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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-02-28 · 9 (28.2.1902) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
9 (28.2.1902)
Date
1902-02-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 148 Nr 9 Dr. Blocht Wir haben der verschiedenen Werke des Verfassers im Fluge Erwähnung gethan, weil er, wie wir aus seiner letzten, oben angezeigten Schrift über die hervorragendsten'rabbinischen Autoritäten Prags entnehmen, mit dieser sein vierzigjähriges Jubiläum als Rabbiner und Schriftsteller in unaufdringlicher Weise, in stiller Zurückgezogenheit, in einem bescheidenen Winkel des „Anhangs" dieser Schrift feiert. Seine Bescheidenheit gestattet es ihm nicht, dieses Ereigniß laut auszusprechen und er lispelt es nur seinem Buche im traulichen Verstecke zu, um die stille Freude, die er in seinem reichen Gemüthsleben empfindet, doch wenigstens dem Papier anzuvertrauen, damit er doch einen Theilnehmcr, wenn auch einen stummen, habe. Würdig seinen zahlreichen früheren reiht sich auch diese Schrift des Verfassers an. Es ist volles Leben, was er uns bietet, wenn es auch schon der Geschichte angehört — jener Geschichte freilich, die noch nicht geschrieben, die wir also mit doppelt dankbarem Gefühle aus seinen Händen empfangen. Er ist aber auch ein ganz eigenartiger Geschichrserzähler, unser Autor. Er referirt nicht in der Weise, wie tausend Andere, was er berichtet, das sehen wir förmlich lebendig vor.unseren Augen vorüberziehen; was nur noch wie eine halbverklungene Sage vor unserem Ohre vorübcrrauscht, von dem Zauberstab seiner Feder berührt, erhält es frisch pulsirendes Leben und reiche Bewegung. Und der ganze Zauber besteht in der Natürlichkeit seiner Darstellung, in der Tiefe seiner Empfindung, in der Reinheit seiner Frömmigkeit und Wahrheitsliebe, in einem unverwüstlichen Idealismus, in einem kindlich naiven Optimismus, der selbst in dem welkenden Laube nichts anderes, als die Keime zu neuen Leben aufsprießen sieht. — Ob er uns von dem Leben und Wirken des von der Sage völlig umrankten „hohen Rabbi Löb", dem berühmten Prager Rabbiner, erzählt, ob er beispielsweise bei der Darstellung der geistigen Thätigkeit des Prager Rabbiners Ezechiel Landau die Anekdote von dem Schneider Jochanan einflicht, der, um von sich reden zu machen, bei der einstimmig erfolgten Wahl dieses so hervorragenden Talmudgelehrten, gegen diese Wahl protestirte, ob er Personen oder Sachen schildert, immer und überall sehen wir ihr innerstes Leben, ihr Wirken und ihre Entwicklung. Nichts ist unserem Verfasser zu klein, nichts zu gering, Alles, was auf seinem Wege liegt, hebt er auf, und sollte er sich auch tausendmal darum bücken müssen, und sollten auch alle Anderen es achtlos liegen lassen; es ist ihm nichts so unbedeutend, das; es nicht seinen Zwecken dienen sollte können, er weiß, wie wichtig in der Geschichtsschreibung das Milieu ist, wie viele Räthsel es zu lösen, wie sehr es sonst Dunkles zu erhellen vermag. Und weil er selbst ein Stück unverdorbene Natur ist, wirkt er unmittelbar und überzeugend und athmen auch seine Schriften frische Natur. Möge es viele seinesgleichen in Israel geben l Dem Verfasser ober rufen wir zu: Vivat segnens! vivant segneütia!" B. M. Dr. Jur. Friedrich Neubürger: Das Sonderrecht der gemeinsamen Judenschaft zu Fürth und in dessen Amt im XVÜl. Jahrhundert. I. Das Bersassungsrecht, historisch-dogmatisch dargestellt. Commifsionsverlug von Georg Rosenberg, Fürth-Nürnberg 1902. Die Einleitung bietet die Anfangsgeschichte und ein Verzeichniß der Rechtsquellen. Der erste Abschnitt ist den natürlichen Elementen der Gemeinschaft gewidmet, ihr Umfang