Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 17 (25.4.1902)
- Date
- 1902-04-25
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Sette 388 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 17 Krrefkasten. N. An der Universität Heidelberg bestand die erste Dame, Fräulein. Nabel Goitein aus Larlsruhe, das tentarnen ph^sicurn mit Auszeichnung. — Ter außerordentliche Professor der Philosophie Dr. Carl Joel ist zum ordentlichen Professor in der philosophischen Faculrät an der Universität Basel ernannt worden. Er ist 1804 in Hirschberg als Sohn des dortigen Rabbiners geboren. K. Auf der letzten Kunstausstellung in Bombay hat der Maler R. Samuel, einer von der Beni Israel, den ersten Preis erhalten. R An den Reichskanzler Grafen Bülow stellen die Berliner Alldeutschen jetzt die Forderung, entiveder von seinem Amt znrückzutreten oder sich von seiner Frau scheiden zu lassen, die bekanntlich Italienerin ist. In einer Versammlung der Alldeutschen in Solingen hat nämlich der nationalliberale Abgeordnete Dr. Hasse aus Leipzig als Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes unter den Forderungen dieses Verbandes auch ausgenommen den „Ausschluß von Fremden und Männern, die fremde Frauen haben, von der Diplomatie dem Eonsulatsdienst und dem höheren Verwaltungsdienst." Diese Forderung ist das Gelungenste, was die Aera des Hypernationalismus bis jetzt gezeitigt hat. Es ist schade, daß der 1. April schon vorüber ist. 91. Der getödtete russische Minister des Innern Dimitri Sergejewitsch Ssipjagin war leider antisemitischer Gesinnung und sein Regim war von dieser Gesinnung ein tägliches Zeugniß. R. K. H. Wolf stand an der Spitze jener Frechlinge, welche den Juden die Satisfactionsfähigkeit abgestritten — wegen ihrer Abstammung. Nun wird Herr K. H. Wolf vor aller Welt von seinen nächsten Stammes- und Parteigenossen der Satisfactionsfähigkeit entkleidet — wegen seines Charakters. Ein Beweis für die moralische Tüchtigkeit der arischen Race. F. Daß der berühmte Künstler Max K l i n g e r einer jüdischen Familie entsprossen ist, mußte unsere Antisemiten erschrecken. Es ist das zweifellos ein Malheur für die Raccnanbeter. U-tst. Schauspieler - Lotterie. Die Sympathie, deren sich die Bühnenkünstler beim Publicum erfreuen, überträgt sich auch auf die zu Gunsten der Schauspieler-Veteranen vom Oesterreichischen Bühnen- Verein veranstaltete Lotterie. Trotzdem die Ziehung erst im Juni l. I. erfolgt, ist die Nachfrage nach Losen jetzt schon überall eine äußerst rege, wozu wohl auch die reiche Ausstattung des Spielplanes — 4000 Treffer mit einen Haupttreffer zu 50.000 Kronen — wesentlich beiträgt._ In meinem Verlag erschien: „Das Iudenthum" in seinen Grundzügen und nach seinen geschichtlichen Grundlagen dargestellt von Dr. M. Güdemann, Ober-Rabbiner in Wien. litt Seit. eleg. drosch. 3 Kronen 5tt Heller — 3 Mark. Der Name und das Ansehen des Verfassers gibt dieser neuen Erscheinung von vornherein ein ganz bedeutsames Gepräge. Dr. Güdemann glaubt in dem jetzt herrschenden großen Kampfe sich der Pflicht nicht entziehen zu dürfen, sein gewichtiges Wort mit in die Wagschale zu legen — er bringt aber keine Streitschrift, sondern eine Darlegung der Grundlage« des Judenthums in ganz ausgezeichneter Darstellung, die ebenso für den strengen Gelchrten, wie für den gebildeten Laien bestimmt ist. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie direct vom Verleger K. Löwit, Wien, 1, Aothenttzurm Pratze 22 Oer Cnltnsvorstand bringt hiemit zur Kenntniss, dass in Gemässheit des § 91 des Statutes der israelitischen Cultusgemeinde Wien die Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und Ausgaben der Cultusgemeinde und sämmtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten für das Jahr 1901 vom heutigen Tage ab, durch 14 Tage im Secretariate (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) zur Einsicht der Gemeindemitglieder aufliegen. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen. Die öffentliche Vorstandssitzung zur Erledigung der Rechnungsabschlüsse wird auf Sonntag den 4. Mai d. J., Vormittag 11 Uhr (Sitzungssaal der Israel. Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) anberaumt. Wien, 18. April 1902. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Wien. Die ordeniliche General-Versammlung der Israelitischen Allianz zn Wien findet am Sonntag den 27. April 1902 um 10’/2 Uhr Vormittags im Saale der israelitischen Cultusgemeinde, I.. Seitenstettengasse 4 II. Stock statt. Concurs. Infolge Todes des bisherigen Rabbiners gelangt die Stelle eines Eabbiners mit dem Jahresgehalte von 1600 Kronen bei der Cultusgemeinde in MOQOSterzyska zur Besetzung. Bewerber haben ihre Documente samrnt Geburtsscheine bis Ende Juni 1. J. vorzulegen. Der Vorsteher: 1069 Dr. Chameides. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Ring, offerirt in reichster Auswahl Professor Kämpf''s allgemein beliebte BrantgebetbDcher and deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr. Julius Fürst’s illnstrlrte fünf Bücher Hoses m. deutsch. Debersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W. Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. JUUUS 1 6E&WWNTE ÄKfiFFEET FW KENNER. CENTRALE WIEN, I., FLEISCHMARKT 7 UI & Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Joses S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VIII.