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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-08-16 · 33 (16.8.1901) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
33 (16.8.1901)
Date
1901-08-16
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 860 Br. Llvch's Wochenschrift Rr. 33 Faustvorstellung an dem Abende, wo er sich mit Laura verlobte. Der gefeierte Gast, der große Künstler, welcher den Mephisto gegeben, hatte dieses Lachen in dem Momente ausgestoßen, als er nach kurzem Zweikampfe mit seiner satanischen Klinge den Valentin niederstreckte. Schweißtropfen standen auf David's Stirne, Grausen schüttelte ihn. Hinweg, hinweg von diesem grauenhaften Orte! David sprang auf, um diese entsetzliche Stätte zu verlasien, und dieser Sprung — aus dem Bette machte ihn wach. Er wischte sich den Schweiß von der Stirne ab. Gottlob! Es war nur ein Traum gewesen, ein böser Traum, den seine aufregende Unterredung mit dem Vater verschuldet hatte. Oder war es kein Traum gewesen? Aus dem anstoßenden Zimmer des Vaters vernahm er noch immer dieses grauenvolle Hohngelächter, vermischt mit dem Geräusch des Papierzerreißens. David stürzte in das Zimmer. Der Anblick, der sich ihm daselbst darbot, war ein entsetzlicher. In dem fahlen Dämmerlicht der frühen Morgenstunde sah er seinen Vater auf dem Fußteppiche des Zimmers niederkauern, noch unbekleidet, so wie er sein Bett verlasien hatte, um sich herum ein Haufen zerrisienen Papieres, Reste von Briefschaften, die er immer wieder aufnahm und in noch kleinere Stücke zerriß: Es war das Vermächtniß von Davld's Mutter, welches der unglückliche Vater in Atome vernichtete. Polansky war wahnsinnig geworden! _(Fortsetzung folgt.) Itteratur. Hugo Willrich: Judaica. Forschungen zur hellenistisch - jüdischen Geschichte und Literatur. Göttingen 1900. Vandenhoeck & Rnprechr. Der Verfasser hat durch eine ausgezeicknete Arbeit über das Verhältniß von Juden und Griechen vor der makkabäischen Erhebung sich einen guten Namen erworben. Die vorliegende Schrift bildet die Fortsetzung seiner Studiea über die hellenistisch-jüdische Literatur. Cap. II und III des Buches, welche bereits die neuesten Forschungen auf dem Gebiete der egyptischen Geschichte verwerthen, sind besonders belehrend und dürften zur Aufhellung jener Literaturperiode Vieles beitragen. Cap. I beschäftigt sich mit dem historischen Hintergrund des Buches „Esther" und enthält manche treffliche Andeutung. Leider kennt der Verfasser nicht die Arbeit von Dr. Bloch: „Hellenistische. Bestandtheile im biblischen Canon". Eme kritische Untersuchung über Abfassung, Charakter und Tendenz, sowie die Ursache der Canonisirung des Buches „Esther". Octav. Leipzig 1877. Trotzdem enthält auch das I. Cap. viele gute Winke und das Buch wird auch dem Bibelforscher manche Belehrung bieten. Krteskasten. L. D. W.: Jawohl. Dr. A. S. Berichte über den Inhalt von Predigten können wir nicht publiciren. 4l. N. Sie meinen, mit Hinblick auf unsere vorwöchentliche Bemerkung über die Heine - Citate der V e r g a n i und Wolf, diese hätten Recht, ihn zu benützten, da auch Heine einst die bornirten Judenfresser trefflich fructificirt habe. Ganz einverstanden. In diesem Sinne ist die Revanche der Judenfresier nur zu billigen. A. B. Herr M a s a i d e k klagt darüber, daß wir ihn im Gegensätze zur „Arbeiterzeitung" für vernünftig erklärten, als er behauptete, es gebe keinen Ritualmord. Den Mann kann man schwer zufrieden stellen. H. M. Herr Schönerer freut sich offenbar darum, wenn