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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-08-02 · 31 (2.8.1901) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
31 (2.8.1901)
Date
1901-08-02
Page
– (sequence 15)
Language
German
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yix. 3i Vr. Bloch s Wochenschcisr. Seite 527 „Polar,sky" sagen Sie? haben Sie auch richtig gelesen? Irren Sie auch nicht? Bitte, wiederholen Sie doch einmal diesen letzten Satz. Gehorsam that dies Heller. Ich bin nicht rachgierig, Blimele, aber um das Eine bitte ich Dich: Sollte jemals durch einen unvorhergesehenen Zufall — denn Deiner Verschwiegenheit bin ich sicher — Polansky den Aufenthalt des 'Kindes erfahren und zu Dir kommen, so beschwöre ich Dich bei dem einzig einigen Gott, an den wir Betde glauben, bei dem Gotte unserer Väter, daß Du ihm niemals das Kind aussolgst oder auch nur zeigest. Tausendmal lieber sehe ich mein lheueres Kind am Grunde des Meeres als in seinen Armen. Der abtrünnige Verräther soll sich in ungestillter Sehnsucht nach seinem Kinde verzehren unv es nie, niemals in seinem Leben zu sehen bekommen. Dies sei meine Rache. „Genug, genug, unterbrach David den Vorleser. „Ich mag nichts von dieser Furie wissen, welche sich den heiltgen Namen „Mutter", beilegt, aber dle heiligsten Bande des Blutes zerreißen möchte, mdem sie Vater von Sohn auf ewig trennet. Heller, selber tiefbewegt, faltete alle Schriftstücke wieder zusammen, packte sie in ein frisches Papier ein, war aber so tactvoll, den in stillem Brüten versunkenen Künstler mit keinem Worte zu stören. Nach einer Weile erhob sich dieser langsam und sagte: Erkennen wir das gerechte Walten einer weisen Vorsehung und die Kurzsichtigkeit von uns menschlichen Geschöpfen. Vater und Sohn wollte oieses Weib von einander trennen, und der von ihr so tödtlich gehaßte Vater war es eben, der sich des verstoßenen, verleugneten Kuides angenommen, es vor körperlichem, gelstigem und moralischen! Verderben behütet hat. Behalte nur Deinen Mamon, Frau Sarah! mich gelüstet nicht darnach. Jetzt gehe ich nach Wien zu meinem Vater, mich ihm als den längst verloren geglaubten Sohn vorzustellen. Sarah möge nur ferner noch ihren Sohn entbehren, und sich nie in ihrem Leben besten Anblickes erfreuen. Dies fct meine Rache. Sie sollten nicht so völlig das Glück von sich stoßen, junger Herr! warf Heller schüchtern ein. Ihr Herr Vater würde Mein Vater wird mein Vorgehen würdigen und billigen, fiel im David ins Wort; in leinen Adern fließt, wie ui oeu meinen, Künstlerblut, welches lieber aus den größten Reichthum als aus wohlvegrünoete Rache verzichtet. Heller schüttelte wohl ungläubig sein Haupt, erlaubte sich aber kerne weitere Widerrede. (Fortsetzung folgt.) Srtrskasten. Jc sef R. Gönnen Sie dem „Deutschen Volksblatt" den großen Geistestriumph, daß es den Wiener liberalen Blättern den Jrrrhum Nachweisen konnte, eine Kreuzotter erlange nicht die Länge von 17, Metern. Das Verganiblatt in auf diesem Gebiete ja durch seine besondere Gelehrsamkeit berühmt. War es ja auch das einzige Wiener Blatt, welches im vorigen Jahre ernsthaft erzählte, in P a r i s würden täglich 10 0.0 00 Kilo Schlangen frei sch verkauft. Nemo. Die Thatsache, daß ein czechischer Abgeordneter einem Fürsterzbischof die Hand küßt, braucht