Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 3 (19.1.1900)
- Date
- 1900-01-19
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Sette 56 Nr. 3 Dr. Bloch's Wochenschrift« Jechnitz. (Wahlen.) Der Cultusgemeinde-Vorstand hat sich nachstehend constituirt: JUDr. Moritz Kohn, Borsteher, Joachim Körper, Stellvertreter und Tempelvorsteher, Joseph Abeles, Cassier und Moriz Kohn, Rech nungsfüh rer. Prag. (Verlobung.) Fräulein Malvine Falkowicz, Tochter des kaiserl. Rathes Herrn Director Philipp Falkowicz in Prag, hat sich mit dem Chemiker der Seeligmann-Ellbogen'schen Zuckerfabrik in Beraun. Herrn Leopold Silber st ein, verlobt. Bodenbach a/E. (Böhmen.) (Wahlergebniß) der am 7. Jänner 1900 vorgenommenen Constituirung der Gemeindevertretung der israelitischen Cultusgemeinde. In die Gemeindevertretung wurden gewählt die Herren: Adolf Pächter, Vorsteher (Bodenbach); Sigmund Brauner, Vorsteher-Stellvertreter (Tetschen); Carl Heller, Cassier (Tetschen); Gottfried Pick, Synagogenvorsteher (Bodenbach); Moritz Frankl (Bodenbach), MUDr. S. Hoffmann (Bodenbach), Sigm. Kantor (Bodenbach), Josef Nmmann (Bodenbach), MUDr. I. Salus (Bensen), D. Taussig (Bodenbach), Alois Zirkl (Bodenbach), Gemeindevertreter. Als Ersatzmänner die Herren: Heinrich Konirsch (Tetschen), N. Löwy (Tetschen), S. Veit (Tetschen), M. Koralek (Bodenbach), S. Rind (Bodenbach). Als Casserevisoren die Herren: Carl Soudek (Tetschen), Gustav Gumpl (Bodenbach). In die Umlagscommission die Herren: S. L. Jung (Tetschen), JUDr. Adolf Landsmann (Bodenbach), JUDr. Eduard Grünbaum (B.-Kamnitz). Als Vertreter der israelitischen Confession im Ortsschulrath und Ortsschulaufseher: Herr Sigmund Brauner (Tetschen). Als Mitglieder des Schiedsgerichtes, als Delegirte von Seite der Gemeindevertretung die Herren: Moritz Frankl (Bodenbach), I. Herrschmann (Bodenbach), Adolf Pächter juii. (Bodenbach). Kojetein. Rabbiner Dr. Nathan S t e i n h a r 1 wurde von der Brünner Cultusgemeinde als Hilfsprediger und Religionslehrer für Mittel- und Bürgerschulen angestellt; sein Abgang von hier wird allgemein bedauert, da er sich während seiner mehr als dreijährigen Thätigkeit die größten Sympathien zu erwerben verstand. Nrkolsburg. Lebhaftes Bedauern hat der Entschluß des hiesigen Bürgermeisters der Jsraelitengemeinde, Herrn Adolf Franksurther, von hier nach Znaim zu übersiedeln, hervorgerufcn. Derselbe bekleidete mehrere Wahlperioden hindurch das Amt eines Bürgermeisters und erwarb sich durch seine strenge Objectivität, wie nicht minder durch sein freundliches Entgegenkommen die Sympathien der Bevölkerung. Lobend muß sein Streben, Eintracht und Frieden mit der Stadtgemeinde zu erhalten, anerkannt werden. Nimburg. Am 31. December v. I. fand der schon früher angekündigte zweite Vortragsabend statt. Der Vortragssaal war buchstäblich überfüllt. Unser Rabbiner Herr G o l d st e i n behandelte in überaus fesselnder Weise folgende drei altjüdische Parabeln. 1. Das Wirken des Rabbiners. 2. Israel unter den Völkern. 