Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 37 (12.9.1902)
- Date
- 1902-09-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 604 Dr. Bloch's WmhVnMrrrfk. Nr. 37 aber in den mystisch-kabbalistischen des Rabbi Israel Bal-Schem. Diese Erscheinung laßt sich erklären als eine nothwendige Reaction gegen die Uebergriffe der Neologre. Nun auch in Deutschland wogte derselbe Kampf, da trat S. R. Hirsch s. A. auf den Kampsplan, stellt sich auch auf den Standpunkt des Gegners und verkündete das große Princip, daß sociales Wißen und Leven und religiöses Wissen und Leben sich nicht nur nicht gegenseitig ausschließen, sondern sich gegenseitig bedingen, ergänzen und vollenden und erst in innigster Vereinigung das Heil erzeugen, das überhaupt anzustreben sei. Er entwand dadurch den Gegnern die mächtigste Waffe, daß das orthodoxe Judenthum culturfeindlich sei, und der Annahme dieses Grundsatzes verdankt das deutsche conservative Judenthum seine Blülhe. Möge also das orthodoxe Judentbum in Ungarn auch das Princip Hirsch's, das sich in Deutschland so glänzend bewahrte, sich zu eigen machen, möge es selber die Verbreitung allgemeiner Bildung in die Hände nehmen, durch Gründung echt jüdischer Mittelschulen und Präparandien u. s. w., daß nicht die Jugendbildung von Lehrern verbreitet werde, die sie für Alles, nur nicht für's Judenthum bilden und erziehen. Dieses sind die Ideen, die der Verfasser in seiner Broschüre zu verbreiten sucht und hat auch deshalb dieselbe den Beifall aller Freunde jüdischen Geistes gefunden, und dieser Umstand möge den Verfasser zu ähnlichen Arbeiten ermuntern auf einem Felde, das der fähigen, mit Kenntniß, Begeisterung und Formbegablheit ausgerüsteteu Arbeiter nicht eben viele zählt. Waag-Neu st adtl. Rabb. Dr. L. Schweiger. Neue Köcher. ,Ost und West " Jllustrirte Monatsschrift für modernes Judenthum, September 1902, Nummer 9, IL Jahrgang. Inhalt: „D i e jüdische Renaissance- Bewegung^ von Mathias Acher (Wien). ,J ü d i s ch e Hochzeit in Litauen" (Gemälde) von A. Trankowski. „8 t j f c t U r y's Landschaften" von G. Kutna. „Hinter den Coulissen eines Buches" von Dr. Adolph Kohut. ,2)cr Thoraschreiber" (Gemälde) von Iozef Israels. „Sabbathpsalm" von Dolorosa. „M a k a r k a" (Novelle) von M. Chin. „Alter Jude" (Gemälde) von Rembrandt. „Ahasver-Gedichte". Literarisches. Miscellen. Aphorismen. Revue der Presto. Verlag von S. C a l v a r y & So., Berlin, NW. 7, Neue Wilhelmstraße 1. Briefkasten. Sultan: „Diejenigen, welche über das Unrecht schreien, das angeblich den Armeniern, den Macedoniern und anderen meiner Unterthanen widerfährt, würden gut thun, ihre Aufmerksamkeit auf die Verfolgung der Juden in Rußland, Rumänien und sogar in Oesterreich zu richten. M. M. Purgstall. Wenden Sie sich an H. I. U r b a ch, Inhaber eines Pensionats in Wien, einen Sohn des gew. Rabbiners in Pribram, der Ihnen genaueste Auskunft zu geben vermag. (Adresse im Inserat.) B. F. Der 4. Thamus 5612 fiel auf Montag den 21. Juni 1852. K. Der verstorbene Geheimrath V i r ch o w sagte in einer Rede: „Man muß sich fragen, wie es möglich gewesen ist, daß gebildete Menschen sich für den Antisemitismus aussprechen konnten, wie der menschliche Geist in einer solchen Weise entarten konnte." „Man darf sich nicht vorstellen der Antisemitismus sei ein greifbarer Begriff oder etwas Verständliches, er ist nichts weiter als ein Gespenst, welches iu dieser Zeit umgeht." Flora Reich geborene Sniibrsuiimu Wöchummik»- Widmiiiig. Aus der von Herrn Alois Reich zum Andenken an seine am 25. October 1899 verschiedene Gattin, Frau Flora geborene Landesmann begründeten Widmung gelangen am 25. October a e die Jahreszinsen per Kronen 84.