Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 49 (6.12.1901)
- Date
- 1901-12-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 816 Dr. Bloch's Wochenschrift. ' Nr. 49 Nach zwei langen, bangen Monaten erhielt Dr. Perlowski seine Ernennung für Böhmen und dient gegenwärtig in der Stellung eines Kreisgerichtssecretärs in einer großen nordböhmischen Jndustrialstadt. Nach so vielen Stürmen endlich im Hafen! Literatur. Dieser Tage erschien in A. Dressel's Verlag, Berlin, ein breiartiges Drama „Der Kampf ums Licht" von A. Edon, das in weiten Kreisen der gebildeten Welt großes Aufseheu erregt. Im Mittelpunkte, der an dramatischen Momenten reichen Fabel des Werkes steht eine Christusgestalt (Narzissus), die sich im Kampfe wider eine dem Untergänge geweihte Wett voll Pfaffen, rücksichtslosen Geldmännern und Lebedamen befindet. Die äußerst spannende Handlung, die formvollendete, schwungvolle Spräche sichern der Dichtung begeisterte Aufnahme in den der Aufklärung und dem Fortschritt geneigten Kreisen zu. Zn Oesterreich ist das Drama seiner Tendenz halber zur Aufführung ganz ausgeschloffen. Briefkasten. I. G. Stat.-Worst. in Eh. Ein Bericht ist bereits publicirt. L. Der älteste Tunnel auf Erden ist jüngst von den türkischen Ingenieuren.entdeckt worden, welche jetzt die Wasserleitung zwischen Jerusalem und den alten salomonischen Teichen legen. Am Nordrande der Ebene von Rephaim entdeckten sie, daß die Baumeister Salomons einen Hügel in einer Länge von über 2 Kilometer durchbohrt haben, um das Waffer auf kürzestem Wege durch den so gebildeten Tunnel zu führen. Der Salomonische Tunnel ist 30 Zoll hoch und 20 Zoll breit und weist an den Stellen, wo das Gestein weich und bröcklig war, deltaförmige Stützen auf. An einer Stelle ist sogar ein vollendeter Bogen, auf welchem die ganze obere Erdmasse ruht, errichtet worden. Dieses ist umso bemerkenswerther, als bisher angenommen wurde, die Römer wären die ersten Erfinder der bogenförmigen Träger gewesen. St. Dem berüchtigten antisemitischen Grafen Boni de Castellane, der Herrn Beruard Lazare bei einer Tischgesellschaft laut zurief: „Ich schwärme für die Türken, weil sie die Juden und die Schweine verabscheuen", antwortete Lazare mit feinem Lächeln: „Welch Glück für uns Beide, Herr Graf, daß wir nicht in der Türkei leben". M. Gegenseitiger Nachsicht bedürfen dte sittenstrengen Arier im österreichrschen Parlament. Alldeutsche Abgeordnete warnten die Elericaleu davor, die Angelegenheit Wolf zum Gegenstand von Zwischenrufen zu mache». Die Alldeutschen gaben dies den Clericalen zu bedenken und stellten die Veröffentlichung einiger, die Clericalen stark belastender Privataffairen gleich delicaten Charakters in Aussicht, falls derlei Zurufe wieder Vorkommen sollten. Stimmen aus dem Publirum. Zur Abwehr. In der jüngsten Nummer dieser geschätzten Blätter behauptet Herr W. M., daß er und seine Freunde dem „Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums" nicht beitraten, weil die Gründer desselben der Cultusgemeinde Concessionen auf Kosten der Orthodoxie machten. Zur Steuer der Wahrheit sei bemerkt, daß die damaligen Organe des Herrn W. M. bei der ersten Versammlung wegen Gründung dieses Vereines Opposition machten und Zwietracht säelen, weil sie für ihren ganzen Verein dieselbe pcäponderirendc Stellung verlangten, die ein neutraler Redner den seit fünfzig Jahren in Führung der Wiener Orthodoxie erprobten Krersen vindicirte. Wenn es Herrn W. M. Vergnügen macht, seine noch sehr junge Orthodoxie abseits der Gesammtheit der Wiener Orthodoxen zu bethätigen und seine Freunde ihm Gefolgschaft leisten, richten wir an alle Freunde jener Richtung, die conserviren will, was sei« 4000 Jahren in Israel geheiligt ist, den dringenden Appell, sich dem genannten Vereine anzuschließen, damit derselbe' Großes leisten könne. Ein alter Orthodoxer. Conrurs. Von der israel. Cultusgemeinde in Fr außen s b ad werden per 15. April 1002 aufzunehmen gesucht, und zwar vorläufig provisorisch : L Ein Rabbiner und Religionslchrer (Phil. Doctor), der das 35. Lebensjahr noch nicht-zurückaelegt hat.'Jahresgehalt 2000 X nebst freier Wohnung. Bewerber, die auch die Stelle eines Cantors versehen können, erhalten den Vorzug. 2. Ein Sckochct, zugleich zweiter Cantor und Schammes- Derselbe muß sich mit rtfbrp von bekanntem orthodoxen Rabbiner, sowie auch als Menaker ausweisen können und soll nicht über vierzig Jahre alt sein. Die Gattin drsiclben kann die Verpflegung und Verköstigung der im israel. Hospital während der Cursaison untergebrachten Curbedürftigen übernehmen. Jahresgehalt 1000 X nebst freier Wohnung und diversen Nebeneinkommen. Die Bewerber um diese Stellen haben ihre gehörig belegten Gesuche bis Ende Dccembcr 1901 an den Vorstand der israel. Enltusgemeinde in Franzensbad zu richten. Bei eventuellen Probevorträgen werden Neisespesen nur dem Acceptirten vergütet. Franzensbad, den 1. December 1901. Der Cultusgemeinde-Vorsteher: '_-_Th. Spiegl.__ Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Ring, offerirt in reichster Auswahl Professor Kampfs al gemsin baliebte Brautgebethücher und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. 843 Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr. Julius Fürsfs illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch. Debersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Ulustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50 Samuel W5 Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. JULIUS MEINL Jiaffee-Import WIEN-BUDAPEST-BRÜNN CENTRALE: WIEN, I., FLEISCHMARKT 7 FILIALEN IN WIEN: 1., Schottengasse 9 11., Taborstrasse £6 111., Landstrasse Hauptstrasse 4t IV., Wiedner Hauptstrasse 16 VI. , Mariahilferstrasse 31 VII. , Neustiftgasse 28 VII.. Mariahilferstrasse 112 IX. , Servitengasse 12 X. , Himbergerstrasse 17 XI. , Simmering, Hauptstrasse 90 XII. , Schönbrunnerstrasse 261 XIII. , Hietzing, Wattmanngasse 15 XVI. , Brunnengasse 34 XVII. , Hernalser-Linie Stadtbahn-Viaduct 86 XVIII., Währinger-Linie Stadtbahn-Viaduct 118. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck u. Sohn, Wien, VIII.