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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-05-03 · 18 (3.5.1901) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
18 (3.5.1901)
Date
1901-05-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sette 302 Dk, Bloch's WochrnschrM Nr. 18 sind die Juden, wie die Geschichte bezeugt, nie niehr zum Götzendienste zürückgekehrt. Haben die Juden vielleicht ein anderes Gesetz angenommen, in welchem die zehn Gebote, insbesondere das Gebot: Du sollst nicht tödten, nicht mehr enthalten sind? Nein! Zwar sind die steinernen Gesetztafeln, auf welche die zehn Gebote geschrieben waren, nicht mehr vorhanden, aber die zehn Gebote selbst, wie sie auf dem Berge Sinai gegeben wurden, gelten den Juden auch heute noch als hochheiliges, göttliches Gesetz; oder haben die Juden vielleicht ihre heiligen Schriften abgeändert und vielleicht die Strafen daraus entfernt, die Gott für Menschenopfer angedroht hat? Nein! Mit peinlicher Sorgfalt hütet das Judenvolk seine heiligen Schriften; alle Buchstaben in ihnen sind gezählt, daß keiner derselben verloren geht. Und trotzdem sollen die Juden, die Thora, das göttliche Gesetz und die heilige Schrift vor Augen, ihre Mitmenschen, wie sie nach Gottes Ebenbild erschaffen sind, kaltblütig tödten, rituell abschlachten, also Menschenopfer darbringen? Wie ist das möglich? Das weiß ich nicht. Und so lange mir nicht ein Anderer eine befriedigende Antwort auf diese Frage geben und den Widerspruch lösen kann, der zwischen dem Ritualmord und den heiligen Schriften und dem göttlichen Gesetze liegt, bleibe ich bei meiner Ueberzeugung, die jeder Kenner der jüdischen Geschichte mit mir iheilen wird: »Es ist unmöglich, daß ein Jude, der bei gesundem Verstände ist, den Ritüalmord billigen, ein Jude, der sein göttliches Gesetz nicht vollständig verleugnen will, einen Ritualmord verüben kann." Im zweiten Abschnitt (S. 16—25) behandelt der Verfasser den Blutgenuß und hebt dabei die Art hervor, wie der religiöse Jude das Fleisch wässern, salzen und abschwenken muß, um das Blut daraus zu entfernen. Dieses Capitel schließt mit den Worten: »Wir haben gesehen, daß bei allen heidnischen Völkern der Genuß von Menschenblut üblich war, aber verschwunden ist, seitdem sie den wahren Gott verehren, der die Vergießung des Menschenblutes verboten hat, und sonderbar! Die Juden, welche im Gegensatz zu diesen Völkern den Genuß von Thier- und Menschenblut nach dem Gebote des wahren Gottes verabscheut haben, sollen jetzt diesen von den ehemals heidnischen Völkern verlaffenen Gebrauch ausgenommen haben und Menschenblut genießen? Das sollen die Juden thun, von denen man weiß, daß sie sich sorgfältig hüten, das eigene Blut zu genießen, das etwa aus dem verwundeten Zahnfleisch kommt? die eifrig jeden Blutflecken von dem Stückchen Brot oder dem Ei entferne 1, bevor sie es zu genießen wagen? Wie ist eine so unerhörte Veränderung in den religiösen Anschauungen der Juden möglich geworden? Wann, in welchem Zeiträume der jüdischen Geschichte ist derselbe eingetteten? Ich glaube nicht, daß es einen Gelehrten, einen Geschichtsforscher gibt, der diese Fragen zu beantworten im Stande ist. Ich bleibe daher bei meiner schon ausgssprochenen Ueberzeugung, die ich nochmals wiederhole: Es ist unmöglich, daß die Juden, solange sie am göttlichen Gesetze, an der heiligen Schrift festhalten, es als eine erlaubte, ja sogar Gott wohlgefällige Handlung betrachten können, einen Menschen zu tödten und dessen Blut, mit Wein vermischt oder in Kuchen gebacken, zu genießen." Arsch die Anklagen wegen Ritualmordes gegen die Christen bespricht der Verfasser ausführlich von den Zeiten der alten Römer an (117—138) bis zur Erhebung der gleichen Anklage gegen die Christen in China und Madagaskar (1900-1901). Dieser Abschnitt (lll) schließt mit den beherzigenswerthen Worten: »In Europa bedauert man die Chinesen, die noch auf einer so niedrigen Culturstufe stehen, daß man ihnen derartige Albernheiten und Scheußlichkeiten als Wahrheiten und Thatsachen bieten kann; was soll man aber von den Christen in Europa sagen, die es gläubig annehmen, wenn man ihnen die schauerliche Märe erzählt, daß die Juden Christenkinder fangen und sie schlachten, um ihr Blut in die Osterkuchen zu backen und zu genießen? Man sollte es nicht für möglich halten, und doch ist es so, denn wir haben es ja in Deutschland selbst ersebt, daß Synagogen zerstört und Juden mißhandelt wurden aus demselben Grunde, aus welchem in China christliche Kirchen niedergerissen und Christen mißhandelt und getödtet wurden, weil