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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-01-03 · 1 (3.1.1902) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
1 (3.1.1902)
Date
1902-01-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 1 De. Bloch's WochrnschrM Seite 13 Groß - Enzersdorf. (Ehrung eines Vereinsobmannes.) Am 26. v. M. feierte Herr Josef Winkler, Obmann des Minjan-Vereines in Groß-Enzersdorf, mit seiner Gattin Katharina das Fest der silbernen Hochzeit, bei welcher Gelegenheit dem Jubelpaare vielfach Ovationen zu Theil wurden. Gegen! Uhr Nachmittags versammelten sich die in ungewöhnlich großer Zahl erschienenen Festgäste, unter welchen sich auch Freunde aus weiter Ferne befanden, im Rathhaussaale. Außer den zumeist mit ihren Frauen vollzählig erschienenen Mitgliedern des Minjan-Vereines und mehreren Notabeln der hiesigen Stadt waren auch die Herren Gottlieb Winkler, Professor an der Staatsgewerbeschule in Salzburg, Leop. Winkler, Professor am Staatsgy nnasium in Brünn, A. Winkler, Oberingenieur bei der Firma Ganz & Eomp., Moritz Winkler, Gustav Grünbaum» Salamon König und Hermann Steiner aus Mißlitz, Jakob König, Obmann des Minjan-Vereines in Retz. Leop. Fischer und Leo Füith als Vertreter der Firma Emil Fürth in Wien, Samuel Knoll und viele Andere anwesend. Herr Dr. G> Werner, Stadtarzt und Obmannstellvertreter, hielt an den Jubilar eine Ansprache, worin derselbe die Glückwünsche der Vereinsmitglieder zum Ausdruck brachte, der großen Verdienste erwähnte, deren sich derselbe während seines bisherigen Wirkens als Vereinsobmann um den Verein erworben, und überreichte ihm als Ehrengeschenk der Vereinsmitglieder zu seinem heutigen Jubeltage eilten mit einer ehrenden Inschrift versehenen kunstvoll gearbeiteten Silberpocal. Herr Josef Winkler dankte gerührt und erwiderte, daß es ihn ungennin freue, in solcher Weise sich geehrt zu sehen, und schloß mit der Versicherung, auch in Zukunft mit seinem ganzen Können für das Emporblühen und Gedeihen des Vereines zu wirken. An dem hierauf folgenden, vom Restaurateur Fischer in Preßburg beigestellten, überaus vorzüglichen Diner nahmen sämmtliche Festgäste, nahezu 70 Personen theil, und wurde hiebei das Jubelpaar durch zumeist sinnige Toaste vielfach geehrt. Einen angenehmen Eindruck machte es auch, als der Buchhalter I. Morawitz an der Spitze sämmtlicher Arbeiter der Firma erschien, um sowohl in seinem als auch im Namen der Angestellten dem Jubelpaar herzlichst zu gratuliren und den Dank der Angestellten für die immer wohlwollende Behandlung zum Ausdruck brachte. Herr Josef Winkler dankte und hob hervor, daß er die Art und Weise der Behandlung der Angestellten aus seiner Vergangenheit gelernt, und zwar aus der Zeit, da er auch selbst noch Angestellter war. Erwähnenswerth ist, daß bei diesem Anlasse recht ansehnliche Beträge zur Tilgung des Tempelbau-Anlehens gespendet und von Seite des Jubelpaares die Armen sowohl mit Geldspenden als auch reichlich mit Speise und Trank bedacht wurden. Aus den vielen zumeist kostbaren Geschenken, wie auch aus den unzähligen Gratulationstelegrammen, welche aus diesem Anlässe dem Jubelpaare von allen Seiten zukamen, ist zu schließen, daß sich dasselbe in den weitesten Kreisen einer großen Popularität erfreue. Mähr.-Neustadl. Alois Schiller, Spediteur und Möbeltransporteur aus Mähr.