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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-11-29 · 48 (29.11.1901) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
48 (29.11.1901)
Date
1901-11-29
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite ÖOÖ Dr Bloches Wochvnschrifl. Nr. 46 »Halt, Junge! Wohin?" „Zum Taten! Zu meinem Taten!" schrie Jener. „Zu Deinem Taten? Wo ist Dein Tate?" „Dort! Dort! Der! Der!" rief der Junge, auf den die Verhandlung leitenden Adjuncten Perlowski deutend. Eine allgemeine Lachsalve erfolgte. „Ein Verrückter!"' rief man von verschiedenen Seiten. „Er stört die Verhandlung!" „Ich brauche zu meinem Taten!'' schrie der Idiot, sich an die Barriöre klammernd. „Die Mame schickt ihm Geld für unsere gestrige Befreiung/ Aller Augen richteten sich auf den armen Adjuncten, der todtenblaß dasaß und mit wunderbarer Selbstbeherrschung den ruchlosen Streich seines ehemaligen Weibes aushielt, ohne zu wanken. „Saalaufseher!" rief der Adjunct mit fester Stimme, „bringt den Wahnsinnigen in eine Zelle und meldet dies dem Herrn Gerichtsvorsteher." (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Herzog in Tupes. Wenden Sie sich an das Rechtsschutzbnrean der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union", Wien, I., Dorotheergaffe Nr. 12, welches Ihnen unentgeltlich alles Weitere zur Erlangung des Staatsbürgerrechtes besorgen wird. Rabbiner Hermann Klauber in Böhmisch-Neustadl. Es ist uns völlig unerfindlich, wie wir es fertig bringen' sollen, jeden nothleidenden Glaubensgenossen in Oesterreich Hilfe zu verschaffen. Beim besten Willen reicht dazu unsere Kraft und unser Einfluß nicht aus. K. Der „Manchester Guardian" theilt mit, daß die Zahl der Juden, die den gegenwärtigen Krieg in Südafrika mitgemacht haben, nach sorgfältiger Schätzung sich auf 2100 beläuft. Ä. B., Budapest. Die gewünschte Nummer ist vorräthig und kostet 60 Heller. Alfred Th. in Prag. Sie fragen uns, was das dortige „Comite zur Förderung des Kaschrus" zustande gebracht hat. Wir haben von deffen Thätigkeit nichts vernommen. 8. Der Wiener Bürgermeister Dr. Lueger wird zweifellos von den antisemitischen Schönerianern am getreuesten photographirt — während der Reichsrathssitzungen. Anläßlich des herannahenden Chänuka - Festes werden unsere geehrten Leser aufmerksam gemacht, daß die Firma Brüder Goldmann, „zur Brill an tenkönigin", 1. Adlergasfe 3 in Wien eine reiche Auswahl von Menoras Chanukaleuchter in Silber und Chinasilber geschmackvollster Ausführung zu reellen Fabrikspreisen auf Lager hält. Daselbst sind auch andere Neuheiten wie Tafelaufsätze, Jardinieren, Girandoles. Visitschalen in echtem Silber und Chinasilber in modernstem Style vorräthig, so daß wir diese Firma als verläßlichste Bezugsquelle bestens empfehlen können. (442.900 Kronen) beträgt die Summe der 16.404 Treffer, mit denen die XXXIV. Staatslotterie dotirt erscheint. Der Haupttreffer erreicht die imposante Höhe von 200 000 Kronen, weitere Treffer zu 20.000, 10.000, 5000, 2000, 1000 Kronen rc. gruppiren sich um ihn. Jeder einzelne von diesen Treffern ist wieder mit sogenannten- Vor- und Nachtreffern garnirt. Jnsgesammt gibt es 16.404 Gewinnste. Diese reichliche Treffer-Dotation gestaltet sich umso günstiger, als ein Los nur 4 Kronen kostet. Bekanntlich ist das Erträgniß dieser Lotterie — die erste fand im Jahre 1855 statt — wohlthätigen Zwecken Cisleithäniens gewidmet, die der Monarch selbst bestimmt. Am 12. December d. I. wird die Ziehung vollzogen. Lose sind in allen Tabak- Trafiken, Wechselstuben und in zahlreichen anderen Verschleißstellen zu beziehen. