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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-12-22 · 51 (22.12.1899) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
51 (22.12.1899)
Date
1899-12-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 976 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 51 gliedern des Vereines und unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte dargestellt. Außerdem werden in den Sälen ein Concert, Gesangsproductionen, humoristische Vorträge rc. geboten. Den Schluß bildet ein Festball. Das große abwechslungsreiche Programm bürgt für den glänzenden Erfolg dieses wohlthätigen Zwecken gewidmeten Festes. Mit der Durchführung der Feier nmrde ein besonderes Conrits betraut, bestehend aus den Herren: Dr. Max Breitenstein, Obmann; Sigm. Rosenbaum, Dr. Alfred Ehrlich, Josef Rosenthal, Cassier; Carl Haudek, Hugo Steiner, Schriftführer; Otto Hirsch. Karten L 2 fl., Familienlarten ü 6 fl. sind bei allen Comitemitgliedern zu haben. Wien. (Die Preßklage des Abgeordneten Pater S t o j a l o w s k i.) In dem polnisch-socialistischen Blatte „Pravo ludo" (Volksrecht) erschien im vorigen Jahre ein Artikel, vetitelt „Ein Ve brecher im Priester kleide", welcher gegen den Abgeordneten Pater Stanislaus Stojalowski eine Fülle 'nw Anschuldigungen enthielt. Er wurde politischer Betrüger, Verbrecher, Lakai der Adelspartei, Ausreizer und dgl. genannt!:nd es wurde von ihm behauptet, daß er „Gelder für eine Lampe zum heiligen Grabe" sammelte, aber für sich verwendete, und daß er mehr als das Volk die Weiber des Volkes liebe, lieber seine Klage wurde der Jurist Kasimir Kozanowski als Verfafler des Artikels vom Krakauer Schwurgerichte zu zwei Monaten Arrests, der Redacteur Franz Sulczewski wegen Außerachtlaffung der pflichtmäßigen Obsorge zu 20 Gulden Geldstrafe verurtheilt. Ueber die von beiden Verurtheilten ergriffene Nichtigkeitsbeschwerde hatte kürzlich der Caffationshof unter Vorsitz des Hofrathes Budzynowski zu entscheiden. Beschwerdevertreter Dr. I. Fränkel brachte vor, daß dieselben Anwürfe gegen Pater Stojalowski im Parlamente erhoben wurden, daß die Angeklagten Alles unter Beweis stellten, daß aber viele Anträge mit Unrecht abgelehnt wurden. — Der Cassationshof erkannte auf Abweisung der Beschwerde, da die angebotenen Beweise belanglos gewesen seien. Wien. („R udolfsbun d".) Bei der am 17. December im Hotel „Bairischer Hof" stattgehabtcn Kinderbekleidung konnte man sehen, welcher Sympathien dieser Verein sich erfreut Unter den weihevollen Klängen eines Chorales, vorgetragen vom Herrn Obercantor Bauer, und vom Chore unter Leitung des Herrn Chordirigenten Löwit. rührte der verdienstvolle Obmann Herr Josef P o l l a k mit dem Ausschusie 1 0 Kinder in den Saal, worauf er die zahlreichen Gaste, insbesondere Herrn Abgeordneten Kareis, Obmann des Ortschulrathes Klebinder, die Gemeinderäthe Helbig Müller und Niebauer, Bezirksausschuß Eltbogen, Bezirksschulrath Wagner, die Armenräthe Hupka und Hofmann begrüßte Stürmisch acclamirt wurde die Ansprache des Herrn Klebinder, der das humanitäre Wirken des Vereines besonders hervorhob, ihm den Dank des Ortschulrathes aussprach und den Verein zu seinem zehnjährigen Bestände beglückwünschte. Hierauf hielt d r Obmann die Festrede, in welcher er das Wirken des Vereines schilderte und die Zusicherung gab, daß der Verein, wie bisher, stets seine Tendenzen Hochhalten werde und schloß mit einem dreimaligem Hoch auf den Kaiser, in welches alle Anwesenden begeistert einstimmten. Herr Hofrath Kareis hielt hierauf eine Ansprache, welcher nicht endenwollender Jubel folgte — Nach dem Dank eines Kindes, welcher allgemeine Rührung erweckte, wurden die Kinder gespeist und reichlich mit Gebäck, Obst 2c. beschenkt nach Hause geschickt. Die um 9 Uhr Abends im Hotel „Bairischer Hof" stattgehabte Wohlthätigkeits-Akademie und zehnjährige Gründungsfeier wies einen Besuch auf, wie er einem Verein wohl selten zutheil wird — Die animirteste Stimmung herrschte unter den Gästen, welche noch durch die gelungenen Vorträge gesteigert wurde. Besonders hervorheben wollen wir den Prolog, gesprochen von Herrn R. Liebesny, die reizenden Liedervorträge des Fräulein Fanny Gyarmathy, begleitet von der Virtuosin Fräulein Regine Kohn, welche immer neue Zugaben machen mußte Die humoristischen Vorträge des Fräulein Bertha Conried, des Herrn Aman vom Jantsch-Theatcr und des Clavierhumoristen Herrn Siegwart Lippa, erregten stürmische Heiterkeit. Mit einem komischen Intermezzo, bei dem sich die Damen Conried, Rosenfeld und Fester, sowie die Herren Kreilsheiin, Richard und Gustav Liebesny besonders hervorthaten, schloß die Akademie, um welche sich der artistische Leiter, Herr Richard Liebesny. besondere Verdienste erwarb. Der Tanz, zu dem die Musik des 25. Infanterie - Regiments ihre flotten Weisen erklingen ließ, endete erst in den Morgenstunden. — Das