Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 15 (13.4.1900)
- Date
- 1900-04-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ftr. 15 Dp« BlOOh’S Jahr,«» ml Centralorgan für die gefammken Interessen des Iudenthmns. Wien, 13. April 1900. ----- Erscheint jeöen Freitag. -- Brief-Adresse: Wien, II., Untere Augartenstraße In» Telegramm-Adresse: Blech's Wochenschrift» Wien. Inhalt. Leitartikel: Weitere EMneiationender Minister-Präsidentenv. Koerber. — Ein Memorandum deS Wiener isr. CultnsvorstandeS und die Enuneiationen des n. ö. Statthalters vom 11. April 1900. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Der römische Papst und die Wiener Christlich-Socialen. Kirchenrath Professor Stade und das Judengeld. Dr. Engel über die Ritualmordfrage. Der Dichter Jaroslav Vrchlicky gegen den Blutaberglauben. Auch ein Denkmal. Die Bedeutung des Polnaer Verbrechens für den Ritualaberglaube. Die Affaire Araten. Zur Interpellation im Herrenhause. Eine Krakauer Kloster-Äffaire vor Gericht. Hermann Grimm über einen jüdischen Gelehrten. — Die Konferenz der in Palästina arbeitenden jüdischen Vereine. — Der jüdische Frauencongreß in Cleveland. — Jüdische Kombattanten im polnischen Herre. — Correspondenze n: Aus der Plenar-Sitzung des Cultusvorstandes vom 8. April. Wien, Czaslau, Hohenau, Lemberg, Bielitz, Brünn, Bruchsal, Frankfurt a. M, Coblenz, London, New-Dork, Baltimore. — Vermischtes: Wien, Prag. Reichenberg, Jamnitz, Gewitsch, Lemberg, Breslau, — Feuilleton: Michael. — Literatur. — Briefkasten. — Notiz. — Inserate. B. ft. Pofispsrcassrn-Amr Clrartngvrrkrhr Ar. 810.976. LrdscUon und AdmintstrEon.- Wien XX., Hnfttt Auasrkengr. 1a. Telephon - Nr. 14.847 B^ugrrprri» fltr S-Urrr-ich: Halbjährig S Kronen. j Eintelexemplare 50 Heller I Xüx'b ShaOanb: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Anzeige«: Die 4mal gespaltene Petitzeile 24 Heller. - Im Berlage der „Oesterreichischen Wochenschrift" ist erschienen: Talmud und Jaden thum in der österreichischen VolksverlreLung. vr. Bloch’s Parlamentsreden. Zu beziehen durch die Expedition dieses Blattes. Im Laufe der nächsten Tage erhalten unsere Abonnenten vfn Gratis - Exemplar der „Documente zur Aufklärung" Dir Blutbeschuldigung Mgrn die Judenchristlicher Theologen Orientalisten und Historiker. Die Bullen der Päpste. Simon von Trient. Man bittet das Hefi weiterzugeben. Weitere Enuneiationen des Ministerprästdenten v. Koerber. f§ett Ministerpräsident Dr. v. Ko er b er hat in den letzten Tagen eine Anzahl jüdischer Deputationen — berufener und unberufener — empfangen, die ihm eine lange Reihe begründeter Beschwerden vorlegten und Abhilfe verlangten^ Wir gestehen, daß die Antwort, die Se. Excellenz der Deputatton der »Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" ertheilt^uns in lebhaftes Erstaunen versetzt hat. Die Deputatton verlangte, daß diejRegierung alle ihre Organe anweise, das Gesetz mit vollster Unparteilichkeit zu handhaben/Zn^ seiner Erwiderung machte Herr Dr. v. Koerber eine überraschende Excurfion auf das Gebiet der Parteipolittk. Er sprach sein Mißfallen über die Niederlegung der Mandate seitens der fortschrittlichen Gemeinderäthe aus^diedurch diesen Schritt neues Oel in die Flammen des Parteihaders gegossen hätten. Diese Ausführungen des Herrn Ministerpräsidenten waren durchaus spontane, denn weder in dem Memorandum noch in den Ansprachen der Deputattonsmitglieder war die politischer Fage auch nur mit einem Worte gestreift worden. Die Jncongruenz zwischen Beschwerde und Antwort ist eine zu auffällige, als daß hier nicht eine tiefere Absicht mitspielen sollte. Was hat die Beobachtung der Staatsgrundgesetze, der Schutz der bürgerlichen Rechte der Juden, ihrer Ehre, ihres Eigenthums und ihrer Existenz mit der jeweiligen Parteiherrschaft und Parteitaktik im Wiener Gemeinderathe zu thun? Herr Dr. v. Koerber ist ins Amt getreten auf Grund eines Programmes, welches die Milderung der Gegensätze, die nationale Verständigung, die sociale Beruhigung und als Folge hievon die Wiederbelebung der wirthschaftlichen Kräfte, des industriellen Unternehmungsgeistes. des Gewerbefleißes, als Aufgabe der Regierung bezeichnet. Die frohen Hoffnungen, welche diese Kundgebung erregte, wurden verstärkt durch das ausgezeichnete Rundschreiben an die Beamtenschaft, in welchem der Ministerpräsident eine erfteuliche Probe