Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-07-06 · 27 (6.7.1900) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
27 (6.7.1900)
Date
1900-07-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021331-3021359--10036-3034495
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 506 Dr. Blnch> worlrenschrM. •itr. 27 lich decorirten Saale des Hotels „Metropole" stattfand, nahm einen außerordentlich animirten Verlauf. Dem Jubilar, der von seiner Gattin begleitet war, wurde beim Erscheinen von einigen Herren des Festcomitäs eine prachtvolle Statue aus Altsilber, hergestellt vom akademischen Bildhauer Wilhelm H e v d a, übergeben. Das Kunstwerk, 15 Meter hoch, besteht aus einem Sockel aus rothem Sandelholz, das allmälig in schwarz gebeiztes Holz übergeht. Auf dem Sockel steht eine Zweidrittelfigur aus Altsilber, die Architektur. Zwei Figuren, welche Kalk rühren, versinnbildlichen die Bauarbeit. Diese drei Figuren sind der Mittelpunkt einer Scene, darstellend den Kampf des Princips des Schönen, das unter vielen Gefahren schließlich das reine Kunstwerk hervorbringt. Im Verlaufe des Banketts hielt der Obmann des Festcomites. der ehemalige Gemeinderath Franz Frauenberger, die Festrede, in welcher er die großen Verdienste des Jubilars um das Baugewerbe und die Stadt Wien hervorhob. Der Jubilar dankte tiefgerührt für die Ehrung, welche ihm zu The l wurde und welche ihn außerordentlich freudig überragte. Er gedachte in seiner Erwiderung seiner treuen Mitarbeiter, insbesondere der alten, bei ihm noch beschäftigten Poliere, die schon beim Bau seiner ersten Häuser mitwirkten und ebenfalls als Festgäste anwesend waren. Lange nach Mitternacht schloß erst die schöne Feier, welche den Anwesenden stets in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Wie». Wie Budapester Blätter melden, hat der Cantor Bela G u t m a n n die auf ihn gefallene Wahl zum Obercantor des Tempels der Wiener israelitischen Cultusgemeinde in der Leopoldstadt abgelehnt. Wien. (Todesfall.) Am 25. Juni l. I. verschied nach längerem Leiden der durch seinen streng rechtlichen Charakter und seinen Wohlthätigkeitssinn rühmlichst bekannte Armenrath Herr Philipp Weiner. Die imposante Betheiligung an dem Leichenbegängnisse des Verstorbenen und die hiebei gehaltenen Trauerreden boten ein beredtes Zeugniß für die allgemeine Sympathie, deren sich Herr Weiner allseits erfreute. Zahlreiche Wohlthätigkeitsvereine empfinden schmerzlich den Verlust dieses allzeit hilfsbereiten Mannes und insbesondere der allgemeine Krankenunterstützungsverein „Nächstenliebe" (II. Praterstraße 50). dem Herr Philipp Weiner durch nahezu 30 Jahre angehörte und als dessen Vorstand er durch eine Reihe von Jahren auf das Ersprießlichste wirkte, betrauert in dem Verblichenen ein um den Verein hochverdientes Mitglied. Der Bereinsvorstand hat sofort nach dem Einlangen der Trauerkunde .in einer zu diesem Behufs einberufenen außerordentlichen Sitzung seiner tiefen Trauer um den Verlust dieses edlen Mannes Ausdnrck verliehen, und hiebei mehrfache, dessen dauerndes Andenken im Vereine sichernde Beschlüsse gefaßt. Ung.-Ostra. Herr Dr. David Herzog, unser wegen seiner Kanzelberedtsamkeit und seines pädagogischen Geschickes bekannter Rabbiner, der seit 4 Jahren in ungemein segensreicher Wirksamkeit die Seelsorge hier versieht und der wegen seines Charakters außerordentlicher Sympathien sich erfreut, wurde einstimmig zum Rabbiner von Prag-Smichow erwählt. Ungarisch-Hradisch. Wir erlauben uns die P. T. Leser aus die Eröffnung eines israelitischen Knabenpensionates für Gymnasialschüler in Ungarisch-Hradisch (Mähren) aufmerksam zu machen. Dasselbe, unter energischer, zielbewußter und höchst vertrauenswürdiger Leitung stehend, nimmt nur eine beschränkte Schülerzahl auf, so daß jedem einzelnen Schüler besondere Sorgfalt wird gewidmet werden können und kann dieses Pensionat daher den P. T. Eltern und Vormündern aufs wärmste empfohlen werden. Die Zahl der israelitischen Schüler am hiesigen k. k. deutschen Staats-Obergymnasium beträgt mehr als fünfzig Percent der Gelammtschülerzahl und war darum die Eröffnung eines israelitischen Studentenpensivnates hierorts ein — lang gehegtes Bedürfniß. Näheres in Jnseratentheile. Hohenems (Vorarlberg). Ueber Ersuchen der „Israel. Allianz" in Wien veranstaltete Herr Rabbiner Dr. Tänzer eine Collccte für die unglücklichen rumänischen Juden, deren Ergebniß der „Allianz" übersendet ward. Es spendeten: Herr Anton Rosenthal K 20.—, Herr Michael Menz K 4.—, N. N. K 4.—, Herr Hermann Hirsch K 4.—, Herr Theodor Elkan K 2.