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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-09-27 · 39 (27.9.1901) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
39 (27.9.1901)
Date
1901-09-27
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 656 Wx. Vloch's Wochensttzrifl» Nr. 39 SL Die antisemitische Korruption offenbart sich bei jeder Gelegenheit im gepriesenen Königreich Sachsen. In Dresd'en sind fünf arische Redacteure überführt worden, von den Bankdieben recht namhafte Bestechungen erhalten zu haben. Dafür schimpften sie gründlich auf die „semitische Presse". L. In der Nummer vom 25. September schwelgt die „Deutsche Zeitung" an leitender Stelle in dem Gedanken: „Wenn in diesen Tagen der Proceff' gegen den Mörder des Präsidenten 'Mac Kmley beginnt, wird also neben dem Mordbuben das unverfälschte Jndenweib vor Gericht sitzen, und sicherlich erregt diese Gestalt mehr Interesse, als der Bursche, der nur ihr Mittler war. Verkörpert erscheint in ihr das „Olement der Desorganisation". In derselben Nummer mußte cs zugleich die Meldung von der Enthaftung der Emma Goldmqnn publicirem^ Die Geburt eines Knaben zeigen au Rabbiner Dr. Max Grunwaid und Frau Margarethe geb. Bioch. Hamburg, den 19. September 1901. Aufruf an alle jüdischen Gewerbetreibenden und Handwerker Oesterreichs. Immer schlechter und drückender gestaltet sich die Lage des jüdischen Gewerbcstandcs, mehr und mehr nimmt die Verarmung in unseren Kreisen überhand, und eine Verbesserung der Verhältnisse ist überhaupt unabsehbar. Alle die patentirten Judenretter haben bis jellt für den Gewerbestaud nichts gcthan und auch nichts thun können, da sic für die Bedürfnisse des Gewerbestandes nicht das . geringste. Verständniß haben. Deswegen ist es. nothwendig, daß wir. uns endlich aufraffen und unse^ Schicksal selbst in die Hand nehmen. Statt daß wir unser Geld hinauswerfen und irgend einen uns ganz gleichgiltigen Verein unterstützen, wollen wir uns einen eigenen „Jüdischen E>ewerbcbuud" gründen. Dieser Bund soll unser Hort und. unsere Zuflucht sein in allen unseren Lebenslagen. Dieser Bund soll uns fachlich die Genossenschaft ersetzen, da leider wir Juden in gar keiner Genossenschaft uns derselben Rechte erfteueu, als die arischen Mitglieder. Ein ausgedehnter .Rechtsschutz in allen bürgerlichem politischen und gewerblichen Angelegenbeiten soll den Mitgliedern dieses Bundes unentgcltllch zu Gebote stehen. Dnrtcheu sollen an die Mitglieder ui coulautefter Weise ohne jede amtsschimmelmäßige Schikane nach Maßgabe der vorhandenen Mitteln gewährt werden, eventuell sollen dessen offene Bnchforderungen escomptirt werden. Eine ausgiebige JnvaliDirätsuud Altersversorgung, die wrr Gewerbetreibende nur zu sehr vermissen, soll von diesem Bunde ins Leben gerufen werden, kurz Alles, was nur nothwendig ist, um die Lage des Gewerbetreibenden erträglicher zu gestalten, soll von diesem Bunde ausgehen. Auf diese Weise werden wir es erreichen, daß wir, cmancipirt von allen falschen Volksprophctcn, unser Schicksal aus eigener Kraft gedeihlich gestalten werden. — Jüdische E-ewcrbetreibeude! Nur durch einiges, festes Zusammenhalten ist die Erreichung dieses Zieles möglich. Erwachet aus Eurer Lethargie und schließt Euch dresem jüdischen Gewerbebunde an. Jeder Jude, der irgend ein Gewerbe betreibt, komme und helfe Mitarbeiten an der Verbesserung unserer Lage, dann wird auch der Erfolg nicht ausbleiben, und wir werden mit Stolz sagen können, wir haben ein Werk für die Ewigkeit geschaffen. Wir haben