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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-07-11 · 28 (11.7.1902) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
28 (11.7.1902)
Date
1902-07-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 28 Dr. Bloch's WochLNschrif!. Seite 471 wir wohl auch in den evangelischen Berichten vgl. meine Markus- Studien S. 33 f. Kephar Nahmn heißt es z. B. auch j'üirun “33 vgl. Midr. Samuel XIII. bei Neubauer Geogr. da Talmud p. 221. So nennen unsere Told. einen Mann XVüiv ----Verführer. 5. S. 159 (u. Anm. 15, S. 258) Eine Verwechslung von Galiläa und Bezirk läßt sich schon in den Evang. Nachweisen vgl. Markus-Studien S. 13 und Encyclopaedia biblica II, s. y. Gospels eol. 1770. 6. S. 194 (u. Anm. 31, S. 283) tritt Krauß für die Gleichung j'ü Judenchrist und gegen Friedländer's pö antinomistischer Gnostiker ein. Ich meine nun mit dem alten Horaz: „Iliacos Intra mnros peccatur et extra“, pö läßt sich nicht als privilegirter Ausdruck für eine Häretikerclasse occupiren (vgl. schon Schocr, ÜecbaliiL VII), daß es auch Judenchrist bedeute, scheint mir unzweifelhaft (vgl. Grünbaum 1. e. S. 450 t.) Das von Krauß herbeigezogene •w'1 '3*a b baba bathra 25 a ed. Venedig lautete vielleicht ’3'£Xö. Zu beachten ist übrigens die Tosipbta Jadaim c. II, in der gesagt wird, daß 2'3'v '“fiDi a'31'^3 nicht die Hände verunreinigen. Der Zusammenhang ergibt, daß die genannten Schriften hebräisch (ooer aramäisch) abgefaßt waren; Epiphanius (e. haer.) verspottet aber die Gnostiker wegen ihrer mangelhaften Kenntniß des Hebräischen. So dürfte denn doch an christliche Schriften zu denken sein. D'3vb3 sind aber vielleicht gar nicht die Evangelien, sondern — wie bereits vermuthet wurde — die Apokalypsen (vergl. Syrer pnvn X3i'^3 für Offenbarung Johannis). 7. S. 204/5. Zur Davidischen Abstammung Jesu ist zu bemerken, daß die älteste Evangelienguelle eine solche nicht vorauszusetzen -scheint. Ich habe die Stelle MK. XII. 36. 37 im Auge, in der es heißt: Wie können sie (die Pharisäer) behaupten, daß der Messias ein Sohn David's sei . . . sagt doch David selbst (Ps. 110) ... es spricht der Herr zu meinem Herrn". Das besagt nun klar, daß sich Jesus nicht für einen Sohn David's hielt und daß die Erlösung auch nicht an ein Mitglied des alten Königshauses geknüpft sei (s. Markus-Studien S. 68). 8. S. 220 behandelt Krauß den von Huldreich unübersetzt gelassenen Ausdruck: 'fc. Er denkt an syr. Faulen, fügt aber hinzu „Wieso der Toldoth-Schreiber zu diesem gesuchten Ausdruck gekommen, ist mir freilich unerklärbar." Nun muß wohl (wie Bischoff betont) daran festgehalten werden, daß nur ein Schmähwort für Taufe sein könne. — Dürfte man nicht an slav. bloto-Kot denken? Es wäre demnach Kotwasser, wie D'miDia D'n Nizzachon p. 64 u. s. Ein slavischer Copist hat sich vielleicht den fragwürdigen Scher-z erlaubt. 9. S. 249, Anm. 3. Krauß sucht nachzuweisen, daß die Schreibung 3V' nur ein verkürztes jw sei und daß keine beabsichtigte Aenderung vorliege. Der Beweis hiefür scheint mir noch immer nicht erbracht zu sein. Krauß müßte vor Allem Nachweisen, daß auch andere Persönlichkeiten uv' (mit Weglassung des j'“j7) genannt werden; er muß aber zugeben (S. 250), daß „sonst meistens jw gebraucht wird". Daß das gr. Jesus auf uv' zurückgehe (S. 151), scheint mir ganz unwahrscheinlich, dagegen läßt sich annehmen, daß die BXX den Kehllaut unterdrückten. So finden wir auch Jaddus für jrrp (vgl. Jos. Ant. XI. 8. 