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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-04-26 · 17 (26.4.1901) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
17 (26.4.1901)
Date
1901-04-26
Page
– (sequence 16)
Language
German
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r•**» r-'^FWMIB’gSt*. a»E SSS^*^I 7B3S3BB3BT. Sette 300 % Dr« Blmh's Wochvnfttzrchl. Nr. 17 der lateinische, französische, deutsche und italienische Sprachgenius vor dem Versuche nicht zurückschrak, warum soll unsere klangvolle Muttersprache zurückstehen?" (Vorwort S. VIII.) Mil der deutschen Uebersetzung meint der Verfasser wohl die von W e i ß, erschienen in Wien 1852, die, wie die vorliegende ungarische, keine wörtliche Uebersetzung ist, sondern eine Ueberarbeitung, wie sie bei der Uebertragung in Versen gar nicht anders sein kann. Wir hätten dazu eine unmaßgebliche Bemerkung. Nirgends war die sogenannte Reimprosa so etwas Allgemeines und Alltägliches, als bei den Juden; aber gerade das „Bechinath Olam“ des in erster Reihe als Dichter bekannten I e d a j a B e d a r e s i ist frei von den Fesseln des Reimes: wozu also dem rein philosophischen Stoffe eine Form geben, die von dem Autor, der doch selber ein Dichter war, wohlweislich vermieden wurde? Dabei ist die „Weltprüfung" eines der ttefUen, schwierigsten, ja kaum verständlichen Werke; wozu die Schwierigkeit auch noch.in der Uebersetzung vermehren, da doch die Versificirung den freien Ausdruck unterbindet? I e d a j a's Werk, das nach Weiß (Klein nennt ihn unrichtig Weisse) circa 1298 verfaßt sein soll, ist nach G r a e tz und Groß, „Gallia Judaica“ S. L-2 (Klein nennt dieses letztere Werk nicht) vielmehr nach 1306 verfaßt worden, und zwar unter dem frischen Eindrücke der Vertreibung der Juden aus Frankreich, was uns den pessimistischen Ton des Dichters und Philosophen begreiflich macht. Unbegreiflich aber ist cs, daß sich der Autor darin gefiel, eine durch stetige Anspielungen auf biblische Stellen tausendfach verdunkelte Sprache zu gebrauchen, so daß z. B. in der Wiener Ausgabe der ..Weltprüfung" gleich auf dem Titelblatt bemerkt wird: Wer in der Bibel nicht bewandert ist, dem ist Jedaja's Werk ein Geheinmiß. Es ist also ein grobes Verdienst Dr. Klein's, dieses so überaus schwierige Werk in einer modernen Sprache gemeinverständlich iuterpretirt zu haben. Die Richtigkeit der Interpretation können wir freilich nicht prüfen, da, wie bemerkt, nicht eine Uebersetzung, sondern eine Ueberarbeitung vorliegt; doch bürgt schon der Name Dr. Klei n's dafür, daß er, der wissenschaftlichen Anforderungen sich wohl bewußt, dem Autor nichts Fremdes untergelegt habe. Zur leichteren Benützung hat der Bearbeiter die einzelnen Eapitel des Werkes mit treffenden Ueberschriften versehen, so z. B. Eapitel XXI: Resignation, C. XXXI: Harmonie, E. XXXII: Beruhigung und so weiter. Ich bemerke, daß die genannten drei Cgpiteln von dem Verfasser schon früher veröffentlicht worden sind. (Evhön^o 1900. 1901.) Durch die freie Bearbeitung sind einige Gedanken des Originals, die meines Erachtens wesentlich zum Gedankcngang gehören, verloren gegangen. So gleich im zweiten Eapitel die Wendung „Süd" und „Ost" (der Geist des Menschen schweift forschend überall herum, im Süden und Osten, oben im Himmel, unten in der Gruft), obzwar zugegeben werden muß, daß im Original jene Ausdrücke den betreffenden Bibelstellen zuliebe gewählt sind. Nur ganz wenige erläuternde Bemerkungen fügt Dr. Klein seiner Bearbeitung bei; darunter ist die zu Eapitel XXXVII (S. 93) nicht ganz richtig; jm Text liegt nicht ein Citat aus dem Talmud, sondern nur eine Anspielung vor, vielleicht sogar nur ein Gedanke aus dem Talmud; solche gibt es aber viele in der „Weltprüfung", ohne daß darauf aufmerksam gemacht worden wäre. Das darauffolgende Stück enthält in philosophischer Bearbeitung die bekannten dreizehn Glaubensregeln; in der Bearbeitung ist dieser Umstand nicht kenntlich gemacht. Ein tieferes Eingehen auf den Gegenstand ist h'cr nicht am Platze. Das Werk bedeutet einen entschiedenen Gewinn in der ungarischjüdischen Literatur und ist Dr. K l e i n's Werk schon darum eme schone Leistung, weil es einen der tiefsten Denker des Judenthums dem modernen Menschen näher bringt. Der Druck ist vorzüglich; nur im Vorworte scheinen einige sprachliche Fehler geblieben zu sein. Budapest. Dr. Samuel Krauß. Vriefkssten. W. L. 840. Nähere Adresse unnöthig, Florenz allein genügt. I. G. in B.