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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-10-10 · 41 (10.10.1902) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
41 (10.10.1902)
Date
1902-10-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 662 Dr. Blmtz's Worhvnsthrrfl. Nr. 41 Dr. Deutsch, Guido Elbogen, Weiß von Wellenstein und Frau, Architekt Oskar Marmore k, Dr. Max Bernhardt. Dr. H e r tz k a und Frau, Baron Landau und Frau aus Wiesbaden. Ferner die Großindustriellen: Anton v. Harpke, Carl v. A u s p i tz, Hermann Gerh a r d u s. Richard Lieben, Herm. v. Back, Carl v. F a l t i s, Philipp Thorsch, Vonwiller & Co mp., Lederer & Wolf, Rotter Söhne, Alois H a a s e, Josef Etr i ch, Robert Siegl, Ernst Regenhart, Elsinger, Haardt, S. Ko hnberg er, ErnstMauthner, Wilhelm Meinl, Gebr.Sponer (Zwittau), Seidl (Schönberg), Ritter von W a l z e l, Theod. H ä m m e r l e, Präsident der Bozener Handelskammer Abgeordneter Velponer, Jacques May, F. Böhm (Hohenelbe), Sam. T au ssi g & Söhne, Comm.-R. D. Berl, Comm.-R. Zwieback, Felixdorf e r Weberei, Siegm. & Leop. Trebitsch, Carl Baiersdorf v. Erdös, M. Grab & Söhne, Pollak von R u d i n. Baron K u b i n z k y, Eisler von Terramare, Reickh, Morawetz (Eipel), Wiesenberger Flachsspinnerei, Norbert Langer & Söhne, Duncan (Oberaltstadt), Friedrich S u e ß, L i e s e r & D u s ch n i tz, Commercialrath Emil Singer, Jos. Jerusalem (Dugaresa), Wilhelm K u f f n e r aus Abbazia, Glanz & Co., Manfred v. W e i s z (Budapest), Jacob Fürst Söhne (Budapest), Josef Engel deJanosi (Fünskirchen), Julius Engel de Janosi (Fünfkirchen), Alois Lemberger, D. u. F. F a n t o, Präsidium derTrautenauer Garnbörse, Neumann Fried u. Co. (Arnau), H. v. Kuffner (Lundenburg), Arnold v. Goldberger, Ritter von Wernburg, Würbenthaler Spinnerei, Oscar Mayer v. Gunthof, Alois Regenhart (Freiwaldau) und viele Andere. Die Klmger-Feier in den Gotteshäusern. Schon bei der feierlichen Eröffnung des Jugendgottesdienstes, die, wie alljährlich beim Schulbeginne, auch diesmal am 27. September stattfand, wurde in allen Tempeln Wiens in den Exhorten der Präsident der Cultus gemeinde kaiserl. Rath K l i n g e r gefeiert und seines bevorstehenden 70. Geburtstages gedacht. Im Tempel des I. Bezirkes hielt Oberrabbiner Doctor Güdemann die dem Jubilar gewidmete Festrede. Im Tempel des IX. Bezirkes hielt Rabbiner Dr. Gelbhaus die Exhorte, in der er in einer dem kindlichen Berständniß angemessenen Weise seinen jugendlichen Zuhörern von dem Wirken und der Bedeutung des Präsidenten sprach. * * * Am ersten Tage des Neujahrsfestes hielt im Tempel der Innern Stadt bei dem feierlichen Gottesdienst Oberrabbiner Dr. Güdemann eine gedankenreiche und formvollendete Predigt, in der er über den Segen der Pflichttreue und des Gottvertrauens sprach und der jüngeren Generation den Präsidenten als Muster dieser Tugenden vor Augen stellte. Die Predigt, vor deren Schluß alle Anwesenden zur Ehrung des Präsidenten von den Sitzen sich erhoben, machte auf die Zuhörer einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Der Jubilar wurde in feierlicher Weise zur Thora aufgerufen, und nachdem derselbe die üblichen Segenssprüche gesprochen hatte, recitirteHerrObercantorSin ger außerordentlich wirkungsvoll einen von ihm für die Festfeier verfaßten Mischeberach, worauf das Cborpersonal unter Leitung des Herrn Professor Josef S u l z e r die Festhymne Lev hajom oso Adonay von Professor Sulzer weiland strmmungsvoll zum Vortrage brachte. Zum Schlüsse leistete der Jubilar Herr kais. Rath Klinger namhafte Spenden für Wohlthätigkeitsanstalten. Wie wir übrigens erfahren, haben auch Verwandte des Jubilars größere Beträge zu wohlthätigen Zwecken aus diesem Anlaß dem Jubilar zur Verfügung gestellt, welcher dieselben ihrer Bestimmung bereits zugeführt hat. Im israelitischen Tempel der Leopoldstadt fand die Präsidentenfeier am zweiten Tage des Neujahrsfestes statt. Der Präsident war durch plötzliches Unwohlsein verhindert, beim Gottesdienste persönlich anwesend zu sein. Obercantor Guttmann brachte einen für diesen Tag von ihm verfaßten Mischeberach zum Vortrag und der greise Rabbiner Doctor Schmied! sprach vor offener Bundeslade ein