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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 61 Comite, betreffend das Pensionsnormale für die Beamten der Cultus gemeinde: Obmann: k. k. Commercialrath Leopold P o l l a ck. Obmann-Stellvertreter: Leopold von Lieben. Altersversorgungshaus-Comite: Obmann: Salo Cohn. Obmann-Stellvertreter: Arthur Edler von Mises. Spitals-Commission: Obmann: Wilhelm K u f f n e r. I. Obmann-Stellvertreter: Docent Dr. Josef Grünfeld. II. Obmann-Stellvertreter: Emanuel H o f f m a n n. Bau-Comitö: Obmann: Sigmund T a u s s i g. Obmann-Stellvertreter: Arthur Edler von Mises. Buch-Revisions-Comite: Obmann: Leopold von Lieben. Obmann-Stellvertreter: Jonas Weil. Minjanim-Comitö: Obmann: Max Fleischer. Obmann-Stellvertreter: Dr. Markus Spitzer. Koscherfleisch-Comite: Obmann: Bice-Präsident Dr. Gustav K o h n. Obmann-Stellvertreter: Dr. Alfred Berger. Jubiläumsgruß an Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schmied!. „Sansinim Hiob“, sonnenklare Geisteskinder Seid Zeugen mir im Festgewand; Auch die andern wohl nicht minder Umschließet fest das Bruderband! Es gilt den Meister zu besingen, Der Euch kühn ins Leben rief; Ihm ein Dank- und Loblied bringen Zu dem 80jährigen Liebesbrief! Unerschütterlich im Denken Steht er heute noch vor Euch, Selbst den Midrasch kühn zu lenken; Nur sein Haar ist etwas bleich! Stimmet an die frohen Lieder Als Gebet zum festen Hort; Bis zu hundert Jahren wieder Ein Halleluja fort und fort! — Med. Dr. Adolf Herzfeld. Wien. (E i n g e s e n d e t.) Geehrter Herr Redacteur! In der letzten Ausgabe Ihres geschätzten Blattes, Nr. 3 vom 18. Jänner l. I., veröffentlichen Sie einen sehr stimmungsvollen Artikel von Herrn kaiserl. Rath Johann L i ch t e n st a d t, in welchem dieser Herr die Anregung gibt, dem hier befindlichen „Jüd is ch en Mu seum", resp. der „Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst-und historischen Denkmälern des Judenthum die Mittel zu verschaffen, für die bereits sehr reichhaltige Sammlung ein eigenes Heim zu gründen, in dem auch ein geräumiger Saal die überaus zahlreichen Besucher beherbergen könnte, welche jeweilig den von der so rührigen Gesellschaft veranstalteten, hochinteressanten und belehrenden Vortragsabenden beiwohnen. Die Idee, welcher Herr Lichten st adt in solch beredten Worten Ausdruck verleiht, ist von weittragender Bedeutung, und namentlich in unserer Stadt, woselbst wir den Anfeindungen so ausgesetzt sind, verdient diese wahrlich vollauf gewürdigt zu werden, zumal die erste Bedingung, das Interesse, geweckt ist — Beweis hiefür der außerordentlich rege Besuch des Museums, welches sich, namentlich an den beiden Weihnachtstagen, sowie am 1. Jänner, als den Anforderungen absolut nicht entsprechend erwies, natürlich nur in räumlicher Beziehung. Die Vorträge erfreuen sich ebenfalls eines Zuspruches, der der Gesellschaft zur vollsten Ehre gereicht, und find oftmals die Anmeldungen um Sitzplätz« nicht zu erfüllen, trotzdem größere Localitäten gemiethet find. Ein glücklicher Zufall, ein Moment, das nicht unbenützt verstreichen sollte, bietet derzeit den Freunden und Gönnern der Gesellschaft Gelegenheit, ihre Theilnahme für die in obigen Zeilen niedergelegte Anregung zur Ausführung zu bringen: ein Haus im Centrum der Stadt, in nächster Nähe eines geweihten und heiligen Ortes, in nächster Nähe einer erhabenen Stätte zu errichten und die Gesellschaft auf den ihr gebührenden Rang zu stellen: es ist derzeit die Demolirung des Häuserblocks auf dem ehemaligen Rabenplatz in Arbeit und da binnen Kurzem dortselbst Neubauten errichtet werden, könnte auch der Gesellschaft ein Heim erstehen, das gerade hier am passendsten