Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 8 (22.2.1901)
- Date
- 1901-02-22
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 144 Dr. Bloch's WochenlchrM Nr. 8 Briefkasten. M., Sainbor. Wenden Sie sich an Herrn Director S. Heller, Wien. XIX., Hohe Warte, der Ihnen das Nähere mittheilen wird. Ein Sohn des Herrn D rectors besitzt eine derartige Anstalt. L. in Wien. Der Vater des ungarischen Antisemitismus. Victor Jstäczy, ist so tief gesunken, daß er seinen Lebensunterhalt in Debreczin.von Haus zu Haus hausirend sucht. Er hat eine Schrift des jüdischen Geschichtsschreibers ^lavius Josefus übersetzt und muß nun. um sich zu ernähren, dieses Buch persönlich verkaufen. I. R—g. Ihre Ausführungen sind ja ganz richtig. Ebenso auch die Bemerkung, daß Rumänien längst seine barbarischen Maßnahmen gegen die Juden aufgegeben hätte, wenn es die Verachtung Europas in dem verdienten Maße empfinden müßte. Arthur W. Man nennt den gegenwärtigen rumänischen Ministerpräsidenten in seiner Heimat häufig den „Europäer". Das ist weniger ein Compliment für ihn, als eine Selbstzüchtigung für die Anderen. A. K—g. Die Wiener antisemitischen Blätter speien Gift und Galle, weil sie zu dem Ballfeste, welches der Minister des Aeußern Goluchowski gab, keine Einladungen erhalten hatten. Herr v. Goluchowski war offenbar der Meinung, daß eine Gesellschaft von Leuten, die sich principiell über alle Gesetze des Anstandes, der Humanität und der Civilisation hinwegsetzt, kein Recht auf besondere Ehren besitzt. a. Es stellte sich heraus, daß der Mann, der vor einigen Tagen in den Straßen Wiens schrie: „Ich besitze das Recept, alle österreichischen Krisen zu lösen", wahnsinnig war. Aber auch die Leute, die mit allen Mitteln daran arbeiten, diese Krisen herbeizuführen, sind nicht besonders weise. M. S—1. Es ist bekannt, daß der Obmann der Schnerdergenoffeuschast, Fenzl, der Schützling hochmögender clericaler Kreise ist. Das erklärt wohl Manches. Dr. I. Bg. Die Versuchung zu einer vergleichenden Studie zwischen Spanien und Oesterreich ist eine große. Ein Unterschied besteht wohl darin: Die dem Juden Araten entführte Tochter war noch nicht 14 Jahre all, während es sich in Madrid um ein Mädchen im Alter von 23 Jahren handelte. Aber wir bezweifeln ernstlich, ob dieser Unterschied so besonders zu Gunsten — Galiziens spricht. Soeben erschien in meinem Verlage in 2. Auflage: Schire Beth Adonai Tempelgesänge für den Gottesdienst der Israeliten. Von H. Weintraub, weil. Cantor der Synagogengemeinde zu Königsberg i Pr. 3 Theile in einem Band. — Preis Mk. 40.—. Soweit die Förderung wahrhaft jüdischen Geistes beim Gottesdienst in Frage kommt, dürfte seit Jahrzchnlen keinem Verleger eine angenehmere Aufgabe zugefallen sein, als dem Unterzeichneten. Der „atte Weintrauv", der von allen Zeitgenossen bewunderte Chasan von Königsberg, dessen Domicit der Wallfahrtsort der bedeutendsten Ehafanun des Inlandes und Auslandes gewesen ist, hat vor vier Jahrzehnten sein epochemachendes Werk des „echten unverfälschten Ehasanuu" der Oeffeutlichkeit übergeben, das trotz starker Auflage schon nach wenigen Jahren vergriffen war — Wenn nicht eher an eine neue Auflage gedacht worden ist, so lag dies ein ig und allein darin, daß eine Ueberfüllung des Marktes mit anderen Synagogen-Musikwerken zu verzeichnen war. Doch soviel Gutes auch erschien, so sehr jene Werke namentlich durch manche ihrer Chorpartien den Zuhörer erbaut haben, so waren sie doch nicht darnach angethan, den jungen aus ihnen heraus sich bildenden „Cantor" zum „Chasan" zu machen. — Ich glaube deshalb den berufenen Kreisen durch die neue Auflage keinen geringen Dienst zu erweisen und dem jüdischen Gottesdienst wiederum ein jüdisches Gepräge zu verleihen. Leipzig.;M. W. Kauimann, Verlag. ln meinem Verlag erschien: nmon *ibd Das Buch über die Elemente von Is. i). Sal. Israeli. Zum ersten Male herausgegeben mit Anmerkungen und biographischer Einleitung versehen 748 von Rabbiner Dr. Fried, Ulm. Preis Mark 3.