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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-08-17 · 33 (17.8.1900) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
33 (17.8.1900)
Date
1900-08-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 606 Dr. Bloch's Wochenschrrfk. Nr. 33 Austerlitz. Der hier ansäßige Dr. Alexander Weil hat sich mit Fräulein Irma F l e s ch, der Tochter des hiesigen Bürgermeisters Herrn Heinrich Flesch, verlobt. Austerlitz. (Todesfall.) Freitag den 10. d. M. starb hier die wegen ihrer Mildthätigkeit, in den weitesten Kreisen bekannte und beliebte Frau Rosalie Adler im 83. Lebensjahre. Diese Frau, die bei ihrem Reichthume sich ein gutes und frommes Herz bewahrte, verstand es, wie kein Anderer, mit den ihr reichlich zu Gebote stehenden Mitteln viel Elend zu lindern und Noth zu mildern und ihre religiösen Gefühle zu documentiren. Das Leichenbegängniß fand Sonntag den 12. d. M. statt und gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. Jung und Alt, Jud und Christ, ebenso katholische Geistliche, wie hervorragende städtische und Staatsbeamte gaben durch Betheiligung am Leichenbegängnisse ihrer Trauer unverhohlenen Ausdruck. Herr Obercantor Josef Schön executirte die Trauerpsalmen mit Hilfe des verstärkten Chores in exaeter Weise. Herr Oberlehrer Diamant hielt einen tiefempfundenen Nachruf. Triesch, 8. August. Zu Gunsten der rumänischen Auswanderer veranstalteten die Triescher Untergymnasiasten und Unterrealschüler eine Unterhaltung, deren Reinerträgniß den Betrag von 30 Kr. betrug. — Üm das Gelingen dieser Unterhaltung haben sich besonders das Comite, das aus den Studenten : Fritz Meißner, Emil Isternitz, Otto Thierseld, Julius H e ch t e r, Erwin Friedenthal und Walther Meißner bestand, sowie der Herr Veit Frankfurter, welcher mit seinen äußerst gelungenen Vorträgen einen durchschlagenden Erfolg erzielte, ferner die Fräuleins Agathe Stern, Hedwig Weiler und Grete Münch verdient gemacht. Friedek. Zum ersten selbstständigen Rabbiner der Cultusgemeinde Friedek-Mistek 'wurde Dr. I. Bergmann, bisnun als Rabbiner in Loschitz thätig, ernannt. Die feierliche Jnstallirung desselben erfolgte Mittwoch den 15. d. M. um 5 Uhr Nachmittags im Tempel zu Friedek. Gurahumora, 10. August. Bei der am 7. d. M. vorgenommenen Constituirung des Cultusrathes der israelitischen Gemeinde in Gurahumora wurden Moriz Mittelmann zum Cultusvorsteher, Abraham F i s ch l e r zum Vorsteher-Stellvertreter, Marcus Markowicz, Israel Ellenbogen und Abraham E n g l e r zu Beiräthen gewählt. Jungbunzlau. Unter zahlreicher Betheiligung der hiesigen Bevölkerung wurde der verdienstvolle Lehrer Salomon K o r nsührer zu Grabe getragen. Dem Verstorbenen widmete der Präses des Schulvorstandes Theodor Strenitz einen tiefempfundenen Nachruf. Jungbunzlau. Am 7. August fand unter zahlreicher Betheiligung das Leichenbegängniß des Lehrers und Secretärs unserer Gememde, des Herrn Salomon Kornführer, statt, welcher nach dreitägiger Krankheit an Gehirnlähmung starb. Auf dem Friedhofe widmete demselben unser Rabbiner Herr Dr. Moritz Klotz einen tief ergreifenden Nachruf, in welchem er besonders den Fleiß und die Pflichttreue des Verstorbenen hervorhob. Seiner Rede legte unser Rabbiner die Worte „raw loch" aus dem Wochenabschnitte zu Grunde, die er in gewandter Weise auf den Dahingegangenen anwendete, indem auch an ihn der Ruf „raw loch" ergangen sei, da auch er im Leben schon genug geleistet, sich genug geplagt und gemüht habe. Die Zuhörer waren von dieser erbaulichen Rede so ergriffen, daß kein Auge thränenleer blieb. Rawitsch, 1. August. Bei der Aufforderung, die der Hauptmann an die vollzählig angetretene Compagnie des hier garnisonirenden Infanterie-Regiments richtete, daß die zum Dienst nach China Bereiten sich freiwillig melden sollten, trat nur der jüdische Soldat Heymann vor. Erst als der Hauptmann in energischer Ansprache hervorhob, wie beschämend es für die Compagnie sein muß, daß, wenn Se. Majestät auffordere, die Ehre des Vaterlandes zu wahren, nur ein Mann sich melde, kamen schließlich nach langem Zögern noch 18 Mann hinzu. Lundeuburg. Zur Adelsverleihung an den Herrn Fabrikanten K u f f n e r wird uns geschrieben: Herr Hermann Kuffner hat die ihm gewordene Auszeichnung durch humanitäres und gemeinnütziges Schaffen und Wirken vielfach verdient. In den Sechziger-Jahren bekleidete er ruhmvoll das Amt des Bürgermeisters der autonomen Judengemeinde und war anhaltend bemüht, den Cultus zu heben, den Jugendunterricht zu fördern und Wohlfahrtsanstalten zu errichten und zu erhalten. Unter seiner Leitung war das alte Schulgebäude neu erbaut und zweckmäßig eingerichtet. Er