sie chinesische Kinder gefangen und geschlachtet haben." Bei der Behandlung der Anklagen und Ankläger werden auch Professor Rohling und seine Helfershelfer ausführlich behandelt. Dabei spricht sich Dr. Frank wie folgt aus: »Nicht blos Wien, sondern ganz Oesterreich, ja, wir sagen nicht zu viel, ganz Deutschland und weite Kreise im Ausland sahen mit Spannung dem 18. November 1885 entgegen, und Hunderte und Tausende von Antisemiten freuten sich auf diesen Tag, weil sie der festen Hoffnung waren, daß Dr. Rohling diese Gelegenheit benützen werde, um sich gegenüber den ihm gemachten Vorwürfen der gewohnheitsmäßigen Lüge, der handwerksmäßigen Verleumdung, des Meineids glänzend zu rechtfertigen und mit der Macht seiner wissenschaftlichen Beweise seinen Ankläger Dr. B l o ch niederzuschmettern, und siehe da! was geschieht? Dr. Rohling weicht schüchtern und furchtsam dem Kampfe aus, verschwindet sang- und klanglos aus der Oeffentlichkeit, überschüttet mit den Vorwürfen derUnwissenheit, derLüge, derVerleumdung, des Meineids. Die hohe Regierung, sagt er, habe ihn zur Einstellung der literarischen Fehde verpflichtet, ja, wer in aller Welt wird das eine literarische Fehde nennen, wenn ich in die Gerichtshalle eintrete, um mich so furchtbaren Anklagen gegenüber zu rechtfertigen? Dr. Rohling war es seiner Ehre als kaiserlicher Professor, er war es seinem guten Rufe als Priester schuldig, vor den Schranken des Gerichtshofes in Wien zu erscheinen, um sich zu vertheidigen und keine Regierung in der ganzen Welt würde ihn daran gehindert haben." (S. 71) »Erzieht es vor, mit dem Makel des Meineides, grober Fälschung mnd schimpflicher Unwissenheit behaftet einherzugehen." »Es hat mir weh gethan, diese Zeilen niederzuschreiben, aber wenn in einer Zeitschrift von dem Ansehen der »Historisch-politischen Blätter" und in einem katholischen Blatte, wie die »Augsburger Postzeitung" ein Artikel über den jüdischen Ritualmord erscheint, der im Jahre 1900 sich noch auf Dr. Rohling als einzigen und Kronzeugen beruft, dann ist es höchste Zeit, diesen Zeugen den katholischen Lesern der genannten Blätter in seinem wahren Bilde vor die Augen zu führen, und wenn dasselbe auch nur ein Trauerbild sein kann, denn in der Gelehrtenwelt, soweit es sich um Talmudwiffenschaft handelt, liegt Rohling bei d e n T o d t e n." Pfarrer Frank widerlegt die Anklage des Ritualmordes von allen weiten, prüft den sogenannten wissenschaftlichen Apparat derselben, bringt die Stellung der Päpste, Kaiser, Würdenträger, Gelehrten zur Sprache und entzieht ihr jegliche Basis. Im zweiten Theile seines Werkes bespricht er die Einzelfälle von 1235—1900 und zeigt klar, daß nicht eine einzige Anklage begründet war. Pfarrer Frank sagt über den Knabenmord in Trient: »In dem zweiten Processe, der unter der Leitung des Bischofs von Ventimiglia als päpstlichen Delegirten geführt wurde, bekannte sich der Christ Za nesus als Mörder. (Vergleiche auch S. 205—211.) In einem Schlußworte »Ein Trost für Israel" knüpft er an die Frage des Darius an die drei Jünglinge an, was das Stärkste sei in der Welt, welche Serubabel dahin beantwortete: Das Stärkste ist die Wahrheit! Und alle riefen laut: Groß ist die Wahrheit und über Alles stark. »So ist es die Wahrheit gewesen," sagt Herr Dr. Frank am Schluffe seines vorzüglichen Werkes, »welche in alten Zeiten, die Sehnsucht der frommen Juden erfüllt, und, wie es der Gott der Wahrheit vorausgesagt hatte, die Stadt Jerusalem und den Tempel wieder aufgebaut hat. Und die Wahrheit wird es auch sein, welche die Sehnsucht aller Juden in unseren Tagen stillen und jene unerträgliche Last von ihnen nehmen wird, die sie nun schon seit sieben Jahrhunderten getragen haben. Die Wahrheit wird es sein, welche die Juden von der wahnwitzigen Blutbeschuldigung befreien wird. Die Wahrheit ist auch heute noch das Stärkste in der Welt, und nichts vermag ihr zu widerstehen, das Unrecht, der Aberglaube, müffen vor ihr sich beugen und verschwinden. Die Wahrheit hat die Juden von der Beschuldigung befreit, daß sie die Brunnen vergiften, getrocknetes Christenblut auf den Thau streuen und dadurch die Pest für Menschen und Vieh herbeiführen, sie wird die Juden auch von der falschen, boshaften, verleumderischen Anklage befreien, daß sie die Christen schlachten und ihr Blut genießen. Die Zeit ist nicht mehr gar fern, in welcher die Wahrheit diesen Sieg über Aberglauben und Thorheit. Neid und Bosheit, Haß und Habsucht erringen wird. Sie wird um solcher kommen, je mehr die christlichen Lehrer

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