— an eine arme israelitische Wöchnerin zur Verleihung. Gesuche um Verleihung dieser Widmungserträgnisse sind, mit dem Geburts-, Trauungs- und Armuthszeugnisse belegt, bis 30. September 1902 1 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblanquette unentgeltlich verabfolgt werden, zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbeilagen nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der bezüglichen Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, 1. September 1902. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien. findet ein Mfidchen oder Knabe bei einem öffentlichen Lehrer. ■-...Clavierbenützung' und Nachhilfe. ■ cL. BosenielcL Ä. Charakteristisch für die „jüdische", von den Antisemiten so viel geschmähte, ihnen selbst aber gänzlich unbekannte Verehrung des Mammon ist die Thatsache, daß Rabbi Joseph, das Haupt und der Abgott der jüdischen Orthodoxie in den Vereinigten Staaten, gänzlich arm gestorben ist, daß achtzehn Vereine bezw. Gemeinden sich um die Ehre, die Begräbnißkosten tragen zu dürfen, beworben haben, daß man beschloß, diese Ehre derjenigen Gemeinde zu überlassen, die das „höchste Gebot" machen würde zur Unterstützung der Witwe des Rabbi, und daß eine Gemeinde den Zuschlag erhalten hat, die sich erbot, der Witwe bis an ihr Lebensende etwas über 3000 Mark jährlich zu zahlen. K. Wundern Sie sich nicht, daß die „Monatshefte" von Velhagen und Klasing von dem germanischen „Dichter" Georg B u s s e - P a l m a ein Gedicht aus Ungarn bringen, welches gestohlen ist von dem berühmten ungarischen Lyriker Josef K i ß unter dem Titel: „Gedövar asszonya“. Dafür pflegen die Redacteure und Mitarbeiter dieser „Monatshefte" ausgiebig über die corrupte semitische Moral zu schimpfen. „Ost und West". Der Onkel der Hofopernsängerin Pauline Lucca, med. Dr. Lucca, wurde vor einigen Jahren auf dem jüdischen Friedhof in Wien beerdigt. Der alte Herr war in Wien bekannt. F. Die „Israelitische Rundschau" meldet aus Berlin: Am vergangenen Sonnabend erflehte der Prediger in der Synagoge Lützowstraße den Segen für ein Kind, das den „Namen führen soll: D i n a h zu Deutsch Santa Lucia." Der Prediger stockte, offensichtlich, weil ihm auf der Zunge ein anderer Name schwebte, nämlich Sancta Simplicitas. L. in P. Im East-End von Newyork wird jetzt der Plan ernstlich ventilirt, eine Art jüdischer Miliz zur Selbstvertheidigung im Nothfalle zu bilden. Nachdem die Vorfälle beim Leichenbegängnisse des Oberrabbiners Joseph bewiesen haben, daß die Juden bei der Polizei im Falle eines Angriffes keinen Schutz finden, sondern im Gegentheile diese sich den Angreifern anschließt, wollen die Juden rechtzeitig zur Organisation der Selbstvertheidigung schreiten. K. in N. Der „Daily Expreß" meldet aus Wien folgende Episode aus der Unterredung des Dr. Theodor Herz! mit dem Sultan. Das Gespräch kam auf die Unterdrückung und die Angriffe, denen die Juden in einigen Staaten Europas ausgesetzt seien. Da bemerkte der Wien, IX., Wäbringerstrasse 3. Schulkategorien in der Nähe. Knabe Anträge unter „K. W.“ aus gutem Hause wird bei achtbarer Familie in ganze Verpflegung genommen. Gefällige an die Administr. des Blattes. Soeben erschien „Haeschkol“ Band IV. Derselbe (20 Bogen stark) enthält literarische und wissenschaftliche Beiträge von Dr. 8. Bubin, Dr. M. Berdiczewski, Dr. 8. Bernfeld, R. Brainin, M. D. Brandstätter, J. Lubetzki, 8. Gordon. S. L. Citron, Salomon Bub er, Abraham Epstein, Rabbiner J. Löwenstein, Josef Kohn-Zedek, Michael Weber, 8. A. Horodecki, Dr. D. Künstlinger, Lasar, Dubsewitz, Reggio, Tschernichowski, J. J. Weissberg u. A. m. Der Preis dieses Bandes beträgt sammt Porto fl 1.30 Alle 4 Bände zusammen (die ersten zwei sind bereits vergriffen) nur fl. 4-.— Zu beziehen durch den Herausgeber: Dp« J. Gfinzig Rabbiner, Loschitz (Mähren). Staatlich geprüfte Erzieherin Beamtensgattin sucht 1—2 Kinder aus gutem jüdischen Hause in Verpflegung zu nehmen. Adresse: Erzieherin, IX., Pramergasse 12, IH. Stock, Thür 24.