Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 19 (11.5.1900)
- Date
- 1900-05-11
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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Sette 364 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 19 dazu gezwungen würde, mich mit jener Aussage begnügen, die ich mit Dir einstudiren würde. — Wenn Du nicht die Aussagen Lebender zu fürchten hast, wird die Sache glatt ablausen." „Ich habe Dirs ja gestanden, ich habe mich zu einigen Unvorsichtigkeiten hinreißen lassen .... Ich konnte zwar nicht ahnen, daß die miserable Affaire ein so unglückliches Ende nehmen würde, aber ich wollte doch, um die Uniform nicht zu comprimittiren, die Kleidung welchseln, und habe mich unterwegs in dem einschichtigen Wirthshause zum goldenen Bären überkleidet, und dort ein Zimmer bestellt; wenn der Lump, der Wirth plaudert. . . „So! in dieser Gaunerherberge, in dem Spitzbubenversteck, in dem Schlupfwinkel aller Verbrecher der ganzen Gegend hast Du Dein Absteigequartier genommen!" meinte der Bürgermeister hohnvoll. „Doch darüber kannst Du auch ruhig sein, der Wirth, der rothe, einäugige Fritz ist in seinen Aussagen nicht so penibel. Wenn Du ihm eine Handvoll Thaler zusteckst, oder wenn ich ihm versprechen lasse, ein Auge zu seinem verbrecherischeen Treiben zuzudrücken, beschwört er, daß er Dich sein Lebtag nicht gesehen. Bislang hast Du mir nichts mitgetheilt, das mich zu einem extremen Schritte veranlassen könnte." (Fortsetzung folgt.) Vrteskaflen. i. Im Talmud wird wiederholt Homer erwähnt abc. Zwischen den Juden und den alten Römern bestand bezüglich der Auffassung der Ehe ein großer Unterschied. So sagt z. B. Seneca: Selten heiratet man bei uns eine Frau, die nicht schon geschieden von einem Manne ist. Bei den Juden waren die Ehescheidungen immer die Ausnahmsfälle. Historicus, Die alten arabischen Schriftsteller pflegten ihre Bücher mit den Worten einzuleiten: „Gelobt sei Gott, der uns mit der Schreibfeder bekannt gemacht hat." So manches Buch, das in unseren Tagen erscheint, regt zu allem eher, als zu diesem Segensspruch an. _ I. M. Dr. Stransky hat, nachdem er von den Antisemiten so beschimpft wurde, Dr. P o r z e r gefragt, wie er es denn angestellt habe, daß ihm die Christlich-Socialen seine jüdische Abstammung so gänzlich verziehen haben. i. Mechaniker, Schneider empfiehlt, daß man den K. H. Wolfs einfach aus dem Parlamente „herausprügle". Der gute Mann fühlt offenbar das Bedürfniß zu zeigen, daß er nicht nur gegen die Juden roh sein kann. _ I. M. Da nützen nichts die Gesetze. Ein tiefer deutscher Philosoph schrieb schon vor hundert Jahren: „Das Gelingen eims jeden Unterrichts ist durch die Individualität des Lehrers bedingt. Vergeblich ist die Hoffnung, öffentliche Schulen durch G es e tz e allein zu einem blühenden Zustande zu bringen." G. in Wien. Ueber die Situation im Parlament ein Wort zu verlieren, ist überflüssig. Es hat, seitdem es seine Privilegien zu antisemitischen Excessen mißbrauchte, die Existenzberechtigung eingebüßt. Nicht unsere Sache ist es, sein Geschick zu bedauern. H. M in D. Wir warnen Sie vor der Reise nach Wien. Die Aufnahme von jüdischen Kranken in die Krankenanstalten von Wien wird seit einiger Zeit sehr erschwert. Viele jüdische Patienten, die nach Wien kommen, müssen unverrichteter Dinge nachhause reisen, weil ihnen die Aufnahme verweigert wird. Auch das Spital der israelitischen Cultusgemeinde ist darum überfüllt und bietet keinen Raum mehr. B. B. Fünfhaus. Anonyme Zuschriften werden nicht beantwortet. M. G. in W. Der 1. September 1887 war am Mittwoch, 12. Elul 5647. L. in Z. Derlei Fragen wollen Sie einem autoritären Rabbiner vorlegen. Goncurs-Ausschreibung. An der 6classigen israel. Volksschule iu BlßlitZ mit Oelfentlichkeitsrecht, gelaugt mit I. September d. J. eine Lehrerstelle mit dem Gehalte von 1800 Kronen, Deeenalzulage und