Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 7 (15.2.1901)
- Date
- 1901-02-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 120 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 7 „Bairischer Hof" zu klein erweisen wird; an der Abendcaffa Kronen 2'— per Person, Enthebungskarten für Nichtcostümirte 40 Heller. Gruppen-Anmeldungen werden bis Freitag den 15. d. M. beim Obmarme Herrn Josef P o l l a k II., Circusgaffe 42, sowie beim artistischen Leiter Herrn Richard Liebesny II., Circusgoffe 12 entgegengenommen, woselbst auch alle Auskünfte ertheilt werden. Wie«. Die beiden Künstler David K o h n und Adolf Kaufmann wurden durch den Besuch Ihrer kaiserl. Hoheiten der durchl. Herren Erzherzoge Rainer und Ludwig Victor ausgezeichnet. Die hohen Herren drückten nach eingehender Besichtigung aller Arbeiten ihre besondere Befriedigung über das Gesehene. aus. — Die beiden vom Maler Kohn im Künstlerhause ausgestellten Studien wurden angekauft. Wie«. (Todesfall.) Dienstag am 5. Februar starb hier nach langem Leiden im 73. Lebensjahre Frau Franziska Heß, geborene Bauer. Die Heimgegangene erfreute sich wegen ihres seltenen Charakters in weiten Kreisen größter Sympathien. Wie«. Der Brigittenauer Israelitische Unterstützungs-Verein veranstaltet am 5. März l. I. (Purim) im Festsaale des Hotel „Bayrischer Hof", II., Taborstratze, ein Costüm-Kränzchen ohne Costümzwang, deffen Rcinerträgniß diesem Vereine zuflleßt. Die humanen Tendenzen dieses Vereines und die große Nothlage des überwiegenden Theiles der jüdischen Bevölkerung dieses Bezirkes lassen es wünschenswerth erscheinen, daß dem Vereine durch diese Veranstaltung ein namhafter Betrag zufließen möge, um den an denselben gestellten Ansuchen entsprechen zu können. Das Tanz-Arrangement besorgt der bewährte Tanzlehrer Herr Julius Singer, die Musik die k. u. k. Rcgimeiitscapelle der Tiroler Kaiserjäger. Der Ball selbst, welcher von den Ball-Obmännern Ignaz Körner (Cafe Zöch) und I. Pollenberg mit größter Umsicht geleitet wird, verspricht ein -emüthliches Familienfest zu werden Gleichzeitig werden Enträe-Karten zum Preise von zwei Kronen, sowie auch Ehrenkarten zu diesem Feste versendet. Wie«. (Auszeichnung des M i n e n Hauptmannes E p l e r.) Wie die „Wiener Zeitung" meldet, wurde der Hauptmann der Randminenpolizei in Transvaal, Herr Adolf Epler in Johannesburg, durch die Verleihung des Franz Josef-Ordens ausgezeichnet. Herr Epler. . ein in Südafrika lebender Oesterreicher, kann als der Retter der Transvaaler Goldminen bezeichnet werden. Während des Krieges bekleidete er die Stelle eines Hauptmannes der Randminenpolizei und als solcher verhinderte er die von einem Burenfunctionär unbefugterweise angeordnete Zerstörung der Goldminen. Herr Epler ist ein Sohn des Stationschefs der Nordbahn in Brünn, kaiserlichen Rathes und Cullusvorstehers Hermann Epler. Herr Adolf Epler wurde 1857 in Mährisch-Ostrau geboren, studirte in Olmütz, kam daun zur Firma Machanek und Co., später zur Alpinen Montangesellschaft. Im April 1888 begab er sich nach dem Transvaal, wo er sich an Minenunternehmungen betheiligte und bald zu Ansehen gelangte. Mehrmals wurde er in Johannesburg mit dem Vorsitze des dortigen Oesterreichisch-ungarischen Hilfsvereines betraut. Wien-Ottakring. Bei der am 4. Februar 1901 stattgefundenen Generalversammlung des Vereines zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder wurden folgende Herren für das Jahr 1901 in die Bereinsleitung gewählt: Dr. Anton Löwy. Obmann; Dr. Alfons Cohn, Obmann-Stellvertreter; Adolf Kohn, Caffier; Sigmund Schickler und Hermann Schoßberger, Schriftführer; Dr. Hermann Modern und Ludwig Spitzkvpf, Revisoren; Moritz Auspitz. Leopold Berger, Samuel Brandt, Adolf Fischer, Samuel Epstein, Franz Leer, Bernard Mandelbaum, Geza Mandl, Ausschüsse. Diese Verein speist täglich 65 Kinder aus und ist in unserem Bezirke ein dringendes Bedürfniß. Wie». (Trauergottesdienst.) Zu Ehren des jüngst verstorbenen Baron Wilhelm v. Rothschild aus Frankfurt a. M., fand im orthodoxen Bethause „Marpe Lanefesch", II., Glockengaffe 4, ein „Hesped" statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner N. Friedmaun schilderte in einer geistvollen, wohldurchdachten Trauerrede die seltenen Vorzüge des edlen Verklärten. Ferner hielt Se. Ehrwürden dem hervorragenden gelehrten Rabbiner Ullmann aus Zackenbach, und dem allbekannten Philanthropen Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Gutmann einen ehrenden Nachruf. Die überaus zahlreich erschienenen Trauergäste waren durch'die zu Herzen gehenden Worte Sr. Ehrwürden mächtig erregt und blieb kaum ein Auae trocken. E. B. Olmütz, 12. Februar. (Todesfall.) Unsere Gemeinde steht unter dem Eindrücke einer tiefbetrübenden Trauerbotschaft. Der allverehrte Präsident der hiesigen Cultusgemeinde, Herr Eduard Hamburger, ist heute nach