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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-07-12 · 28 (12.7.1901) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
28 (12.7.1901)
Date
1901-07-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 28 %'Co VLvch*S WochrnschrM. Seite' 479 Er denkt, wie er erlegen unwürd'ger Leidenschaft. Wie er dem Weib geopfert die edle Manneskraft. Voll heißer Neue denkt er: Bon Delila bethört. Wie er ihr das gegeben, was seinem Volk gehört. Wie laut des Sturmes Tosen, des Donners Stimme ruft! Von Fäulniß und Verwesung befreit ihr Hauch die Luft! Wie Wetters Brausen fährt's auch durch Simson's Seele hin Und reinigt ihm von Sünde und Leidenschaft den Sinn. Und sieh', als hätt' die Schuld nur gefesselt ihm die Kraft. Fühlt er sie plötzlich wieder nach langer Kerkerhaft. Wie neues Leben fühlt er es rieseln durch sein Mark, Es spannen sich die Muskeln ihm riesenstark. Er schüttelt seine Locken: „Gott gab sie mir auf's Neu', Nun soll sie Niemand scheeren, mein Volk Dir bin ich treu." „Wohl lebend Dir zu dienen bin ich nicht würdig mehr, Doch die erwachte Stärke wiegt auf ein ganzes Heer." „Mir graut nicht vor dem Tode, der die Befreiung bringt. Nur vor dem Leben graut mir, wo Schuld und Sünde winkt!" So opfere ich das Leben, es bleibt mir keine Wahl! . Und tödte die Philister dreitausend an der Zahl," Er faßt mit Macht die Säulen, der Tempel berstend kracht, Simson und die Philister umfängt des Todes Nacht. Verhallend klingt der Donner, der Sturm hat ausgetobt Und sieh'! ein farb'ger Bogen die Güte Gottes tobt! Medgyes. FannyBäumel. literstur. In dem Verlage von M.' Zuelzer & Cie., . Berlin S. W. 19, erscheint m der nächsten Wvcye: Predigten, Betrachtungen und Gebete von Dr. Benjamin Rrppner, ehemals Rabbiner in Glogau. Aus dem Nachlasse ausgewählt unb mit einem Vorwort versehen von Dr. Jacob, Radviner cn Göttingen. Die Sammlung enthält 130 Predigten, die nach ihrer Zugehörigkeit zu den Wochenabichnitlen, beziehungsweise Festen zusammengesteUt finD, sowie eine Anzahl Gebete für Wochentage, Sabvalhe und Feiertage. Dr. Rippner ist ecner der selbstständigsten und gedankenreichsten indischen Theologen der letzten Jahrzehnte. Wie seine Predigten, Schöpfungen einer religiösen, weisen, weltkundigen, lebensfrohen und menschenlieoenden Seele, durch ihren eigenartigen Gehalt und ihre clasfische Formschönheii emen tiefen uuo geradezu zauberhaften Emoruck aus seine Gemeinde machten, so wirken sie auch in Buchform sesselnd, erbauend unb belehrend. Die Sammlung ist zugleich unter dem Gesichtspunkle angelegt, Lehrern uild aiioern sür das Predlgtamt nichl vvrgebildeten Männern als Hilssbucy zu bienen, ferner m k l e i u e n j ü d i s ch e n G e m e i n s ch a s t e n vorgelesen zu werden und den Prediger zu ersetzen, sowie em And achlsvuch der israelitischen Fauiilie für geweihte Sluuoen und Tage zu werben. So wirb bas Buch eine schon lange empfundene u»w oft bedauerte Lücke in der jüdischen Predigt- und Gebet-Literatur auSsüllen. Das Buch ist mit dem Bilde des Verfassers geschmückt und vornehm auSgestatter und gebunben. Um die Anschaffung des Werkes den wertesten Kreisen zu ermöglichen, ist der Preis auf nur 8 Mark bemessen. Gefällige Aufträge werden möglichst bald erbeten. Srteskaflen. Zur gefälligen Beachtung. Nachdem wir in der nächsten Woche mit dem Drucke einer neuen Auflage der Adreßschleifen für die „Oesterreichische Wochenschrift" beginnen, ersuchen wir alle jene unserer geschätzten Abonnenten, deren Adreßfchleife irgend welchen Mangel oder Unrichtigkeit in der Adressirung enthält, uns dies gefälligst postwendend bekanntgeben zu wollen. Samuel Fett in Rzeszäw. Ueber die Thätigkeit der JKA und deren Hilfsaktion in Galizien publiciren wir ungerne irgend einen Bericht ohne vorherige Genehmigung durch den-Vertreter dieser Gesellschaft. S. H. In Bad Gastein ist keine rituelle Küche. I. Sternfeld in Wien. Knabenpensionatsbesitzer in