatorische Charakter der Neuerung. Petersburg. (Die Juden als Soldaten.) Die officielle russische Militärwochenschrift „Raswjedschik" veröffentlicht nachstehenden Armeebefehl: Der Commandirende des 11. Grenadierregiments zu Moskau hat dem obersten Kriegsherrn über nachstehende Heldenthat des Trommler H e r s ch Teitelbaum Meldung erstattet: Der betreffende Trommler hatte Urlaub und befand sich grade auf der Straße, als er sah, wie der Pöbel, der sich am 12. September in Moskau zusammengerottet hatte, über einen Schutzmann herfiel. Teitelbaum eilte dem Bedrohten zu Hilfe und erhielt dabei seinerseits einen Messerstich im Kopfe. Trotz seiner schweren Verwundung gelang es ihm, das Leben des Schutzmannes zu retten. Se. Majestät geruhte auf der Meldung eigenhändig die Randbemerkung zu schreiben: „Ein schneidiger Kerl! Er soll eine Belohnung von 5 Rubel erhalten." Indem ich diese kaiserliche Gnade dem Regiment bekanntgebe, hoffe ich daß der Trommler Teitelbaum seinen Cameraden als Beispiel dienen wird. Gleichzeitig spreche ich den unmittelbaren Vorgesetzten Teitelbaum's, die einen so tapferen Soldaten aus ihm gemacht haben, meinen wärmsten Dank aus. Dieser Befehl ist sämmtlichen Soldaten des Regimentes durch Verlesung zur Kenntniß zu bringen. Vermischtes. Wien. Dem Verein für fiomme und wohlthätige Werke sind zugegangen als Kranzablösungs-Spende für weiland Louise Rappaport: Von I. D., I., Zedlitzgasse Nr. 11, K 15.—; von den Erben nach Frau Louise Rappaport k 15.—; Zusammen K 30.—. Wien. (Professor D r. S Klein.) Wie wir bereits gemeldet haben, ist der bekannte Augenarzt Docent Doctor S. Klein, Abtheilungs-Vorstand au der Poliklinik, Augenarzt des Spitales der israelitischen Cultusgemeinde und des Blinden- Jnstitutes auf der Hoben Warte, von Seiner Majestät dem Kaiser durch Allerhöchste Entschließung vom 3. November zum außerordentlichen Universitäts-Professor ernannt worden. Professor Klein ist in den obengenannten Stellungen der Nachfolger des berühmten, so früh und so plötzlich verstordenen Professors Ludwig Mauthner, dessen langjähriger Assistent und Schüler er gewesen ist. Aus Anlaß der Ernennung wurde dem neuen Professor von dessen Schülern eine herzliche Ovation bereitet. Es versammelten sich seine jetzigen und früheren Assistenten im Hörsaale der Poliklinik und begrüßten ihn feierlich in Anwesenheit seiner Zuhörer und der zahlreichen Kranken vor Beginn der Vorlesung, ihm gleichzeitig als Zeichen der Dankbarkeit einen reich mit Emblemen gezierten und die eingravirten Namen der Schüler, der Herren Doctoren Beköß, Rauch, Metall, Pollak, Frisch. Melzer, tragenden silbernen Pocal überreichend. Die vom jetzigen ersten Assistenten Herrn Dr. Melzer vorgetragene Ansprache hat folgenden Wortlaut: „Hochgeehrter Herr Professor! Liebe, Verehrung und Dankbarkeit haben heute Ihre Schüler in festesfroher Stimmung zusammengeführt, um den Gefühlen, die uns für Ihr Wohlergehen jederzeit erfüllen, in beredter Weise Ausdruck zu verleihen, um Ihnen unsere besten innigsten und ergebensten Glückwünsche zu Ihrer Ernennung zu überbringen und unserer Freude und unserer Genugthuung darüber Ausdruck zu geben, daß Ihrem Verdienste um die Wissenschaft, Ihrem erfolg- und segensreichen, der Humanität geweihten Wirken an Allerhöchstem Orte Dank und Anerkennung gezollt wurde. Hochgeehrter Herr Profeffor! Möge es Ihnen gegönnt sein, noch viele lange Jahre in Ihrer Eigenschaft als akademischer Lehrer Ihre Schüler in bewährtester, thatkräftigster und zielbewußter Weise zu tüchtigen, erprobten Aerzten heranzubilden; mögen Sie, eine Zierde unserer Wissenschaft, unserer alma mater^ noch lange als einer ihrer besten Lehrer zur Ehre, zum Ruhme gereichen, möge