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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-12-07 · 49 (7.12.1900) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
49 (7.12.1900)
Date
1900-12-07
Page
– (sequence 16)
Language
German
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€ctle 884 Dr« Bwch's Wochenschrirr. Nr. 49 N—th. Ihre Erinnerung täuscht Sie nicht. Eine -der kräftigsten Stützen der antisemitischen Nitualmord-Bande in Tisza-Eszlar limr PLczely, der Protokollführer. Der Ehrenmann hatte vorher zwölf Jahre wegen eines mit Grausamkeit verübten Mordes in Jllava verbüßt Dieser P 6 c z e l y hatte die ersten Geständnisse des Knaben Moriz gegen seinen Vater erpreßt. Nemo. Herr F enzl war nicht immer milde. Er hat vor Gericht, unbesonnen genug, einmal erzählt, er habe einen Menschen, der seiner Meinung nach nicht in das Bureau gehörte, mit der Reitpeitsche hinausjagen wollen. Nur der Secretär Swob o d a erfreute sich einer so unendlichen Nachsicht. Z. W—r Wie einige, Herrn Schönerer nahestehende Blätter berichten, hat sich der Urteutone, welcher immer über die Grenzen schielte, Dresden zum dauernden Aufenthalte erkoren. N. M—g. Da Herr Baxa dermalen zu den gefeiertsten czechischen Männern zählt, hat er wohl gegründete Aussichten, in das Parlament gewählt zu werden, wo er wohl die Gründung eines Ritualmord-Clubs versuchen dürfte. i. g. Die Christlich-Socialen wissen ganz gut, weshalb sie die Candidatur des Herrn Victor S i l b e r e r unterstützen. Nestor. Der berühmte Maler Veit war ein Enkel Moses Mendelsohn's. I. W—k. Geza Onod y, dessen Name jüngst im Zusammenhänge mit einer eigenthümlichen Proceßgeschichte viel genannt wurde, ist identisch mit dem ungarischen Abgeordneten, welcher seinerzeit gemeinsam mit Z st o c z y die Tisza-Eszlarer Affaire im Parlamente inscenirte. Arthur H. V i e l l e i ch t hat der Weinhauser Pfarrer D e ck e r t doch von seinen Vorgesetzten eine Belehrung darüber erhalten, daß man nicht in so gewissenloser Weise päpstliche Bullen als gefälscht hinstellen dürfe. „Jgnotus". Die Intimität zwischen Paulus Mayer und Pfarrer Deckert hat im Gerichtssaale, wo Letzterer sich die Rolle eines — Betrogenen zurechtlegte, geendet. Früher gingen die Beiden durch Dick und Dünn mit einander. W. r. Die Versuche, den Ausspruch, den Kaiser Friedrich als Kronprinz gethan: „Der Antisemitismus ist die Schmach des Jahrhunderts", als apokryph zu erklären, mußten schließlich doch aufgegeben werden. Isaak leeb Weinberg und Ira Weinberg'tche Stiftung. Der Vorstand de israelitischen Cultusgemeinde in Wien verlautbart hiemit, daß aus den Zinsen der obengenannten Stiftung zwei Plätze im Betrage von je X 600-— zur Verleihung gelangen. Competenzberechtlgt sind mittellose Israeliten des jüdisch-deutschen Ritus, welche in Wien an der Universität, oder an der Technik, oder an der Akademie der bildenden Künste ihre Studien mit günstigem Fortgange betreiben und ihre Vorstudien an einem öffentlichen Gymnasium oder an einer öffentlichen Realschule mit gutem Erfolge absolvirt haben. Unter den mit den angezergten Erfordernissen versehenen Studierenden genießen in Rumänien, in erster Linie in Bukarest geborene den Vorzug. Die Bewerber haben die 1. mit dem Geburtszeugnisse, 2. mit dem von der zuständigen Behörde ausgestellten detaillirtcn Ausweise über die Armuth der Eltern, 3. mit sämmtlichen Mittelschul- und Hochschul-Zeugniffen versehenen Gesuche bis zum 31. December 1900 in dem Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde in Wien (I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock) während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. Auf nicht