Niemanden zu überraschen. Jedenfalls ist es erstaunlicher, daß Leute, die sich für gme Katholiken ausgeben, den Fürsterzbischof von Olmütz mit höhnischen Bemerkungen wegen seines — Namens verfolgen. I. L—g. Der Bruderzwist unter den Antisemiten ist ja recht ergötzlich. Die Christlich-Socialen erinnern die Schönerianer an die Krugerstraße, diese wieder antworten mit dem Purschl'schen Spittelberg. A. sö. Ein Mitglied der gemeinderätyllchen Minorität, wenn S t r 0 b a ch den Vorsitz führt, kalln darauf rechnen, daß eine ihm widerfahrene Beleidigung einen Ordnungsruf zur Folge haben wird. Freilich wird Herr Slrobach diesen Ordnungsruf nicht dem Beleidiger, sondern dem Beleidigten zu Theil werben lassen. a. Der Mortara-Fall, der seinerzeit ein so ungeheueres Aufsehen erregte, dürfte heule m seinen Details den Wenigsten mehr bekannt sein. Der Held der Affaire Mortara ist zum katholischen Priester herangebildet worden. I. L. Ladislaus Rieger hat niemals mit den Antisemiten an einem Strange gezogen. Es ist vielmehr von ihm bekannt, daß er den Juden gegenüber stets eine vorurtheilslose Haltung einnahm. Adolf W. Es ist zwar eine Lüge, daß General G a l 1 i f e t, der angeblich durch Grausamkeit sich auszeichner, jüdischer Abstammung sei, daftir ist es aber eine unzweifelhaft feststehende Thatsache, daß die großen deutschen Finanzschwindler, die in der jüngsten Zeit bas Jntereffe der deutschen Staatsanwälte erregten, ausschließli ch echte, unverfälschte Arier waren. i. t. Die Herrschaften brauchen einander nichts schuldig zu bleiben. Die Christlich-Socialen haben den Denuncianten P f i st e r mit Stolz zu den Ihren gezählt, die Deutschnationalen können sich ihres — Herzog rühmen. G. L—d. Das war kein Scherz. Das „Deutsche Volksblatt" ließ sich thatsächlich den Bären aufbinden, Goethe habe im Mephisto einen — Juden zeichnen wollen, wofür schon der jüdisch klingende Name M e p h i st 0 p h e l e s zeuge. I. G N. Wenden Sie sich an die Frau kais. Rath Dr. Kohn, Präsidentin des Leopoldstädter Frauenwohlthätigkeits-Vereines, Wien, H., Stefaniestraße „Stefaniehof". Isidor H. (III. Bez.) Sie täuschen sich; der Herausgeber der antisemitischen „Oesterreichischen Volkspost" hat noch eine schöne antisemitische Carriere vor sich. Der Mann ist vorsichtig; er selbst meidet den Gerichtssaal und läßt Andere für sich verurtheilen. Wo hielte heute Vergani, wenn er auch so klug gewesen wäre. Robert W. Das waren andere Zeiten. Damals war der Musikkritiker des clericalen „Vaterland" ein Jude. Und dazu war noch dieser Jude der Sohn eines alten orthodoxen — Rabbiners. Anton M. (Weinhaus.) Unsere oft wiederholte Behauptung, daß Pfarrer Seifert ein hervorragendes Geschäftstalent besaß, ist durch den Umstand, daß er 300.000 K hmterließ, nur bestätigt worden. L. W. Sie täuschen sich. Der erst deutschnationale und nunmehr christlich-sociale Journalist M a s a i d e k beschimpft nur alle jüdischen Journalisten. Die „Concordia", deren Mitglied Masaidek ist, begeifert er nicht. Berichtigung. Es ist nicht wahr, daß ich gefertigter Franz Pilz, Reisender der Firma Klauber'S Söhne in Prag, ein Agitator der deutschnationalen Antisemiten bin; richtig ist vielmehr, daß ich mit den deutschnationalen Antisemiten nie einen Verkehr gehabt habe und mich nie an irgend welcher antisemitischen