kurzer Krankheit, 66 Jahre alt, verschieden. Der Verblichene entstammte einer Patrizicrfamilie in Proßnitz uub gehörte zu den Ersten, die nach Olmütz übersiedelten, als diese Stadt für Juden zugänglich geworden. Als sich mit den Jahren hier eine Cultusgemeinde bildete, wurde Hamburger zum Präsidenten gewählt; da er sich durch sein conciliantes Wesen und seine feinen Umgangsformen hiezu besonders befähigt erwies, erfolgte später stets die Wiederwahl. Auch viele andere Ehrenämter bekleidete der Verstorbene, so war er lange Jahre hindurch Handelskammerrath, Stadtverordneter u. s. w. Hamburger hatte für seine Glaubensgenoffen stets ein warmfühlendes Herz, eine offene Hand. Er suchte und fand Befriedigung in Betätigung im Wohlthun und machte biebei keinen Unterschied in der Confeffion der Bedürftigen. Die Erde sei ihm leicht, er ruhe in Frieden! Warasdin. (Silberne Hochzeitsfeier.) Herr David Hönigsberg, hier langjähriger Cultusvorstand. Gemeinderath, Censor der Oest.-Ung. Bank, feiert am 20. d. M. mit seiner Gattin Hermine das Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar erfreut sich seiner Humanität und seines öffentlichen Wirkens wegen allgemeiner Sympathien, welche fich auch der Jubilarin zuwenden, die ihre Befriedigung im Wohlthun sucht und findet. Leipnik, am 6. Februar. Sonntag den 3. Februar fand hier die Generalversammlung des „Nalbiseti ^ruwim"-Vereinrs zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder statt. Laut abgelegtem Rechenschaftsberichte wurden am 9. December 1900 durch den Verein sämmtliche arme Schüler und Schülerinnen mit Scyuhen und Kleidern belheilt. Der hiezu nöthige Betrag belief sich auf weit über 400 Kronen. Dies wurde nur dadurch ermöglicht, daß nebst den Mitgliedsbeiträgen auch von auswärts wohnenden Wohlthätern und Gönnern des Vereines zahlreiche Spenden und Beiträge einliefen. Diesen wird laut Beschluß der Generalversammlung hiemit öffentlich der Dank ausgesprochen. Gleichzeitig ergeht an dieselben die Bitte, dem Vereine auch ferner das Wohlwollen zu bewahren. Lemberg, 10. Februar. In der hiesigen großen vorstädtischen Synagoge hielt unser conservativer Oberrabbiner Herr Isaak Schmelkes für den verstorbenen Chef des Frankfurter Hauses Rothschild Freiherr Wilhelm von Rothschild einen Hespeck und schilderte nach den Worten, des „Birke Aboth als ein Fürst des Judenihums, der im ganzen Leben die 3 Säulen", Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und W o h l t h u n vor Augen hatte. Im Verlaufe seiner geistreichen Rede hob Herr Rabbiner Schmelkes nach dem Ausspruche „Koheleth" die Trauer im ganzen Judenthum nach dem verstorbenen frommen Wilhelm von Rothschild, der in seinem Leben vielen hiesigen Vereinen jährliche Subventionen zugewendet hat. Nach dem vom Cantor abgehaltenen „EI Mule Rachmim“ pries Herr Rabbiner Schmelkes die Gemalin des Verblichenen, Freifrau von Rothschild, die es versteht, in seinem Sinne zu wirken, rn der Förderung religiöser Angelegenheiten ihm treu zur Seite stand, mit einem Misebeberaeli, daß der Allmächtige diese edle Frau bis an die Grenzen des Alters zum Wohle der Menschen erhalte. Esse g. Freitag den 1. \ M., nach Theaterschluß, betraten zwei Officicre des hier garnisonireudcn Hausregimentes Freiherr von Gradl Nr. 7 - das am Hauptplatze befindliche „Cafe Corsa", in welchem sich ausnahmsweise nur einige den vornehmeren jüdischen Kreisen ungehörige Herren befanden, während dasselbe sonst von allen Gesellschaftsschichten mit Vorliebe ausgesucht wird. Die Wahrnehmung, daß zufälligerweise nur einige Juden anwesend sind, scheint auf die Herren Officicre die Wirkung des rothen Lappens w e auf ein bekanntes Thier ausgeübt zu haben, den i sie riesen ziemlich laut: „D a befinden sich lauter S a u j u d e n." Nun, daran wäre nichts Besonderes; es sollen sich solche Vorfälle, wie aus den verschiedenen Zeitungsberichten ersichtlich, auch anderwärts ereignen. Erwähnenswerth ist nur das Benehmen des Cafetiers Herrn Goldschmidt, welcher die Herren Officiere ernstlich zurechtwies und, ihnen jede Bedienung verweigernd, sie aus dem Locale schaffte. Es ist zu wünschen, daß derartigen Ausschreitungen immer und überall gehörig begegnet werde, dann wäre zu hoffen, daß sie mit der Zeit gänzlich aufhören würden. Zu bemerken ist noch schließlich, daß der Austritt am nächsten Tage bekannt wurde und hier, wo seit jeher unter den verschiedenen Confessionen das beste Einvernehmen herrschte, das peinlichste Aufsehen erregte und das Vorgehen der beiden Officiere allgemein verurtheilt wurde. Emes! Budapest. Der „Pester Lloyd" schreibt: „Im abgelaufenen Jahre war die Zahl Derjenigen, die den jüdischen Glauben verlassen haben, eine große. Beim Rabbiner Dr. Samuel Kohn haben nämlich 144 Erwachsene ihren Austritt aus dem Verbände der jüdischen Confession angezeigt, welche Ziffer die Höhe von