mit den erforderlichen Beilagen versehene, oder verspätet überreichte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Gesuchsblanquette werden in dem Einreich nngsprotokolle während der angebeuen Amtsstnnden unentgeltlich ausgefolgt. David Ncumaun'jchc Stiftung. Am 7. Adar, d. i. 26. Februar 1901, als am Sterbetage des seligen Herrn David Neumann, gelangen die Zinsen aus der David Neumann'schen Stiftung im Betrage von 420 Kronen an Verwandte des Stifters oder seiner Gattin Helene zur Vertheilung Die mit dem legalen Verwandtschasts- und Armuthszeugnisse belegten Gesuche sind bis 31. December 1900 in der Kanzlei der Cultusgemeinde (1.» Seitenftettengaffe 4, L. Stock) während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr zu überreichen. Auf später einlangende oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, am 1. December 1900. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Josef Spitzer'sche Stiftung. Der Unterzeichnete Vorstand verlautbart hiemit, daß aus den Zinsen der JosefSpitze r'schen Stiftung ein Betrag von Kronen 240*— an drei oder vier in Wien wohnhafte, arme, des Ernährers beraubte jüdische Familien zur Vertheilung gelangt Die Bewerber, beziehungsweise Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise darüber, daß der Ernährer, sei es durch Tod oder durch Krankheit oder durch sonstige Umstände der Familie entzogen ist, sowie mit einem Armnthszengniiie versehenen Gesuche bis 31. December d. I. im Einreichnngssprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengaffe 4, I. Stock) wahrend der Amtsstnnden von 9 bis 12 Uhr zu überreichen. Gesuchsblanqnette sind im Einreichungsprotokolle unentgeltlich zu beheben. Auszüge aus den Geburts-, Traurings- und Todesmatriken der israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbeilagen nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, 1. December 1900. Der Vorstand der israelitischen Cultnsgemeindc. Nürnberg, den 25. November 1900. In Folge des Hinsclieidens unseres Cantors M. R o s e n h a u p t soll in unserer Gemeinde die Stelle eines Cantovs, welcher zugleich heim Religionsunterricht verwendet zu werden die Befähigung besitzt, tlmnliclist bald besetzt werden. Musikalisch gebildete Bewerber mit hervorragenden Stimmmitteln, nicht über vierzig Jahre alt, wollen ihre mit den erforderlichen Zeugnissen über bisherige Verwendung belegten Gesuche bis spätestens den 20. December 1900 richten an die 683 Administration der israel. Cultusgemeinde Nürnberg. P. T. Seit 80 Jahren erfreut sich echte Prager „KOLB“, Cichorie des besonderen Vertrauens aller israelitischen Stände. — Wir laden Sie hiemit höfl. ein, dies vorzügliche Product in Ihrem Haushalte einzufLihren, in dem Bewusstsein, dass KOLB-Cichorie im Gebrauche, was Färbung, Geschmack und Ausgiebigkeit anbelangt, unter die erstclassigen Kaffee-Surrogate gehört, ob nun dieselbe in der einfachen grauen Originalpackung oder modernen farbigen Emballage dargeboten wird. Wenn wir uns noch auf die s. z. Empfehlungen so frommer und angesehener Männer, wie des gottseligen Oberrabbiners Simon Schreiber in Krakau, Kersch Teweles in Prag, und das Zeugniss des jetzigen hochw. Oberrdbbinates in Krakau berufen, glauben wir von jeder weiteren Anpreisung unseres Productes abstehen zu können und bemerken nur, dass die echte Prager „KOLB“-Cichorie unter steter Aufsicht eines Vertrauensmannes des hochw. Krakauer Oberrdbbinates fabricirt wird. K. k. priv. Cichorien-Kaffee-Fdbrik 684 lg. Ferd. Kolb Nachf.} Prag. Achtung beim Einkäufe auf obige Schutzmarke. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, vm.

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