Wien stnd: Jul. Urbach, II., Vereinsgasse 9 und B. Nassau, II., Czerninplatz 4. „Meran." Die Namen der Stifter sind uns derzeit unbekannt. Dr. M. M. in Prz. Wir erachten die Discussion für uns als beendigt und können einen neuen Artikel über den gleichen Gegenstand nicht wieder publiciren. M. 31. Die Schönerianer werfen in der Thal den Christlich- Socialen gewisse Purschtiaden vor. Diese bleiben aber die Antwort auch nicht schuldig und so war in der Dienstag-Nummer des Verganiblattes folgende Briefkastennotiz zu lesen: „Anonymer schönerianer. Sie wenden sich mit ihrer Frage an die falsche Adresse. Ueber Adressen von solchen „Damen" weiß ihr Führer Schönerer am besten Auskunft zu geben, der bekanntlich ein.in der Krugerstraße besaß und deshalb in östentlicher Parlamentssitzung ein „B . . . . . -Vater" genannt wurde". I. H—th. Dr. Lueger ist sich gewiß klar darüber, daß Anzengruber in seinen Werken die Christlich-Socialen und ihre Bestrebungen mit Keulenhieden tractirte, aber er speculirt nicht mit Unrecht darauf, daß seine „Barriere-Stöcke" etwas Anderes zu thun haben, als Dichterwerke zu lesen. M. n. Die Idee Dr. L u e g e r's, den Dr. Victor Adler als einen Regierungsfreund zu — verdächtigen, ist ja eine recht schlaue. Es fragt sich nur, ob ihm das Jemand glauben wird. Therese Wcrthrim'jchkHkiratsAiisstaUungr-Süswag Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien bringt zur Kenntniß, daß die Zinsen der obigen Stiftung per K 320 an ein armes, mittelloses Mädchen der hiesigen Cultusgemeinde, das sich zu verehelichen im Begriffe ist, als Ausstattungsbeitrag zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts-, Armuths- und Sittenzeugniffe, sowie dem Nachweise der Verwaisung mütterlicherseits und dem Brautstandszeugnisse belegten Gesuche bis 31. Juli 1801 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde Wien (I., Seitenstettengaffe 4, I. Stock), woselbst auch Gesuchsblanquette unentgeltlich behoben werden können, zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien erscheinen als Gesuchsbeilagen nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Jgna; Klepctasih'sihe Heirats-Aurstattungs-Stistuug. Vom Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde in Wien wird hiemit bekanntgegeben, daß die Zinsen obiger Stiftung im Betrage von L 200 für arme verwaiste Mädchen jüdischer Confesfion, die sich zu verehelichen im Begriffe find, als Ausstattungsbeitrag zur Verleihung gelangen. Die mit einem Geburts-, Armuths- und Sittenzeugnisse, wie auch mit einem Derwaisungs- und Brautstands-Nachweise versehenen Gesuche find bis 31. Juli 1901 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde Wien (I., Seitenstettengasse 4, I. Stock), woselbst auch in den Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, einzureichen. Auszüge aus den Geburts-, Sterbe- und Trauungsmatriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien find als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Moritz Goldberger'sche Stiftung für einen zur Anstellung als Rabbiner vollkommen befähigten Nabbinats-Candidaten. Bei der israelitischen Cultusgemeinde Wien gelangt die oben genannte Stiftung im Jahresbetrage per L 600 auf ei«, eventuell zwei Jahre zur Verleihung. Bewerber, welche die Qualification zum Rabbiner besitzen, aber noch nicht in amtlicher Stellung find, haben ihre entsprechend instruirten Gesuche bis 31. Juli 1901 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengaffe 4, I. Stock) einzubringen. In dem Gesuche ist nebst den Familienverhältniffen anzugeben, ob derselbe in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Auszüge aus den Geburts-. Sterbe- und Trauungsmatriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien find als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche finden keine Berücksichtigung. Wien, am 1. Juli 1901. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien.

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