-Neustadt, hat sich mit Frl. Rosa B e l l a k aus Leipzig verlobt. Purgstall. Donnerstag den 19. v. M. Früh, verschied hier Frau Regine Schulz, die hochbetagte Mutter unseres allverehrten Cultusvorstehers Herrn Emanuel Schulz, im Alter von 78 Jahren. Die Verblichene entstammte einer frommen Familie aus Triesch in Mähren und lebte in glücklicher Ehe mit ihrem vor 15 Jahren ihr in den Tod vorausgegangenen, edlen und wahrhaft frommen Gatten Reb Chaim Schulz, s. A. Um sie trauern nicht nur drei ehrenwerthe Söhne, denen die Verblichene eine liebevolle aufopfernde Mutter gewesen, sondern auch viele Arme beweinen in ihr eine edle, gutherzige und freigiebige Glaubensschwester. Geduldig und gottergeben ertrug sie ihr schweres Leiden, und war es wahrhaft rührend, wie sie ihren hingebungsvollen Kindern gegenüber, ihre fast unerträglichen Schmerzen, besonders in letzter Zeit, zu verheimlichen suchte. Welch' allgemeiner Beliebtheit sich diese edle Frau erfreute, zeigt am deutlichsten das imposante Leichenbegängniß, das am Freitag Nachmittags, am israel. Friedhof in Abbs a. D. stattfand. Aus der ganzen Umgebung strömten Leute herbei, um der weit über die Grenzen unserer fünf politischen Bezirke umfassenden Cultusgemeinde hinaus bestbekannten, frommen und überaus wohlthätigen Greisin das letzte Ehrengeleite zu geben. Auf dem Friedhofe widmete unser Herr Rabbiner aus Amstetten der Verblichenen einen wohlverdienten Nachruf, in welchem er den stets klaren Verstand und die edlen Tugenden der Verstorbenen besonders hervorhob. Nach der Beerdigung verrichtete der älteste Sohn der Verstorbenen, Herr Tempelvorsteher David Schulz aus Pirnitz in Mähren, das Mincha-Gebet vor der ganzen Trauerversammlung, welche sodann mit Rücksicht auf den nahenden Sabbath die Heimreise, in bereitgehaltenen Fahrgelegenheiten, sofort antreten mußte. Möge die allgemeine Theilnahme den gebeugten Hinterbliebenen zum Tröste gereichen. Bielitz. Im Prüfungssaale der israelitischen Schule wurden 24 Handwerkslehrlinge durch den Bereinsvorsteher Rudolf Kestel mit Winterkleidern betheilt. Der Veranstaltung wohnten vom Cultusvorstande dessen Präses P o l l a k und das Mitglied S. Rittermann, außerdem ein zahlreiches Privatpublicum bei. Herr Kestel richtete an die beschenkten Lehrlinge eine warmempfundene Ansprache und eiferte sie zu Treue, Fleiß und Patriotismus an. Anschließend dankte der Redner allen Wohlthätern und Gönnern des Vereins. Herr Rittermann wiederum anerkannte die erfolgreichen Bemühungen des Herrn Kestel als Bereinsobmann und sprach demselben den Dank für seine humanitären Bestrebungen aus. Karlsbad. Die Statuten der Ortsgruppe Karlsbad des Hilfsvereines für die nothleidende jütische Bevölkerung in Galizien wurden von der k. k. Statthalterei bestätigt. Olmntz. In Mähr.-Trübau begingen die Eheleute Jakob und Fanni Schenk das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Herr Schenk ist seit einem Vierteljahrhundert israelitischer Religionslehrer in Mähr.-Trübau und erfreut sich daselbst der größten Achtung und Werthschätzung. Herr Sigmund Schenk, Gerichtssecretär in Sternberg, ist ein Sohn des Jubelpaares. Vierzigjähriges Berufsjubiläum. Aus B u d w e i s wird berichtet: Der hiesige Siadtarzt Dr. Leopold L ö w y feierte dieser Tage das vierzigjährige Jubiläum seiner ärztlichen Thätigkeit. Dem Jubilar, der sich wegen seines hingebungsvollen Wirkens und seines bescheidenen Wesens in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung der größten Verehrung erfreut, wurden zahlreiche Ehrungen bereitet. Prag. (Wohlthätigkeitsact.) Die hiesige Niederlassung der Firma Brüder Böhm hat anläßlich des Hinscheidens ihrer beiden Senior-Chefs, der Herren Bernhard Böhm und Naftali Bö h m, zu Humanitären Zwecken nachstehende Beträge gespendet: Dem israelit. Knabenwaisenhaus in Prag X 2000.