wurde sodann von der christlichen Bevölkerung zum Oberhaupte gewählt. Unter ihm ward Lundenburg zur Stadt erhoben. Der Jude Kuffner aber wurde jedoch immer wieder nach wie vor zum Bürgermeister ernannt, obschon der Antisemitismus in Wien und in vielen anderen Orten bereits seine verwerflichen Orgien feierte. Durch drei Jahrzehnte fast nahm Kuffner im Gemeinderath ehrenvoll den Vorsitz ein, bis ihn das zunehmende Alter zwang, dieser Würde zu entsagen. Nun erhielt er am Abende seines Lebens das wohlverdiente Adelsdiplom. Er zählt nahezu 78 Jahre und hat ein Anrecht, auf seinen errungenen Lorbeeren auszuruhen, und kann mit stolzem Bewußtsein in seine Vergangenheit zurückblicken. Möge er sich lange noch wohlbehalten dieser erhebenden Auszeichnung erfreuen. Saaz. Hier verschied Herr Adolph Kellner seu., Privatier und Ehrenpräsident des israelitischen Beerdigungsbrüderschafts-Vereins im 84. Jahre. Die Beerdigung fand Sonntag den 12. August, Nachmittags, statt. Marienbad. Am 28. August d. I. feiert Herr Dr. S. Kulka aus Leipnik in seltener geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Wenn auch der Jubilar seinen Ehrentag nur im Kreise seiner Familie in Troppau zu feiern gedenkt, so dürfte die Nachricht hievon auch für weitere Kreise von bedeutendem Interesse sein, denn der greise Gelehrte hat sich durch seine Studien und Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft, der Geschichte unseres Volkes und speciell durch die von ihm in den letzten,Jahren gehaltenen Vorträge, die überall von größtem Beifall begleitet waren und deren auch öfters in diesen Blättern rühmlichst Erwähnung gethan wurde, große Verdienste um das Judenthum erworben. Herrn Dr. S. Kulka, der insbesondere in Berliner wissenschaftlichen Kreisen verkehrt, wurde bereits vor 10 Jahren anläßlich seines 60. Geburtstages die ebenso hohe, als seltene Ehrung zu Theil, daß ihn die Berliner Universität zum Ehrendoctor ernannte. Der Jubilar, der gegenwärtig in Marienbad weilt, hat sich auch hier, wie überall, durch sein liebenswürdiges Wesen, wie durch sein Wissen zahlreiche Freunde erworben, die gerne seinen geistreichen Worten lauschten. Möge es ihm im Interesse des Judenthums, das heute — mehr denn je — solche Männer benöthigt, beschieden sein, in nicht minderer Frische des Geistes und des Körpers noch recht viele Jahre hindurch in diesem Sinne zu wirken I Lichlenstadt bei Karlsbad. (Todesfall.) Sonntag den 5. August wurde der verdienstvolle, seit 5 Jahren emeritirte Cantor und Religionslehrer der hiesigen Cultusgemeinde, Herr Joachim Rindskopf im 82. Lebensjahre zu Grabe getragen. Der Verblichene hatte durch 12 Jahre in Königsberg a. E. und durch 44 Jahre ununterbrochen an der hiesigen Cultusgemeinde sein heiliges Amt bekleidet und während seiner 56jährigen Tätigkeit mit seltenem Pflichteifer und treuer Hingabe an seinen heiligen Beruf gewirkt. Welcher allgemeinen Werthschätzung und Verehrung sich der Verblichene erfreute, bewies die aufrichtige Theilnahme an seinem Leichenbegängnisse. Von Nah und Fern, aus Karlsbad, Neudek, Joachimsthal, Schlackenwerth, waren ehemalige Schüler und Freunde des Verstorbenen herbeigekommen, um dem theueren Todten die letzte Ehre zu erweisen. Der Bürgermeister, der Pfarrer, der Lehrkörper der hiesigen Stadtschule, die gesammte Bürgerschaft folgten im langen, unabsehbaren Zuge dem Sarge des braven Mannes. Nachdem der Vorstand den Sarg in den schwarz decorirten Tempel, der die vielen Trauergäste nicht zu fassen vermochte, getragen hatte, sang Herr Obercantor Tiger aus Karlsbad, ein Freund des Verstorbenen, den Trauerpsalm in ergreifender Weise, - worauf der Vorstand. Herr Siegmund Binder, namens der Gemeinde in tiefbewegten Worten von dem „treuesten Sohne der Gemeinde" Abschied nahm, und Herr Rabbiner Hermann S p i el m a n n das fromme Leben des Verstorbenen pries. Am Grabe sang noch Herr Obercantor Tiger einen Psalm, und mit einem Appell an die Anwesenden seitens des Herrn Rabbiners, die Tugenden des Verstorbenen nachzuahmen, schloß die würdige Todtenfeier. Tewesvar. Der Director des egyptischen Nationalmuseums in Kairo, Herr Max Herz Bey, ein Temesvarer, wurde vom König von Italien zum Ritter des Ordens Santo-Maurizio ernannt. Unser Landsmann ist bereits Inhaber des Ritterkreuzes des Franz Josef-Ordens und Mitglied der Akademie der Wissenschaften von Budapest und London. Diese Auszeichnung wurde auch in Temesvar von den zahlreichen Bekannten des Decorirten mit Befriedigung begrüßt. Breslau, 4. August. Herrn Geh. Sanitätsrath Dr. Elias ist der R o t h e A d l e r-O r d e n IV. Classe verliehen worden.

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