sie immer mit Stolz auf Ihre Erfolge Hinblicken können. Möge es allen Denen, die vertrauend auf Ihre Kunst herbeiströmen von weit und breit, die bei Ihnen Hilfe und Rettung suchen, möge es denen vergönnt sein, in Ihnen immer den besten Arzt zu finden, der mit weiser Kunst sie rettet vor ewiger Nacht, der auch dann noch mit mildem Worte und trostreichem Zuspruche die Aermsten auszurichten, ihren Schmerz zu lindern weiß, wenn sich unserm Können ein unerbittliches mm possumus entgegenstellt. Möge es endlich uns, die wir uns mit Stolz Ihre Schüler nennen, die wir mit Hochachtung und Verehrung zu Ihnen aufblicken, gegönnt sein. Ihnen immer so nahe stehen zu dürfen wie bisher. Gestatten Sie, hochverehrtester Herr Professor, daß ich Sie im Namen Ihrer Schüler bitte, dieses Andenken als kleinen Beweis unserer Dankbarkeit annehmen, doch mehr auf den guten Willen, als auf das Werk schauen zu wollen. Gedenken Sie, hochverehrter Herr Professor, auch manchmal in Liebe und Treue Ihrer Schüler, die nie aufhören werden. Sie zu lieben und zu schätzen." Professor Klein dankte in herzlichen Worten für die feierliche und ihn ehrende Kundgebung und hob unter Anderem hervor, daß ihn das innige Einvernehmen zwischen ihm und seinen Mitarbeitern im Dienste der leidenden Menschheit besonders beglücke und daß dieses Moment geeignet sei, das Vertrauen der Kranken zu der Anstalt, an welcher sie wirken,, und zu den Aerzten dieser Anstalt zu heben und zu festigen. Hierauf begann die Vorlesung und nahm die tägliche Arbeit ihren gewöhnlichen Fortgang. Wien. (Jubiläum desHofrathesProfessors Pollitzer.) Der Begründer der wissenschaftlichen und klinischen Ohrenheilkunde, Profissor Dr. Adam Pollitzer, begeht Heuer das vierzigjährige Jubiläum seiner akademischen Lehrthätlgkeit. Die Feier hätte schon im vorigen Jahre stattfinden sollen, denn mit dem 19. November waren es gerade 41 Jahre, daß Professor Pollitzer an der Wiener Universität wirkt, aber die Festgabe, eine auf Onyxunterlage künstlerisch ausgearbeitete Silberplaquette, die dem Gelehrten seine Hörer zugedacht hatten, konnte zu dem Termin nicht fertiggestellt werden. Nebst der Plaqnette wird dem Jubilar noch eine Festschlift überreicht, worin die wissenschaftlichen Arbeiten seiner Schüler, namentlich der Herren Professor Ring, Docent Pollak, Docent Gomperz, Dr. Hrudefch, Dr. Kaufmann, Docent Hammerschlag, Dr. Alt und seiner jetzigen Assistenten, der Doctoren Frey, Alexander und Neumann, enthalten sind. Die Feier, die einen ganz intimen Charakter tragen wird, wird Anfangs dieses Monates an der Klinik des Jubilars abgehalten werden. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am Samstag den 13. d. M., 8 Uvr Abends, findet in Khuner's Restauration, I., Adlergasse, eine Plenarversammlung statt. Tagesordnung: Vortrag unseres Mitgliedes des Herrn Franks D j ö r u p, Stadtzimmermeister, „W eltausstellung St. Louis 1904'. (Damen und Gäste willkommen.) Für die Vereinsleitung: der Schriftführer Kisch, der Präsident Brod. Wien. (A u s z e i ch n u n g.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Großindustriellen Herrn Wilhelm T a u s s i g den Titel eines kaiserlichen Rathes verlieben. Wien. Die .Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Juaenthums" veranstaltet Dienstag den 9. d. M. ihren zweiten diesjährigen Vortragsabend, an welchem der Schriftsteller Herr Adolf Donath eigene Dichtungen vorlesen wird. Karten zu dem im Festsaale des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines stattfindenden Abende find im „Jüdischen Museum", I.. Kruqerstraße 8, Mezzanin, erhältlich und zwar Samstag von 11—1 Vormittags,

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