und ihre rechtliche Natur wird gezeichnet und die Arten der Schutzverwandtschaft. Der zweite Abschnitt behandelt die Autonomie und ihre Organe, die obersten Ausüber der weltlichen Autonomie und die Träger der kirchlichen Autonomie. Die Stellung der Collegialbehörden, die besoldeten und unbesoldeten Aemter, die Gesetzgebung und die Executive. Die Schrift bietet einen interessanten Beitrag zur Geschichte der Juden in Baiern. _ Kriefkasten. D. Eine Productivgenossenschaft jüdischer Tabakarbeiter wurde vor Kurzem in Balta auf Anregung des Rabbiners Scheinkin gegründet und die Eröffnung der Fabrik feierlich begonnen. K. in Wilna. Der wegen „Ritual Mordversuch es" angeklagte David Blondes wurde freigesprochen. Auch die antisemttische Preffe in Oesterreich hat sich mit diesem „Ritualmord" viel beschäftigt. M. Mandl« Purgstall. Wir bedauern, einen Nachruf nicht wiederholen zu können. Berthold Steinschneider in Budapest. Die Angelegenheit „8chaare-Zadell", Hospital in Jerusalem, verdient jede Förderung und Sympathie. R. Der verstorbene Professor B ü d i n g e r, der berühmte Historiker, war der Sohn eines israelitischen Religionslehrers. Der verstorbene Philanthrop Johann Bloch in Warschau, der große Förderer der Wellfriedensidee, hat in einem geheimen Testament seine Anhänglichkeit und Treue dem Judenthume gegenüber hervorgehoben und betont. G. in B. M e g i l a h in echten Silber- und Chinasilberhüllen erhalten Sie bei der Firma Brüder G o l d m a n n, Wien, I., Adlergaffe 3.__ Herausgeber und verantwortlicher Redacteur Dr. Josef s Wochenschrift. L. M. in Mistelbach. Für uns ungeeignet. R. Daß Dr. Lueger es mit der Wahrheit nicht genau nimmt, hat selbst der Papst bestätigt. Uotst. Allgemeine Oesterreichische Boden-Credit-Anstalt. Die 36. ordentliche Generalversammlung der k. k. privilegirten Allgemeinen Oesterreichischen Boden-Credit-Anstalt findet am 8. April 1902 in ’ Wien, I., Teinfaltstraße 8, Vormittags 10 Uhr, statt. Verhandlungsgegenstände : a) Bericht des Gouverneurs; b) Bericht der Censoren; e) Beschlußfassung über die Gesellschastsrechnungen und die Verwendung des Gewinnes (Art. 59, 66 und 67); ä) Wahl .von Verwaltungsräthen; e) Wahl eines Censors. In dieser Generalversammlung sind jene Herren Actionäre stimmberechtigt, welche mindestens einen Monat vor dem Zusammentreten derselben, daher bis längstens 8. März l. I., fünfzig Actien (Interims-Scheine) nebst Coupons im Sinne des Artikel 24 der Statuten bei der Casse der Gesellschaft in Wien (Teinfaltftraße Nr. 8) oder in Paris (Place de Vendöme Nr. 16) deponiren. Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr. Julius Fürst’s illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch. Uehersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W, Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Bing, offerirt in reichster Auswahl Professor Kimpf’s allgemein beliebte Brautgebetbücher und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seidennnd Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. JULIUS MEINL JCaffee-Imporf WIEN-BUDAPEST-BRÜNN CENTRALE: WIEN, I., FLEISCHMARKT 7 FILIALEN IN WIEN: 1., Schottengasse 7 11., Taborstrasse 26 111., Landstrasse Hauptstrasse 41 IV., Wiedner Hauptstrasse 16 VI. . Mariahilferstrasse 31 VII. , Neustiftgasse 28 VII.. Mariahilferstrasse 112 IX. , Servitengasse 12 X. , HImbergerstrasse 17 XI. , Simmering, Hauptstrasse 90 XII. , Schönbrunnerstrasse 261 XIII. , Hietzing, Wattmanngasse 15 XVI. , Brunnengasse 34 XVII. , Hemalser-Llnie Stadtbahn-Viaduct 86 XVill., Währinger-Linie Stadtbahn-Viaduct 118. i.'Bloch. — Druck von L. Beck u. Sohn, Wien. VIII.

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