3. Der Geizhals und seine Schlüssel. Die Pausen wurden durch passende, scherzhafte und ernste Gedichte ausgefüllt, welche die Damen Fr. Zdenka G o l d st e i n und Frl. Clara Pollak zum Ausdrucke brachten. Es wäre zu wünschen, daß Purim wieder etwas Aehnliches vorbereitet werde. Nadnitz. (Wahlen in d er Cultus g e m e ind e.) Der am 31. December 1899 neugewählte Cuftusvorstand constituirte sich wie folgt: Cultusvorsteher Jul. Popper. Stellvertreter und Tenipelvorsteher Carl Katz, Cassier H Wollner, Schrift- und Rechnungsführcr Leop. Kohn, ferner die Herren Salomon Treulich, Adolf Fischl, Markus Lederer und Nathan Tausek. Dem erweiterten Vorstände gehören an die Herren: Ed. Pollak, Richard Popper, Gustav Treulich, Leopold Popper, Markus Popper, B. Löbl, Jak Pisinger und A. Kohn. In die Umlagscommission wurden entsandt die Herren: D. Taussig, H. Wollner, C. Katz, Leop. Kohn, L. Popper u. E Pollak. Napagedl. Freitag den 5. d. M. fand die Strafverhandlung gegen den Anführer der hiesigen October-Excefse, den Steueramtspraktikanten Hubert Weber und Genossen beim Kreisgerichte in Ung.-Hradisch statt und wurde Hubert Weber, welcher selbst gestand, bei Herrn Karl Donath die Fenster eingeschlagen zu haben, zu 10 Gulden, eventuell zu zwei Tagen Arrest verurtheilt, die Uebrigen aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das geringe Ausmaß der Strafe dem Urheber der Excesie gegenüber, zeigt wieder, wie da gegen die Excedenten, wenn dieselben der intelectuellen Classe angehören, mit Glacehandschuhen umgegangen wird, währenddem gegen das arbeitende Volk, welches nur blindlings demselben folgt, mit der Axt dreingehaut wird. Das Charakteristische dabei ist, daß der Anführer Hubert Weber ein strammer Deutschnationaler ist. Meran. Geh. Regierungsrath Prof. Lazarus, der Ende November hier, beglückwünscht aus Gelehrten- und Freundeskreisen in aller Welt, sein 50jähriges Doctorjubiläum feierte, lag in den letzten Wochen an influenzaartigem Leiden schwer danieder. Seit wenigen Tagen geht es dem greisen Patienten, von seiner Gemalin Schriftstellerin Nahida Ruth Lazarus in aufopfernder Weise gepflegt, besser, so daß die Aerzte der Hoffnung auf baldige Wiederherstellung des Gelehrten erfreulichen Ausdruck geben. Budapest. Sonntag, den 14. d. M, vermalte Herr Martin Stampfer, Großhändler und Mitglied der hauptstädtischen Bezirks- Verwaltung, seine älteste Tochter, und die Mitglieder der Ofener israelitischen Cultusgemeinde benützten diesen Anlaß zu einer imposanten Ovation für die Eltern des Brautpaares. Martin Stampfer ist entschieden eines unserer angesehensten und gesinnungstreuesten Gemeindemitglieder; ein Mensch von seltener Herzensgüte und Opferwilligkeit, ein Mann, dem Wohlthun ein Lebensbedürfnis, dabei bescheiden bis zur Selbstverleugnung. Fast sämmtliche Mitglieder der Ofener Gemeinde, zahlreiche christliche Notabilitäten und officielle Persönlichkeiten füllten das Gotteshaus und waren Zeuge, wie die Großmutter der Braut, eine achtzigjährige Matrone, eine achtzehnjährige blühende Jungfrau zum Traualtar geleitete. Da unser verehrter Rabbiner schon seit vielen Monaten krank ist, mußte dessen Stellvertreter die religiöse Ceremonie versehen; in einer schönen und formvollendeten Rede verherrlichte er die Ehe und ermahnte das Brautpaar zur hingebungsvollen Anhänglichkeit an unseren Glauben, welche Mahnung getviß auf einen empfänglichen Boden gefallen ist. Straßnitz. (V o r st a n d s w a h l. - G o l d e n e H o chz e i t. — Leiche nbegängniß) Bei der am 31. v. M. erfolgten Vorstandswahl für die Cultusgemeinde wurden Herr Dr. H. Deutsch zum-Cultusvorsteher und die Herren Dr. Ignaz Rob i t s ch e k und Moriz H a b e r f e l d zu Beiräthen gewählt. — Samstag am 13. d. M. feierte