— Wo wären die „Zelm Stämme Israels“ zu suchen. Nach Quellen dargestellt, von Rabbiner Dr. M. Lewin, Malaczka. Frankfurt a. M. preis Mark 3.— J. Kauffmann, Verlag. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenteu, welche noch mit der Abonnementsgebülzr int Rückstände sind, die zur Eintzebung derleiben von uns versendeten Postarrftrase gefälligst honorireu;n wollen Die Administration. Clara Krarnapalsln'sihc Erbet- und Wahlthiitigkcits-Ttiftiing. Am 5. Jjar (24. April) d. I., als dem Sterbetage der Frau Clara Krasnopolski gelangen die halbjährigen Zinsen obengenannter Stiftung im Betrage von K llü unter mehrere Arme israelitischer Religion zur Verlyeilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armuth versehenen Gesuche bis 28. Februar d. J. iur Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, i. Stock, woselbst während der Amlsftunden von 9 bis 12 Uhr Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, zu überreichen. Arme Verwandte der Stifterin, Frau Clara Krasnopolski, werden in erster Linie berücksichtigt. Auszüge aus den Malriten der israelitischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbei.ageu nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, den 1. Februar 1901. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien. Josef und LSrilte Udter-Stlftung für Arme. Am 28. April 1901 gelangen bei der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde die halbjährigen Zinsen der obigen Stiftung per L 240 — in Beträgen voll JK. 40 bis K 60 an arme Personen israelitischer Religion behufs Bezahlung der Wohnungsmiethe zur Vertheilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armuth versehenen Gesuche bis 28. Februar 1901 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 1« Stock) von 9 bis 12 Uhr Vormittags zu überreichen. Auf später einlangende Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Arme Verwandle der Stifterin, Frau Cäcilie Adler, sodann Witwen mit unversorgten Kindern, ältere hilflose Frauen oder Mädchen, die sich durch Handaroeit ernähren, endlich dem Lehrfache angehörige Personen werden in erster Lime berücksichtigt. Gesuchsblanguette sind im Einreichungsprotokolle I., Seitenstettengasse Nr. 4, 1. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben. Wien, den 1. Februar 1901. Jgnar und Rosalia Wolf'fche Lrankenunterstützungs-Stiftung. Am 2. Jjar (21. April) d. I. gelangen die halbjährigen Interessen der obigen Stiftung, 200 Kronen, an arme hilfsbedürftige Kranke der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde in der Weise zur Vertheilung. daß keiner der Betheilten einen Betrag unter K 50 erhält. Die Bewerber haben ihre mit dem Armuths- und Krankheitszeugnisse belegten Gesuche im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde Wien (1. Seitenstettengasse 4, 1. Ptock), woselbst auch während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Gesuchsblanguette unentgeltlich zu beheben sind, bis längstens 28. Februar 1901 zu überreichen. Gesuchsteller, welche ihre Verwandtschaft mit den Stiftern nachzuweisen in der Lage sind, genießen unter gleichen Verhältnissen vor anderen Bewerbern den Vorzug. Auszüge aus den Matriken' der israelitischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbeilagen nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, den 1. Februar 1900. Das Curatorium der Ignaz und Rosalia Wölfischen Krankenunterstützungs-Stiftung. Herausgeber uud verantwortlicher Redacteur Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien. Vlii.