Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 43 (24.10.1902)
- Date
- 1902-10-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 706 Dr. Bloch's Wochsnschrrfl. Str. 43 welchem da nicht die Rede wäre und von der ungeheuren Vielsettigkeit dieses Bandes kann man auch keinen annähernden Begriff erwecken. Neben der Fülle des Materials und dem Fleiße der geehrten Mttarbeiter imponirt besonders die wissenschaftliche Unbefangenheit und Unparteilichkeit in der Darstellung; die schlichte Wahrhaftigkeit, die jede Ruhmredigkeit oder tendenziöse Bemäntelung ausschließt. Die Ausstattung steht, sowohl was den Druck wie die zahlreichen Illustrationen (Porträts, Reproduktionen alterthümlicher culturgeschichtlicher Bilder, Photographien jüdischer Cultusgegenstände rc.) betrifft, auf der Höhe des ersten Bandes und legt wiederum ein glänzendes Zeugniß dafür ab, daß die muthigen Unternehmer keine Kosten und Anstrengungen gespart haben, um ihrer großen Aufgabe gerecht zu werden. Ihnen, und vor Allem dem unermüdlichen Dr. Isidor Singer wird die dankbare Anerkennung Aller nicht genug Lohn für ihre Arbeit und Aufopferung sein können, und ihre verdiente Befriedigung werden sie erst durch die glückliche Vollendung des Riesenwerkes erhalten. Darum sollte es Ehrensache eines Jeden sein, dasselbe nach Kräften zu fördern und die Unternehmer nicht nur ideell, sondern auch materiell zu unterstützen. Das Gefühl der Stammessolidarität kann sich da rühmlich bewähren und einem Werke weite Verbreitung verschaffen, das der civilisirten Welt den untrüglichen Beweis liefert, daß das Judenthum nicht müffig gewesen ist und in geistiger und cultureller Entwicklung Schritt gehalten hat mit den ersten Repräsentanten der großen Bölkerfamilie. Kriefkaste«. /•': Dr. CH., Innsbruck. Wir danken für die Zusendung des „Tiroler Tagblatt". Es ist in der That Nemesis, wenn dieses ursprüngliche strengfreisinnige, dann unter G.'s Leitung antisemitelnde Organ jetzt jenes Wiener Blatt der „jüdisch-liberalen Presse" zurechnet, welcher somit ebenderselbe G. angehört. ,Defraudant und BürgermeisterHerrn Vergani schmerzt es sehr, daß auch in seinem Lager ein Millionen-Defraudant erwischt wurde und er bemüht sich, diesem schwindelnden Parteigänger möglichst viele jüdische Deftaudanten gegenüberzustellen. Aber das geht schwer, denn dem hochwürdigen Pater Drozd ist Herr Hroch und diesem ein Barmherziger Bruder ins Eriminal gefolgt. Hinter dem Namen dieser Ehrenmänner war also bei ollem Bemühen kein Rufzeichen anzubringen. Dagegen eignete sich der Name des verhafteten Bankbeamten Rudolf Wilhelm vortheilhaft zu diesem Manöver. Flugs wurde aus ihm im „Deutschen Volksblatt" ein „jüdischer Defraudant" gemacht, obwohl er als Christlich-Socialer bekannt ist. Freilich bis zum Zeitungschef eines christlich-socialen Blattes hat er es nicht gebracht. S. Das Münchener „Vaterland" schreibt: „Emile Zola, der große Dreyfusist und Champion auf dem Gebiete der Pornographie, hat sich durch Erstickung in den Schoß Abrahams versammelt." In dem ebenfalls in München erscheinenden „Deutschen Volksblatt" heißt es: „Sein Eintreten für den Ex-Capitän Dreyfus zeigte ihn als einen charatterlosen Menschen, der nur seine eigenen Interessen im Auge hat, denn Zola war gewiß eben so gut wie die Juden, denen er