—, den Armen Prags ohne Unterschied der Nationalität und Confession X 1000.—, den Armen der israelitischen Cultusgemeinde Prag K 1000.—, der Armensection des deutschen Vereins für städtische Angelegenheiten in Prag L 400.—, dem Kreuzerverein zur Unterstützung armer israelitischer Waisenmädchen in Böhmen K 300.—, dem Klar'schen Blindeninstitut in Prag X 200.—, dem Prager Volksküchenverein X 200.—, dem Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Taubstummen in Prag X 100.--, dem Verein zur Ausspeisung hungernder deutscher Schulkinder in Prag X 100.—, dem Verein zur Unterstützung armer israelit. Wöchnerinnen in Prag X 100.—. Königsberg a. d. Eger. Am 27. December 1901 feierte unser allverehrter Cultusvorsteher Herr Albert L ö w y mit seiner Gattin Frau Hedwig L ö w y geb. Kohn im allerengsten Familienkreise das Fest seiner silbernen Hochzeit. HGewitsch. Sonntag den 29. v. M. fand im israelitischen Tempel die feierliche Trauung von Frl. Gisela L ö w, Tochter des verehrten Bürgermeisters Herrn Adolf Löw, mit Herrn Heinrich Löw aus Prerau in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus allen Kreisen der Bevölkerung statt. Die Trauung vollzog Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Keßler, die Gesänge executirte der Camor Herr Moriz Fuchs. Dem Herrn Bürgermeister wurden aus diesem Anlasse zahlreiche Beweise der Sympathie zugesendet. Turna«. Donnerstag, am 26. December v. I., feierte unser allgemein hochgeachteter Cultusvorsteher Herr Wilhelm E p st e i n seine silberne Hochzeit. Dieser Anlaß gab den hiesigen Gemeindemitgliedern Gelegenheit zu einer feierlichen Kundgebung für das wohlverdiente Paar. Als Deputationen der Cultusgemeinde erschienen die Herren Dr. Reiner, Richard Nowak und Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Folkmann; ferner die Herren Mestitz, Otto Epstein und Lawetzki für die Beerdigungsbrüderschaft, für den Verein Kenillotti-LÜasudim und für den Verein Ner-tomid. In warmen und herzlichen Worten wurde das verehrte Jubelpaar von den Deputationen beglückwünscht. Einen tiefen Eindruck machte die wohl kurze aber kernige Ansprache unseres ehrwürdigen Rabbiners. Er hob die Verdienste des Herrn W. Epstein als Cultusvorsteher um die hiesige jüdische Gemeinde hervor, in welcher er bereits mehr als fünfzehn Jahre dieses Amt mit besonderer Umsicht unv Hingabe versehe. Herr Epstein sitzt auch seit vielen Jahren als Mitglied der Stadtvertretung im hiesigen Gemeinderathe; ein Beweis, welcher Werthschätzung sich unser Vorsteher auch in nichtjüdischen Kreisen erfreut. Innsbruck. In der Gemeinderaths-Sitzung vom 27. v. M. beantragte der schönerianische Gemeinderath Kirchmayer, daß der Gemeinderath den Beschluß faffen möge, künftig keinem Juden ein Local in einem städtischen Gebäude zu vermiethen, und in dem speciellen Falle, daß ein Jude thatsächlich seit vielen Jahren ein städtisches Gewölbe inne hat. diesem nach Ablauf des Vertrages das Local zu kündigen. Dieser Antrag wurde nahezu einstimmig angenommen! Zu diesem crafsen Acte der Unduldsamkeit lag nicht der geringste Anlaß vor, sondern lediglich Neid, Mißgunst und confeffioneller Haß find die Triebfeder dieses un-

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