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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-01-19 · 3 (19.1.1900) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
3 (19.1.1900)
Date
1900-01-19
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 60 Dr. Bloch's WochenschrM. Wir. 3 „Daß so ein scharfblickender Mann, wie Sie, der die Verhältnisse in der Armee so genau kennt, und selbst dem ältesten Adel angehört, noch fragen kann! . . . . Weil ein Bürgerlicher bei der Cavallerie nie Öfficier werden kann .... Mein armer Lorenz könnte höchstens zum Wachtmeister avanciren; er würde trotz des großen Vermögens, dos er Euerer Großmuth dankt, und trotzdem er der Neffe des vornehmen altadeligen Freiherr» von Hornek ist, doch in der Gesellschaft eine schlechte Figur spielen; er würde Ihnen nicht zu großer Ehre gereichen; — aber ich Hab' es schon gesagt, Sie und die gnädige Frau Schwägerin haben über die Zukunft meines Sohnes zu entscheiden." Der Baron mußte die Wahrheit dessen, was sein Schwager behauptete, widerspruchslos anerkennen und das bereitete ihm mehrfachen Verdruß. Es ärgerte ihn, daß es sein Neffe, Pflegesohn und Protegä es nicht über den Wachtmeister bringen könnte, es ärgerte ihn, daß er so dumm gewesen, nicht selbst auf das so nahe Liegende zu verfallen; und sich vor Frau und Schwager (wie es in seinen Gedanken lautete) „fackermentisch geschnitten" zu haben. Es würde zu weitläufig sein, wollten wir alle Kniffe ' und Ränke Golzinger's ausführlich schildern; genug er erreichte seinen Zweck. (Fortsetzung folgt.) literatur. Magdeburg. Mir liegt ein vorzügliches Werk vor. betitelt: „Die Welt als That. Umrisse einer Weltansicht ans naturwissenschaftlicher Grundlage", von Tr. I. Rcinke, Professor der Botanik an der Universität Kiel. Berlin. Verlag von Gebrüder Partei. 1899, worin der Verfasser für die dualistische Weltanschauung eine Lanze bricht und mit Entschiedenheit den Monismus, als Vorläufer des Materialismus, bekämpft. Für uns ist der Standpunkt, den der gelehrte Autor der mosaischen Schöpfungslehre gegenüber einnimmt, interessant. Er sagt Seite 471 u. ff.: „Moses ist eine der imposantesten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte, gleich groß als Führer seines Volkes, als Gesetzgeber und als wissenschaftlicher Denker Wenn er uns anders erscheint, so kommt uns das nur daher, daß wir schon in der Kinderstube zu viel von ihm hörten. Wer die Macht und den Zauber seiner Größe fühlen will, der gehe nach R o m und versenke sich in die Betrachtung seines von M i ch e l a n g e l o geschaffen.» Bildnisses." .... Das erste Eapitel der Genesis geht aus vou einer Interpretation der Natur. Das ist kein Hirngespinnst, keine Phantasterei, sondern ein Ergebniß auf Beobachtung gegründeten Denkens Moses hat in seiner Naturansicht eine Jnductiou von größter Tragweite ausgeführt Er sucht logische Ordnung in das Chaos der Erscheinungen zu bringen. Dorum ist auch der mosaische Gottesbcgriff ein wisienschaftlicher. Wohl hat Moses die Kosmologie in das Gewand der Dichtung gekleidet (sic!). Aber durch und durch verständig ist diese Naturlehre. Er konnte die Natur doch nur sehen, wie es seiner Zeit entspricht und -nicht etwa der uuserigen. ... Darum bedeutet die mosaische Lehre den wichtigsten Fortschritt menschlicher Erkenntnis;; der Atheismus ist ein Rückfall in prämosaische Barbarei. Jnl Uebrigcn verweisen wir auf das Studium des Buches selbst, das den Gegnern des Alten Testaments nahelegt, sich verständnißvoll mit der Bibel zu beschäftigen und dann sie zu beurtheilen. Heutzutage glauben Viele, einen hohen Bildungsgrad erklommen zu haben, wenn sie ein vernichtendes Urtheil über die Bibel abgeben. Dr. M. Spanier, Magdeburg. Einlesen d et. An unsere Glaubensgenossen! Der humanitäre Verein „Marpe Lanefesch", II., Glockengasse Nr. 4, hat sich zur Aufgabe gemacht, Reconvalescente und solche Kranke, die keinen Einlaß in den Hospitälern finden, nach Maßgabe der vorhandenen Mitteln zu unterstützen. Ferner werden verschämte Arme, nach vorher eingezogener Erkundigung, in discreter Weise mit Spenden bedacht. Um dieses wahrhaft menschenfreundliche Ziel zu ermöglichen, sab sich der Vorstand dieses humanitären Vereines veranlaßt, an die Oeffentlichkeil heranzutreten. Von Seite des löblichen Magistrates der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien wurde dem Verein „Marpe Lanefesch" unter Zahl 210.197 <1to. 9. Jänner 19 0 die Bewilligung zur