—, Herr Äopold Simon Brettauer K 2.—, Herr Leonh. Landauer K 2.—, Herr Josef Landauer K 2.—, Herr Mathias Hermann K 2.—. Herr Jakob Egg K 2.—, Herr Rafael Bollag K 2.—, Herr Ludwig Bernheimer K 2.—, Israel. Frauenverein K 20.—» F'an Regine Heß K 10.—; ferner die Damen Frau Caroline Bernheimer, Bertha Bernheimer, Louise Bernheimer, Marianne Woblqenannt. Betti Löwenberg und Frl. Bertha Egg je K 2.—, Summe K 90.—. Rakonitz. (Danksagung.) Den nachfolgend verzeichneten Spendern für die Witwe Ehrlich (Aufruf in Nr. 25. d. Bl.), sowie besonders dem Herrn Grünfelder in Saaz für die eingesandte Sammlung von 30 Kronen wird hiedurch im Namen der armen Familie der innigste Dank ausgedrückt: Herr Max L'lling, Deutsch-Brod K 5.—, Herr A. Körner, Zeravil K 3.—. Herr Max Steinreich, Teplitz K 5.—, Herr Moriz Schidlhof, Wien K 10.—, Herr B. R. Zerzavy, Jarmeritz, Oe. N.-W.-B. K 6.—, Herr Eduard Libochowitz, Neusattl bei Elbogen K 10.—, Herr Max Steinreich, Teplitz K 10.—, Herr Josef Münzer (eine Sammlung) Jaromer K 20, Herr Edmund Back, Königsfeld K 4.—, Herr Moritz Abeles (eine Sammlung), Saaz K 14.—, Herr Abraham Taussig (Chewra Kadischa zdoke), Jglau, K 10.—, Herr R. A., Jglau K 10.—, Herr M. Steiner, Horazdiowitz K 10.—, Herr Leopold Leppich, Turdosin (Comitat Arva, Ungarn) K 10.—> Herr Jacob Ehrlich, Przemysl K 2.36, Herr W. L., Wolin K 10.—, Herr Philipp Herschmann, Beneschau K 4.—, Herr I. Adler, München, K 6.—, Summe K 149.36. Franzensbad. (Israelitische Cultusgemeinde.) Frau Franziska G i n s b e r g aus Berlin, eine der hervorragendsten Gönnerinnen des „Kaiser Franz Josef Jubiläums- Hospitals für arme curbedürftige Israeliten", hat diesem Wohlthätigkeits-Jnstitute vor Kurzem neuerdings die namhafte Spende von 800 Kronen gewidmet. Marienbad. Die Münchener Alma mater beging am Dienstag den 26. Juni, 10 Uhr Vormittags, mit gewohnter Feierlichkeit ihr Stiftungsfest. Der keotor Magnificus hielt die Festrede. Nach derselben gab der Rector die Geschichte der Universität im abgelaufenen Jahre und die Preisträger, die die Preisfragen des letzten Studienjahres lösten, bekannt. Die juristische Facultät, deren Preisfrage lautete: „Darstellung des Verbrechens des unlauteren Wettbewerbes", sprach dem Rechtspraktikanten am Bezirksamt München II. Martin Köhler (ein Neffe des NewDorker Rabbiners Dr. K. Köhler) aus Fürth den Preis zu. Bei sämmtlichen übrig e n Facultäten, mit Ausnahme der theologischen, konnte kein Preis zuerkannt werden, weil die eingelieferten Arbeiten nicht genügten. Innsbruck. (AufgelösteBurschenschaften.) Die Statthalterei löste sämmtlicheCorps und Burschenschaften, sowie den akademischen Alpenclub auf. Anlaß zu dieser Maßregel gab eine von diesen Vereinigungen gefaßte Resolution, in welcher gegen die Berufung des Professor Bernheimer an die hiesige Universität Pr'otest erhoben wurde, weil derselbe jüdischer A bstammung sei. Sleinamanger. (F r e u d e n f e st - P s a l m.) Aus dem freudigen Anlasse des 70. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs, erscheint demnächst eine festliche Composition (Psalm 21) für gemischten Chor und Cantorsolo vom Obercantor Max Goldstein in Steinamanger, worauf die geehrten Herren Cantoren schon im Vorhinein aufmerksam gemacht werden. Berbo im Juni. Am 24. Juni hat nach zehnjähriger Bacanz die Wahl eines Rabbiners für unsere alte, ehrwürdige stets von berühmten Geonim besetzte Gemeinde stattgefunden. Seitdem der weithin bekannte Oberrabbiner Koppel Reich uns verlassen hat. um in der orthodoxen Gemeinde in Budapest als Oberrabbiner zu wirken, war zwar von der Aufnahme verschiedener bekannter Rabbiner die Rede, aber für keinen derselben konnte sich eine allgemeine Stimmung bilden. Nun wurde endlich zur allgemeinen Zufriedenheit der jüngste Sohn des Oberrabbiners zu Budapest, Herr Rabbinats - Candidat Samuel Reich zum Rabbiner der Gemeinde gewählt und wird allgemein erwartet, daß derselbe bei seinem ausgezeichneten talmudischen Wissen und allgemeinen Kenntnissen der Gemeinde zum Ruhme gereichen werde. . L. Dresden. Ueber Einladung des hiesigen Literaturvereines „Ben David" hielt der rühmlichst bekannte Herr Dr. S Kulka aus Leipnik in der hiesigen Philharmonie am 24. v. M. vor einem ebenso zahlreichen als distmguirten Publikum einen Vortrag. Der greise Redner sprach mit jugendlichem Feuer anderthalb Stunden über Don Jehudah Hallevi, einen der größten Dichter und Philosophen aller Zeiten und hauptsächlich berühmt durch sein großes Werk „Kusari". Er schilderte in glühenden Farben

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.