Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 20 (16.5.1902)
- Date
- 1902-05-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 334 De. BLvch'S WochenschrM Nr. 20 sich auf 4000 und die Beiträge flössen im vorigen Jahre so reichlich, daß noch ein Ueberschuß erzielt worden ist. In seinem Bericht erwähnt Herr Louis Stern, der Präsident der Vereinigung, daß die Voranschläge für das nächste Fiscaljahr ein Deficit von Dollars 58.000 ergeben würden, wenn nicht Freunde der Anstalt Schenkungen machen. Durch den Neubau des Hospitals seien die Mehrkosten entstanden. „Außer der Errichtung des Hospitals", sagte Herr Stern, „entstanden auch Unkosten durch die Verschönerung der Anlagen. Wir haben Gärten anpflanzen lassen, um modernen Ansprüchen zu genügen. Diese Verbesserungen, zusammen mit der Thatsache, daß die Waisenanstalt schon seit siebzig Jahren besteht, haben den Eindruck erweckt, wir besäßen große Reichthümer. Vielleicht ist dies der Grund, warum wir von unseren Freunden nicht mehr so reichlich bedacht werden, wie in früheren Jahren." Der Bericht des Schatzmeisters Otto H. Kahn läßt ersehen, daß die Gesammteittnahmen im verfloffenei! Jahre Dollars 251.69631 betrugen und die Ausgaben sich auf Dollars 249.000 beliefen. Das Budget für das nächste Fiscaljahr weist Kostenvoranschläge in der Höhe von Dollars 218 600 auf, welchem Betrage Einnahmen aus regelmäßigen Quellen im Betrage von Dollars 160.000 gegenüberstehen. Den intereffantesten Bericht lieferte der Superintendent David Adlermann, welcher zeigte, daß im verflossenen Jahre von den neunhundert Kindern nur ein einziges starb, und zwar am Scharlachfieber. Diese Krankheit war im Jänner im Hospital epidemisch aufgetreten und hatte 5 Percent der Insassen auf's Lager geworfen. Seit drei Jahren ist dies der zweite Todesfall, welcher sich innerhalb der Mauern des Waisenhauses ereignet hat. Die Volksschulen werden von drHhundert Waisen besucht,, sieben Mädchen erhalten ihre Ausbildung auf dem Normal College und sechs Knaben auf dem City College und sämmtliche Waisen zählen zu den besten Schülern ihrer resp. Classen. Die bisherigen Beamten wurden einstimmig wiedergewählt, und zwar sind dies die Herren: Louis Sterq, Präsident; Henry Rice, Bwepräsident; O to Kahn, S'hatzmeister; Emanuel Lehmann, Ehrentrustee; Henry S. Allen, Edward Lauterbach, N. Necarsulmer, Moses Amsel Weinberg und Samuel Ullmann. — Herr William Guggenheim von Nr. 71 Broadway hat an den Präsidenten der United Hebrew Charities, Herrn H?nry Rice von Nr. 336 zweite Ave., einen Check von Dollars 50.000 mit einem Begleitschreiben übersendet, r„ welchem der humane Geber bestimmt, daß diese Summe als Nncleus eines Fonds von Dollars 100.000 dienen und als der „Barbara Guggenheim Memorial Fund" geführt werden solle. Die übrigen Dollars 50.000 sind nach den Bestimmungen des Directoriums anderweitig aufzubringen. Herr Guggenheim ist der Ansicht, daß die United Hebrew Charities mehr philanthropische Arbeit in der Stadt leisten werden, wie irgend eine andere wohlthätige Organisation. Er erkennt auch die Unterstützung, die man den Hilflosen angedeihen läßt, indem man sie in den Stand setzt, selbst ihr Brot verdienen zu können, als das beste Mittel an, um der Armuth zu steuern. Ferner verpflichtet sich Herr Guggenheim, für den permanenten Fond Dollars 10.000 für jede Dollars 50.000 beisteuern zu wollen, die am oder vor dem 1. Jänner 1903 dem Institute geschenkt werden, bis diese Beiträge die Höhe von Dollars 250.000 erreicht und daher seine weiteren Beiträge Dollars 50.000 betragen würden, doch sollen alle seine Beiträge dem obenerwähnten Gedächtnißfonds zugeführt werden. Vermischtes. Wien. Dem Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde Herrn kajs. Rath Heinrich K l i n g e r wurde in Anerkennung seines langjährigen, ausgezeichneten Wirkens in der niederösterreichischen Handelskammer und in anderen öffentlichen Körperschaften die goldene Gremial-Medeille mit Diplom verliehen. Kranzablösungsspenden zn Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstertengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Regine Breuer: Bon Herrn und Frau Dr. Bertha Engel in N.-Surany, L 10'—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Anna Ullm a n: Bon Herrn G. Knepler, Stationschef in Neunkirchen, K 10*-. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Max Löwenbeck: Bon Herrn Samuel Hochstin, XX., Dresdenerstraße 40, X 1'—; Herrn A. M. Hochstin, XX., Dresdenerstraße 40, X 2'—; Herrn Sigmund Flatter, XX., Wintergasse 17, K 2 —; Herrn I. Wassermann, XX., Wallensteinstraße, L 3'—; Herrn Jakob Löwenbeck, in Lemberg, X 2 — , Herrn Dr. N. Löwenbeck in Bregenz, K 3 —; Herrn M. Rabner, II., Ob. Donaustraße 45a, L 1 —; Herrn Jonas Löwenbeck. III., Landstraße 123, X 2'—; Herrn Jacob Löwenbeck, XX., Leipzigerstraße, K 2 —; Herrn Dr. Max Guth, Gumpendorferstraße 36, K 2-; Frau Amalia Löwenbeck, XX., Marchfelderstraße 12, L 2'—. Zusammen L 22'—. Wien, 7. Mai 1902. Die Trauungsfeierlichkeit des Herrn Rudolf Schiff mit Frl. Rosa von T a u s s i g. der Tochter des Cultusvorstandes Herrn Theodor. Ritter von T a u s s i g, fand heute 12 Uhr Mittags im Tempel der Seitenstetten gaffe in überaus glanzvoller Weise statt. Das im Blumenschmucke prangende Bethaus bot einen überwältigenden Anblick und gleichfalls als überwältigend muß die große Zahl der aus den höchsten Gesellschaftsschichten der Residenz erschienenen Festgäste bezeichnet werden, die sich einfanden, um dem Brautpaare beziehungsweise dessen Eltern ihre Sympathien entgegenzubringen. Unter Orgelklang betrat das Brautpaar, geleitet von den Eltern, Hochzeitsdamen und -Herren, das Gotteshaus und verfügte sich nach Jntonirung des durch Obercantor Singer und seinem Chorpersonale andachterweckend vvrgetragenen Mah towu'-®efangeg unter den Trauungsbaldachin, allwo Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n den eigentlichen Drauungsact vornahm. In seiner Ansprache an das Brautpaar wies Herr Dr. Gübemann auf die Jugendeindrücke hin, die dasselbe im Hause der allgemein hochverehrten Eltern empfing und legte demselben ans Herz, diese Eindrücke als Leitstern mit hinüberzunehmen in das eigene neu zu gründende Familienhaus. Obercantor Singer recitirte hierauf die sieben Segenfprüche überaus eindrucksvoll, worauf der Synagogenchor unter Orgel- und Harfenbegleitung eine vom Chormeister Professor Josef Sulzer für die Feier componirte Festhymne stimmungsvoll und fein nuancirt vortrug. Wir sind außer Stande, alle beim Feste anwesenden Gäste namentlich anzuführen; darum sei, es uns gestattet, darauf hinzuweisen, daß Herr Albert Freiherr von Rothschild, Frau Baronin Charlotte von Königswarter, Freiherr von B e s e c z n y, der Gesammtvorstand der Cultusgemeinde mit dem Präsidenten kaiserl. Rath K l i n g e r, Landesschulrath Dr. I. K o h n und Dr. Alfred Stern; die Bankdirectoren Bauer, Stögtzrmayer, Popper und viele andere distingnirte Persönlichkeiten anwesend waren. Als Trauungszeugen fungirten der Brautvater Herr Theodor Ritter von T a u s s i g nebst Frau Gemahlin und Herr Maximilian Paul-Schiff nebst Frau Gemahlin geb. von Königs- Wärter. Wien. (T r a u u n g.) Donnerstag den 8. d. M. fand im Stadttempel die Trauung des Frl. Charlotte Schiller, Tochter des allgemein beliebten ersten Cantors Jsak Schiller, mit Herrn Hermann Ge st ring statt. Den Trauungsact vollzog Herr Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n, welcher in seiner Ansprache hervorhob, daß der Vater der Braut seit vielen Jahren an dieser Stätte in erhebender alter Weise den Gottesdienst versieht. Der cantorale Theil wurde von dem Brautvater in weihevoller Weise ausgeführt. An der Trauungsfeier nahmen außer der Frau Baronin von Königswarter, den Familienmitgliedern noch der Präsident der Cultusgemeinde Herr kais. Rath Heinrich K l i n g e r und die beiden Vicepräsidenten Herr Dr. Stern und Herr Landesschulrath Dr. Gustav K o h n nebst vielen Vorstandsmitgliedern, kais. Rath Dr. Lieben und die Beamten der Cultusgemeinde theil. Bei der hierauf sich anschließenden Hochzeitstafel im Prachtsaale des „Hotel de France", an welcher auch Herr Obercantor Singer und Herr Verwalter Bäcker theilnahmen, wurden mehrere interessante Toaste gesprochen und eine imposante Anzahl von Gratulationstelegrammen lieferte den besten Beweis von der Popularität des Herrn Cantors Schiller. Wien. (Vermählung.) Donnerstag den 8. d. M. fand im Tempel IX Müllnergasfe die Vermählung des Frl. Olga Brod, Tochter des Präsidenten des Vereines zur Hebung der Gewerbe Herrn S. B r o d, mit Herrn Richard Schwarz, Hutfabrikant in Wien, statt. Den Trauungsaet vollzog Herr Rabbiner Dr. G e l b h a u s, welcher herzliche Worte an das Brautpaar richtete und in weiterer Ausführung die Arbeit als das höchste Ideal des Menschen darstellte. In schwungvoller