Veranstaltung von Sammlungen milder Spenden im Gemeindegebiete ertheilt. Der Vorstand des Vereines „Marpe Lanefesch" stellt an unsere Glaubensgenossen die ergebene Bitte, den von uns angcstellten Sammlern ihr Scherflein zu obgcdachtcm Zwecke in die Sammelbüchse legen zu wollen. Gleichzeitig ersuchen wir, um Mißbrauch von unbefugten Sammlern hintanzuhalten, Folgendes zu beachten: Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr^Jose Die von uns desiguirteu Sammler sind im Besitze einer Legitimation, die nebst der Vereinsstampiglie auch mit der Unterschrift zweier Vorstandsmitglieder versehen ist. Ebenso ist die Sammelbüchse mit dem Vereinspetschaft versiegelt und trägt jeder Sammler eine Vereinskappe, auf welcher die Bezeichnung „Marpe Lanefesch" ersichtlich ist. Der Obmann: Der Schriftführer: Jakob S t e r u. Will) Morgen st e r n. Löbliche R e d a c t i o n! Ich ersuche Sie hiermit um gefällige Richtigstellung, daß die in Ihrem geschätzten Blatte Nr. 52 enthaltene Correspondenz „Beyrouth" lischt von mir, sondern von Herrn B. Katz herrührt, der für die Colonisation Cyperns wärmstens eintritt, welche Idee, nebenbei bemerkt, hier zahlreiche Anhänger zählt. Hochachtend Beyrouth, 5. Jänner 1900. I. T. Briefkasten. G. K. in Hullein. Der 26. Februar 1887 war Samstag am 2. Schewat 5647. — Der 30. Oktober 1888 war am 25. Cheschwan 5649. — Der 20. April 1891 war ,am 12. Nissan 5651. N. Markus Benet war 1790 bis 1829 Rabbiner von Nikolsburg und Landesrabbiner von Mähren, er ist 1755 in Czurgo geboren und starb in Lichtenstadt bei Karlsbad am 13. Ab 1829, im Adar darauf wurde er nach Nikolsbnrg überführt und am 12. Adar bestattet. Dr. F-. Jawohl, „Knecht der Knechte". Gen. IX, 25. B. Katz in B. Correspondeuzeu willkommen. G. G. in K. Es ist richtig, daß die arischen Webwaarenerzeuger in Roth-Kosteletz, welche größtentheils auf jüdische Kundschaft angewiesen siud, ihre antisemitische Gesinnung dadurch zur Kenntniß bringen, indem sie die Circulare, mittelst denen die eingetretene Preiserhöhung ihrer Erzeugnisse angekündigt wird, bei dem sehr „berühmten" Buchhändler Klabusay in Holleschau, dem traurigsten Helden der jammervollen Ereignisse in Mähren, drucken ließen. Die Kunden sollten den Wink verstehen. Techniker Wien. In Floridsdorf bei Wien existirt dieser Turnverein. Kaufmännischer Verein in Nzeszow. Wollen Sie sich an den Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Geller, Wien, I., Franz Josefs- Quai 11 mit dieser Anfrage wenden. L. Löwy in Kaaden. Jenes Gemeindemitglied, welches, um Cultussteuer nicht zu zahlen, sich coufessiouslos erklären ließ, aber in der Nachbargemeinde am jüdischen Gottesdienste theilnimmt und sich zur Thora aufrufen läßt, wollen Sie nur ruhig mit einer Cultussteuer belegen. Wird die Zahlung verweigert, so wenden Sie sich sowohl an den Bezirkshauptmann, wie auch an den Richter und verfolgen Sie den Proceß in beiden Richtungen bis in die höchsten Instanzen. Die Schonung solcher Individuen entspricht nicht dem öffentlichen Interesse und nicht der öffentlichen Moral. Verein in T Damenspenden und Comiteabzeichen sind zu haben bei Ludwig Rosenfeld und Bruder, VIII., Piaristengasse 17. Josef Br., Wien. Der 9. Mai 1887 war am 15. Jjar 5647 und fällt in diesem Jahre auf Montag den 14. Mai. Die Feier veranstalten Sie am Samstag vorher. D. S. in Wien. Sie wundern sich, daß die antisemitische D. Z. ein solch erbärmliches Deutsch schreibt! Auf die deutsche Sprache haben durch Vermittlung der Bibelübersetzung Luther's semitische Elemente vielfach Einfluß genommen, deswegen ist es begreiflich, daß die gläubigen Bekenner des Antisemitismus dieser Sprache feindselig gegenüberstehen. Herrn M. L. in T. ö. Schl. In Ihrer Versicherungsangelegenheit läßt sich nichts unternehmen. Es ist ganz selbstverständlich, daß im Falle der Prämieueinstellung der Dividendengenuß erlischt und die Rückkaufs- und Reductionsbedingungen Sie nicht befriedigen. Die Frau soll die Fälligkeit der Reductionspolizze abwarten oder diese privat zu verwerthen suchen; einen anderen Rath können wir leider nicht ertheilen. Genr. Reljqionslefirer.der lange Zeit an einer äSentIichen ™ ** 5 Schule Deutschlands gewirkt, ertheilt Unterricht sowohl im Hebräischen, als auch in Volks- und Biirgerschulgegenständen. Geneigte Zuschriften unter,,Tüchtig“ postlagernd, ii., Taborstrasse. 440 S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VIIL ~

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