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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-08-31 · 35 (31.8.1900) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
35 (31.8.1900)
Date
1900-08-31
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 644 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 35 Literatur. „Preßburger Ghettobilder", von Hermann L ö w i n g e r, Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei A. G. Mainz 1900, 117 S. Preis 1 Mark. Ueber vorliegendes Werkchen unseres geschätzten Mitarbeiters, das soeben die Presse verlassen, eine Besprechung zu liefern, von dessen Schilderungen den originellen Typen des Preßburger Judenghettos ein großer Theil in der „Oesterr. Wochenschrift" vor Jahren erschienen ist, wäre eigentlich aus zweifachem Grunde überflüssig. Erstens sind diese von gesundem Humor erfüllten Schilderungen und kleinen Erzählungen den Lesern dieses Blattes bekannt, so daß sich dieselben ein Urtheil bilden können, zweitens hätten wir seinerzeit dieser kaum in dem belletristischen Theil unseres Blattes Raum gegeben, wenn dieselbe nicht nach jeder Richtung unseren Beifall gefunden hätten. Nichtsdestoweniger wollen wir dem Büchlein einige Worte der Empfehlung mit auf dem Wege geben, schon aus dem Grunde, weil darin sehr viel Neues enthalten war, was der Verfasser zum erstenmale veröffentlicht und welches nicht minder unser unbeschränktes Lob herausfordert. Die Preßburger Ghettobilder enthüllen eine Sammlung von zum Theile in dieser und auch andern jüdischen Zeitschriften veröffentlichten, theils aber noch nicht erschienenen Schilderungen und Erzählungen aus dem alten Preßburger Judenghetto humoristischen wie auch ernsten Inhaltes. Das in fünf Abschnitte eingetheille Werkchen enthält: 1. Typen aus der Preßburger Judengaffe, 2. jüdische Sagen und Alterthümer in Preßburg, 3. jüdische Feste in Preßburg 4. Leben und Treiben der Preßburger „Jeschiwa", 5. Vermischtes, und werden selbe dem Leser eine recht angenehme Lecture bieten. Die darin geschilderten, getreu nach der Natur gezeichneten Figuren sind bis in die feinsten Details durchgearbeitet und von köstlichem Humor erfüllt. Die in schönem und anregendem Style geschriebenen jüdischen Sagen und Alterthümer in Preßburg verbreiten Licht über das mysteriöse Dunkel, in das so manches Blatt der Geschichte des allen Preßburger Judenghettos vor 200 Jahren gehüllt ist. Die schöne Schilderung des Pessachfestes in Preßburg bietet eine anregende Lecture und wirtt erhebend auf den Leser. Ebenso interessant und anregend ist die getreue Schilderung des Lebens und Treibens der Preßburger „Jeschiwa", welche bei dem Kenner dieser weltberühmten Rabbinatsschule und bei den Tausenden von Schülern, von denen viele als Rabbiner und auch in socialem bürgerlichen Leben eine hervorragende Stellung einnehmen, angenehme Erinnerungen erwecken wird. Wir können daher die Preßburger Ghettobilder, die um den billigen Preis in der obbenannten Verlagsbuchhandlung, sowie auch beim Verfasser Frankfurt a. M., Musikantengasse 36, selbst zu beziehen sind, nur auf das Wärmste empfehlen. Briefkasten. M. T. in New-Aork. Herzlichen Dank für Ihre Zuschrift, welche wir dem maßgebenden Eomite vorgelegt haben. Gruß. S. T., derzeit CarlSbad. Das Nationaljudenthum erstrebt eine Organisation der Juden auf nationaler Grundlage innerhalb der gegenwärtigen Staatsgemeinschaft. Der Zionismus erstrebt einen selbstständigen jüdischen Staat in Palästina. Dr« L. W. Die „Ostdeutsche Rundschau" brachte den Bericht über die bewußte Gerichtssaalverhandlung unter der Spitzmarke: „Zwei Klagen gegen den christlich-socialen Taschelzieher und Abgeordneten Karl M i t t e r m a y e r". Es ist wirklich nicht hübsch, daß ein . stramm - antisemitisches Blatt so gar keine Rücksichten mit einem Manne hat, der schließlich denn doch ein Repräsentant des Antisemttismus ist. H. R—urr. Die Verleumdungen, die Gregorig seinerzeit einem freisinnigen Lehrer noch ins Grab nachgerufen hat, blieben ungesühnt, obwohl dieser christlich-sociale Biedermann auch nicht den geringsten Anhaltspuntt für diese Beschuldigung hatte Vor dem — tobten Mann hatte G r e g o r i g keine Angst mehr. „ Arthur W. Man hat schon lange nicht soviel in Wien gelacht, als über den Spaß, wonach ein Vertheidiger in einem Ehrenbeleidigungsprocetz gegen den Abgeordneten B i e h l o l a w e k, dessen „besondere Intelligenz" als — Erschwerungsgrund anfllhrt. Das Drolligste aber war, daß Biehlolawek dies ganz ernsthaft in seinem Blatte anführt. M. SB. Die „Ostdeutsche Rundschau", ein bekanntlich noch immer in Wien erscheinendes Blatt, schreibt nicht nur einen Artikel unter dem Titel: „Sollen wir den Sedantag feiern?" sondern ist auch höchlich enttüstet darob, daß man im Deutschen Reich von dieser Feier ablassen will. M. 3t. Man weiß jetzt, warum Herr Dr. K l o tz b e r g der ehnsucht nicht wiederstehen konnte, Mitglied der christlich - socialen Partei zu werden. Die Geistesverwandtschaft mit Herrn P u r s ch t, dem Ritter von Spittelberg, war es wohl, die ihn, den Edlen von der Naglergasse, zur Flucht in das antisemitische Lager drängte. I. W—g. Warum soll Dr. Lueger mit den Diurnisten artiger sein, als mit den Lehrern? Das kann man billig von ihm nicht verlangen. Herausgeber und verantwottlicher Redactenr: Dr. Josef Spinoza in Deutschland Gekrönte Preisschrift. Von Df*. Max Grunwa*d IV, 380 8. — M. 7.20. „Der mit Glück erfasste und originell durchgefülirte Gedanke, die Wandlungen in der Erkenntniss und Auffassung Spinoza’s in engem Zusammenhänge mit dem Umänderungsprocesse der modernen Weltanschauung selbst in Verbindung zu bringen, bebt die Arbeit über das Durchscbnittsmass literarhistorischer Leistungen hinaus und gewährt ihr die Bedeutung eines durchaus eigenartigen. Beitrages zur modernen Culturgeschichte“. (Aus den Urtheihn der Preisrichter.) „Ich weiss nicht, was ich Inehr bewundern soll, die ungeheure Gelehrsamkeit, die das gigantische Material zusammenbrachte, oder die Klarheit, mit der es verarbeitet ist. Ich, der Ungelehrte, würde da an ein Wunder glauben, wenn ich es als Spinozist dürfte. Und wie viele, ausser mir, sind Ihnen für die gewaltige Arbeit zu innigstem Danke verbunden.“ (Aus einem Briefe Spielhagen’s an den Verfasser.) Verlag von S. Calvary & Co. Berlin H. W. 1. In meinem Verlage erschien soeben: ‘Hfl 'HBD Die Zwölf Propheten übersetzt und erläutert von Dr. MendelHirsch, Director der Realschule der Synagogengemeinde, israel. Religionsges. zu Frankfurt a. M. Preis brochirt Mk. 8.—, in elegantem Halbfranzband Mk. 7.50. 62? A. I. Ijtffttttttttt, Verlagsbuchhandlung, Frankfurt a. M. Eig. Niederlagen: Wien, H., Kl. Sperlg. 8. Fiag.Wenzelspl.52nea. Lembg, Syxtuskeng. 26. Krakau, Krzyzag. 7. Budapest Ellsabethpl. IQ. Annahmestellen in allen gr. Städten. Ppov.-Aufträge prompt. & 'ON" .<&■ ’ ft* Höchste Auszeichnungen. Sigmund Fluss Etablissement I. Ranges tiir modernste Dampf- — Kieiderfärberei ehemische f* Wäscherei s? ’ für Garderoben u. Stoffe Jeder Art. Fabrik: BrDnn, Zeile.38. Concurs. In der israelitischen Cultusgemeinde Baden wird für die kommenden hohen Feiertage ein Vorbeter acceptirt. Derselbe muss für die bezüglichen Gebete auf das Beste eingeübt und von vorzüglicher Stimmbegabung sein. Honorar nach Uebereinkommen und nur dem Acceptirten werden die Reise* Spesen vergütet. Baden, 28. August 1900. Der Gultusvorstand. S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, Vllt

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