Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 36 (5.9.1902)
- Date
- 1902-09-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 588 Dr. Bloch's Wochenschrifk. Nr. 36 MLkrll Ksdesch. Arnold B. Ehrliches „M i k r L Ki- Peschut 0 kritisch bebeuchtet von Dr. H. Brody, Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Dr. I. Günzig, Rabbiner in Loschitz: „Haeschkol, Hebräisches Sammelbuch für Wissenschaft und Literatur^. Band IV. Krakau 1902. Selbstverlag. Briefkasten. L. Der deutschnationale Antisemit Max Bewer erklärt: Christus war deutschen Blutes. Und das kam s o : 1500 Jahre vor Christi Geburt — schade, daß wir nicht auch genau Tag und Stunde angeben können — sind Deutsche nach Galiläa gegangen und haben sich dort niedergelassen. Zur Zeit von Christi Geburt thaten viele Deutsche unter den Römern Kriegsdienst. So wurde also ein Deutscher der Vater von Christus. Die Mutter ist Jüdin, aber das Blut Christi ist destillirt reiu deutsch. Ja, Bewer kann sogar naher die Landsmannschaft bezeichnen, C h r i st u s i st rheinisch-westfälischen Ursprungs, denn die Leibwache des Pilatus stammte aus Niederdeutschland. „In der Fremde bezwingt er das schwarzseelige Judenthum mit seinem Blut. Und indem er im Gold der Zukunft als Richter und Sieger leuchtet, kündigt er prophetisch die Farben seiner wahren Heimat an: Schwarzrothgold." Natürlich ist auch Christus nur für die Deutschen vom Himmel gekommen: „Er selbst sagt, daß er sich mit seinem Gottesthum von den Juden und zu den Deutschen wenden werde." „Ich sage euch: das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das die Früchte desselben hervorbringt." Auch noch andere Momente deuten darauf hin, daß Christus ein Deutscher war. Alles Große ist ja deutsch: „Aus dem Wohllaut der P s a l m i st e n, aus dem Muth der Makkabäer, aus der geistigen Energie der Propheten, aus dem seelischen Ernst des Täufers Johannes, aus den ehrlichen Aposteln spricht deutsches Blu t." Nun wissen wir es ja, die Propheten waren Deutsche, die Makkabäer waren Teutonen, Alles, Alles ist deutsch, nur der Teufel nicht, der ist antideutsch, also jüdisch. Unbegreiflich, daß man diese ewigen Wahrheiten bis jetzt nicht kannte. Schriftsteller L. in B. In den Vereinigten Staaten erscheinen gegenwärtig nicht weniger wie s e ch s u n d f ü n f z i g jüdische Wochen-, respective Monatsschriften und Tageszeitungen. Davon sind in englischer Sprache: Jewish Messeuger, The American Hebrew und Hebrew Standard (New-Nork), American Israelite (Cincinnati), Chicago Israelite und Reform Advocat (Chicago), American Hebrew News (Portland), Jewish Comment (Baltimore), Jewish Chronic!e (Mobile), Jewish Voice (St. Louis), Jewish Exponent (Philadelphia), .7. Ledger (New Orleans), J. Criterion (Plttsburg), J. Recoid (Kansas City), Advocat Review and Observer (Cleveland), Jewish Sentiment (Atlanta), J. Speetator (Memphis), J. Times and Observer, Hebrew Occident, Hebrew und Emauuel (San Francisco), American J. Sentiment (Little Rock), Bhiai Brith Advocat Review (Houston), Bhiai Brith Messenger (Los Angelas), Jews American (Detroit), ferner sind Monatsschriften: Menorah, Helphul Thougths, Monthly Journal of the Young Mens Hebrew Association, Alliance Rewiew (New-Aork), Israels Home Journal (Portland), Hebrew Union College Journal (Cincinnati), Modern Builder (Kansas City) und die Halbmonatsschrlft Twice-a-Month (Louisville). In deutscher Sprache erscheinen: Ordens-Echo (New- Jork), und die Beilage zum Hebrew (San Francisco); in hebräischer Sprache: Ha-Ibri und monatlich Ha-Modia Chadaschim (Ncw-3)ork); im Jargon; die Tageszeitungen Jüdisches Tageblatt, Vorwärts, Abendblatt, Arbeiter-Zeitung, Jüdisches Journal, Die jüdische Welt, Morgen-Journal, New-Porker Abendpost, ferner (wöchentlich) Jüdische Gazetten, Freie Arbeiter- Stimme, Abendpost, Der Volks-Advocat und (monatlich) Freie Gesellschaft, Die Nation (sämmtlich in New-Pork). Der jüdische Courier, der Mische Kol und das Chicagoer Wochenblatt (Chicago), Der Volksfreund (Pittsburg) und der Wegweiser (Baltimore). Leopold R. in Klosterneuburg, lieber den Inhalt der Inserate ertheilen wir keine Antwort; der Fragende hat sich ausschließlich an den Inserenten zu wenden; eine Verantwortlichkeit lehnen wir ab. „Bekehrter". Beispiele echter „christlicher Nächstenliebe" häufen sich von Tag zu Tag. Aus Bamberg wird der «Mannheimer Allgemeinen Zeitung" berichtet: Verhungert und mit Ungeziefer übersäet und