rührendes Gebet für „den allverehrten und innigstgeliebten Gemeinde- Präsidenten" und seine Angehörigen, und die Worte des greisen Seelsorgers erweckten einen freudigen Widerhall in der dicht* gedrängten Festversammlnng. * * * Nachträglich sind dem Jubilar noch aus verschiedenen Kreisen Beweise der Sympathien zugekommen; unter Anderem eine vom 5. d. M. datirte Zuschrift des Statthalters von Niederösterreich, Grasen K i e l m a n s e g g, mit dem Wortlaute: Verehrter Herr Commercialrath! Soeben nach mehrtägiger Abwesenheit nach Wien zurückgekehrt, bin ich erst heute im Stande, Sie zur Feier des 70. Geburtstages nachträglich auf das Herzlichste zu beglückwünschen. Ich verbinde damit noch den weiteren Wunsch, daß Ihnen noch eine lange Reihe von Jahren ungetrübter Gesundheit und Lebensfreude und verdienstvollen Wirkens im Dienste öffentlicher Interessen beschieden sein möge. Mit dem Ausdrucke der vorzüglichsten Hochachtung Euer Hochwohlgeboren aufrichtigst ergebener Kielmansegg in. p. Zur Gntstkh«ngsgeschichtr des Grmeindrd««des i« Zähmen. Herr Dr. Arnold Rosenbacher, der Vorsitzende des Gemeindebundes der israelitischen Cultusgemeinden Böhmens, hat in Nr. 39 dieser Zeitschrift über die Thätigkeit des Gemeindebundes berichtet und in diesem Berichte unter den Gründen für die geringen Erfolge des Gemeindebundes auch eine damals in Böhmen erschienene jüdische Zeitschrift erwähnt, die den Gemeindebund bei seiner Gründung auf das Heftigste angegriffen hat. Gemeint ist die „Jüdische Chronik", die ich damals als verantwortlicher Redakteur leitete und die ich in Verbindung mit den Herren Dr. Kurrein, Rabbiner in Teplitz, und Dr. Ziegler, Rabbiner in Karlsbad, in Saaz herausgab. Bei aller Verehrung und Hochschätzung, die wir für Herrn Dr. Rosenbacher hatten und haben, mutzte die „Chronik" die Thätigkeit des Gemeindebundes beurtheilen. und zwar auch darum, weil die Anregung zur Begründung eines Gemeindebundes von der „Chronik" ausging. Die Vaterschaft dieser Idee wollen die ehemaligen Herausgeber der „Chronik" auch heute noch nicht aufgeben. Herrn Dr. Willner bleibt das große Verdienst, daß er die ersten Schritte machte, um den Gedanken zur That werden zu laffen. Die That jedoch entsprach nicht dem Gedanken und nicht etwa nur in einzelnen, nebensächlichen Punkten nicht, die ganze Basis wurde verrückt, das Princip wurde verwässert und die „Chronik" sah voraus, daß der so entstandene Gemeindebund nichts Bedeutsames werde leisten können. Die „Chronik" verlangte nicht ein Religionsparlament, sondern eine Verfassung der Juden in Böhmen, eine Concentration aller Kräfte des Judenthums in Böhmen, möge sie nun den Titel Consistorium oder Gemeindebund führen. Die „Chronik" verlangte die Vereinigung, denn eine Hauptursache unserer Schwäche ist unsere Disciplinlosigkeit, unsere Zerfahrenheit. Es handelt sich auch durchaus nicht um den vorwiege nden Einfluß der Rabbiner, den der Gemeindebund hätte abwehren müssen, sondern um den Ausschluß der Rabbiner, den die „Chronik" zum Schaden des Gemeindebundes, leider erfolglos, bekämpfte, weil der Ausschluß der Rabbiner dem Gemeindebund die Existenzberechtigung nahm und ihn zu einem Scheindasein verurtheilte. Das Judenthum ist ein rabbinisches, die Rabbis der Mischna waren Rabbiner, die Rabbanim der Gemara waren Rabbiner, die Gaonim waren Rabbiner, die Codificatoren waren Rabbiner, was dauernd im Judenthum ist, stammt von den Rabbinern, und es ist mir noch heute unbegreiflich, wie eine jüdische Institution Aussicht auf Dauer erlangen will, wenn sie damit beginnt, den historischen Faden abzuschneiden und die Rabbiner auszuschließen. Allerdings wurde gesagt, daß der Gemeindebund sich nicht mit religiösen Fragen beschäftigen solle. Ja, was bleibt dann übrig? Ist nicht Alles im Judenthum religiös? Sind nicht Wohlthätigkeit und Religionsunterricht auch religiöse Forderungen? Oder sind jene Angelegenheiten, die man gewöhnlich religiöse nennt, nicht wichtig und bedeutend genug, um einen israelitischen Gemeindebund auch ein wenig zu beschäftigen? Wahr ist es, die „Chronik" forderte, daß der Gemeindebund eine Remedur gegen den unglückseligen Paragraphen in

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