Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-01-24 · 4 (24.1.1902) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
4 (24.1.1902)
Date
1902-01-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021439-3021444--11489-3036029
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 64 Nr 4 Dr Blorh's verschiedenen Gebiete der hebräischen Literatur und Wissenschaft in ein Ganzes zusammenfafsen und Allem, was nur in den Rahmen der jüdischen Literatur gehört, ihre Spalten öffnen. In dem bereits erschienenen ersten Hefte ist leider der „Ozar" dieser seiner Aufgabe nicht ganz gerecht geworden. Unserer Meinung nach soll in einem Magazin für Literatur Alles aufgespeichert sein, was darin nur untergebracht werden kann, wahrend im vorliegenden Heft der „Ozar" fast ausschließlich nur der hebräischen Wissenschaft sein Interesse entgegenbringt, und die Publicistik und Belletristik, nur sehr ungenügend berücksichtigt. Indem wir aber der festen Zuversicht sind, daß in den weiteren Heften dieser Mangel beseitigt wird, steht es zu erwarten, daß der „Ozar" sich zu einer ausgezeichneten uud lesenswerthen Monatsschrift gestalten und sich allmälig die Gunst des hebräischen Lesepublicums erringen werde. An leitender Stelle bespricht Herr I. K r e p p e l in einem „Unsere nationale Arbeit" sich betitelnden Artikel die Nothwendigkeit der Erweiterung des zionistischen Programms. Herr Kreppe! ist kein schlechter hebräischer Publicist, jedoch was er uns diesmal sagt, ist so etwas Banales und Allbekanntes, daß er sich die Arbeit fast ersparen konnte, uns dies nochmals zu sagen. — Herr Dr. S. Bernfeld schreibt über die Entstehung der Kritik in der hebräischen Literatur und weist auf deren Werth und Bedeutung für die Entwicklung der letzteren hin, indem die Kritik einerseits pulsirendes Leben in die Literatur hineinbringt und anderseits zur Reinheit und Abklärung der Begriffe beiträgt. Aber die Kritik, meint Herr Dr. Bernfeld, darf den Rahmen einer sachlichen Auseinandersetzung nicht übersteigen und mit persönlichen Angriffen ihr Müthchen nicht kühlen. Wie in Allem, sieht Herr Dr. Bernfeld auch in. der Kritik ein culturhistorisches Moment und sucht daher dieselbe bis in ihre Uranfänge zu verfolgen. Seine Ausführungen sind sehr interessant und wir können nur mit Spannung den weiteren Fortsetzungen entgegensetzen. — Weiters verdienen folgende Beiträge hervorgehoben zu werden: „Plato, sein Leben, seine Werke und seine Philosophie" von Dr. M« Marge!. Eine detallirte Biographie des großen griechischen Philosophen, wie wir sie derzeit im Hebräischen noch nicht besitzen. Es wäre nur zu wünschen, daß der geehrte Herr Verfasser auch den Einfluß dieses Philosophen auf das jüdisch-philchophischc Schriftthum, mit Beweisführungen aus demselben, beleuchte. — „Rabbi Jesaias Horowitz" von Doctor I. Günzig. Eine zwar dürftige, aber gut geschriebene Biographie des . unter dem Namen „Schelah" allbekannten Kabbalisten. — Gedichte Alcharisi's, nach einer Oxfordischen Handschrift, edirt und mit Anmerkungen versehen von Dr. Brody — «Literarische Gespräche" von Dr. I. L. Lauda u, und schließlich das wohlklingende lyrisch-epische Poem „Baruch aus Mainz" von S. Tschern i ch o w s k i. Für die emgefuhrte ständige Rubrik „Aus der Welt der Wissenschaften" können wir dem Herrn Redacteur nur Dank wissen, und verknüpfen damit unseren Wunsch, daß auch eine „Monatsschau", eine kurze Chronik aller das materielle wie geistige Leben des Judenthums betreffenden Ereignisse jedem Hefte vorangehen möge. S. M e i s e l s. Briefkasten. Herrn Dr. I. B. in F. Nietzsche schreibt darüber u. A.: „Sokrates und Plato, die Lehrer der Tugend, Gerechtigkeit, waren aber nach Griechenland verschlagene Juden." Herrn W. A. in W. Die Mittheilung des „Deutschen Volksblattes", daß der Deftaudaut Israel Jude sei, ist durchaus u nwahr; er ist Christ und stammt von Christen ab. Solche Namen kommen bei Christen auch vor. S. Hausmann, Janow bei Lemberg. Der Täufling Aron B r i m a n war ein Helfershelfer R o h l i n g's, wurde wegen Fälschung und Betrug vom Wiener Landesgericht zu Kerkerstrafe und Landesverweisung verurtheilt. R. in P. Die antisemitischen Redacteure der „Libre Parole" und des „Antijuif", welche sich auf offener Straße in Paris gegenseitig geohrfeigt haben, sind möglicherweise geheime Agenten des „internationalen Judenthums". Dennoch vermögen wir den Vorfall nicht zu mißbilligen. Jacob Kraus in Böhm.-Leipa. Das ist ein Schnorrzettel arischer Race. R. P. in Prag. Der Verein deutscher Handelsangestellter in Böhmen entlarvt sich immer mehr als antisemitischer Agitationsverein. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuch Ln diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnernrnlsgrbühr im Rückstände lind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten VostauftrLge gefälligst honorirrn;u wollen. Die Administration. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur Dr. Josef Wochenschrift. Cvnrurs. In der israelitischen Cultusgemeinde Triesch (Mähren) ist die Stelle eines Cantors, der gleichzeitig Koreh und Schochet sein muß. per 1. April 1902 zu besetzen. Mit diesem Posten ist ein fixer Gehalt von 850 Kronen nebst freier Wohnung und üblichen Emolumenten verbunden und wird das Einkommen von der Schechita mit öOO Kronen garantirt. Unter den Bewerbern, die österreichische oder ungarische Staatsbürger sein müssen, werden jene bevorzugt, die den hebräischen Anfangsunterricht ertheilen können, uud werden deren Bezüge entsprechend erhöht. Beglaubigte Zeugnißabschriftcn mit Familienstandausweis sind bis 28. Februar 1902 an den gefertigten Cultusvorstaud zu richten. Reisespesen werden nur dem acceptirten Bewerber vergütet. Triesch, 19. Jänner 190^. Der israelitische Cultusvorstaud. Samuel W. Fascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Hing, offerirt in reichster Auswahl Professor Kfimp f*s allgemein beliebte Brautgebetbficher und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr. Julius Fürsfs illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch. Uebersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Ulustr Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W. Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. JULIUS MEINL JCaffee-Imporf WIEN-BUDAPEST-BRÜNN CENTRALE: WIEN, I., FLEISCHMARKT 7 FILIALEN IN WIEN: 1., Schottengasse 7 11., Taborstrasse 26 111., Landstrasse Hauptstrasse 41 IV., Wiedner Hauptstrasse 16 V(., Mariahilferstrasse 31 VII., Neustiftgasse 28 VII.. Mariahilferstrasse 112 IX. , Servitengasse 12 X. , HImbergerstrasse 17 XI. , Simmering, Hauptstrasse 90 XII. , Schönbrunnerstrasse 261 XIII. , Hietzing, Wattmanngasse 15 XVI. , Brunnengasse 34 XVII. , Hernalser-Linie Stadtbahn-Viaduct 86 XVIII., Währinger-Linie Stadtbahn-Viaduct 118. S. Bloch. — Druck von L. Beck u. Sohn, Wien, VUL

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.