4, LXX. I Esdr. V. 38), ohne daß ein tt vorausgesetzt werden müßte. Interessant ist, daß LXX nomen loci VUv- Neh. XI. 26 durch Jesu wiedergeben (ein Codex übrigens Jesua). Ganz plausibel ist die Ansicht Elia Levita's, daß die Juden uv' schrieben, um nicht an salvator zu erinnern (wie doch jrtf’ von den Christen erklärt wurde; beachtenswerth ist, daß Hieronymus zuweil Heil durch Jesus übersetzt vgl. Ps. 51.14 '^iv' slDtv Hier, „laetitiam Jesu tui" u. s.). 10. S. 257. In meinen Markus-Studien, S. 46 Anm., habe ich mir den Einfall geleistet, daß talm. wo ursprünglich eine aufrührerische Secte bedeutet habe, die einen Führer Namens n3T -o hatte (vgl. Bar Kochba, bar Giora). Es ist übrigens gar nicht unwahrscheinlich, daß wir semitisches Sprachgut vor uns haben, nämlich assyrisches „baränü“ empörerisch (vgl. Fr. Delitzsch bei D. H. Müller WZKM. I. S. 31). 11. S. 265 f. lieber den Namen des Verräthers Judas, der in einigen Codd. auch Skarioth lautet, ist zu bemerken, daß vielleicht mit Absicht rn'Up lv'rr in ru'uplv geändert wurde, um an uplv Trug, Verrath zu erinnern, vgl. Markus-Studien S. 34. — vgl. auch syr. Küi'-pD resp. küv“OT bei Krauß. 12. S. 267. Gewiß kann man mit Recht behaupten, daß unter Bileam im Talmud auch die gnost. Nicolaiten verstanden werden dürften; aber die Gleichung Christus kann nicht ohneweiters abgelehnt werden, vgl. Aboth di R. Nathan ed. Schechter, p. 37b c. XXI., wo direct von Bileam mit Rücksicht auf die E rlö sung gesprochen wird. — nsim “lüu? nriXD ru?B xb -m apyb 1LX' nya nbx3 nwsb Tnr ’3XtP nj» xbx, vgl. auch Jellinek, Literaturbl. des Orient, 1849, S. 478k, Schürer, Theol. Literaturztg. 1900, Sp. 650. 13. S. 273. Anm. 1. Es ist zu beachten, daß im Talmud Jannai ein Deckname für einige unbeliebte Könige — auch für Herodes — ist (vgl. z. B. Joma p. 18). Die Thatsache stellte schon N. Krochmal in seinen! epochalen jan 'B1B3 mua (Anhang Nr. 7) fest. Znm Schluffe sei uns der Wunsch gestattet, daß Krauß seine Wissensfülle und seinen Scharfsinn in den Dienst älterer und wichtigerer Documente der christlichen Literatur stellen möchte. Wien, 9. Juni 1902. Dr. H. P. Chajes. Briefkasten. >»G. Wien". Samstag den 25. October 1873 war der IV. Cheschwan 5634. K. In einer Wählerversammlung vom 1. Juli 1901 hat ein deutschnationaler Redner in Trautenau erklärt, Herr Abgeordneter Herzog ist in den Augen aller anständigen Leute vollkommen gerechtfertigt. Der Redner ersuchte die Anwesenden, sich von den Sitzen zu erheben und dadurch zu bezeugen, daß sie nach wie vor unserem wackeren Abgeordneten Herzog ungeschmälertes Vertrauen entgegen bringen und sich glücklich schätzen, ihn zum Vertreter im ifteicf)3ratbe_ zu haben. — W i e ein Mann erhoben sich alle Anwesenden und brachten donnernde Heilrufe auf den Abgeordneten Herzog aus." So schrieb damals wörtlich die „Trautenauer Zeiumg". R. Herr Schönerer schildert in der letzten Nummer seines Leibblattes die Anhänger seines Concurrenten Wolf mit folgenden Worten: „Die Leute, die hier (in Mähren) noch mit