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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-10-20 · 42 (20.10.1899) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
42 (20.10.1899)
Date
1899-10-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 42 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 777 Bulla, Gregorii X. d. apud Urbem Yeterem nonis Oetobris anno I. (MCCLXXII). Gregorius episcopus servns seryorum Dei dilectis in Christo filliis fldelibus Christianis presentibos videlicet et futuris salutem et apostolicam benedictionein. Sicut Iudeis in sinagogis suis non licet, ultra quam permissum est lege, presumere, ita in hiis, que concessa sunt, nullum debent preindicium sustinere. Nos ergo, licet in sua mxgis velint duricia perdurare, quam prophetarum verba et sua scripturarum archana cognoscere atque ad Christiane fidei et salutis noticiam pervenire, quia tarnen defensionem nostram ex auxilium postulant et Christiane pietatis mansuetudinem, predecessovum nostrorum felicis memorie Calixti, Eugenii, Alexandri, Clementis, Jnnocentii et Honorii Komanorum pontificum vestigiis inherentes ipsorum peticionem admittimus eisque protectionis nostre clypeum indulgemus. Sta. tuentes eciam, ut nullus Christianus seu invitos vel nolentes eos, vel a^quem ipsorum ad baptismum venire compellat, nisi si eorum quilibet sponte ad Christianos fidei causa confugerit, postquam voluntas eins fuerit patefacta, efficiatur absque aliqua calumnia Christianus, veram quippe Christianitatis fidem habere non creditur, qui ad Christianorum baptisma non spontaneus, sed invitus cognascitur pervenire; nullus eciam Christianus eorum personas capere,incavcerare,vulnerare, tormentare mutilare, occidere, violentiam eis inferre vel bonas eorum eciam consuetudines in ea, in pua habitant regione, pro pecunia vel bonis eorum ankeren dis ab eis vel aliis absque iudicio potestatis terre immutare presumat; preterea in festivitatum suarum celebracione nocte dieque quisquam fnstibus vel lapidibus vel aliis quibuscunque eos nullatenus non perturbet; neque aliquis ab eis coacta servicia exigat nisi ea, que ipsi preteritis facere temporibus consueverunt. Statuimus eciam, ut testimonium Christianorum contra Judeos non valeat, nisi sit iudeus aliquis inter eos Christianos ad testimonium perhibendum, cum Judei non possint, contra Christianos testimonium perhibere, quia contingit interdum, quod aliquiChristiani perdunteorum pueros Christianos et impingitur in Judeos ipsos per inimicos eorum, ut pueros ipsos per inimicos eorum, ut pueros ipsos Christianos furtim subtrahant et occidant, et quod de corde et sang u ine sacrificent eorundem, ac patres eorundem puerorum vel Christiani a!ii Judeorum ipsorum emuli clam abscondunt ipsos pueros, ut possint Judeos ipsos offendere et pro eorum vexacionibus redimedis possint a JndeisipsiseKtor* quere aliquam pecunie quantitetem asserantque falsissime, quod Judei ipsi puerosipsosclametfurtimsubtraxerunt et occiderunt et quod Judei ex corde et sanguine eorum sacrificent puerorum, Kulle Gregor s X. vom 7. Oetober 1272. Diese Urkunde, eine Copie des XV. Jahrhunderts, befindet sich im K. K. Statthalterei-Archiv zu Innsbruck, Trientiner Archiv, Capsa 69, nr. 17. Gregor, Bischof, Knecht der Knechte Gottes, entbietet den in Christo geliebten Söhnen, den getreuen Christen, den gegenwärtigen und den zukünftigen, Heil und Apostolischen Segen. Wie es den Juden nicht gestattet, in ihren Synagogen mehr, als ihnen durch Gesetz erlaubt wurde, vorzunehmen, so dürfen sie in dem, was ihnen eingeräumt wurde, keine Beeinträchtigung erfahren. Obschon sie es vorziehen, in ihrer Hartnäckigkeit zu verharren, als die Worte der Propheten und die Geheimnisse ihrer heiligen Schriften zu erkennen und zur Kenntniß des christlichen Glaubens und Heils zu gelangen, wollen Wir dennoch, da sie Unsere Bertheidigung und Hilfe und die Sanftmuth christlicher Milde anrufen. den Spuren Unserer Vorgänger seligen Angedenkens, der Päpste Calixt, Eugen, Alexander. Clemens, Coelestin, Jnnocenz und Honorius folgend, ihrem Gesuche willfahren und ihnen den Schild Unseres Schutzes gewähren. Wir bestimmen, daß kein Christ sie oder einen der ihrigen wider ihren Willen zur Taufe zu kommen zwinge, außer wenn einer von ihnen freiwillig aus Ueberzeugung zu den Christen sich geflüchtet; wenn sein Wille offenbar geworden, soll cr ohne irgendwelche Ränke Christ werden, weil der nicht als zum wahren Christenglauben gehörig gilt, der, wie man erkennt, nicht aus freier Entschließung, sondern durch Zwang zur Taufe der Christen gekommen ist. Auch soll sich kein Christ herausnehmen, sie zu fangen, einzukerkern, zu verwunden, zu foltern, zu verstümmeln, zu tödten, Gewalt ihnen anzuthun, oder, um ihnen oder Anderen ihr Geld oder Gut zu rauben, das gute Verhältniß in dem Gebiete, wo sie wohnen, ohne Urtheil der Landesgewalt zu ändern. Außerdem soll Niemand, sei es bei Tage oder bei Nacht, sie in der Feier ihrer Feste mit Knütteln, Steinen oder auf irgend eine andere Weife stören; auch soll Niemand mit Zwang von ihnen Dienste fordern, außer denen, welche sie in früheren Zeiten zu leisten pflegten. Ferner verordnen Wir, daß das Zeugniß von Christen gegen Juden nur dann Giltigkeit hat, wenn unter jenen Christen sich ein Jude zur Ablegung des Zeugnisses befindet, da auch die Juden gegen Christen nicht Zeugniß ablegen können, weil es bisweilen vorkommt, daß Christen ihre Kinder verlieren und dann dieJudendurchihreFeinde bezichtet werden, sie rauben und tödten heimlich Christenkinder und opfern mit dem Herzen und Blute derselben, und es vo r ko mm t, daß die Väter eben dieser Kinder oder andere Christen, Gegner der Juden, heimlich eben diese Kinder verbergen, um den Juden etwas an haben und als Preis des Loskaufes von den Quälereien eine gewisse Summe Geldes von den Juden erpressen zu können, und sie dann die völlig falsche Angabe machen, daß die Juden heimlich und verhohlen die Kinder geraubt und getödtet haben und daß die Juden mit dem Herzen und Blute der Kinder

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