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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-10-10 · 41 (10.10.1902) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
41 (10.10.1902)
Date
1902-10-10
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 41 Dr. Blmh's Wochenschrift. Sette 873 redigirte. S. 128 ist der »Teufel", der am zweiten Schöpfungstage geschaffen worden sein soll, wohl der böse Trieb (jnn Die Einschließung nördlicher Völker im Kaukasus stammt bei christlichen Theologen nicht aus Jvsippon (S. 137), sondern aus Josephus Flavins (Lellurri Judaicum VII § 245). Daß Salomo den »Prediger" in seinem Alter (lrvupi nr1?) verfaßt habe, ist im Midrasch mehrfach zu lesen; die Reue, von der dabei gesprochen sein soll (S. 128), kommt in dem betreffenden Satze des Vincent nicht vor, sondern nur, daß er »gebüßt" habe, das ist die bekannte Sage, daß Salomo aufhörte, König zu sein. Wir scheiden von Guttmann's Buche in dem Gefühle der lebhaften Befriedigung und der Freude, die die Lecture eines guten Buches in uns unausbleiblich erweckt. Budapest. Dr. Samuel Krauß. Dr. M. Braun. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums. Begründet von Dr. Z. Frankel, fortgesetzt von Professor Dr. H. Gra etz. Neue Folge, im Vereine mit Professor Dr. David Kaufmanns. A. ins Leben gerufen und herausgegeben. Sechsunddreißigster Jahrgang. Neue Folge, zehnter Jahrgang. Mai—Juni 1902. Inhalt: Dr. Med. S. N. Kutna: Studien über die Beschneidung (Schluß). Sigmund I a m p e l: Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden (Fortsetzung). Dr. Jos. Eschelbach er: Die Vorlesungen Ad. Harnack's über das Wesen des Christenthums (Fortsetzung). Dr. F. Rosenthal: Einiges über die Lünes Lctiurn. Dr. Mox Freudenthal: David Oppenheim als mährischer Laudrabdiiier. Moriz Steinschneider: Purim und Parodie (Fortsetzung). Besprechungen: Arnold B. Ehrlich. Scholien und kritische Bemerkungen der Hebräer. 3. Theil. Die Propheten von W. B a ch e r. G o l d b e r g Ad. »Licht aus Osten" von Marie Landmann. Verlag von Wilhelm Koebner in Breslau. Briefkasten. E. F. Was an Aufreizungen in Oesterreich gestattet ist, ersehen Sie aus folgender Thatsache: Die Villa Vergani in Emersdorf a. d. Donau vis-a-vis von Melk hat in der Nähe einer Seitenpforte ein Christusbild mit folgender Inschrift: „Die Unduldsamkeit der Juden hat Jesu den Prediger an das Kreuz gebracht. Merkt's Euch, Ihr Christen!" „Nssimilirtcr". In Speyer erscheint ein katholisches Sonntagsblatt: „Der christliche Pilger". In der dieswöchentlichen Nummer dieses christlichen Organs ist wörtlich Folgendes zu lesen: „Zola, ein Romanschriftsteller, Gotteslästerer und Spötter über die Muttergottes, ein Mistfink erster C l a s s e und ein Räuber vieler unsterblicher Seelen, ist entweder an Kamin rauch erstickt oder hat er sich selber irgendwie umgebracht. Parole: „Schwein — furt"! Herr F. F. M a s a i d e k, ein Mann, der einst in der Nähe Anzengrubers und Kürnberger's geathmet hat, gibt folgenden Gedankensplitter zum Besten: „Ich habe schon lange meinen Frieden mit der Kirche gemacht. Ich hoffe darum, daß ich nicht durch Erstickung an Kohlenoxydgas enden werde". „Nacenfanatiker". Wir sind in der Genealogie schwach und können nicht beurtheilen, mit wie viel Recht und Geschicklichkeit der Stammbaum des jetzigen englischen Königshauses unter Hinzuziehung Roger d'Estes und Saladins bis zum alttestamentlichen König David ausgedehnt wird. Thatsache ist, daß nach der Mittheilung des angesehensten und größten jüdisch-amerikanischen Blattes Königin Victoria gar keinen Zweifel hatte, daß sie vom Sänger der Psalmen abstamme, den also auch — Kaiser Wilhelm als seinen Vorfahr ansehen müßte. In dem erwähnten Blatte heißt es: „Im Jahre 1861 veröffentlichte der Reverend F. R. A. Glover, Master of Arts, britischer Caplan in Köln, ein Buch über die nunmehr bekannte anglo-israelitische Theorie. Die Königin Victoria ließ den Verfasser nach Windsor kommen, gab ihrer Freude über das Buch Ausdruck und erklärte, sie und der Prinz- Gemahl hätten schon lange die in dem Buche entwickelten Ansichten. Die Königin ließ alsdann den Stammbaum der königlichen Familie herbeiholen und da stand ganz unten der Name David und an der Spitze Victoria." K., New - Aork. (Präsident Roosevelt über Glaubensfreiheit). Die Juden Amerikas sind überzeugt, daß der eigentliche Urheber der vom Staatssecretär Hay erlassenen identischen Note über die rumänischen Juden kein anderer als Präsident Roosevelt selber ist. Bei dieser Gelegenheit erinnerte man sich einer Rede, welche der damalige Oberst Roosevelt vor einigen Jahren in einer in Atlantic City stattgehabten Generalversammlung der jüdischen Chautauqua-Loge gehalten hat. Er war gerade mitten in der heißesten Campagne zur Präsidentenwahl und