Agitation, die ich stets verurtheilte, betheiligt habe. Jglau, am 2V. Juli 1901. _ Franz Pilz. Warnung. Die Verlags- und Exportbuchhandlung W e in g a rt e n M r in B ud ap est annoncirt in verschiedenen Zeitungsblättern unter den auffälligen Spitzmarken „Eine Revolution" oder „Eine seltene Fundgrube" Bibliotheken, d. h. Büchercollectionen zu sogenannten Spottpreisen. Nun verlockt aber obgenannte Firma die Leser zum Elnkaufe dieser „Btbliotheken" nicht nur durch ihre blendend billigen Preise, nicht nur durch lobhudelnde Reclame, was übrigens annehmbar wäre, sondern auch durch hinterlistige Vorspiegelungen und durch täuschende Stilisirungen der Annonce und ködert mit zweideutigen Flamen berühmter Autoren oder mit unvollständigen Büchertiteln den im guten Glauben auf den Leun gehenden Besteller. So befindet sich m der letzten Annonce der „Oesterreichischen Wochenschrift" Nr. 25 unter Anderem auch die Rubrik „2 Bände F. Dahn. Kampf um Rom. Complet in 2 Bänden. Höchst interessant". Kein Leser, wenn ihm der ^.Autor und das Werk bekannt sind, kann hieran etwas anderes denken, als eben an den berühmten „Kamps um Rom" von Felix Dahn, und muß durch die ausdrückliche Bemerkung der Annonce „complet in 2 Länoen" eben die Ueberzeugung gewinnen, daß das Werk, wenn auch nur in zwei Bänden, dennoch complet, also etwa in zwei Bänden gebunden ist. Indessen bekommt der Käufer zu seiner Ueberraschung einen völlig unbekannten Amor Fabian Dahn,' und ein dünnes, vollkommen minderwerthiges, zwei schwachbändiges Büchlein zu Gesichte, das eigentlich „Arius der Libyer" beißt, und, eben behufs Täuschung lediglich auf dem gelben Umschlagblatt, nicht aber auf dem Titelblatt des Buches selbst auch den N e b e n titel: „Sein Kampf um Rom^ führt. — Daß in der Art der Annoncirung die Absicht der Köderung des Publicums vorliegt, geht schon daraus hervor, daß, während in der betreffenden Annonce die Vornamen s ä m m t l i ch e r Autoren voll ausgeschrieben sind, Herr Weingarten just nur beim Dahn sich bloS mit einem F. begnügt, und anstatt Sen eigentlichen und vollen Titel: „Arius der Libyer. Sein Kampf um Rom" blos „Kampf um Rom" annonciren läßt. Seine briefliche, an mich gerichtete Verantwortung, daß es in der erwähnten, wie in allen Annoncen heißen sollte: „Sein Kampf um Rom" und die Schuld an dieser Ungenauigkeit lediglich die Redaction treffe, tst schon bei der Annonce der „Oesterr. Wochenschrift" e rwtesener Maßen unwahr. Aber auch in der jüngsten, späteren Annonce der „Neuen Freien Presse" vom 28. Juli wiederholt sich merkwürdiger Weise dieser „Jrrthum" abermals, indem auch dort d,e Rubrik sich vorfindet: „>F. Dahn. Kamps um Rom. Complet ui 2 Bänden." Ich staune über die Unverbesserlichkeit des Herrn Weingarten! — In der Annonce der „Oesterr. Wochenschrift" täuscht aber dte Firma Weingarten noch auf einer zweiten Stelle den Leser, indem sie annoncirt: „ l Carmen S y l v a. Die Verbannte rc. rc. (Höchst interessante Werke).", wobei die Worte „Carmen Sylva" mit denselben fetten Buchstaben und an der ersten, nämlich derselben Stelle gedruckt sind, mtt welchen und an welcher die Autorennamen alleranderen Werke angebracht sind. Abermals glaubt der Ahnungslose eru Buch der unter dem Pseudonym „Carmen Sylva" schreibenden Königin

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