Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 34 (24.8.1900)
- Date
- 1900-08-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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sette 618 Bloch's Wochrnschrifl. Nr. 34 Betrag zum Ankauf eines „Sefer Thora" und Thoramantels, welche mit diesbezüglich passenden Inschriften versehen werden. Außerdem spendete Herr S e l m e c z y größere Beträge für die Armen und Angestellten des Vereines. Wien. Samstag den 18. August, 9 Uhr Vormittags, fand im Tempel der Cultusgemeinde,XVlll., Schopenhauergasse, aus Anlaß des 70. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. ein Festgottesdienst statt. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner W. Sor. Die Gesänge führte Herr Cantor M. Peterselka sammt dem Chor feierlich aus. Wien. (Brigittenau.) Am Geburtstage des Kaisers fand im Vereinstempel. Webergasse 20. ein feierlicher Festgottesdienst st'.tt, wob« Herr Rabbiner Dr. Templer die Festrede hielt. Wien. Im Vereinstempel „Mikdasch Meat" fand Samstag, 9 Uhr Vormittags, das Kaiserfest statt. Die Rede hielt Herr Dr. Huß, die Festgebete recitirte Herr Cantor Modlinger. Wien. Im Tempel des IX. Stadtbezirkes fand am Abend des 17. August ein solenner Gottesdienst statt. Der Tempel erglänzte in allen seinen Theilen in strahlendem Lichte. Eine große Festesschaar füllte die heiligen Räume. Brausender Orgelklang mit helljauchzendem Hallelujah eröffnete die Feier. Hierauf trug der Chor den Königspsalm vor, dessen Soloeinlage Herr Obercantor Kläger in vortrefflicher Weise sang. Nun hielt Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus eine Festrede, in welcher er in zündenden Worten die Segnungen der Regierungszeit unseres Kaisers feierte, dem alle Völker unseres Vaterlandes in kindlicher Liebe ergeben sind, dem aber die Herzen seiner israelitischen Unterthanen in glühender Liebe, Verehrung und Begeisterung entgegenschlagen, weil sie seinem hochherzigen kaiserlichen Entschlüße ihre Gleichberechtigung im Vaterlande zu verdanken haben. Die Festesschaar nahm die patriotische Rede des Seelsorgers mit Begeisterung auf. Es wurde hierauf die Bundeslade von den Herren Vorstehern Josef Q u i t t n e r und Ignatz Simon geöffnet, vor welcher der Rabbiner ein Gebet für den Kaiser, das kaiserliche Haus und das Vaterland feierlichst vortrug. Die Volkshymue bildete den Schluß der Feier, welche auf alle Anwesenden eine erhebende Wirkung machte. Baden. Aus Anlaß des 70. Geburtstages des Kaisers fand am 18. d. M. im Tempel der israelitischen Cultusgemeinde ein solenner Festgottesdienst statt. In gehobener Stimmung lauschte die den Tempel füllende Menge auf den vom Cantor Schäfer recitirten Königspsalm, Capitel 21, und die von patriotischen Gefühlen durchwehte Festpredigt Sr. Ehrwürden Rabbiner W. Reich. Nach von demselben verrichtetem Gebete für den Kaiser intonirte die Schuljugend die Bolksbymne. Zu Ehren dieses Allerhöchsten Festtages wurden vom Vorstande an Gemeindearme und hier zur Cur weilende Bedürftige 220 Kr. vertheilt und die hier garnisonirenden jüdischen Soldaten Freitag Abends und Samstag Mittags beköstigt. — Die von Sr. Ehrwürden Rabbiner Reich anläßlich des 70. Geburtstages des Kaisers herausgegebenen „Patriotische Reden", weitere Folge, wurden von Sr. Majestät huldvollst angenommen und dem Autor in Zuschrift durch die k. k. n.-ö. Statthalterei der Allerhöchste Dank ausgesprochen. Lmz. Anläßlich der siebzigsten Geburtsfeier Sr. Majestät des Kaisers fand auch hier in dem festlich decorirten Gotteshause ein feierlicher Gottesdienst statt, der diesmal einen wahrhaft würdigen und imposanten Verlauf nahm. Eingeleitet wurde derselbe mit Sulzer's Matowu, der von dem gemischten Chore mit Ocgelbegleitung unter Leitung des Herrn Ingenieurs Stern sehr exact gesungen wurde. Hierauf sprach Se. Ehrwürden Rabbiner Friedmann bei offener Bundeslade das Kaisergebet. Mächtig ertönte dann die Jubelhymne (verfaßtvom Landrabbiner Dr. P l a cz e k, componirtvon Obercantor H e ller, Brünn), welchedergemischte Chor mit Orgelbegleitung, mit äußerst feiner Pointirung und innigem Gefühle zum Vortrage brachte. Das darin vorkommende Sopranwlo übernahm in liebenswürdiger Weise die als vorzügliche Sängerin bekannte Frau Otto und entledigte sich ihrer Aufgabe nt trefflicher Weise. Das Tenorsolo sang Herr Ingenieur Stern, t-er uns damit den Beweis gab, daß derselbe nicht blos ein guter Dirigent ist, sondern auch über eine gut geschulte, herrliche Tenorstimme verfügt. Nun bestieg Herr Rabbiner Friedmann die Kanzel und schilderte mtt beredten Worten in trefflicher