Fest dieses beliebten Vereines wird allen Theilnehmern in der angenehmsten Erinnerung bleiben. Die Spenden der Herren: Cafetier Theodor Reumann (130 Case sammt Gebäck), Johann Nawratil (100 große Kipfel), D. Lustig (200 Paar Würstel), verdienen besonders hervorgehoben zu werden. Auch die Vereins- und Comite-Damen spendeten Gebäck und Obst, das an die Kinder vertheilt wurde. — Möge dieser Verein nach lange sein segensreiches Wirken ausüben. Wien. (Zur Nachahmung empfohlen!) Die „Kar me l"- Weine aus den jüdischen Colonien in Palästina finden uach und nach die verdiente Würdigung seitens unserer Glaubensgenosse». So haben mehrere Cultusgemeinden in Böhmen, Mähren und Ungarn beschlossen, in den Tempeln und Synagogen zu Kidusch und Habdala nur Karmelwein zu gebrauchen; in manchen dieser Gotteshäuser wird sogar von der Kanzel herab die Unterstützung der Colonisten durch den Ankauf der Karmelweiue als gutes Werk gepredigt. — Ebenso häufen sich in letzter Zeit die Fälle, wo diese edlen Getränke den jüdischen Krankenhäusern von Wohlthätern gespendet werden. — Es wäre zu wünschen, daß diese Beispiele überall Nachahmung finden! Prag. (T r a u u n g.) Am 19. d. M. fand in Prag die Trauung des Karlsbader Badearztes Doctor Wilhelm S a m i s ch mit Frl. Jda A l t s ch u l, der Tochter des Großindustriellen Hern Moritz Alts.chul statt. Dem Brautvater, einem der angesehensten und geachtesten Mitglieder unserer Gemeinde, wurden anläßlich dieses Familienfestes die lebhaftesten sympathischen Kundgebungen zutheil. Prag. (Centralverein zur Pflegejüdischer Angelegenheiten.) Samstag, den 6. Jänner 7,6 Uhr Abends findet im Saale der Productenbörse (Havlivekplotz) über Einladung des Centralvei eines zur Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag eine Vorlesung des ehimaligen Reichsrathsabgeordneten und Herausgebers der „Oesterr. Wochenschrift" Dr. Joseph S. Bloch aus Wien über „Das Judenthum in seiner Stellung innerhalb der Völkerfamilie" statt. Nachod. (Verlobung.) Herr Gustav Schur, Chef der Firma Jsaac Schur und Söhne, Fabrikant i< Nachod. hat sich mit Fräulein Jenny G o l d s ch m i d, Tochter des Fabrikanten Max Goldschmid, Chef der Firma S. Goldschmid und Co. daselbst verlobt. Kuttenberg. (Der Mädchen mord in Polna.) Wie die „Politik" meldet, hat die Staatsanwaltschaft gegen den Landtagsabgeordneten Dr. Boxa, den Vertreter der privatbetheiligten Mutter der ermordeten Anna Hruza im Hilsner- Proctsse wegen Vergehens nach Artikel 8 des Gesetzes vom 17. December 1862, angeblich begangen durch die Veröffentlichung einer Antwort auf Professor Masaryk's Broschüre über die Nothwendigkeit einer Revision des erwähnten Processes, die strafgerichtliche Untersuchung angestrengt. Dr. Baxa erhielt in dieser Sache bereits drei Vorladungen, und es wird ihm, falls er vor dem Untersuchungsrichter nicht erscheint, mit Vorführung durch die Polizei gedroht. Der Abgeordnete motivirt seine „Nichtfolael-istung" mit dem Gefühle absoluter Unschuld, da er seiner Ansicht uach durch die Verteidigung eines österreichischen Geschwornenverdicts und der Integrität eines österreichischen Gerichtshofes ein strafrechtlich zu ahnendes Delict nicht begangen haben konnte. Brünn. (Beförderung). Unser verdienstvoller Cultusvorstand, Stationsvorstand der Ferdinands-Nordbahn Herr kais. Rath Hermann Epler ist zum Ober-Jnspector avancirt. Diese wohlverdiente Beförderung ist allgemein mit Befriedigung ausgenommen worden. Kaiserlicher Ruth Epler zählt zu den intelligentesten und ältesten Beamten der Nordbahn und erfreut sich bei der Direction sowohl als auch bei seinen Collegen größter Beliebtheit. Seinen ihm untergestellten Beamten ist er väterlicher Freund und Berather; dem die Bahn benützenden Publikum ein liebenswürdiger, freundlicher Stationschef. Die großen Verdienste, welche sich Herr Epler um die hiesige Cultusgemeinde erworben, wurden an dieser Stelle des öfteren hervorgehoben. E. B. München. Herr Eduard S i l b e r m a n n in München, bisher Rath am kiesigen königl. Landgericht, wurde zum Staatsanwalt am Ober-Landesgericht München ernannt. Herr Silbermann ist ein sehr eifriger Besucher der Synagoge. Paris. Unter den französischen Osficieren, welche bei der Niedermetzlung der Mission Bretonuet am Schari (im Inneren Afrikas) durch Sultan Rabah umkomen, befand sich auch unser Glaubensgenosse Lieutenant Salomon Braun. Natürlich unterdrücken die Antisemitenblätter bei Aufzählung der Opfer des Ueberfalls den Namen des jüdischen Officiers/ Feuilleton. Ern Augenblick. Novelle von Elise Orzeszko, einzig berechtigte Uebersetzung aus ’ dem Polnischen von M a l w i n e B l u m b e r g. (Fortsetzung). Was indeffen Gitel anbetrifft, so hatte dieselbe, nachdem sie von Ruchel ausgescholten und sogar mit einem Faustschlag sin den Rücken bedacht worden, rasch einen Eimer ergriffen und war

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