Mr. Roosevelt, damals Gouverneur des Staates New-Iork, war von der republikanischen Partei als Vicepräsident nominirt worden. Trotzdem Mr. Roosevelt nun vollauf mit dem Wahlkampf beschäftigt war, fand er doch Zeit, der Einladung der jüdischen Logen zu einem Vortrag Folge zu leisten. Ter Chef der „Rauhen Reiter und Held des spanischen Krieges", wurde mit tosendem Beifall empfangen, worauf er eine Rede über den Amerikanismus hielt. Unter „Amerikanismusverstand der spätere Präsident das Bestreben, seinem Nächsten zu gewähren, was man für sich selber beansprucht. In dem von ihm befehligten Regiment waren alle Religionen vertreten, und als nach der zweiten Schlacht an Stelle der Gefallenen 5 neue Officiere zu ernennen waren, ernannte er 2 evangelische, 2 katholische und 1 jüdischen Officier, und was im Kriege recht war, müsse auch im Frieden billig sein. Im politischen Leben muß sorgfältig vermieden werden, einen Menschen nach seiner Angehörigkeit zu einer bestimmten Nace oder Glaubensbekenntniß zu beurtheilen. Als er Polizei-Präsident von New-Aork war, hatte er Gelegenheit, seine eben ausgesprochenen Principien zu verwirklichen nnd eme Anzahl Juden als höhere Polizeibeamten zu ernennen. Zu dieser Zeit kam der famose Ahlwardt nach New-Aork. um da gegen Entree gegen die Juden zu Hetzen. Er konnte natürlich den Agitator nicht das Reden verbieten, allein er schickte einen jüdischen L ergeanten nebst 40 jüdische Policemans in die Versammlung, damit der deutsche Hetzapostel seine Brandreden gegen die Juden unter dem Schutze einer jüdischen Polizeiwache halten könnte. „Die Presse", schloß Mr. Roosevelt, „welche mich wegen meiner übergroß-m Duldsamkeit gegen Ahlwardt damals angegriffen hat, schien den Humor dieser ganzen Situation völlig verkannt zu haben, allein es war die beste Art, den Amerikanismus, wie ich ihn verstehe, zu verwirklichen". Jacob Winter in Wien. Eine gleiche Erwiderung ist bereits von anderer Seile eingetroffen und in Druck gegeben. „Judaeus", London. Sir Marcus Samuel, der fünfte jüdische Lord-Mayor von London, ist 1855 als zweiter Sohn des 1870 verstorbenen Marcus Samuel geboren. Er ist Inhaber der seit 1852 bestehenden Firma M. Samuel und Company, sowie Chef der Firma Samuel, Samuel and Company in Iokohama und Koba, eines der größten Handelshäuser in Japan. Die Firma vertritt einige der wichtigsten Linien nach Japan und dem fernen Osten, und Sir Marcus ist seit 1d94 Director der „Alliance Versicherungsgeskllichaft für Seetransporte". Die Geschäfte des Hauses erstrecken sich über England, Indien, China, Japan, das holländische und das französische Indien, Siam, Ceylon, Australien und Zanzibar, in welchen Plätzen das Haus über 350 Filialen und Agenturen unterhält. Das Haus Samuel war auch das erste am Platze, als es sich darum handelte, vermittelst Tankschiffen das Petroleum in großen Massen durch den Suezcanal zu transportiren. Gleichzeitig hat diese Firma auf ihren Schiffen zuerst die Petroleumseuerung euigeführt und dadurch den Schiffbau völlig revolmionirt. lb98 hat Vas Haus die lapanische Anleihe auf dem Londoner Markt placirt und in diesem Jahre eine Aokohamaer Stadtanleihe übernommen. Wegen seiner Verdienste ber der Hebung des im Suezcanal gesunkenen Schiffes „Victoria" wurde Sir Samuel 1808 von der verstorbenen Königin Victoria in den Adelsstand erhoben. Einige gut erhaltene SMmin "Sv werden preiswerte abgegeben. Ansknnit ertheilt der Tempelvorstand der israelitischen Cultusgemeinde Hoiic. Böhmen. Dr. Karl Bmirr'schc Widmung iiir Stipradic«. Bei der israelitischen Cultusgemeinde in Wien gelangen die Erträgnisse der von Herrn Moriz Bauer zur Erinnerung an seinen am 9. Juni 1897 dahingeschiedenen Sohn .1.-0. Dr. Karl Bauer errichteten Widmung mit 2 Plätzen ä K 495 an würdige und unterstützungsbedürftige israelitische Hörer der Wiener juridischen Facultät zur Verleihung. Die Bewerber haben ihre 1. mit dem Geburtsscheine, 2. dem Zeugnisse über die mit Erfolg abgelegte rechtshistorische Staatsprüfung, 3. dem Armuthszeugniffe oder dem Nachweise, daß sie in dem letzten Studiensemester von dem Collegiengelde befreit waren, endlich 4. dem Absolutorium der Wiener juridischen Facultät belegten Gesuche bis 31. Vrlober 1902 in dem Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I, Seitenstettengasse 4, I. Stock, zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquette unentgeltlich ausgefolgt werden. Competente Bewerber, welche sich in den juristischen Seminarübungen hervorragend bethätigt haben, werden vorzugsweise berücksichtigt. Gesuche, welche nicht mit den oben angeführten Documenten belegt sind, oder welche nach Ablauf des Concurstermines überreicht werden, werden nicht in Behandlung gezogen Wien, 1. October 1902.

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