Herr Baruch Reiß mit seiner Ehegattin Sali Reiß geb. Felder, einer Schwester des verewigten ehemaligen Bürgermeisters Salomon Felder und Tante der Damen Fialla in Wien und Brünn, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der weite Kreis von Verwandten, Freunden und Bekannten aus Nah und Fern benützte diesen Anlaß, um dem Jubelpaare, welches diesen Tag in vollkommener Gesundheit und seltener Geistesfrische beging, seine Sympathie durch herzliche Glückwünsche und Ovationen zu bezeigen. In höchst einfacher und schlichter Weise verlief das Leben des greisen Ehepaares; erst vor wenigen Jahren ilfaerftebelte es in unsere Stadt. Als eine besondere göttliche Fügung kann es verzeichnet werden, daß das Jubelpaar die goldene Hochzeit in demselben Hause begeht, woselbst es vor einem halben Jahrhundert in den Bund für das Leben eingetreten ist. — Die in den weitesten Kreisen bestbekannte und hochgeachtete Witwe Frau Charlotte K ö n i g st e i n hat einen harten Schicksalsschlag erlitten Ihre zweite Tochter Adele, ein durch Schönheit, Herzensgute und Liebenswürdigkeit gleich ausgezeichnetes Mädchen, ist in dem jugendlichen Alter von 21 Jahren nach kurzem Krankenlager in Meran einem tückischen Lungenleiden erlegen. Die Leiche wurde hieher überführt und am 14. d. M. auf die feierlichste Weise zur ewigen Ruhe gebettet. Dem Sarge folgten die betrübte Mutter, die trauernden Geschwister, die zahlreichen Verwandten aus Nah und Fern und sämmtliche Honoratioren der Stadt. Schier endlos war der Leichenzug Prachtvolle Kränze, von Freundeshand gewidmet, schmückten den Sarg. Herr Rabbiner Dr. Fried mann hielt der Verblichenen einen warmen Nachruf. Nen-Sandez, 14. Jänner. Am 9. d. M. fand hier die Constituirung des neugewählten Cultusvorstaudes statt und wurden gewählt zum Präsidenten der Cultusgemeinde Herr Chaskel Landau, als dessen Stellvertreter Herr Aron I. Weinberger. In den Cultusvorstand die Herren: Großbaud Jacob, Körbel Mayer, Maschler Samuel und Nebenzahl Saul. In den Cultusrath die Herren: Blumenkranz Samuel, Dr. David Cave. Goldklang Marcus, Landau Feiwel, Maus Berisch, Neugröschel M. H., Sobel Leiser, Steinbach Leiser, Stern Josef, Storch Saul, Weindling Nathan und Weintraub Schaje. Saaz. Hier ist der Großkaufmann Herr Leopold Löwy nach kurzem aber schwerem Leiden im Älter von 56 Jahren gestorben. Der Verblichene, der seit ungefähr 30 Jahren auf dem hiesigen Platze etablirt war, zählte zu den angesehensten und geachtesten Kaufleuten unserer Stadt und war wegen seines liebenswürdigen, anspruchslosen Wesens in allen Gesellschaftskreisen ungemein beliebt. Die allseitige Achtung und Werthschätzung, deren sich der Verewigte nicht nur in der Kaufmannswelt, sondern auch bei der übrigen Bevölkerung erfreute, erhellt schon aus den zahlreichen Ehrenstellen, die er hier bekleidete. So war er seit mehreren Decennien Censor der Oesterreichischungarischen Bank, von deren Leitung ihm wiederholt für seine umsichtige Mühewaltung Dank und Anerkennung ausgesprochen wurde. Seit einer Reihe von Jahren war er Mitglied des Ausschusses der hiesigen Braucommune und des Vorstandes des Gremiums der Kaufleute. -Auch der Stadtvertretung, sowie der Cultusgemeindevertretung gehörte er durch längere Zeit als Mitglied an. Die Nachricht von dem Ableben dieses Mannes, welcher auch allen gemeinnützigen, humanitären und nationalen