Weise die Tugenden unseres allgeliebten Volkskaisers und schloß seine Rede mit einem inbrünstigen Gebete für das fernere Wohl des gekrönten Jubelgreises. Nachdem noch Herr Obercantor Schwarz mit seiner klangvollen Baritonstimme den Psalm 21 in äußerst würdiger Weise recitirt hatte, schloß mit Absingung der Volkshymne dieser herliche Festgottesdienst. Am Tage vorher widmete der Vorstand einen größeren Geldbetrag zur Vertheilung an arme Israeliten. Moson. Von christlicher Seite wird uns geschrieben: Samstag den 18. d. M., an der 70. Jahreswende des Geburtstages Sr. Majestät unseres Königs Franz Josef I., veranstaltete auch die hiesige Judengemeinde einen feierlichen Gottesdienst in ihrer Synagoge. Anwesend waren außer den Gemeindemitgliedern, Herr Josef v. Pogany, Vicegespan des Wieselburger Comitates, Herr Dr. Johann Reiter, der Abgeordnete unseres Bezirkes, der Stuhlrichter, die hiesige städtische Repräsentanz in corpore und viele andere vornehme Gäste mit meiner Wenigkeit. Da ich noch nie Gelegenheit hatte, die Predigt eines jüdischen Geistlichen anzuhören, concentrirte sich mein Hauptinteresse auf die Festpredigt. Nun, ich schulde es der Wahrheit, zu erklären, daß ich?s wahrhaftig nicht bereute, einmal in einer Synagoge erschienen zu sein, denn der Rabbiner der Wieselburger Gemeinde, Eirwncden Herr Löwinger, entledigte sich seiner schweren Aufgabe mit solcher Meisterhaftigkeit und Eloquenz, er hielt eine solch' herrliche patriotische Rede, daß alle Zuhörer von derselben ganz entzückt waren. Ich fühle mich nun verpflichtet, diesem wackeren, patriotisch gesinnten, eloquenten Geistlichen, wie auch der Gemeinde, die einen solchen Mann an ihrer Spitze hat, meine beste Gratulation uud Hochachtung auszusprechen. Ein wahrheitsliebender Katholik. Dukla. Am 18. d. M. fand anläßlich des 70jährigen Geburtstages unseres Kaisers eine Festandacht in der Synagoge statt, an der fast die gesammte Bevölkerung theilnahm, so daß die Synagoge vollgedrängt war. Punkt 11 Uhr begann die Feier mit der Absingung des 72. Psalmes, woraus der Rabbiner die Kanzel bestieg und anknüpfend an den Bibelvers : „Und Abraham wurde alt und hochbetagt", die Bedeutung des Tages erklärte. Der Redner schloß mit einem Gebete für das Wohl Sr. Majestät, worauf das Kaiserlied gesungen wurde. Abends war die ganze Stadt prachtvoll illuminirt. Agram. An den anläßlich des siebzigjährigen Geburtstages unseres allerdurchlauchtigsten Herrschers und Königs stattfindenden Festlichkeiten betheiligte sich, wie selbstverständlich, auch die hiesige jüdische Cultusgemeinde, freudig erregt, auf diese Weise einen sichtbaren Ausdruck der homogenalen, unvergänglichen Treue der hiesigen Juden an den angestammten Regenten geben zu können. Am 17. d. M., Abends, als die ganze Stadt illuminirte, prangte auch unser in der Mitte der Stadt gelegenes Gotteshaus mit weitgeöffneten Thoren in vollständiger Festbeleuchtung, was von der Ferne einen feenhaften Eindruck machte. Samstag den 18. d. M. fand um 10 Uhr Bormittags der Festgottesdienst im Beisein der ganzen Geme.nde und vieler Christen statt. Von der Regierung erschien der Justizchef, Se. Excellenz Herr V j e k o s l a r Klei^i, sowie der Bürgermeister von Agram, Herr Adolf MoZinsky Edler v. Zagreb grad. In der Festpredigt, die Se. Ehrwürden Dr. Hosea Jacobi in croatischer Sprache hielt, verglich er unsere Lage bei Regierungsantritt des Monarchen mit der jetzigen, erwähnte dankbar unsere günstige Stellung in Croatien, um zum Schluffe vor geöffneter Bundeslade noch ein langes, glückliches Leben auf das Haupt des edlen Monarchen herabzuflehen. Die vom ganzen Chore gesungene Volkshymne beendete die Feier. Auch aus der Provinz werden überall jüdische Festgottesdienste gemeldet. Herr Obercantor M. Faust in Belovar hat eine Jubelhymne herausgegeben. L. S. Belovar. Samstag den 18. August, am Geburtstage Sr. Majestät unseres erhabenen Königs, wurde in unserem Tempel ein besonders feierlicher Gottesdienst abgehalten. In den festlich beleuchteten Räumen des Gotteshauses hatten sich die Spitzen der Behörden, sowie die angesehensten Bürger der hiesigen Stadtgemeinde versammelt, und in Anwesenheit zahlreicher Gemeindemitglieder begann die Feier mit Ma towu von Sulzer, worauf Se. Ehrwürden Herr Rabbiner S. Tauber eine sehr schöne und wirkungsvolle Festrede hielt. Bor offener Bundeslade stimmte dann der Chor eine von unserem Obercantor Herrn M. F a u st componirte „Jubelhymne", welche meisterhafte schöne Ausführung die vollste Anerkennung verdient. Mit dem Kaisergebete und der Kaiserhymne schloß die erhebende Feier.