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Ring, offerirt in reichster Auswahl Professor SC ä m p f’s allgemein baliabte Brautgebetbücher und deutsche AndachtsbDcher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. 843 Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Pracht werk Professor Dr. Julius Försfs illustrirte fünf Bücher Moses Stimmen aus dem Publirum. Verein zur Wahrung der Interesse» des orthodoxen Judenthums in Wien und Niederösterreich. Sehr geehrter Herr Redacteur! Der „Mainzer Israelit" bringt in seiner Nummer 92 vom 21. November a. c. eine aus Wien datirte Correspondenz, welche sich mit obgenanntem Verein eingehend befaßt. Erlauben Sie mir, zu dieser Notiz einige ergänzende Worte hinzuzufügen. Das Bedürfniß zur Gründung eines Vereines zur Wahrung der Interessen der orthodoxen Judenschaft war in den Kreisen der hiesigen, gesetzestreuen Juden seit Langem vorhanden. Allein die Frage, ob die Cultusgemeinde die ursprünglich entworfenen Statuten, welche streng auf den Grundsätzen der „Orthodoxie" beruhen, genehmigen werde, bildete den Gegenstand reichlicher Erwägung. In der That wurden von Seite der Cultusgemeinde mit Uebereinstimmung der Proponenten, die gegenwärtig die Bereinsleitung bilden, die seinerzeit entworfenen Statuten einer Procedur unterzogen, welche die vollständige Umwandlung derselben zur Folge hatte. Sogar der Titel des Vereines schien der Cultusgemeinde zu mißfallen und mußte entsprechend abgeändert werden. Die gegenwärtige Bereinsleitung hat mithin den „ossiciellen Kreisen", und zwar auf Kosten des orthodoxen Judenthums, Concessionen gemacht. In Erkenntniß dieses Umstandes mußten sich jene conservativen Elemente zurückziehen. Es ist daher nichts anderes, als eine Verkennung unserer Intentionen, wenn der Verfasser der angezogenen Notiz die dazumal äußerst schwierig sich, gestaltenden Verhandlungen damit zu erklären sucht, daß „einzelne conservative Elemente ihr werthes Ich nicht zur entsprechenden Geltung bringen konnten." Gewiß konnten sich diese conservativen Elemente ohne Verletzung ihrer Principien zu Concessionen an die Cultusgemeinde nicht verstehen. Die Zukunft wird es ja lehren, ob das Ding — nämlich die Gründung des Vereines — welches allerdings viel Weile brauchte, wirklich „gut" ist und ob die demselben überaus günstig gestellte Prognose nicht durch Ereignisse überholt werden wird. W. M. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur Dr. Josef m. deutsch. Uebersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 lllustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50 Samuel W. Pascheiea, Prag, Zeltnergasse 4. JULIUS MEINL Kaffee-Import WIEN-BUDAPEST-BRÜNN CENTRALE: WIEN, I., FLEISCHMARKT 7 FILIALEN IN WIEN: 1., Schottengasse 9 11., Taborstrasse 26 111., Landstrasse Hauptstrasse 41 IV., Wiedner Hauptstrasse 16 VI. , Mariahilferstrasse 31 VII. , Neustiftgasse 28 VII.. Mariahilferstrasse 112 IX. , Servitengasse 12 X. , Himbergerstrasse 17 XI. Simmering, Hauptstrasse 90 XII. , Schönbrunnerstrasse 261 XIII. , Hietzing, Wattmanngasse 15 XVI. , Brunnengasse 34 XVII. , Hernalser-Linie Stadtbahn-Viaduct 86 XVill., Währlnger-Linie Stadtbahn-Viaduct 118. 3. Bloch. — Druck von L. Beck u. Sohn, Wien, VIII. *

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