Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 29 (18.7.1902)
- Date
- 1902-07-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021439-3021469--11923-3036488- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 28 Dl*■ BIOCH S Jahrgang XIX Centrslorgan für die grssmmten Interessen des Iudenthums. Wie«, 18. Juli 1902. Erscheint jeden Freitag. -*-•—n—- Brief-Adresse: Wien, IX/1» Berggasse 39. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift» Wien. * - A. k. Postsparrsgen-Amt Clearing-Verkehr Nr. 810.976. Ardarlion und AdministraNom Wie« IX/1, Verggafse Nr. 39. Tilephon Nr. 14.847. *=- =3» W- A-pigsprri» für Seyerretch Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für'» Ausland: Halbjährig 10 Krone». Ganzjährig 20 , Anzeigen: Die4malgespaltene Prtitzeile 24 Heller. Inhalt: Leitartikel: Der Brüsseler Congreß pro Armenia und die rumänischen Juden. — Aus dem Antisemitenlager. — Vom Jahrmarkt des Aedens: Glossen zur Tagesgeschichte. — Zur körperlichen Strafe in den mährischen Volksschulen. — Johann Gottlieb Seume und das Studium der hebräischen Sprache. — Korrespondenzen: Aus der Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde Wien. Wien, Berlin, Darmstadt, Frankfurt a. M.. Washington. Zur jüdischen Einwanderung in England und Amerika. — Vermischtes: Kranzablösungsspendeu zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien. Wien, Wien-Mariahilf, Floridsdorf, Jaroslau, Prerau, Budapest, Brünn, Trencsen-Baän, Slatina, Bonn, Oberhollabrunn, Kiel, Zwittau, Korneuburg, Gloggnitz. — Feuilleton: Neu-Jerusalem. Der Chanukalenchter. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Der Keiisselee Congreß pro Armenia nnd die rumänischen Inden. Für den Congreß in Brüssel hat die „Oesterreichische Wochenschrift" eine Schrift herausgegeben unter dem Titel: „Die Judenfrage in Rumänien. Eine Actensammlung, vorgelegt dem Brüsseler Congreß »Pro Armenia“ vom 17. und 18. Juli 1902. Wien, Verlag der „O e st e r r e i ch i s ch e n W o ch e n s ch r i f t". Dem Präsidenten des Congresses haben wir am Eröffnungstage nachstehendes Telegramm übermittelt: An den hohen Congreß Pro Armenia in Brüssel! Hochgeehrter Herr Präsident! Ihnen und den hochherzigen, erleuchteten Männern, welche zusammengetreten sind, für ein wehrloses und gefährdetes Volk ihre Stimme zu erheben, unterbreite ich zu dem edelmüthigen Beginnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ich lebe der Zuversicht, daß ihr Mitleid auch meiner unglücklichen, unbarmherzig verfolgten jüdischen Brüder in Rumänien, welche zur Verhöhnung des Völkervertrages von Berlin den Mißhandlungen einer raffinirten Grausamkeit preisgegeben sind, nicht vergessen werde. Ihre Aufmerksamkeit auf die vorgelegten Acten über die Lage dieser unglücklichen rumänischen Juden lenkend, erflehe ich vom Allmächtigen seinen Schutz und Segen für Ihre Berathungen. Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Präsident, den Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Dr. Josef S. Bloch, ehemaliger österreichischer Reichsrathsabgeordneter und Redacteur der „Oester. Wochenschriftin Wien. Bon der Frau Baronin Bertha v. Suttner erhielten wir auf das Schreiben der „Oesterreichischen Wochenschrift" in voriger Nummer (gezeichnet L. Isaye) nachstehende Antwort: Schloß Harmannsdorf bei Eggrnburg, N.-Oe. Geehrte Redaction! Auf den an mich gerichteten offenen Brief erwidere ich, daß ich von den Verfolgungen, denen die Juden in Rumänien ausgesetzt sind, mit den gleichen Gefühlen empörten Schmerzes höre, wie von den Leiden und Gefahren der Armenier, und daß ich jederzeit bereit bin, überall da meine schwache Stimme denjenigen anzuschließen, die für Unterdrückte und Bedrohte Recht und Hilfe fordern. In der angeregten Sache schreibe ich unter Einem nach Brüssel, wohin übrigens der Verein zur Abwehr des Antisemitismus einen darauf bezüglichen Antrag eingeschickt hatte, den ich nun nach Kräften befürworten will. Hochachtungsvoll B. v. Suttner. Der österreichische „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" sandte nach Brüssel folgendes Schreiben: Wien,. 15. Juli 1902. Herr Präsident! In meiner Eigenschaft als Präsident des „Oesterreichischen Vereines zur Abwehr des Antisemitismus" erlaube ich mir, diese Zeilen an Sie zu richten, um Sie zu bitten, die Aufmerksamkeit des Congresses auf die Judenfrage in Rumänien zu lenken und den Wunsch auszusprechen, daß die europäischen Mächte sich an den Artikel 44 des Berliner Vertrages erinnern, in welchem sie den rumänischen Juden ihre volle bürgerliche und politische Gleichberechtigung garantirt haben. Parallel mit demBorgehenderTürken gegen die Armenier beliebt es der rumänischen Regierung, ganz Europa ins Gesicht zu schlagen, ohne sich um seine eigenen bündigsten Versprechungen zu kümmern, durch welche es sich im Berliner Vertrage feierlich verpflichtet hat. Genehmigen Sie. Herr Präsident, mit den besten Wünschen für Ihren Congreß die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung Für den österreichischen Verein zur Abwehr des Antisemitismus : Der Präsident: A. G. Baron de Suttner.