Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 30 (26.7.1901)
- Date
- 1901-07-26
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Sette 512 Br. Vloch's WochrnfttzrM» Nr. 30 „Dies Voll fehlt nur in Freuden, es fallt nur ab im Glück! Im Unglück und in Leiden kam es noch stets zurück. Im Unglück ward befunden Israel rwch immer treu! In trüben-Lebensstünden eint es sich stets auf's Neu!" Wie sie nun weiter wallen» der Chor sich aufwärts schwingt, - Durch alle Tempelhallen ein „Tröstet", „Tröstet" klingt. Medgyes. Fanny Bäumel. Literatur. Einselangte Bücher: J-ewish Colonicatio als s o c i a t i o n. Eapport de PAdminiätration Centrale au Conseil d’Administration pour l:annee 1900. Presente aux Aetionaires ä l’Assemblee Generale du 16. Juin 1901. Paris, Imprünerie E. Veneziani 8, Eue Menars 8.—1901. Die Rechtsverhältnisse der Juden in den deutsch-österreichischen Ländern. Mit einer Einleitung über die Principien der Jndengesctzgebung in Europa während des Mittelalters. Von Dr. I. E. Scherer. Leipzig, Verlag von Duncker und Hnmblot, 1961. Die Blutankl.age und sonstige mittelalterliche Beschuldigungen der Juden. Eine historische Untersuchung nach Quellen von Dr. D. Ehwolson, ordentlichem emerirtem Professor an der kaiserl. Universität zu St. Petersburg, corresprndirendem Mitglied der kaiserL-russischen Äkadamie der Wissenschaften . und ehemaligem Professor an der russischen und an der polnisch-katholischen geistlichen Äkademie daselbst. Nach der zweiten vielfach veränderten mid verbesserten Ausgabe von 18o0 aus dem Russischen übersetzt und mit vielen Verbesserungen und Zusätzen vom Autor versehen. Frankfurt a. M., Verlag von I. Kauffmann, 1901. Die Inschriften des alten Friedhofs der israelitischen Gemeinde.zu Frankfurt a. M. Mit einer Einleitung von Dr. M. Horowitz, Rabbiner. Frankfurt a« M., Verlag von I. Kauffmann, 1901. Geschichte der Familie S ch o r, ihr Leben und ihr literarisches Wirten von der Atme des 15. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart. Dargeftelll und mit kritischen Anmerkungen versehen von B. Friedberg. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann, 1901. The Thirtieth Annual Eeport of t h e Anglo- Jewish Association in Connection with tlie Alliance israelite Universelle. 1900—1901. London, Bloomüeld-ilouser19ül. _ •-- - EULL -Jahresbericht-der> -JsraÄUisch-Theoiogischen'"LehrNlstEE in Wien für das Schuljahr 1900/1901. Voran geht: Der Hermeneutische Syllogismus in der Talmudischen Literatur. Em Beitrag zur Geschichte der Logik im Morgenlanoe vom Rector Prof. Dr. Adolf Schwarz. Wien, Verlag der Jsrael.- Theol. Lehranstalt 1901. Was meine Bedienerin über den Antisemitismus sagt. Von Earoline Bauer. Im Selbstverläge der Verfasserin, XVII., Zimmermannsplatz 2, 111. Stock. Wien lyul. Lrteskasten. A. Staunen Sie nicht über die Unwissenheit der Antisemiten. Es gibt ja auch genug Juden, die sich einreden lassen, daß das biblische Gebot: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" eine Erfindung des Neuen Testamentes ist. L. R—g. Der Vorschlag, den Mechaniker Schneider in Zukunst nicht mehr als reif für das Irrenhaus oder Zuchthaus, sondern für ein — Trinkerasyl zu bezeichnen, zeugt jedenfalls von sehr viel Milde und Gutmülhigkeit. Max R. Kein Zweifel, die Ehristlich-Socialen, die 6000 Kronen für ein Anzengruber-Atonument widmen, könnten gerade so gut einen ähnlichen Betrag für ein Heine-Monument votiren. Die Abstammung abgerechnet, steht ihnen Heme auch nicht ferner als Anzengruber. Dr. I. L. (11L Bez.) Sie haben vollkommen Recht. Es kann nichts Bezeichnenderes für das Bildungsniveau dieser Leme geben, als daß ihre Wortführer im Landtag ihre geistigen Anregungen aus dem „egyptifchen Traumbuch" holen. H. R—g. Dr. Lueger kann auch schweigen. Er erklärt öffentlich: „Socialdemokratifche und deutschnationale Lehrer werden nicht befördert." Die Lehrer jüdischer Konfession werden natürlich erst recht nicht befördert, aber das hält Dr. Lueger nicht einmal der Rede werth. Norbert H. Durch socialdemokratifche Allüren zeichnete sich Monsignore S ch e i ch e r zu der Zeck aus. wo der Mann erst Verschiedenes an strebte. Nachher begnügte sich der hochwürdige Herr mck der Judenhetze Mein. . 3£. v. Z. Die Reichthümer, die Herr Georg Schönerer von fernem Vater erbte, hatte dieser seinen Beziehungen zum Hause Rothschild zu danken. Da Undankbarkeit, wie ein geistreicher Franzose sagte, die menschlichste Eigenschaft ist — Thiere sind nämlich dankbar — ist Schönerer's Haß gegen die Juden nicht so unerklärlich. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Josef I. M. Bei der Sehnsucht Schneide r's, die Juden verbrennen zu lassen, kann man annehmen, daß diese Bestie es bedauert, nicht im — Mittelalter gelebt zu haben Man kann dieses Bedauern in gewissem Sinne theilen. A. H-d. Im Jahre 1793 hatten die Wiener Juden drei Vorsteher, „Vertreter" genannt. Es.waren dies David Wertheim, Salomon Herz und Aron Leides darf. Diesen standen vierAusschußmanner zur Seite. Im Jahre 1801 wurde die Zahl der'Vertreter auf fünf festgesetzt. „Leser." Das ist wieder nur eine antisemitische Lüge. Einer der intimsten Freunde K o s s u t h's war Ignaz H e l f f y, der nicht nur jüdischer Abstammung war, sondern auch in seiner Jugend dem Talmudstudium sich gewidmet hatte. I. B—g. Die hochmüthige Prophezeiung Lueger's, daß er nach der Reihe Stadt, Land und das Reich für seine Partei erobern werde, ist durch die Vorgänge in Niederösterreich in der jämmerlichsten Weise Lügen gestraft worden. Robert H. (Budapest.) Bei dem eminenten Sprachentalente, das Professor David Kaufmann hatte, gelang es ihm, in verhältnißmäßig kurzer Zeit auch die ungarische Sprache vollkommen zu erlernen. Dr. H. N. Es gibt doch eine Nemesis. Ohne die Lehrer wäre Lueger niemals der Herr von Wien geworden. Und nun sind es wieder die Lehrer, die, zur Erkenntniß gelangt, die Umkehr vorbereiten. S. B—g. Im Talmud heißt es: „Wohlthun ist das Salz des Geldes." 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