-Leipa. Herrenhausmitglied Hofrath G. ist Jude. Kaffeehaus. Das Buch kostet 42 kr. und ist zu beziehen von I. ZarubaL Eo. in Hamburg. I. M. Die Mittheilung des „Deutschen Volksblatt", daß der Herr Vice-Bürgermeister S t r o b a ch eine Kaltwasserheilanstalt aufgesucht habe, hat uns nicht überrascht. Arthur W. Es ist zweifellos festgestellt, daß der verstorbene Pfarrer D e ck e r t ein Vermögen von X 200.000 Hintersassen. Bei der bekannten außerordentlichen geschäftlichen Rührigkeit und Tüchtigkeit dieses Mannes war es nur begreiflich, daß der Mann sich ein Vermögen machte, Deckert handelte mit Allem. Historicus. Der große M a n i n, dessen Sarkophag in der St. Marcus-Kirche in Venedig sich befindet, war jüdischer Abstammung. A. B—g. Herr Vergant der anfänglich seinem Entzücken darüber Ausdruck gab, daß K. H. Wolf geohrfeigt wurde, hat sich die Sache später überlegt und das System, den Gegner zu prügeln, mißbilligt. Er ist offenbar von seinen klügeren Gesinnungsgenossen darauf aufmerksam gemacht worden, daß, wer ein Freund des Ohrfeigens ist, nächstens diese selbst erhalten kann. i. Dr. Lueger wurde gelegentlich seines Aufenthaltes in Rom in einer langen Audienz vom Cardinal R a m p o l l a empfangen. Josef Sch. Die Christlich-Socialen waren es, die seinerzeit den Prälaten Treuinsels, von dem sie jetzt entzückt sind, mit dem Titel: „Rabbi Treuinsels" apostrophirten. Fleißiger Leser. Der Graf Pückler, dessen Verhaftung von deutschen Gerichten verfügt wurde, hat sich durch seine Hetzreden gegen die Juden bekannt gemacht. Im Deutschen Reiche macht aber offenbar der Grafentitel allein nicht immun. A. Es wird selbstverständlich keinem Abgeordneten jüdischer Confeffion einfallen, in die Debatten über Lehren und Institutionen - der katholischen Kirche eiuzugreifen. N. H. 1. Es wird behauptet, daß N o v e l l i ein Jude sei. 2. Die Mittheilnng, daß das Urbild des Shylockein—- C h r i st war, st a n d auch im „Deutschen V o l k s b l a t t". N. N. Die Verwaltung des Spitals der israelitischen Cultusgemeinde dankt bestens im Namen der armen Kranken für die gütige Spende von X 20. M. P. Das „Ferienheim" befindet sich Wien, IX., Berggasse 30. A. W. Es wird in gemeinderäthlichen Kreisen auf das Bestimmteste versichert, daß Herr Strobach zu Beginn seiner Carriere sich vornehmlich durch seine — „Kusch!"-Rnfe ausgezeichnet habe. Derselbe Herr steht jetzt an der Spitze jener Leute, die, weil Lueger im Parlament unsanft angefaßt wurde, es wagen, über den Verfall der parlamentarischen Sitten zu klagen! Kundmachung. Der Cultusvorstand bringt hiemit zur Xenntuiss, dass in Gemässheit des § 97 des Statutes der israelitischen Cultusgemeinde Wien die Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und Ausgaben der Cultusgemeinde und sämmtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten für das Jahr 1900 vom heutigen Tage ab, durch 14 Tage im Secretariate (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) zur Einsicht der Gemeindemitglieder aufliegen. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen. Die öffentliche Vorstandssitzung zur Erledigung der Rechnungsabschlüsse wird auf Sonntag, den 12. Mai d. J., Vormittags II Uhr (Sitzungssaal der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock), anberaumt. Wien, am 25. April 1901. - - Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien. JULIUS MEINL Kaffe e - Import WIEN-BUDAPEST-BRUNN CENTRALE: WIEN. I., FLEISCHMARKT 7 FILIALEN IN WIEN: II. Taborstrasse 26 III. Londslrasse Hauplstrasse 41 IV. Wiedener Hauplslrasse16 VI. Mariahilferstrasse 31 VII. NeusMftgasse 28 VII.MariahiiPerslTasse 112 IX. Servilengasse 12 X. Himbergerslrassel7 Xll.Schönbrunnersl-roase 261 XVII. Hernalsep-Linie Sladlbahn-Viaduct 86 XVIII.Wähpinqep-Linie Stadtbahn-Viaduch 118 Herausgeber und verantwortlicher Redacteur Dr, Josef «. Bloch. — Druck vou L. Beck & Sohn, Wien, vm.

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