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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-02-23 · 8 (23.2.1900) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
8 (23.2.1900)
Date
1900-02-23
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 156 >Jtr. 8 Dr. Bloch's Wochenschrift. i. Das fromme „Vaterland" ist gerettet. Es war nahe daran eiuzuschlafen, aber die reichen Conservativen und Clericalen haben sich wieder entschlossen, es am Leben zu erhalten. A. H—r. Moses Mendelssohn sagte selbst von sich, daß er von Natur aus zum Jähzorn und zur Leidenschaftlichkeit überhaupt geneigt war, und nur durch die Philosophie zur Sanftmuth und Selbstbeherrschung gelangt sei. Justus. Plato wollte alle Dichter aus seiner Republik verbannt wissen. Von gewissen Poeten möchte man ähnliches auch in einem monarchisch regierten Staate wünschen. A. W. Im Jahre 18,3 sagte der englische Premierminister Lord John Russell in seiner Rede zu Gunsten der Judenemancipation u. a. folgendes: „Ich habe immer die Vertheidigung der Juden ergriffen, weil meiner Ansicht nach der jüdische Stamm derjenige ist, gegen welches das menschliche Geschlecht am meisten Verpflichtungen hat. Wenn ich höre, daß die Zulassung der Juden den christlichen Charakter dieser Versammlung vernichten würde, so sage ich: Eben weil ihr eine christliche Versammlung seid, seid ihr schuldig, ihnen einen Platz unter auch einzuräumen. Wenn ich erwäge, was wir ihnen zu danken haben, daß wir durch ihre Geschichte, ihre Dichtkunst, ihre Gesetze gebildet, getröstet, und geordnet wurden; wenn ich mich anderen Betrachtungen von einem noch heiligeren Charakter, die hier nicht zu berühren sind, hingebe, so erkläre ich, daß ich als Christ dem Ruf eines Stammes nicht znrückweisen kann, dem die Christen so viel danken . . ." SB. B. Die Furcht vor dem „bösen Auge" ist nicht nur bei den Juden zu finden. Die Italiener z. B. konnten auch das „mul ocehio“ und empfehlen dagegen die wunderlichsten Schutzmittel, wie den Zeige- und den kleinen Finger auszustrecken, die übrigen Finger aber geschloffen zu halten. Dr. N. SB. Schon Cabanis sagt in seinem berühmten Buche ^Revolution de la Medicine“ von den Juden: „Sie waren unsere Geschäftsträger und Wechsler bevor wir lesen konnten. Sie waren auch unsere ersten Aerzte. A. Ligg. Vor Gericht wurde bewiesen, daß in der Redaction des „Deutschen Volksblattes" selbst die verleumderische Beschuldigung, daß Kurzweil ein Complice Hilsner's sei, fabricirt wurde. Einen Juden zum Mörder zu stempeln, macht diesen Leuten eben nur — Kurzweil. Nemo. Wilhelm Schlegel hat in einem geistreichen Worte gesagt, wozu Sie eine ganze Abhandlung brauchten. Die Philosophen sind die Sisyphuffe des menschlichen Gedankens ... das Problem der Philosophie ist unlösbar. Dr. A. W. Es verleiht wohl eine gewisse Genugthuung, daß diese antisemttische Bande im Gerichtssaale solche niederschmetternde Erfahrungen macht. Aber es bleibt doch traurig, daß den Juden kein anderer Ausweg bleibt, wenn sie ihr Recht suchen wollen, als zu — Gericht zu gehen. Beritas 1527. Anonyme Zuschriften können nicht berücksichtigt werden. Notff. Wie aus der heute in diesem Blatte erschienenen Annonce ersichtlich ist, eröffnet die bestbekannte Firm „Au Mikado“ G. Singer, Wien, I., Wollzeile Nr. 8, in den nächsten Tagen eine Filiale ihres Kaffee- und Thee-Magazins in der T a b o r st r a ß e Nr. 28, Ecke der Rothesterngasse. Unsere in der L e o p o l d st a d t wohnenden Glaubensgenoffen werden die Einrichtung dieser Filiale gewiß freudig begrüßen, nachdem ihnen jetzt bequem Gelegenheit geboten sein wird, ihre Einkäufe von