er die jüdische Abstammung — Anderer in seinem Blatte annageln kann, weil er hofft, dadurch die Erinnerung an den gottseligen Schmul Leeb Kohn zu verdrängen. Er irrt sich jedoch hierin, denn er erregt gerade den entgegengesetzten Effect. »A. L—g. Warnm Dr. Wahner in seiner Eigenschaft als Stadtrath keine schneidigere Haltung gegen die Bau- und Betriebsgesellschast — einnimmt, ist schwer zu sagen. a. In Goethe's Sprüchen finden Sie das Wort: „Nachdenken und Handeln verglich einer mit R a h e l und Lea; die eine war anmuthiger die andere furchtbarer." Dr. L. H. Das ist eine echt antisemitische Lüge. Eisenmenger, der große Judenfresser und fanatische Talmudfeind, warnte ausdrücklich vor der — Blutlüge, welche nur geeignet sei, den Christen die Verachtung der Juden zuzuziehen. X. A. Z. Wir haben es wiederholt erklärt, in dem Momente, wo § 302 des Strafgesetzes auch bezüglich der Juden rückhaltlos zur Geltung käme, wäre den Antisemiten das Handwerk gelegt. Dr. B. H. Hier paßt der schöne Gedanke des Confuzius: „Erzähle mir die Vergangenheit und ich werde die — Zukunft erkennen." ,,Cavonr". Der von Ihnen genannte Künstler ist nicht mehr Jude. m. g. Man müßte eigentlich milder über die Antisemiten denken, wenn man sieht, wie wenig oft Juden von ihrer Religion und ihrer Geschichte wissen. I. Die Mißwirtschaft in den unter antisemitischer Leitung stehenden Genossenschaften hinderte nicht, daß die Majorität der Tischler es mit Herrn Jedliczka hält. Vielleicht wird nächstens auch der gewesene Obmann der Schneider-Genossenschaft Herr Fenzl für ein freigewordenes Mandat in einem Vertretuugskörper candidirt. Adolf W. Die Artikelserie, die Äarl Bleibtreu im „Deutschen Volksblatt" über General M a s s e n n a veröffentlicht, ist eine Quelle unerschöpflichen Humors. Bleibtreu glaubt dem „jüdischen" Helden nicht anders gerecht werden zu können, als wenn er ihn im — Jargon sprechen läßt. Nvtix. Das Kreditinstitut für jüdische Gewerbetreibende reg. G. m. b. H., II. Leopoldsgasse 49, im Vereinslocale des Jüdischen Volksvereines, auf dessen Inserat (3. Umschlag-Seite) wir aufmerksam machen, hat seine Thätigkeit begonnen, gewährt Credite zu den coulanteften Bedingungen und nimmt Spareinlagen gegen 4 bis 5 Percent Verzinsung entgegen. |£naben oder Mädchen werden in feinster jüdischer Familie in Pension genommen. Geboten wird nebst bester Verpflegung reinste Wohnung und ist auch Cfawier im Hause. Referenzen gibt Frau Dr. Bloch. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Bing, oiferirt in reichster Auswahl Professor KSmpf’s allgemein beliebte Brantgebetbücher und deutsche Andachtsbücher t für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. 8i3 Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Protessor Dr. Julius Fürst’s illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch. Ueöersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50 Samuel W« Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. b——ihm jni*wi|i JULIUS MEINL Kaffe s - Import WIEN-BUDAPEST-BRÜNN CENTRALE- WIEN, I., FLEISCHMARKT 7 FILIALEN IN WIEN; II. Taborst-rasse- 26 III. Landslraese Hauprsrra&se 4'J IV. Wiadener Haupfshrasselß Vi.IVlar iahilfersrrasse 31 VII.Neualiftgasse 28 Vil.MariahiiFerstrasse 1V2!X. Servifengasse 12 X. Himberg erstrasse 17 XiLSchänbrunnersl-passs 26t XVII. Hernalser-Linie Sladtbahn-Viaducf 86 XVliLWähringen-Linie Stadtbahn-Viaduci 118 Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien V11L

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