Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 40 (6.10.1899)
- Date
- 1899-10-06
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 748 Dr. Bloch's WochensüzrifL. Nr. 40 Israelitische Cultusgemeinde^Mierr^ Stifnmg der aufgelösten AbenLbörse für Lehramtscandidaten. Vom Vorstände der israel. Cultusgemeinde Wien wird bekanntgegeben, daß aus den Zinsen der obgenannten Stiftung ein Betrag von fi. ö. W. 46.— an einen israelitischen Lehramtscandidaten zur Verleihung gelangt. Die mit einem Geburts-, Armuths- und Moralitätszcuguisse, sowie mit Schulzeugnissen belegten Gesuche, in welchen auch ein eventueller Stipendienbezug anzuführen ist, können bis 31. October 1899 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgcmeinde I. Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesnchsblanquettc unentgeltlich erhältlich sind, überreicht werden. Nicht gehörig instruirte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Rosalia Miatz'sche Witwcil-Stiftiiiisi. Bei der hiesigen israel. Cultusgemeinde werden die jährlichen Zinsen der obigen Stiftung au vier arme Witwen jüdischer Religion zur Vertbeilung gelangen. Die Bewerberinnen haben ihre diesfälligen mitZdem Nachweise ihrer Armuth und des Witwcnstandes versehenen Gesuche bis 31. October 1899 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde I. Seitenstettcngassc 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr zu überreichen. Gesuchsblanquette sind während der angegebenen Amtsstnnden im Einreichungsprotokolle'unentgeltlich zu beheben. Dr- Jg»«j Lcmbcrgcrh'chc Heirats-Ausstattungs-Stiftung für ein armes verwaistes Mädchen. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde bringt zur Kenntniß, daß die Zinsen der genannten Stiftung a 139'— fl. an ein armes verwaistes Mädchen der Wiener israelitischen Cul^sgemernde, das sich zu verehelichen im Begriffe ist, als Ausstattungsbeitrag zu verleihen find. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts-, einem Armuths-, einem Sitten-Zeugnisse und dem Nachweise ihres Brautstandes versehenen Gesuche bis 31. October 1899 in der Kanzlei der israel. Cultusgemeinde I. Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst während der Amtsstnnden von 9—12 Uhr Gesnchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, einzureichen. Diejenigen Bewerberinnen, welche eine Verwandtschaft oder Schwägerschaft mit dem seligen .Herrn Dr. Ignaz Lemberger oder ihre Zuständigkeit nach Wien nachzuweisen im Stande sind, genießen den Vorzug. Jouas Freiherr von Koiligsivartcrh'ihr Stipendien für Theologen. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde in Wien bringt hicmit zur Kenntniß, daß zwei Jonas Freihe^ von Königswarter'sche Stipendien ä 465'— fl. für Hörer jüdischer Theologie, welche g'.eichzeitig philosophischen Studien an der Wiener Universität Fliegen, für das Schuljahr 1899/1900 zur Verleihung kommen. Die diesfälligen Gesuche, sammt nachstehenden Beilagen: 1. Geburtsschein, 2. Heimatsschein über die österr.-ung. Staatsangehörigkeit, 3. Maturitäts-Zeugniß, 4. Jmmatriculationsschein der Wiener Universität, 5. Colloquienzeugnisse und 6. Zeugnisse über den dermaligen Betrieb theologischer Studien, sind in der Kanzlei der israel. Cultusgemeinde I. Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, bis 31. October 1899 zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Wien, l. October 1699. Jgliaj Ittld Rosalia Walf'schc " ' Stiftung. Am 13. December d. I gelangen die halbjährigen Interessen der obigen Stiftung an arme hilfsbedürftige Kranke der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde zur Verleihung. Die Bewerber haben ihre.mit dem Armuths- und Krankheits-Zeugnisse belegten Gesuche in der Centralstelle für das Armenwesen der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde (I, Scitenstettengasse 4, I. Stock,) woselbst auch während der Amtsstunden von n—12 Uhr Gesuchsblanquette unentgetlich.zu beheben sind, bis längstens 31. October 1899 zu überreichen. Gesuchssteller, welche ihre Verwandtschaft mit den Stiftern nachzuweisen in der Lage sind, genießen unter gleichen Verhältnisse vor anderen Bewerbern den Vorzug. Wien, 1. October 1899. Vas Curalorium der Ignaz und Rosalia Wölfischen Kraukeuunterstü tzungs-Stiftung. Jüdischer Volksverein. Glaubens- und Stammesgenoffen! Die unerhörte Art und Weise, in der unser ganzes Judenthum, unsere uralte erhabene Religion und Cultur anläßlich des Polnacr Processes seitens, der antisemitischen Presse und Versammlungeü beschimpft und besudelt werden, fordert zur entschiedensten Abwehr heraus. Ter Jüdische Volksverein veranstaltet zu diesem Zwecke am Dienstag den 10. October a. v. um 7 Uhr Abends im großen Saale Hotel Continental II., Taborstratzr Nr. 2 eine freie Vereinsversammlung, zu der jeder Jude, der für die dem Judenthume angethane Schmach Gefühl hat, erscheinen muß. Tagesordnung: Die Nitnalmord-Hrtze. Referent Herr Dr, Hein r.t ch Sieger. Juden U! Es gilt Ehre, Cultur, Religion, die heiligsten Güter der Menschheit zu vertheidigen, darum erscheint massenhaft. Die Vrreinsleitung. jener Illustrirte Fraaeozeitang. Familien- und Moden-Journal. Vierteljährig: 90 kr. — Probenummer gratis. — Verlag der Buchhandlung M. Brei enstein, Wien, IX/3, Währingerstrasse Nr. 5. 358 Ein anständiger Herr Israelit, findet gute Mittagskost, verlässlich "V2 und schöne ruhige Wohnung, nicht theuer. IX., Grüne Thorgasse Nr, 19, II. Stock, Thür 18. Ein Friseur, Vater von 5 unmündigen Kindern, der sich durch volle 10 Jahre als Meister bis zum heutigen Tage ehrlich, redlich und fleissig von seiner Hände Arbeit sein Brod verdient hat, ist jetzt durch den herrschenden übergrossen Antisemitismus so he abgekommen, dass er nicht einmal für sich, vielweniger den Seinen, das Leben verdient und dadurch dem grössten Elend ausgesetzt ist, obdachlos zu werden, da er nicht einmal den Zins bezahlen kann, so bittet er seine Glaubensgenossen sich mit edler Menschlichkeit seiner anzunehmen. Die Kinder sind 7, 6, 5, 3 und 1 Jahr alt. G. 2Vir ersuchen unsere geschätzten ^Abonnenten um rechtzeitige Zinsendung der laufenden tAbonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Drr Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redacteur: Robert Wolf. — Druck von Beck & Sohn. Wien, VÜI. 0131020100380100