feinstem, täglich frischgebranntemKaffee, Zucker, Thee, Cognac, Rum, Feigenkaffee rc. in ihrem Bezirke besorgen zu können. Wir wünschen der unternehmenden Firma einen recht guten Erfolg und zweifeln nicht, daß unsere israelitischen Hausfranen der Firma „Au Mikado“ G. Singer den Vorzug geben werden, umsomehr als dieselbe bekanntlich ausgezeichnete Kaffeesorten zu billigen Preisen verkauft. Conrurs. Beim israelttischen Bethaus-Vereine Oderberg-Bahnhof gelangt mtt 1. August l. I. die Stelle eines Cantors, Koreh und Religiouslehrers, vorläufig auf ein Jahr provisorisch zur Besetzung. Gehalt 1600 Kronen exclusive Emolumente. Bewerber müffen musikalisch gebildet ssin und die Befähigung zur Führung der Secretariatsgeschäfte des Bethaus-Vereines besitzen. Gesuche sind bis zum 1. April l. I. an den Unterzeichneten Bethaus-Verein zu richten. Oderberg-Bahnhof, den 1 4. Februar 1900. Israelitischer Bethaus-Verein Der Obmann: 467 Leopold K a ß l e r. Kaufe übertragene Kleider und Schuhe Correspondenzkartc genügt. Thür 20. Adolf Pick, 11/5, Traunfelsgasfe 7, G. Israel. Real- und Handelsschule 4 2 nebst Pensionat ZU Pfungstadt bei Darm Stadt. Aufnahme von Knaben von 8 bis 15 Jahren Gründliche Ausbildung u. sorgfältige Erziehung. Vorzügliche Referenzen Näheres durch Direetor Dr. Barnass. Privatkoft bei achtbarer israelitischer Familie zu mäßigen Preisen. II., Stefaniestraße 2, II. Stock, Thür 42. o. Koscher Wein. Wir offeriren Ia alten Rothwein. NVS p unter Aufsicht des Herrn Simon Hahn aus Moiävy mit von orthodoxen Rabbiner in Gebinden von 50 Liter aufwärts. Versandt gegen Nachnahme per Liter 20 Kreuzer. Gebinde berechnen zum Selbstkostenpreis, können aber innerhalb 6 Wochen franco retournirt werden. Alexander Fried & Bruder 465 Weinhandlung Dombovär (Ungarn) „Israelitische Allianz zu Wien.“ Der Verein bezweckt: 1 die Volkserziehung bei den Israeliten durch Errichtung oder Unterstützung von Schulen und durch andere geeignete Mittel zu fördern; 2. Israeliten, wo sie ihres Glaubens wegen zu leiden haben eine wirksame Stütze zu bieten. Durch Leistung eines Jahresbeitrages von mindestens drei Gülden ö. W. wird man ordentliches, durch einmalige Zahlung von hundert Gulden ö. W. lebenslängliches Mitglied des Vereines. Anmeldungen zum Beitritt werden erbeten unter der Adresse: „Israelitische Allianz zu Wien“, I., Weihburggasse 10,1. Stock. Conrurs. Bei der israelitischen Eultusgemeinde Friedek-Mistek kommt die Stelle eines Rabbiners der auch den Religionsunterricht zu ertheilen hat, zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 2000 Kronen, Naturalwohnung, separaten Honorar für den Religionsunterricht am Eommunal- Gymnasium und übliche Emolumente verbunden. Bewerber haben ihre gehörig documentirten Gesuche, mit dem Nachweise der akademischen Bildung und der österreichischen Staatsbürgerschaft bis längstens 31. März d. I. bei dem gefertigtem Vorstande einzubringen. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Friedek-Mistek, am 18. Februar 1900. Der Vorstand: 469 Herrmanu Löw. Kaffee! Kaffee! Trotzdem Kaffee bedeutend im Preise gestiegen ist, sind wir dennoch in der Lage, „mittelst lieiSSer Luft“, täglich zweimal frisch gebrannten Kaffee in bekannter Güte ohne jeden Preisaufschlag zu den bisherigen Preisen weiter verkaufen zu können. A nyr*! n 1 jg G. SINGER, lVAlKACIO , k. u. k. Hoflieferant. Kaffee-Import-Gesehäft, Wien, I., Wollzeile 8, Filiale: II.9 Taborstrasse 28. 470 (Ecke Rothenstemgasse) Versandt in die Provinz. Preiscourante franco. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien. VJIL

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