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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-04-06 · 14 (6.4.1900) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
14 (6.4.1900)
Date
1900-04-06
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr 14 Dr. Vloch's Wochenschrift. Seite 271 Aufruf! Geehrter Herr Nedueteur! lieber Ersuchen des Herrn Nikolans Berg bestätige ich hiemit, daß derselbe auf einem Auge blind und sein zweites Auge dem Erblinden nahe ist. Derselbe kam wegen einer Operation seiner Augen bon Petersburg nach Wien, wo ihm jedoch seitens der Herren Professoren bedeutet wurde, daß sie für das Gelingen derselben nicht einstehen können und dann völlige Erblindung sofort eintreten kann Herr Nikolaus Berg, welcher durch seinen krankhaften Zustand und sein hohes Alter von 78 Jahren gänzlich erwerbsunfähig ist, hat durch die Reise hieher und den längeren Aufenthalt hier seine ganzen Mittel erschöpft und ist nun außer Stande, seine Heimreise nach Petersburg anzutreten, sowie sein Leben weiter zu fristen, da er vollkommen mittellos und ohne Hilfe ist. Unterzeichnete ersuchen demnach die geehrte Redaction die besondere Güte zu haben, für oberwähnten armen und wirklich bedürftigen Glaubensgenossen eine öffentliche Collecte in Ihrem hochgeschätzten und weitverbreiteten Blatte, dessen Tendenzen dem Judenthum geweiht sind, gütigst einzuleiten. Sie würden hiedurch einen armen, alten Menschen vor dem Untergange retten, und gleichzeitig ein gottgefälliges Werk thuu. Ich habe zwar Herrn Berg nach Thnnlichkeit persönlich den Winter über unterstützt, um ihn vor Hunger und Obdachlosigkeit zu schützen, doch braucht der arme Mann radicale. ausgiebige Hilfe, um mit Begleitung, da er bei seiner fast erloschenen Sehkraft nicht allein fahren kann, die Heimreise nach Petersburg antreten zu können und vor momentaner Roth geschützt zu sein. Für Ihre Güte im Voraus dankend und auf Ihr bekanntes Entgegenkommeu vertrauend, zeichnen Hochachtungsvoll Heinrich F e i g l st o k. Alois Oppenheimer. Heinrich G r ü n b a n m. M. K l e i n. Spenden nimmt entgegen: Herr Alois Oppenheimer, Optiker und Mechaniker, I., Kärntnerstraße 53, vis-a-vis der k k. Hofoper. M. L— <i. Daß Tr. Porzer der achfolger des Dr. Lueger in der Würde eines Bürgermeisters von Wien sein würde, ist ein geradezu komischer Gedanke Der „Jude Porzer" als antisemitischer Bürgermeister wäre aber jedenfalls eine originelle Erscheinung. m. n. Von einem Anonymus ist vor etwa 5—6 Jahren ein Drama „Rabbi David" erschienen, welches auf der Fabel des Heineschen „Rabbi von Bacharach" aufgebaut ist nnd dessen Stoff natürlich der „Ritualmord" bildet. Dr. B. A. Earl Spindler's Roman „Der Jude" ist im Jahre 1827 erschienen. I. N. Ei i alter Midrasch sagt bereits: „Drei Dinge geben viel und nehmen viel: Die Erde, das Meer und der - Staat. Cafö Cz. Budweis. Abonnement bis 30. April 1v00 bezahlt. Notiz. Subskription aus die vierpereentigen Prioritäts- Obligationen der Buschtiehrader Eisenbahn. Die A l lge meine österreichische B o d e n c r e d i ta n st a l t legt im Vereine mit d.r C r e d i t a n st a lt für Handel und Gewerbe und dem Hause S. M. v. Rothschild Nominale 10,000.000 Kronen merpercentige Pcioritätsobligationen der ausschließend privilegirten Buschtiehrader Eisenbahn, Emission 1896, zur Subscription auf. Dieselbe erfolgt Dienstag den 10. April zum Subscriptiouspreise von 96 Percent zuzüglich der laufenden Stückzinsen vom 1. April 1900 bis zum Tage der Abnahme. Bei der Zeichnung muß eine Caution von fünf Procent des Nominalbetrages hinterlegt werden. Dieselbe ist entweder in Baar oder in solchen nach dem Tagescurse zu veranschlagenden Effecten zu hinterlegen, welche die betreffende Zeichnungsstelle als zulässig erachtell wird. Einer reden Zeichnuugsstelle ist die Befugniß Vorbehalten, nah ihrem Ermeffen die Höhe des Betrages jeder einzelnen