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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-05-24 · 21 (24.5.1901) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
21 (24.5.1901)
Date
1901-05-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■■iiawwa.! Jahrgang XYlIl. Dr. EMoch’s (Centralorgan für die gelammten Interessen des Indenthum-> Ir. k. r olksparcassen-Nrnk Elenring -Verkehr Nr. 810.976. Redartion und Administration: Wien IX/1, Bergoasse Nr. 39. Telephon Nr. 14.847. II U- Wien, 24. Hat 1901. -B Erscheint jeden Freitag. Brief-Adresse: Wien, IX/1, Berggassc Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wie». Vezugsprri» für velierrrnl: ranjährig 8 K onen. Einzfleremplare 56 Heller, Nr'» Rns'-md: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 , Anzeigen: Die 4ma! g »spat teile Petitzeile 24 Heller. -8? Inhalt. Leitartikel: Brutale Verlogenheit unter der Maske der Humanität. — Die Generalversammlung der „Israelitischen Allianz" zu Wien. — Von Eiden und Meineiden. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Zur Kol-Nidre-Hetze. Die Wiener Corruptiou. Die tiefste Stufe der Gemeinheit und Niedertracht. — Professor Steinthal. — Correspondenzen: Plenarsitzung der Wiener Cultusgemeinde. Wien, Retz, Agram, Berlin, Zunzstiftung, Frankfurt a. M., Rom, Paris, London. — Vermischtes: Wien, Holleschau, Krems a. d. Donau, Gr.-Mcseritsch, Nagy-Kanizsa, Trencsen-Teplitz, Abbazia, Drohobycz, Oderberg, Botnschan. — Feuilleton: Unsere Feiertage. Jsmael. — Briefkasten. — Inserate. Brutale Verlogenheit unter der Maske der Humanität. In demofficiellen Organe des oberösterreichischen Landeslhierschutzvereines findet sich nachstehendes Pasquil: Aufruf an die Menschheit! „Wer sich gegen die Abschaffung der Entsetzen erregenden Schächterei auflehnt, ist werth, selbst geschachtet zu werden — denn er beweist damit die Rohheit seines Herzens, ' die Gefühllosigkeit für die Leiden des armen Thieres, das durch nichts verdient hat, das gemarterte Opfer der Menschheit zu sein. Ist es schon grausam genug, die armen Thiere, die vor dem Schlachten sicher fühlen, daß Schreckliches mit ihnen vorgenommen wird '(dies beweist ihr Zittern und Sichsträuben, bevor man sie betäubt), für die Menschheit hlnzuschlachten, so ist es gar teuflisch, sie bei vollem Bewußtsein lange zu martern — und warum? Weil die wahnbefangenen Menschen (Fanatiker) — dem „Ritus" entsprechend — das Fleisch für gedeihlicher halten, wenn das ärmste Thier noch halb lebend sich verblutet. Ist dies nicht die größte Bestialität? Kann eine Religion solche Greuel vorschreiben? Wenn ihr treue Anhänger eures Gottes sein wollt, so befolgt das Rechte, was er von euch fordert. Seid vor Allem edle Menschen; habt Mitleid mit eurem Mitgeschöpf, ob es auch ein Thier ist, das erschaffen gleich euch, sich seines Lebens zu freuen. Seid nicht die Henker desselben, das euch nichts zu Leid gethan. Wollt ihr eurem Gott Opfer bringen, so opfert doch das, was euch lieb. Nur was unserem Herzen theuer, geben wir's hin, ist ein Opfer, doch niemals kann jenes ein Opfer genannt werden, das uns gleichgiltig ist. Also wollt ihr eurem Gotte opfern, um ihm wohlgefällig zu sein, so gebt ihm euer Liebstes, eure eigenen Glieder, euer eigen Fleisch und Blut. Wie das Kälbchen der Mutterkuh grausani entrissen wird, auf deren Jammerruf Niemand achtet, so opfert euch selbst, wenn euch euer Ich doch das Theuerste ist. Laßt Gott zu Ehren euch selbst hinschlachten, so elend wie ihr die armen Thiere hinschlachtet, dann habt ihr eurem Glauben ein wahrhaftes Opfer gebracht. Nun ihr dieses opfermnthige Werk nicht vollbringt, so werdet „sehend" und laßt von euerem wahnwitzigen Fanatismus, . der, ein Unding in der heutigen aufgeklärten Zeit, für euch zwecklos und dem ärmsten Thiere gegenüber barbarisch ist. Seid vernünftige, redliche, mitleidsvolle, echte Menschen. Damit bringt ihr dem Gott das schönste, erhabenste Opfer dar, denn ihr opfert ihm damit eure euch lieb gewordenen Herzensgebrechen." * * * Um die ganze innere Verlogenheit dieser Humanität heuchelnden Haßapostel zu entlarven, genügt es, folgende Thatsachen in Erinnerung zu bringen: Ueber Andrängen der Thierschutzvereine hat seinerzeit der Ministerpräsident Graf Eduard T a a f s e eine C o m- Mission eingesetzt, das jüdische Schächtverfahren zu prüfen, und zwar ohne daß die Oeffentlichkeit irgend etwas davon damals erfahre. Die Mitglieder der Commission, hervorragende Fachleute, haben Wochen hindurch das Verfahren bei der Tödtung der Thiere nach den verschiedenartigsten Methoden genau beobachtet und über ihre Wahrnehmungen dem Ministerpräsidenten Bericht erstattet. Dieser Bericht, der leider in den Acten des Ministeriums des Innern ruht, ohne publicirt zu werden, ist * eine glänzende Rechtfertigung der jüdischen Schächtmethode und derSchächtvorschriften derjüdischenReligion. In einem Erlasse an den Statthalter von Steiermark vom 11. Mai 1893, Zahl 2560, wurde denn auch damals dem Statthalter von dem damaligen Minister des Innern Grafen T aa f f e eröffnet, „daß die im Jahre 1886 über die bei den Israeliten übliche Methode des Schüchtens der Schlachtthiere durchgeführten Erhebungen zu dem Ergebniß geführt haben, daß, wenn alle Bestimmungen des Rituals erfüllt werden, in der Methode des Schüchtens eine thierquälerische Handlung nicht gefunden werden kann, daher auch für das Ministerium des Innern eine Veranlassung nicht vorliegt, um gegen dieselbe eivzuschreiten. Die deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege hielt am Freitag den 29. Juni 1894 im Hörsaale

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