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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-09-26 · 39 (26.9.1902) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
39 (26.9.1902)
Date
1902-09-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ur. 39 Bloch’s Iahrga«- XIX Centralorgsn für die gessmmtrn Interessen des Iudenthums. V. kr. PostsparcsiUen-Aml J Clearing-Verkehr! Nr. 610.976. Led-rrlion und Ndministrationc Wien IX/1, Berggaffe Ar. 39. ^»Ispkon Br. ,4.847. | X .— •-* Wie«, 36. Kepteriilier 1903. -■>»» -h. »-S - Erscheint jeden Freitag. --n—- Brief-Adresie: Wien, IX/1, Berggaffe 39. Telepramm-Adresie: Bloch's Wochenschrift, Wie«. »rzugsprei» für SeflrrrNch Halbjährig 8 Lrane«. Sinzeleremplare SO Hell«. Für'» Ansiaud: Halbjährig IO Krone«. Ganzjährig 20 . Anzeigen: Die4mal gelpaltn», Petiizeile 2t Heller. Inhalt: Leitartikel: Präsident Heinrich Klinger. — Das Strafgericht über Rumänien. — Vom I achrmarkt des Lebens: Glossen zur Tagesgeschichte. — Der Gemeindebund der israelitischen Cultusgemeinden Böhmens. — Einweihung der neuen Synagoge in Wiener-Neustadt. — Eorrespondenzen: Zu den bevorstehenden Eultusvorstandswahlen. Zum Procetz Hilsner. Wien. Eollegentag der Mitglieder des Rabbinerverbandes in Böhmen. Berlin, Glogau. — Vermischtes: Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Ehewra-Kadischa in Wien. Wien, Wien-Mariahilf, Baden. Budweis, Königinh f a. E.. Prag. Bozen, Stablowitz, Budapest, Sarajewo. — Feuilleton: Bilder aus Sibirien. — Literatur. — Neue Bücher. — Briefkasten. — Notizen. — Aufruf. — Inserate. Wir ersuchen unsere gesckähien Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man die in voriger Nummer beigelegien Postet*lagscheine benühen. Die Administration der ,,Oesterr. Wochenschrift." PrMderil Heinrich Klinger. (Zu seinem 70. Geburtstage.) Am 1. October vollendet der Präsident der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herr kaiserlicher Rath Heinrich K l i n g e r, sein siebzigstes Lebensjahr. Wenn dem verehrten Jubllar bei diesem Anlasse aus allen Kreisen der Gesellschaft Beweise höchster Werthschätzung und Verehrung entgegengebracht werden, so gellen diese Huldigungen nicht nur dem hochverdienten Oberhaupt unserer Wiener Glaubensgemeinde, sondern in nicht geringerem Maße auch dem ausgezeichneten Menschen, der ein leuchtendes Vorbild humaner Gesinnung ist, und dem hervorragenden Industriellen, dessen Erzeugnisse den Ruhm unseres Vaterlandes in den fernsten Welttheilen verbreitet haben. Es ist ein stolzes Stück Lebensarbeit, auf das heute Herr kaiserl. Rath Kling er von der errungenen Höhe zurückblicken kann. Aus eigener Kraft, mit seltener Zähigkeit und Ausdauer, aber auch mit jener minutiösen Rechtschaffenheit, welche im wirthschaftlichen Kampfe ein unerläßliches Erforderniß ist, hat er sich seinen Weg gebahnt, und heute zählt Heinrich Klinger zu jenen Männern, deren Rathschlag und deren Thatkraft in allen complicirten wirthschaftlichen Fragen schwer in die Wagschale fallen. Durch viele Jahrzehnte gehörte er der Wiener Handels¬ und Gewerbekammer an, in welcher er oft die schwierigsten Referate zugetheilt erhielt. Er war Sectionsobmann der Kammer, von welcher er zu wiederholtenmalen zu Vertrauensmissionen mit der Delegirung zu Congressen, wie beispielsweise im Jahre 1878 zu dem Patenteongreffe in Paris rc., berufen wurde. Klinger gehört dem im Handelsministerium bestehenden Zollbeirathe, sowie der Permanenz-Commission für die Handelswerthe seit der Errichtung dieser Corporation an und erhielt für seine Thätigkeit in dieser Stellung den Ausdruck der Allerhöchsten Anerkennung. Er bekleidet seit nahezu 25 Jahren als kais. Rath das Amt eines Beisitzers bei dem Handelsgerichte in Wien. Bei zahlreichen Enqußten und Expertisen hat kais. Rath Klinger die große Summe seiner Erfahrungen in den Dienst des Gemeinwohles gestellt. Seine Verdienste um die wirthschaftliche Entwicklung unseres Vaterlandes wurden von Sr. Majestät dem Kaiser durch wiederholte ehrenvolle Auszeichnungen anerkannt. Wenn dem Jubilar an seinem Ehrentage die Zeichen der Verehrung seiner Mitbürger zutheil werden, so haben die Wiener Juden doppelt und dreifach Ursache, ihn zu feiern. Mit der Würde eines Präsidenten der Wiener Cultusgemeinde hat kais. Rath Klinger eine schwer drückende Bürde auf sich genommen. Er wurde zum Führer erkoren in einer Zeit gefahrvollster Bedrängniß und empfindlichster Demüthigungen. Zu den Anfeindungen von Außen, gegen die es galt, Tag für Tag in Wehr und Waffen zu stehen, gesellten sich innere Parteiungen, heiße Kämpfe im Schoße der Judenschaft selbst. In dieser Zeit heftiger Erschütterungen nach Außen und Junen hat kais. Rath Heinrich Klinger die Wiener Judenschaft würdig, tapfer und tactvoll repräsentirt. Seinem makellosen Charakter, seinem unermüdlichen Pflichteifer, seinem liebenswürdigen Wesen, seiner umfassenden Sachkenntniß gelang es, aller Schwierigkeiten Herr zu werden, und an seiner verehrungswürdigen Persönlichkeit brach sich mancher drohende Sturm. So ist es ihm vor Allem zu danken, wenn der Friede in der Gemeinde erhalten werden konnte. Während der Amtsführung des gegenwärtigM Präsidenten hat die Wiener israelitische Cultusgemeinde gewaltige Umgestaltungen erfahren. Neue Schichten der Wiener jüdischen Bevölkerung wurden der alten Cultusgemeinde augegliedert,

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