Pensionsberechtigung in Gemiissheit der bestehenden Pienstespragmatik, eventuell eine Religionslehrerstelle für den hebräischen und Religionsunterricht zur Besetzung. Diejenigen Competenten, welche genügende musikalische Bildung und stimmliche Begabung besitzen, um gleichzeitig den Posten eines zweiten ßantors versehen zu können, erhalten den Vorzug und würde in diesem Falle nach einem zu treffenden Uebereinkommen ein höherer Gehalt bewilligt werden. / Gesuche nebst Zeugnissen nnd currieulum vitae sind bis 5. Juni d. J. an den israelitischen Cultusvorstand zu richten. Die Reisespesen werden dem zu einem Probevortrag Berufenen vergütet. BißlitZ, den 7. Mai 1900. 535 Der israßl. Cultusvorstand. 53° Interessante Bücher. Lazarus Prof. Dr., Treu und Frei. Gesammelte Reden und Vorträge über Judßn und Judßnthum. 356 Seiten, wie neu. Statt fl. 3.60 nur fl. 2.— Ideale Fragen in Reden und Vorträgen. 420 Seiten. Statt fl. 3.60 nur fl. 2. Nahida Ruth. (Nahida Remy.) Das jüdische Weib mit einer Vorrede v. Prof. Dr. Lazarus. 335 Seiten. Statt fl. 2.40 nur fl. 1.25 „Wir wüssten dem Buche kein grösseres Lob zu spenden, „als wenn wir von ihm aussagen, dass es den Leser lockt „und fesselt, dass es sein Nachdenken und damit oft seinen „ Widerspruch herausfordert. (Aus einer Kritik.) Ich suchte dich. Biograph. Erzählung. Statt fl. 1.80 nur 95 kr. „Diese Biographie ist ein Frauenbuch im schönsten Sinne des „Wortes und bietet ein Beispiel von 'dem Muthe und der Wahrhaftigkeit, mit welcher gewisse Ausnahmen des weiblichen Geschlechts die Religion des Herzens gegen die Zumuthungen der „Gesellschaft vertheidigen. Zangwill, Dßr König dßr Schnorrßr. Humoreske, 193 Seiten. Statt fl. 1.20 nur 75 kr. Kindßr dßs Ghetto. 2 Bde. 736 Seiten. Statt fl. 4.50 nur fl. 2.25 „Dass wir kein Bedenken tragen, Zangwill den Meistern der „Erzählung auf dem Gebiete des jüdischen Lebens, einem Bernstein ,Kompert, Franzos als ebenbürtig anzureihen. (Aus einer Kritik.) Franzos Karl Emil, AUS Halbasien. Culturbilder aus Galizien, Bukowina, Südrussland etc. 2 Bände. 675 .Seiten. Statt fl. 6.— nur fl. 3.30 &ST Neu! Jüdische Realpolitik von Bezirksrabbiner Dr. Rosenmann. Preis 30 kr. Die Brochure ist ein wahrer PfaflWßiSßr für jeden politisch denkenden Juden. Nur reine Exemplare, zu diesem Preise nur zu beziehen von R. LOWIT, Buchhandlung, Wien, I., Rothenthurmstrasse Nr, 22. Soeben erschien im Selbstverläge des Verfassers: Der synagogale Gottesdienst nach der Bibel, dem Talmud und den Aussprüchen der Weisen in Israel. Dargestellt von Dr. M. H. Friedl ander, Msek Preis 80 Heller. 532 Ungarische Ehebewilligungen fIrr kürzester Zeit versirter Fachmann. Zuschriften erbeten postlagernd „Stefaniestrasse“ gegen Schein. 537 Unständiges Mädchen für Alles, das gut n kochen kann, wird sogleich aufgenommen. Wiener, XIX., Chimanistr. 29. Für ein rituelles Haus wird ein Fräulein, welches in Küche und Hauswesen nett und ganz verlässlich ist, gesucht. Nur solches wolle Offert, wenn möglich auch Photographie senden an Moritz Spiegel, Troppau. 534 Conrur». Bei der israelitischen Cultusgemeinde zu Boskowitz in Mähren ist die Stelle eines Lantors (Vorbeters) mit musikalischer Bildung und Befähigung zur Heranbildung und Leitung eines Chores, der auch als Koreh und Schochet zu fungiren hat, mit einem garantirten Einkommen von 1500 Kronen, zu besetzen. Theologisch Gebildete können auf ein bedeutenderes Nebeneinkommen rechnen. , , Bewerber haben ihre gehörig documentirten Gesuche mit dem Nachweise ihrer Befähigung, des österreichischen Staatsbürgerrechtes sowie eines kurzgefaßten Curiculum vitae bis längstens 1. Juni 1900 bei dem gefertigten Vorstande einbringen. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Boskowitz, 2. Mai 1900. 533 Der Cultusvorstand. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Josef E. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VIll.