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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-08-08 · 32 (8.8.1902) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
32 (8.8.1902)
Date
1902-08-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 32 Dr. Bloch's Wochvnfchrifk. Seite 535 mal in Leipzig, wo Sem tief unter Pari. Nur ließ der Einwand der Arglosigkeit sich unter diesen Umständen mit Erfolg verwerthen. Unsere Leute werden nicht für naiv gehalten; und wenn von den treuen Händen des Hirsch und vom Flügelwachs des Herrn Trinkeles gesprochen worden wäre, hätte der Hohe Gerichtshof sich Vomierens halber zurückgezogen. Wo aber der Thatbestaud dunkel bleibt, entscheiden Eindrücke und Sentiments. Jedenfalls hat Ihre Frau ms Schwarze getroffen: Ein Glück, daß kein Jude dabei ist! Wir hätten nicht so viele funkelnde Schächtmesser gesehen, aber den Stoß mit ganz anderer Wucht gefühlt. Jetzt konnte Tubal in der Thiergartenstraße schmunzeln: „Andere Leute haben auch Unglück!" Und ich halte die rein arische Besetzung der Anklagebank nicht etwa für bloßen Zufall. Wir sind auf dieser Branche, die uns so lauge trägt, schon w tter geklettert und wissen ungefähr, was sie an Last schleppen kann, ohne zu brechen. Schachtelgesellschaften, nachweisbar falsche Bilanzen und Buchungen —: Das lassen wir längst von anderen machen, wie der alte Fontane sagte, der so erstaunt war, als ihm zum Siebzigsten fast nur Jakobssöhne gratulirten. Alles will auf dieser gräßlichen Welt eben gelernt sein. In älteren Finanzländern ist man über den Sturm und Drang der ewigen Bankdirectorenprocesse hinaus und hat eingesehen, daß man bei Geschäften, wie wir sie machen, mit einem in die Puppen wachsenden Risico rechnen muß Denn was man, theuerster College, so gemüthvoll „Bank" nennt, das ist nicht blos Geschäft, sondern eine Culturform. Dem Menschenschlag hier gelu's noch nicht ein. Der möchte Alles beim Alten lassen und das Neue, mit Socialethik und brauner Butter angerührt dazu genießen. Daher die Conflicte. Daher Eduard Sauden, der GotteSinann mit dem geistlichen Zug und den Nebengleisen für weltliche Schiebungen; der famose, vollkommene Typ einer Uebergangszeit. Nach leder faulen Sache Andacht in der Hauscapelle. Sicher ganz aufrichtig. Aber ich möchte zahlen." Theobald Uffenheimer’sche Bewerbestitiong. Am 28. November 1902 gelangen aus dieser Stiftung für verarmte oder arbeitsunfähige, wohlverhaltene Gewerbsleute vier Stistplätze, und zwar zwei für Gewerbsleute christlicher Confessio» und zwei für Gewerbsleute israelitischer Confessio» mit dem Bezüge von je 200 Kronen zur Verleihung. Bei der Verleihung dieser Stiftplätze genießen ein Vorrecht: 1. Verwandte des Stifters; 2. nach Wien zuständige oder im Bezirke Leopoldstadt in Wien oder in Wien überhaupt geborene Bewerber. Die diesfülligen Gesuche sind längstens bis 25. September 1902 im Einreichungsprotokolle der Magistratsabtheilung XIII oder bei den Bezirksvorstehern des II. und XX. Wiener Gemeindebezirkes oder bei der Vorstehung der israelitischen Cnltusgemeinde Wien zu überreichen und denselben die Tauf(Geburt)scheine*>, der Ausweis über die Zuständigkeit ein Armuths- oder Mittellosigkeitszeugniß. ferner der Ausweis über die Mitgliedschaft einer Genossenschaft, eventuell die Bestätigung der Genossenschaft, daß Bewerber sein Gewerbe wegen Arbeitsunfähigkeit zurücklegen mußte, sowie Ausweise über die Verwandtschaft mit dem Stifter beizulegen. Auf nicht gehörig belegte oder verspätet einlangende Gesuche kann keine Rücksicht genommen werden. Nur die mit einem legalen Armuthszeugnisse versehenen Gesuche sind stempelfrei. Vom Wiener Magistrate am 19. Juli 1902. Heinrich S.Rcitliugek'icheWohIthätigbeits-Siiftimg. Am 26. Tischri — 27. October 1902, als dem Sterbetage des seligen Herrn Heinrich S. Reitlinger, gelangen die Zinsen aus obiger Stiftung im Betrage von Kronen 198.