Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 13 (30.3.1900)
- Date
- 1900-03-30
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 13 Seite 25i Dr. Bloch's Wochenschrift. Nur wir Juden haben die Pflege des Körpers vergessen. Der „Turnverein jüdischer Hochschiller", die erste Schöpfung dieser Art in Wien, hat sich zur Aufgabe gemacht, zunächst die jüdische Studentenschaft, später durch Umwandlung in einen allgemeinen „jüdischen Turnverein" alle Kreise der jüdischen Bevölkerung an sich heranziehen. Zu diesem Zwecke ist aber unser enges Heim in der Heßgasse 7 schon jetzt ganz unzureichend, und es müssen leider weit-re Anmeldungen, die aus nicht studentischen Kreisen massenhaft Zuströmen, abgewiesen werden. Wir bitten daher Euch alle, traget Euer Scherflein zu einem Werke bei, das nicht nur für Wien von eminenter Wichtigkeit ist, sondern auch ein segensreiches Beispiel sein wird zur Nachahmung. Darum thue jedermann seine Pflicht! Geldspenden werden in der Redaction entgegengenommen. Auch hatten die Herren jnr. F e l s e n b u r g und P. L ö b l die Freundlichkeit, die Sammlung für unseren Zweck zu übernehmen. Wien, den 21. Marz 1900. Der Turnrath. Briefkasten. I. P. I. Makkabäer 19, 18 lautet: „Und wir bitten um Antwort". R. D. Wien. Wenden Sie sich an die Jubiläumsstiftung der Frau Baronin Hirsch, Wien, IX. Wasagasse 8. U. B. In Frankreich waren die Juden bis zn der Zeit wo sie Philipp der Schöne vertrieb (1285—1314) als Handwerker und Gewerbetreibende gleich den übrigen Franzosen thätig. A. B— g. Daß die Juden immer ein Volk von Krämern waren, spricht ein Ignorant dem andern nach. Im Flavins Josephus können Sie von den Juden lesen: „Wir handeln nicht und haben zu anderen Völkern keine Beziehungen, welche gewöhnlich durch Handel entstehen Unsere Städte liegen fern vom Meere, unser Boden ist fruchtbar und wir bearbeiten ihn mit eigenen Händen, indem wir über Alles, für die Erziehung unserer Kinder und für die Beobachtung des Gesetzes sorgen." Dr. A. I. A. Leroy-Beaulieu macht in seinem oftcitirten Buche die Bemerkung, daß die hervorragendsten Vertreter der französischen Philologie fast ausschließlich Juden sind. I. N. Der Ausspruch: „Der Antisemitismus ist der Socialismus des dummen Kerls" ist von Kronawetter. „Der Antisemitismus ist der Morphinismus der kleinen Leute" hat Hermann Bahr einmal in einer Studie geschrieben. M. R. Schon der alte römische Dichter Catull sagte: „Ein Jeder trägt seinen zngewiesenen Theil Thorheit. Nur sehen wir unser Päckchen nicht, es hängt hinten." N. H. Eine originelle Erklärung gab Rückert: „Die Wahrheit ist im Wein; Das heißt, in unfern Tagen Muß einer betrunken sein. Der Lust hat die Wahrheit zu sagen " Nemo. Moriz Jokai hat vor fünfzig Jahren schon in einer größeren Dichtung den humanen und edelsten Gesinnungen in Betreff der Juden Ausdruck verliehen. Nistoricus. Der deutsche „Meineidspfaffe" und der österreichische „Meineidscanonicus" stehen zwar auf ganz entgegengesetztem Standpunkte, aber dort wo sie sich im — Judenhasse fanden, - da haben sie sich gleich verstanden keilt ungarische Naturweixe. HDÖ bv "IAH von 40 kr. aufwärts, sowie Sliwowitz, Borowiczka, Cognac alles J1DÖ unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn 8. Fürst, Rabbiner der Schiffschule, zu haben bei: MARCUS FISCHMANN, II, Crosse Schiffgasse 8. (Sohn des selig. Kabbiners F. Fiscbmann aus Pressburg). -V2 Zuckerbäcker nos bv Ignaz Kassowitz Vien, 11. Bezirk, Stefanlestrasse Sr. 3 empfiehlt den geehrten P. T. Gästen zu den hohen Feiertagen HDS Torten, Dunstobst, Dessert- und Kaffeebäckereien, sowie alle Gattungen Confituren zu billisten Preisen. 