Zutheilung zu bestimmen. Die Zutheilung wird sobald wie möglich nach Schluß der Subscript.on unter Benachrichtigung an jeden Zeichner erfolgen. Briefkasten. W. S. Die Erfindung der Oamsra obseura wird dem berühmten Rabbi Leb zu Prag, genannt der hohe Rabbi Leb, zugeschrieben. Historicus. In Werthheimer's „Die Juden in Oesterreich" wird berichtet: „In der Zeit der großen Hungersnoth (l8JLö), weiche zugleich die große Geldnoth und allgemein ^richütterten Eredits war, wandte sich Kaiser Franz an einige reiche Capualisten um ein Privatanleihen zur augenviichen Linderung der Noly. Er erhielt von mehrere Setten ablehnende Antworten. Da ließ er diesen Antrag an etneii reichen Wiener jüdischen Kaufmann stellen. „Wie viel wünscht der Kaiser von mir?" fragte dieser. — „300.000>Sttverguloen." — „Sie stehen Sr. Majestät zur Verfügung," lautete die Antwort. — „Gegen welche Sicherheit?" — „Ich verlange keine." — „Zu wieviel Procem?" — „Da der Kaiser das Geld zur Linderung der Roth aufnimmt, leiste ich auf jede Verzinsung Verzicht " — Der Kaiser behielt das Geld dreiviertel Jahre und wollte vei der Rückzahlung den Darleiher durch die Verleihung des Adelsstandes belohnen. Dieser verzichtete und bat blos um die Gnade, daß auch seine Kinder nnbeyelligt in dem Lande bleiben dürften, dem ihr Vater einen solchen Dienst geleistet hatte. M, Lv. Za den interessantesten Gravschrifteu gehört auch jene, die der berühmte Bendavid (gest. 183^) sich selbst ansertigte: „Mein Name war Elieser Lazarus Bendavid, Gott war meine Hülfe, vergönnte mir, wonach ich strebte, Unabhängigkeit Gelobt sei der Name Gottes " i» Heinrich O l l e n d o r f. der bekannte Grammatiker, war ein Jude. Dr. W. L. Der junge Baron Rothschild, der bereit war, sich mit dem verblödeten Französchen zu duelliren, halte sicherlich in diesem Handel in Paris die anständig Denkenden auf seiner Seite. Also, die geringe Miuorität. C. D. Warschau. Warum erhalten wir noch immer keine Antwort? I. R. Wien. Alexander und Wilhelm von Humboldt, Rudolf Gneist, Hardenberg, Rückert. Nemo. Goethe beschäftige sich, wie er selbst in Wahrheit und Dichtung erzählt, als Jüngling eine Zeit lang eifrig mit dem Studium der hebräischen Sprache. a. Nach der Meinung des Talmuds ist „dreier Leben kein Leben; wer das Gnadenbrot seines Nächsten essen muß, wer mit schweren Leiden behaftet ist und wer unter dem Pantoffel steht. A. W. Sie kennen doch den Ausspruch H e i n e's: „Sonderbar! und immer ist es die Religion, und immer die Moral, und immer der Patriotismus, womit alle schlechten Subjecte ihre Angriffe beschönigen." Vom Vorstände der israelitischen liiiltii8gp.iif.iulR Mazzot-Preise pro 1900. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde gibt hiemit den geehrten Gemeindemitgliedein bekannt, dass mit der Bereitung und dem Verkaufe des Osterbrodes (Mazzot) die Witwe des Herrn Gabriel Friedmann betraut worden ist und stellt an jene P. T. Parteien, welche ihren Osterbrodbedarf noch nicht angemeldet haben, das Ansuchen, dieselben wollen ihre Bestellungen halb möglichst, längstens aber bis 8. April d. J entweder l.s Heinrichsgasse 2 oder II., Marchfelderstrasse 21 im Backhause machen, da spätere Anmeldungen kaum nach Wunsch berücksichtigt werden könnten. Die vom Vorstande genehmigten Preise sind: für Mazzat I. Soite pr. Kilo . ... 77 kr. » * 2. 42 * » »3. » » » ..... 32 » » Mehl, Gries I. Sorte pr. Kilo ... 87 » » » »2. * * »...50» Zur Verhütung von Missbräuchen ist jedes Paquet mit dätn Siegel der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde versehen. Wien, im März 1900. Der Vorstand der Israel Cultusgemeinde. — nos bv CAFE CONIMERCIAL Wien, I.> Rudolfsplatz 7. Unter Aufsicht des Rabbinates. Dieses Kaffeehaus wird an dem jüdischen Osterfeste von allen Autoritäten und Honoratioren der israelitischen Cultusgemeinde besucht. so?

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