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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-12-22 · 51 (22.12.1899) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
51 (22.12.1899)
Date
1899-12-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ur. 51 Dr. Bloch’s Jahr-««- m Centralorgan U- ■-. K. ft. Postsparraffen-Vmr Clearingverkehr! Nr. 610.976.! Ledaction und AdminMraiion: j IV i c n i II., Untere Uunarterrlrr la, | Telephon - Nr. 14.847 >.:=== ==——8 für die gefammten Interessen des Wien, 22. Derember 1899. (5 t f cb e t tt t jeden Freitag. --y - Brief-Adresse; Wien» II., Untere 4l»gartenstraße 1 a. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. Iudenthmns. *=- - % »rzugsprrl» fLr Oesterreich- Halbjährig 4 fl. --- 8 Kr. Einzeleremplare 25 krl. Für'» Ausland: halbjährig 5 fl. — 13 Kr. ganzjährig 10 „ 20 w Anzeigen: Die 4mal gespaltene Ji Petitzeile 12 fr. |j £ . - VC Inhalt. Leitartikel: Altjüdifche und umderust-amerikanische Erziehung. — Die Blutlüge. — Galizien. — Moderne Vereinsmeierei. — Der Aberglaube und ^das Gerichtszeugwß. — Correspondenzen: Wien, Lemberg, Brunn, Czaslau, Neuhaus, Mähr.- Ostrau, Klattau, Karlsbad, Berlin,' Nürnberg, Hannover, Paris, London, Petersburg, Beyrouth. — Vermischtes: Wien, Prag, Nachod, Kuttenberg, Brünn, München, Paris. —§F e u i l l e t o n: Ein Augenblick. — Michael. — Briefkasten. - Inserate. Gratis;u erhalten bei der Administration von Dr. Blortz's „Oesterreichischrn Wochenschrift", Wien, II., Untere Augartenstraße 1 a. Dommenle mx Auflrliinmg: Die Blutbeschuld rgung gegen die Juden. Stimmen christlicher Theologen, Orientalisten und Historiker. Die Bullen der Päpste. Simon von Trient. Wir ersuchen unsere geschätzten •Abonnenten um rechtzeitige Zinsendung der laufenden tAbonnemenfsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. %ur Zinsendung der J3eträge wolle man die beigelegten Postschecks benützen. Die ^Administration. Altjüdisltze und mvdernst-ameri Iranische Erstehung. Man hat schon oft den Inden eine gute Portion von Amerikanerthum nachgesagt, bald im lobenden Sinne, bald mit der Absicht eines Tadels; ist doch gerade der Amerikanismus zu des seligen oder vielleicht unseligen Fürsten Bismarck's Zeiten von dem allein tugendhaft sein wollenden Preußenthum mit einem gewissen Aufgebot von Entrüstung über die Achsel angesehen worden, während das freilich jetzt so sieghaft vordringcnde und so rasch sich militarifirende Amerika gelegentlich Liebeserklärungen des deutschen Staatssecretärs, Grafen B ü l o w fast im Stile oer ungestümen Werbungen des englischen Sprechministers C h a mb e r l a i n entgegennehmen kann. Augenblicklich also darf es als uubestrittener Borzug gelten, etwas amerikanisches in sich zu haben, und wie mehr das Judenthu diesen Borzug besitzt, zeigtauch ein Bergleich der altjüdischen mit der modernst-amerikamschen Erziehung. Das Charakteristische nämlich an der amerikanischen Erziehung ist, daß die Kinder zu tüchtigen, erfolgreichen Menschen erzogen werden, aber eigentlich ohne daß sich die Eltern die Mühe geben, sie unausgesetzt zu gängeln, Man läßt jeden durch eigene Erfahrung „seine Lection lernen", wie der Amerikaner zu sagen pflegt, oder sich die Hörner abstoßen, wie dies mit zarter Anspielung auf den ursprünglichen Jntelligenzgrad des unerzogenen Menschen im Bolksmunde genannt zu werden pflegt. Hier ein drastischer Fall aus dem Leben, wie ihn der französische Reiseschriststeller Rousiers in seiner geradezu reizend geschriebenen „Yie Americaine, Bond E’dacation", unttheük. Em junger Amerikaner sucht das väterliche Heim auf, nachdem ihm an einigen Erziehungsanstalten der Heimweg in nicht mißzuverstehender Weise angerathen worden ist. Bei uns würde er mit allem moralischen Aufwande von Entrüstung empfangen werden, den in solchen Fällen auch derjenige Bater aufzutreiben pflegt, welcher selbst in jüngeren Jahren eine nicht minder bewegte Bergangenheit gehabt hat. In Amerika fragte der Bater in dem betreffenden Falle einfach und schlicht: „Well Sir, in welche Erziehungsanstalt gedenken Sie jetzt einzutreten?" Die absolute Freiheit ist das Princip der amerikanischen Erziehung, allerdings die Freiheit mit Boraussage der Folgen ihres Mißbrauches. Unser Reiseschriftsteller berichtet ganz erstaunt, wie er auf der Ueberfahrt von New Jork nach Havre plötzlich ein

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