002 —~= Telephon Nr. 15.733. — 30 kr. Jeder Roman von Zola. Nana. — Germinal. — Therese Kaquin. — Zum Paradies der Damen. — Die Süude des Priesters. — Bauch von Paris. — Eugen Rougon. - Liebe unterm Dach. — Ein sittsam Heim. — Geständnis eines Jünglings. Madeleine Ferat. — Geheimnisse von Marseille. — Der Todtschläger. — Das Gelübde einer Todten. — Eroberung von Plassaus. — Um eine Liebesnacht. — Der Traum. Alle 17 tadellos neuen Romane auf einmal nur fl 4 60 Zorn Kranklachen: Gut Jontew. Rituelle Scherze und Koschere Schmonzes für unsere Leut. Preis 40 kr. Nur in 501 Josef Abheiter’s Antiquariat, »«. Kundmachung der Aafnahmsb8dmgaiigen in das israelitische Hospital zo Gieichenherg. Die Bewerber um die Aufnahme in das israelitische Hospital in Gleichenberg haben b.s spätestens 8. April I. J. ihre mit d^m Mittel lossigkeits- und ärztlichen Zeugnisse verseberen, in deutscher Sprache abgefassten, stempelfreien Gesuche, unter Angabe der ihnen angenehmeren Curperiode an den gefertigten Yors and zu Händen des Vorstands-Mitgliedes Herrn Dr. Gustav Kohn, Hof- und Gerichts-Advokat in Wien, I., Fischergasse 10 zu senden. Die Aufnahme erfolgt unter möglichster Berücksichtigung der Wünsche der Bewerber nach Massgabe der freien Spitalsplätze gegen Vorauserlag von Dreissig Gulden für die Verpflegung, welcher Erlag spätestens 8 Tage vor Beginn der dem betreffenden Bewerber zugewiesenen Curperiode zu Händen des Vorstands-Mitgliedes Herrn Dr. Gustav Kohn, Hof- und Gerichts-Advokat in Wien, I., Fischerstiege 10, oder per Pos tränco zu geschehen hat. Die Aufnahme erfolgt für eine Curperiode von sechs Wochen und gewährt nebst dem Quartier die volle curgemässe Ve-ptiegunsr, die unentgeltliche ärztliche Behandlung und sämmtliche Curbehelte Die Curperioden sind festgesetzt: vom 15 Mai bis 25. Juni, vom 26. Juni bis 2. August, vom 3. August bis 15. September. WIEN, im März 1900. Der Vorstand des Vereines zur En ichturg eines israel Hospitales in Gleich enbetg. Theodor und Alfons von Glaser’sche Stiftung für israelitische Symnasialschüler gegründet von ihrem Vater, Wilhelm Edier v. Blaser am 26. Mai 1871. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntniss, dass aus der obigen für zwei Gymnasialschüler jüdischer Confession errichteten Stiftung ein Platz im Betrage von 84 Kronen aut die Dauer der Gymnasialstudien zu verleihen. Bedingung zur Erlangung derselben sind: 1. ausgewiesene Mittellosigkeit; 2 ein Zeugniss mindestens der I. Fortgangsclasse mit guten Noten aus Sitten, Aufmerksamkeit und Fleiss Unter sonst gleichen Umständen erhalten Schüler, welche mit dem Stifter Herrn Wilhelm Edlen von Glaser oder seiner Gattin Frau Jenny geh. Teitelbaum verwandt sind, den Vorzug. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dtm Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. D e diesfälligen Gesuche sind im Einreichungs-Protokolle der israelitischen Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4,1. Stock, woselbst auch Gisuchsblaquette unentgeltlich zu beheben sind, bis 90. April d. J. zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Todtenmatrili en der Wiener israelischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, 1. März 1900. Der Vorstand der israel. Cultusgemeindeyi *v I # * I 4 I \ t