Wolf gehen, sind zumeist solche, die selbst massenhaft Butter auf dem Kopfe haben und daher die heißen Strahlen der öffentlichen Beleuchtung gleich Wolf zu fürchten haben . . . Man weiß nun, was man von dem Abenteurer zu halten hat, der das politische Lotterieglück hatte, von dem Herrn Badeni gefordert zu werden und der dann auf dieser Popularitätsgrundlage als sittenloser Mensch seine politische C o m ödiantenrolle vortrefflich gespielt, die Honorare eingesackt und das arme deutsche Volk, dem er in zahlreichen Versammlungen g e r m a n i s ch e Reinheit gepredigt und die Frauen vor den Beichtstuhlpfaffen warnte, zum Narren gehalten hat." Er fügt folgendes Gedicht hinzu: „Ach! Und selbst die Frauenzimmer Sind so freundlich auf mich nimmer; Wo es mir sonst st e t s „g e g l ü ck t", Werd' ich kaum mehr angeblickt. Statt dem Heil! und Tücherschwenken Thun sie jetzt die Blicke senken. — Bis auf die — gewisse Sorte! Die nur geht auf Geld und — Worte! Keine Blumen — keine Kränze! Comites und and're Pflänze, Und die Festjungfrau'n — o Jammer! — Sind in gut v e r s ch l o s s' n e r Kammer!" Weniger heiter nimmt sich die Erinnerung aus, die Herr Schönerer an Wolf anläßlich des Vergani-Processes richtet. Es heißt da: „Als der Abgeordnete Schönerer in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 31. Mai d. I. die Comödie des Abgeordneten Wolf bezüglich der beschleunigten Auslieferung des Abgeordneten Schalk für eine Bezirksgerichtsklage ohne zulässigen Wahrheitsbeweis dadurch der öffentlichen Aufmerksamkeit näherrückte, daß er gleichzeitig auch die Erledigung eines bereits längst vom Jmmunitätsausschusse fertiggestellten Berichtes, betreffend die Auslieferung Wolf's für eine Klage Vergani's verlangte, da schrie der Hochzeitsredner von Bilin und Herausgeber desZuckercartellblattes, der Abgeordnete Wolf, dem in Ehren und dreißigjähriger nationaler Arbeit grau gewordenen Abgeordneten Schönerer zu: „Ich bin ganz einverstanden. Das ist eine echt fchönerianische Tücke! Er st h etz en S ie mich in den Proceß hinein und dann verlangen Sie die Auslieferung! Das ist moralische Verkommenheit! Sie weißhaariger Schurke! S. R. in Czortkow. Der Bericht über das antisemitische Benehmen des Haupttrafikanten Anton K o st e ck i, kann blos mit voller Namensnennung publicirt werden. R. Daß die eigene Tochter Herrn Georg Schönerer zu Gericht citirt, bildet einen Beitrag zur Beurtheilung des arisch-germanischen Familienlebens. K. Das Renegatenthum ist eine Species, die nie ausstirbt. Den Namen des Kaschauer Fabrikanten Michael Ungar, welcher die Hilfsthätigkeit für die rumänischen Juden in einem Artikel mit antisemitischer Schminke öffentlich „mißbilligen" zu müssen glaubt, sollten alle Juden sich merken. Danksagung. Außer Stande, allen ehrwürdigen Rabbinern und allen gleichnamigen Vereinen und geehrten Privaten für ihre anläßlich der 140. Jahreswende seit der Gründung der hierortigen Chewra-Kadischa freundlichst überschickten Gratulationen einzeln zu antworten, erlaubt sich der gefertigte Vereinsvorstand namens sämmtlicher Vereinsmitglieder auf diesem Wege seinen verbindlichsten Dank hiemit auszudrücken. Der Vorstand der Chewra-Kadischa Trencsen-Baan.

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