wäre! Ein großes Locale für das Museum, ein Saal für Vorträge in der Seitenstettengaffe neben dem altehrwürdigen Gotteshause — wann würde fich wieder ein solch günstiger Umstand ergeben, um den Bestand der Gesellschaft für alle Zeiten zu sichern??!! Und sollte es denn wirklich keine Mäcene geben, die ihr Scherflein für solche Zwecke beitragen würden, für solche Zwecke,die nach allen Richtungen hin ihr Haupt mit nie vergänglichem Ruhme bekränzen würden? Wien, im Jänner 1901. Emil Jelinek. Wien. Die Generalversammlung des Vereines „Frauenhort" im IX. Bezirk fand Sonntag den 20. Jänner d. I., 11 Uhr Vormittags, in dem stilvollen Ceremoniensaale des Tempels. IX., Müllnergasse 21, statt. Frau Rosa Zifferer begrüßte als Präsidentin die überaus zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder, namentlich die erschienenen Vertreterinnen der Frauenvereine und des „Ferienheims" Frau Baronin Charlotte Königswarter, Frau Jda Diamant, Frau kaiserl. Rath Dr. K o h n, Frau Dr. Weiß, Frau Dr. Back, Frau Dr. F i a l l a, ferner den Präfidenten des Tempelvereines im IX. Bezirke, Herrn Gottlieb B e t t e l h e i m, die Herren Rabbiner Dr. G e l b h a u s und Dr. B l o ch, die Bezirksräthe Pappenheim und H i l l e r. Hierauf gelangte ein überaus schmeichelhaftes Schreiben des Vicepräsidenten der Cultusgemeinde, Herrn Dr. Gustav K o h n, zur Verlesung, in welchem er sein Nichterscheinen entschuldigte. Frau Zifferer erstattete den Rechenschaftsbericht über die beiden letztverfloffenen Vereinsjahre und eonstatirte eine stete Erweiterung des Wirkungskreises des Vereines, der jährlich 200 Schulkinder bekleidet, über 100 Wöchnerinnen versorgt, an 100 Kranke in Curorte versendet, zahlreiche Familien während des Winters mit Kohle versieht, im Ganzen über 40.000 Kronen in alle zwanzig Bezirke Wiens vertheilt hat, was nicht weniger als 1056 Recherchen nothwendig machte. Bewegten Herzens dankte Frau Zifferer allen Gönnern und Spendern, die diese Thätigkeit ermöglicht hatten, und führte sie namentlich an. Indem sie hierauf der pietätvollen Einrichtung gedachte, daß es durch eine Spende von 500 Kronen ermöglicht ist, verstorbenen Familienangehörigen für immer ein Ehren-Gedenkblatt im Jahresbericht zu sichern, sowie durch eine Spende von 200 Kronen im Tempel des IX. Bezirkes ein Seelenlicht zu stiften, forderte fie die Anwesenden auf, sich zur Ehrung der unvergeßlichen, dem „Frauenhort" durch den Tod entriffenen Gönner und Mitglieder von den Sitzen zu erheben. Schließlich gedachte noch Frau Z i f f e r e r der neugeplanten Action, ein Arbeiterinnen - Erholungsheim in gesunder Gegend zu gründen, welche Anregung der „Frauenhort" seiner langjährigen verdienstvollen Schriftführerin Frau Rosa Feigenbaum verdankt. Als Frau Zifferer mittheilte, daß der Name unseres allgeliebten Monarchen dieses wahrhaft zeitgemäße Unternehmen zieren werde, unterbrach lebhafter Beifall die Rednerin, der sich zum Schluffe ihrer Ausführungen minutenlang wiederholte. — Herr Jul. Koppstein richtete hierauf einen Appell an alle Anwesenden, in ihrer Opferfreudigkeit nicht zu erlahmen, während Frau Jda Diamant mit den zuvorkommenden collegialen Grüßen der „Lueina" den Dank der Frauen für die Wirksamkeit des Präsidiums aussprach. Der hierauf von der Casfierin Frau Bettelheim persönlich erstattete Caffabericht erhielt über Antrag des Herrn k. k. Commercialrath es Neustadt! einstimmige Genehmigung. Herr kaiserl. Rath Dr. Lichtenstadt hielt hierauf einen Vortrag über „Englisches Armenwesen", feierte in Oetavia Hill eine Dame, die mit echt jüdischem Herzen, ohne eine Glaubensgenoffin zu sein, für Volkswohnungen und Hebung des

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