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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-06-22 · 25 (22.6.1900) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
25 (22.6.1900)
Date
1900-06-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 476 Dr. Bloch'? Wodtenschrifk» Sir. 35 I. W. Das Bildungsniveau des „Deutschen Volksblattes" erkennt man wohl, wenn man in einem Feuilleton des Blattes die poetische Stelle liest: „Der Schlag auf alle Antisemiten auf amol." Arthur W. Im „Vaterland" scheinen zwei Strömungen gegen einander zu kämpfen. Die eine ist für die Anständigkeit; dann erscheinen objective Artikel, wie z. B. viele über die Affaire Dreyfus es waren, dann gewinnt die Andere die Uebermacht und es wird das infame Gegentheil geschrieben. Aehnliches zeigt sich in dem Blatte auch bezüglich der Konitzer Affaire. I. B. Die „Neuen Tiroler Stimmen", ein clericales Blatt, schrieb erst vor wenigen Tagen, „daß durch den Racenantisemitismus der Boden für die socialgefährlichen Agitatoren geradezu präparirt wird." Das hindert aber die clericale Presse doch nicht, verschämt oder unverschämt die Parteien zu fördern, die den Racenantisemitismus propagiren. Dr. B. H. Wie es mit dem czechischen Freisinn aussieht, kann man daraus ermessen, daß die radical-fortschrittliche Partei, also eine angeblich freisinnige, jüngst erklärte, daß sie zwar den Antisemitismus verwerfe, aber trotzdem empfehle, keine Verbindung mit Juden anzustreben und das nationale Moment schärfer ins Auge zu fassen." I. L—g. In der Rubrik „Wieder Einer" verzeichnet das „Deutsche Volksblatt" hie und da wahre, zumeist jedoch erlogene Geschichten, in denen Juden eine schlechte Rolle spielen. Damit geben aber die Herrschaften zu, daß all die vielen Gaunereien und Verbrechen, von denen sie täglich berichten müssen, auf das Conto der Antisemiten gehören. Aufruf. Ein Nothschrei von mehr als zweimalhnuderttauseud, in namenloses Unglück gerathener Juden dringt aus Rumänien in die Welt hinaus. Die Lage der Juden in Rumänien war die denkbar traurigste geworden, seitdem man sür sie die Bezeichnung „Fremdlinge" erfunden, sie aller bürgerlichen Rechte beraubte und ihnen nur die Erfüllung von Bürgerpflichten beließ. Juden ist al^ Fremden die Bethätigung im Handel und Gewerbe unterbunden, und sogar der Zugang zu den Unterrichtsanstalten wird der Heranwachsenden Jugend so gut wie verwehrt. Dieses Elend in ihrem Baterlande erfuhr durch die zwei letztjährigeu Mißernten eine ungeheuerliche Steigerung. Während die Regierung sür die Nichtjuden Nothstandsarbeiten verfügte und unter die Hungernden Brod vertheilt, find Juden als sogeuauute „Fremde" auf den Aussterbeetat gesetzt worden. Ueber 200.000 Juden fielen dadurch grenzenloser Verzweiflung anheim. Dringendst ist die Pflicht zu Helsen. Da an eine Auswanderung und Verpflanzung einer solchen Menschenmenge in fremde Länder gegenwärtig nicht zn denken ist, muß sich die Hilssaction zunächst darauf beschränken, die Hilfsbedürftigen in Rumänien selbst zu unterstützen, um es ihnen zu ermöglichen, die schwere Huugerzeit bis zur hoffentlich günstigen Ernte dieses Jahres zu überdauern. Zu diesem Behuse richten wir an alle Glaubensbrüder und an alle Menschenfreunde die inständige Bitte, unsere Hilfsaktion mit Geldspenden ausgiebig und ehebald zu fördern. Gaben übernimmt die Israelitische Allianz in Wien, I., Weihburggaffe 10 und auch die Redaction dieses Blattes. Der Vorstand der Israelitischen Allianz in Wien. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: De. Josef Noti; In der Kanzlei des Synagogeu-Bereines „Beth Israel" II., Leopoldsgasse 29, werden zur Bequemlichkeit des P. T. Publikums die noch verfügbaren Betsitze vom 10. Juni a. c. angefangen, an Wochentagen von 6 bis 8 Uhr Abends aüsgegeben. Die Möbelfabrik Sigm. Oppenheim (früher I , Wipplingerstr. 8) befindet sich jetzt II,, Praterstrasse 30 in dem eigens erbauten Möbelhaus. In geräumigen, lichten Sälen sind hier Möbel aller Gattungen, eigener Erzeugnisse, zur Besichtigung ausgestellt. Streng correcte und solide Ausführung, billigste Preise, prompte Bedienung. Tüchtiger Schachet, Ubodekr, Vorbeter und Religionslehrer, ledig, sucht eine Anstellung in einer israelitischen Gemeinde. Ansprüche mäßig. Kaboles könnnen über Wunsch eingesendet werden. Bernhard Insel. Neunkirchen, Niederösterreich, Spitülgasse 5. 569 Junger Mann repräsentationsfähig, kaufmännisch gebildet, mit einfacher Buchhaltung sucht unter bescheidenen Ansprüchen Comptoir- Reisender- oder Buchhalter-Stelle. Derselbe bereiste Schle sien, Mähren, Böhmen und Galizien mit gutem Erfolge, besitzt Erfahrung im Mahn- und Klageverfahren nach der neuen Civilprocessordnung und ist ausserdem einer slavischen Sprache in Wort mächtig. Gütige Anträge erbeten unter „Strebsam lind tüchtig“ 25, Wien, Hauptpostrestante. (Nur gegen Schein.) o. Zur 568 Geschichte der Jude« in Mähren und Oest.-Schlesicn mit Rücksicht auf Oesterreich-Ungarn und die Nebenländer. Von Chr. Ritter v. d'Elvert. Gr.-Octav 269 S. liefern Bernhard Epstein & Cie. in Brünn, für 2 fl. und kann. durch jede Buchhandlung von ihnen bezogen werden. Dieses Geschichtswerk des rühmlichst bekannten vaterländischen Historikers, nach den verläßlichsten Quellen bearbeitet und vollständig objectiv gehalten, bietet jedem denkenden Leser lebhaftes Interesse und kann jüdischen Kreisen nicht genug warm empfohlen werden. Dem Einsender des Preisbetrages wird das Werk franco zugeschickt. Die israel. Cultusgemeinde in Zürich (Schweiz) sucht ehestens den ersten und zweiten Theil „Schir Zion" von Sulzer zu kaufen. Gefällige Zuschriften samint Preisangabe, sind an Obercantor Simon Tonnenberg, Zürich, Motel Biedermann? Löwenstrasse 40, zu richten. 566 Demnächst erscheint der III. Band: Geschichte der Juden in Kremsier und Nachbargemeinden, Urkundenhuch, Biographien bedeutender Zeitgenossen, Professor Kaufmann von Dr. Ad. Frankl-Grün. Preis 2 fl. Bei demselben sind zu beziehen I. und II. Band, die Ethik des Juda Halevi, Varianten in den biblischen Parallelen, des Kaisers Jubel- und Trauertage (7 R.) 4 Reden für die ausgezeichneten Sabhathe und mehrere Einzelreden, Tifereth Bachurim, Vorträge über hebräische Sprache und Geschichte (1869). Zusammen für 5 fl. 570 «. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VIIL

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