Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 18 (2.5.1902)
- Date
- 1902-05-02
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 804 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 18 machen, wo unter Hinweis auf den Scholtos (nach Buber, Pararch. Ekew 148) bemerkt wird, daß Raw deshalb seinem königlichen Freunde eine Mesusa sandte, weil deffen Haus von Schedim heimgesucht wurde, die die Mesusa verbannte. „Das Haus", so heißt es dort wörtlich, „wurde infolge der Mesusa curirt". Demnach ist das Postulat des Salzburger Erzbischofs mit dem Falle Raw's nicht im Mindesten identisch; denn im letzteren Falle handelte es sich um eine Bephuoh (Medicament), die nach Jore Dea Hilchos Akum, Capitel 158, Seite 1, selbst einem Heiden nicht verweigert werden darf (vergl. Capitel 154), während der Salzburger Erzbischof die Mesusa nicht als Medicament, sondern als Ornament behandeln und betrachten wollte. Jedenfalls kann aus dem citirten jerusalemischen Talmud noch lange nicht der Beweis erbracht werden, daß man eine Mesusa einem Jeden ohne Weiteres ausfolgen kann. Allerdings ist es auffallend, daß, wie Herr Dr. Klotz mit Recht bemerkt, in Anbetracht der Macht, die ein Erzbischof im Mittelalter besaß, der Maharil trotzdem nicht erlaubte, ihm eine Mesusa zu übergeben. Es ist jedoch möglich, daß der Maharil sich dabei von Tamid, 31 b, leiten ließ, wo von den zehn Fragen die Rede ist, welche Alexander der Große an die jüdischen Weisen im Süden gerichtet hatte. Auf die Frage des großen Alexander, ob die Finsterniß oder das Licht zuerst da war, gaben die Weisen eine ausflüchtige Antwort, u. zw. aus dem Grunde, damit er nicht weiter frage. Es ist also nicht ganz ausgeschlossen, daß auch der Maharil befürchtete, der Erzbischof von Salzburg könnte, falls seiner ersten Bitte entsprochen werde, noch andere heilige Geräthe verlangen, wie Thorarolleu rc., die man doch nicht Jedem ausfolgen kann, weil sie in besonders geweihten Räumen untergebracht werden müssen. Maharil hat demnach einen ehillul haschern befürchtet. Dr. Felix Kanter. Kriefkasten. Ein Abonnent in G. E. Die Wodianer sind getauft. Das skandalöse Inserat entspricht dem Charakter des Renegatenthums. Radikaler. Anonyme Zusendungen können wir nicht berücksichtigen. 5. F. Für unser Blatt ungeeignet. A. Zn Trebbin hat ein Pastor Disselhoff etwa 200.000 Mark Kirchen- und sonstige Gelder unterschlagen und in lüderlicher Weise durchgebracht. Herr Disselhof war eine Säule des Antisemitismus. So find sie Me. Alle. R. Die Verhaftung der jüdischen Bürger in Warschau erfolgte leider in Folge jüdischer Denunciation. L. An der L e m b e r g e r botanisch-landwirthschaftlichen Control- und Versuchsstation fungirt jetzt Frl. Dr. phil. Mathilde Goldfluß als Assistentin. M. Der König von Italien hat den General O t t olenghi zum Commandirenden der Armee im Felde gemacht. Es ist dies gewiß die höchste Stellung, die ein Jude bisher in irgend einer Armee bekleidet hat. A. L. Der Escadronschef Rene Elias Cabn ist zum Subdirector der Artillerie in H a v e, der Escadronschef Valabröque zum Commandeur der Artillerie der 6. Division in Lyon ernannt worden. 6. in I. Der Bischof von Nancy, Monsigneur Turinaz, hat der Geistlichkeit und der zu seiner Diöcese gehörenden Laienwelt verboten, die antisemitische Zeitung „La Croix“ zu lesen. Dimksagimg. Ms Anlaß der Aufstellung eines Gedenksteines auf dem Grabe meines unvergeßlichen, in Gott ruhenden Gatten, des Herrn Salomon Fischer, hock der Krankenverein der Wiener Dienstmänner, deffen Mitglied der theure Dahingeschiedene gewesen, eine besondere Ehrung veranlaßt, indem er der Grabsteinaufstellung in corpore anwohnte. Hievon tief gerührt, erlaube ich mir hiemit dem Vereins-Obmanne Herrn Adolf Armuth, den sämmtlichen Vereinsmitgliedern, ferner . dem ehrwürdigen Seelsorger Herrn Jakob Blaß und den Herren Cantoren Einfeld und R o h m a n n wärmsten und tiefgefühltesten Dank zum Ausdrucke zu bringen. Den gleichen Dank sage ich allen Denjenigen, die mir anläßlich des Hinscheidens meines unvergeßlichen Gatten Zeichen der Theilnahme zuzuwenden die Güte hatten. Anna Fischer. Israelitische Cultusgemeinde Wien. ' ad Z. 3491 ex 1902. Kundrnachrrng. In Abänderung der Kundmachung vom 18. April 1902 bringt der Cultusvorstand zur Kenntniß, daß die öffentliche Vorstandssitzung zur Erledigung der Rechnungs-Abschlüsse Donnerstag den 8. Mai 1902 Vormittags 10 Uhr im Sitzungssaale der israelittschen Cultusgemeinde, L, Seitenstettengaffe 4, stattfinden wird. Wien, 27. April 1902. Der Vorstand der israelüischeu Cultusgemeinde Wien. Feste Nikolsburger nDB bv “TCO Zuckerbäckerei. Die ergebenst Gefertigte beehrt sieh hiemit dem P. T. Publicum zur gefälligen Kenntniss zu bringen, dass sie ihre Bäckereien, besonders die berühmten Nickolsburger Ingwer- und gerührten Kücheln stets frisch vom Ofen weg liefere. Bestellungen werden bestens entgegengenommen. 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