Dienst leistete, von der Schuld des Verräthers überzeugt." „Moralschwindler." Die Heuchelei und Verlogenheit des arischen Moralprotzenthums offenbart sich täglich in bengalischer Beleuchtung als eine Herausforderung an die Satyre. Die „Arbeiter- Zeitung" persistirt die arischen Moralprediger folgender Weise: O, diese Diebe! Das Stehlen ist eine jüdische Thätigkeit. Wer das nicht weiß, dem hat es nach der Jellinek-Geschichte Prinz Liechtenstein und der „Kikeriki", Dr. Wesselsky und Biehlolawek eindringlich erklärt. Nur Juden sind so gemein, zu stehlen. Kaum war diese Lehre in die Welt gesetzt, so begann der liebe Gott - er scheint, nach diesen Vorfällen zu schließen, in diesem Wahlkampf auch heimlich zu den Anticlericalen zu halten — die Richtigkeit dieser Lehre au Beispielen zu demonstriren. Vor Allem öffnete er die Wunde Drozd's, des päpstlichen Kämmerers. Dann ließ er den Secretär Schindl der niederösterreichischen Landesversicherungsanstalt erwischen, dann ließ er die Defraudationen im städtischen Gaswerk ruchbar werden, hierauf ließ er die Diebstähle bei den Barmherzigen Brüdern entdecken. Daneben ließ er zur Reserve noch ein paar uuaufgeblühte „dunkle Geschichten" keimen, als da sind die Vorgänge in Wohlmeyer's St. Pöltener Lagerhaus, im christlichen Wiener Rettungscorps rc. rc. Das Stehlen ist dennoch eine jüdische Thätigkeit. Zwar im Gaswerk, in der niederösterreichischen Landesversicherung sitzt eine streng christlichsociale Beamtenschaft, auch in die Leitung der St. Wenzels-Vorschutzcaffe sind nur heilige Gemüther berufen worden, es gibt auch nur christlich-fromme. Barmherzige Brüder. Und trotzdem solche jüdische Gewohnheiten? Die Christlich-Socialen haben sich halt zu sehr in das Studium der vermeintlich rein jüdischen Gewohnheiten vertief!! Das „Deutsche Volksblatt" verwendet die meisten hebräischen Lettern, ist das jüdischeste Blatt in Wien; waruui sollten sich die Christlich- Socialen nicht am besten in die jüdische Thätigkeit des Stehlens eingelebt haben? Das Stehlen ist jüdisch. Aber sind nicht die Christlich- Socialen verjudeter als die Juden?! Junger Mann sucht streng rituelle, gesunde Hausmannskost bei anständiger Familie, eventuell auch separirtes Cabinet. Anträge unter ,,Leon“ postlagernd II. Bezirk, Stephaniestrasse. Trauun gstaxen. lsr. Bethaus-Yerein Brigittenau. I. Olasse ii. .. m. .. IV. .. Kronen 200.— ff 130.— 80 — 40 — Anmeldungen bei dem Vereins-Obmann Herrn HERMANN ELTBOGEN. Wien, XX., Rafaelgasse 12. 1091 BANK-und WECHSLER-GESCHÄFT i 8. K anders, vorm. m. j. 8utk & v»mp. Gegründet 1875. Wien, I., Rothenthurmstrasse Nr. 18 (Oesterr. Hof). Zur eoulanten Besorgung aller Gattungen Wertpapiere und Valuten (Kauf und Verkauf) bestens empfohlen. Im Verlage von Samuel Mf. Pasc hei es, —=—Prag, Zestnergasse 4, soeben neu erschienen—=— pnr rw Prof. S. J. Kaempfa modlitby pro vsecky dny vsedni, sabaty a svätky. Pfelozil Mofic Kraus. Octavforrnat, nebenstehende böhmische Uebersetzung, großer Druck des hebräischen und böhmischen Textes. _Preis elegant gebunden fl. 1.—._ Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr* Julius Fürsfs illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch. Uebersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. 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