am Rücken völlig aufgelegen aufgefunden wurde am Sonntag Früh in ihrem Bette im Koth liegend die ungefähr 70jährige Armenhäuslerin Anna Kath. Geck in Niedermirsberg (Bayern). Die Bedauernswerthe erhielt von den Ortsinwohnern das Mittagessen turnusweise aufs Fenster gestellt, sonst nahm sich Niemand um sie an. Der Bürgermeister will die Gemeindedienersfrau mit der Pflege beauftragt haben. Diese begab sich jedoch auf vier Tage zum M i s s i o n s f e st e nach Forchheim. Der dortige K u r a t u s und V o r st a n d der A r m e n p f l e g e befand sich beim Katholikentag in M a n u h e i m. Die Beerdigung wurde in Folge der gerichtlichen Untersuchung auf Mittwoch verschoben. Der Bezirksarzt von Forchheim stellte fest, daß der Tod durch Verwahrlosung und bereits mindestens vierundzwanzig Stunden vor dem Auffinden eingetreten sei. Zu dieser Nachricht bemerkt das Münchner Blatt: Dies ist bereits der zweite derartige Fall, der in diesem Jahre in Bayern bekannt wurde. Noch ist kaum ein Vierteljahr vergangen, daß wegen eines gleichen aufsehenerregenden Falles in Am b erg der dortige Pfarrer Bergler zu einer Woche G e f ä n g n i ß und der frühere Zentrumsabgeord n etc Bürgermeister Lautenschlager zu drei Monaten verurtheilt wurden. Das hat aber, wie der vorliegende nicht minder krasse Fall zeigt, nicht gewirkt. Notiz. „Festgebete der Israeliten" mit deutscher Uebersetzung von Doctor Michael Sachs in neun Bänden sind in neuester, ungekürzter und neu revidirter Ausgabe im Verlage von Jakob B. Br and eis, Prag, erschienen. Was ihr vor allen anderen ähnlichen synagogalen Werken den Vorzug einräumt, ist nicht nur die splendide typographische Ausstattung und genaueste Correctheit des Urtextes, neben welchem die deutsche Uebersetzung unmittelbar ihren Platz findet, sondern auch der Vortheil, daß die die Gebetorduuug betreffenden Ueberschriften und sonstigen zwischen dem Urtext eingestreuten Noten in deutscher Sprache angeführt erscheinen. Was nun die deutsche Original-Uebersetzung, welche unverändert geblieben, betrifft, so bedarf sie wohl keiner weiteren Anpreisung, liegt doch schon im Namen des Uebersetzers der Inbegriff des Formvollendeten und schwungvoll Poetischen in der Sprache. Man merkt dieser neuesten Ausgabe sofort an, daß der Verleger bemüht war, mit dem inneren Werthe des Werkes den äußeren in Einklang zu bringen. Der „Jüdische Student“ Monatsschrift des Bundes Jüdischer Corporationen. Herausgegeben von Dr. Heinrich Löwe. Der „Jüdische Student“, der bisher intern, das heisst nur für die Mitglieder der Vereine jüdischer Studenten erschien, wird allseitig so viel auch von andern Studenten und Akademikern verlangt, dass wir uns entschliessen mussten, ihn vom 1. Juli 1902 auch Nichtvereinlern Jüdischer Studenten zugänglich zu machen. Von der Julinummer an nehmen wir also Jahresabonnements zum Preise von Mark 3'60 entgegen. Der „Jüdische Student“, der das Organ der Vereine jüdischer Studenten ist, will die Stimme derjenigen akademischen jüdischen Jugend sein, die dem jüdischen Stamme neuen frischen Lebensgeist einhauchen will, und nicht zugeben, dass man dem Judenthume den Garaus mache. Der „Jüdische Student“ sieht es als seine Aufgabe an, alle Bestrebungen im Judenthume zu unterstützen, die dahin zielen, dass das Judenthum auch eine Zukunft habe. Der „Jüdische Student“ ist daher der Sammelpunkt aller jener jüdischen Akademiker, die nicht in der Angleichung an das Fremde das Heil der Juden erblicken, sondern die kräftig ihren jüdischen Stammescharakter betonen und die jüdische Stammesehre hochhalten. Sämmtliche Sendungen, Briefe und dergleichen mehr sind ausschliesslich an die Adresse des Herrn Dr. Heinrich Löwe, Berlin N. W. 6, Marienstrasse 18 zu richten. Zusendung erfolgt ausschliesslich gegen Vorhereinsendung des Jahresabonnements. Probenummern werden nicht versandt. isr. theolog. Lehranstalt in Wien. Das Schuljahr 1902/03 nimmt Dienstag, den 21. October seinen Anfang; die Aufnahme-Prüfungen, zu welchen nur die früher schriftlich Angemeldeten zugelassen werden können, finden Dienstag den 21. und Mittwoch den 22. October statt. Die Vorlesungen beginnen Sonntag 26. October. Das Curatorium der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien. Bei einer intelligenten israelitischen Beamtenfamilie wird ein Mittelschüler aus guter Familie in Pension genommen. Geräumige Wohnung, rituelle Küche. D. B., II., Obere Augartenstrasse 2, Thür 18. n69