— an eine „verarmte, würdige israelitische Familie, die in Wien wohnhaft ist und in deren Mitte Sinn für die Religion herrscht", zur Verleihung. Bewerber um diese Stiftung haben ihre mit einem Armuthszeugnisse belegten Gesuche bis längstens 31. August 1902 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, zu überreichen, woselbst auch Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags unentgeltlich zu beheben sind. Auszüge aus der Geburts-, Trauungs- und Todten-Matrik der Wiener israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, den 1. August 1902. Josef und LärtUe Adler-Stiftung. für Wohnungsmiethe-Beitrage, vorzugsweise an Witwen und alleinstehende weibliche Personen. Am 26. October 1902 gelangen bei der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde die halbjährigen Zinsen der obigen Stiftung per Kronen 240.—. in Beträgen von 40—60 Kronen an arme Personen israelitischer Religion behufs Bezahlung der Wohnungsmiethe zur Vertheilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armuth versehenen Gesuche bis 3L August 1902 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstetlengasse 4, I. Stock, von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. Aus später einlangende Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Arme Verwandte der Stifterin Frau Cäcilie Adler, sodann Witwen mir unversorgten Kindern, ältere hilflose Frauen oder Mädchen die sich durch Handarbeit ernähren, endlich dem Lehrfache angehörige Personen werden in erster Linie berücksichtigt. Gesuchsblanquette sind im Einreichungsprotokolle, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags unentgeltlich zu beheben. Wien, den 1. August 1802. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. *) Anmerkung der Redaction: Sollte wohl richtiger heißen Taufscheine für die christlichen, Geburtsscheine für die jüdischen Petenten. Der Uerein fnt unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstraße 50 (Telephon Nr. 13920) bietet den P. T. Arbeitgebern feine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualificirte Arbeitskräfte» sowie Hilfsarbeiter» ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 2. August 1902 standen in Vormerkung: I. Classe: Manuelle Arbeiter. 5 Anstreicher 3 Aufpapper 8 Bäcker 4 Buchbinder 3 Buchdrucker 2 Cartonnagearbeiter 6 Drechsler 5 Eiektromonteure 5 Fleischhauer 2 Friseure 2 Glaser 4 Gold- und Silberarbeiter i Gürtler 34 Hausknechte,Geschäfts u. Bureaudiener 34 Hilfsarbeiter 3 Holzbildhauer i Hutinacher i Kellerarbeiter 3 Kellner i Kürschner 6 Kutscher 5 Laufburschen 1 Lederzurichter io Lehrlinge 2 Magazineure 1 Maschinist und Heizer 5 Mechaniker 3 Metallarbeiter 3 Monteure 38 Schlosser 20 Schneider 3 Schriftsetzer 7 Schuhmacher iS Spengler 10 Tapezierer 2 Taschner 22 Tischler 8 Uhrmacher 3 Zeichner 2 Zimmermaler 2 Zuckerbäcker LL Classe: Kaufmännische Angestellte. 6 Branntweinverschleisser i 13 Kanzlisten und Schreiber 16 Buchhalter und Correspondenten j Q Manipulanten und Expedienten 112 Commis diverser Branchen j 6 Platzagenten und Vertreter 60 Comptoiristen und Strazzisten 21 Praktikanten 1 Incassant 8 Reisende Weibliche Abtheilung. 3 Bonnen und Kindergärtnerinnen 47 Comptoiristinncn u. Kanzlistinnen 2 Expedier.tinnen und Manipulant. 4 Hillsarbeiterinnen 1 Kassafräulein 2 Kellnerinnen jo Praktikantinnen Jt Verkäuferinnen 2 Verschleisserinnen 4 Wirthschafterinnen der Ha us trau III. Classe: Geistige Arbeit. u. Stützen 7 Hauslehrer u. Hofmeisterfmeistens •! Lehrerinnen und Erzieherinnen. Hochschüler,welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten) Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1888 bis inclusive 2. August 1382 — 4538 Vermittlungen durchgefnhrt» und zwar: 2848 Vermittlungen in der I. Classe (manuelle Arbeiter)» 1882 ,, »» »» II. ,, (Handels ungestellte), 1312 ,» ,» », weiblichen Abtheilung 87 »» m »» III. „ (geistige Arbeit).

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