gezeigt, daß in dem jüdischen Gewerbestand noch genügend Kraft vorhanden ist, um sein Schicksal selbst zu verbessern; nur wer sich selbst aufgibt, ist gan; verloren, darum kommt und arbeitet! Anmeldungen zum Beitritte zu dem „Jüdischen Gewerbebund„ sind zu richten, an Herrn M. Pilpel, IX., Hahngaffe 20. STATT tll. 80 für MUR 80 kn. liefert reine tadellose Exemplare von ALFRED DREYFUS Fünf Jahre meines Lebens. (1894—1899.) Nach auswärtß gegen Nachnahme oder gegen Voreinsendung von 95 kr. R. LÖW1T Buchhandlung 928_WIES, I , Rothenthurmstr. 22._ Lehranstalt für ' . Anerkannt vorzüglicher Unterricht. Honorar mässig. schnellem 86, Zeugniss, Arbeitsbuch. HENRIETTE ALTHANN, II., Obere Donaustrasse 32, an der Ferdinandsbrücke, vis-a-vis der Trafik. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung. Prag, Zelinergasse Nr. 4, nächst dem Ring, ofi'erirt in reichster Auswahl Professor (lämpf's aligemain beliebte Brautgebetbüchar und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen - in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. 643 Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das bapühmte Pracht werk Professor Dr. Julius FörsPs illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch. üebersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Iliustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50 Samuel M. PascÜieies, Prag, Zeltnergasse 4. Danksagung. Im Namen zahlreicher Bethausbesucher erlaube ick) mir dem verehrlichen Vorstande der B r ü n n e r Eultusgemeinde, der während der verflossenen hohen Feiertage den F-ilialgottesdienst im st ä d t i s d) e n R e d o u t e n g e b ä u d e zu einem ebenso durch die Weihe des Ganzen als auch durch die seltene Hingebung, mit der Rabbiner Dr. S t e i n h a r t und C a n t o r B. M. Leser ihres Amtes walteten, für alle Theilnehmer zu einem unvergeßlichen Ereignisse gestaltete, den wärmsten Dank aus diesem Wege auszusprechen. Zeichnete sich die Predigt des Herrn Dr. Steinhart durch Formvollendung und tiefen, der Bedeutung des Tages Rechnung tragenden Gedankeninhalt aus, so ist Herr Leser, ein Schüler des rühmlich st bekannten Brünner Obercantors Josef Heller, ein Vorbeter, auf' den ich die Aufmerksamkeit weiterer competenter Kreise lenken möchte. Der G.nannte verfügt nicht nur über einen ebenso sympathischen als klangmächtigen Tenor, der die höchsten Töne spielend nimmt und, frei von allen Manierirtheiten, auf glänzende methodische Durchbildung hinweist, sondern verräth auch in jedem Tone seines weihevollen Vortrages gründliche musikalische Kenntnisse und seltenes. Verständniß der Beherrschung der Liturgie. Daß Herr Leser, dessen Gesang bis zum Schluffe an Frische und Fülle nichts einbüßte, im Vereine mit dem von ihm geleiteten Chore auf die Zuhörer eine erhebende, ja begeisternde Wirkung ausübte. bewies der Jubel, mit dem, trotz der überstandenen Fasten, der 21 jährige Eantor allseits beglückwünscht wurde. I F-CP- JULIUS MEINL Kaffe c - Import WIEN-BUDAPEST-BRUNN CENTRALE: . WIEN. I., FLEISCHMARKT 7 FILIALEN IN WIEN: II. Taborstrasse 26 III. Landstrasse Hauptstrasse 41 IV. Wiedener Hauptstrasse 16 VI. Mariahilferstrasse 31 VII. Neustiftgasse 28 VII. MariahiiFerstrasse 112 IX. Servitengasse 12 X. Himbergerstrasse17 Xi'.Schönbrunnepstpasss 261 XVII. Hernalser-Linie ' Stadtbahn-Viaduct 86 XVIILWähningen-Linie Stadtbahn- Viaduch 118 Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Josef S. Bloche— Druck von L. Beck & Sohn, Wien VUL A60/^^

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