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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-09-22 · 38 (22.9.1899) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
38 (22.9.1899)
Date
1899-09-22
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 708 Dr. Bloch's Wochenfchrifl. Nr. 38 Jüdischer Wolkskalender für das Jahr 5660. Herausgegebeu im Aufträge der zionistischen Vereinigung für Deutschland. Leipzig, Verlag M. W. K a u f m a u u. Trotz oder vielmehr gerade wegen unserer principiellen Gegnerschaft zum politischen Zionismus, stehen wir nicht an, diesem Volkskalcndcr einige empfehlende Worte zu widmen. Denn derselbe nimmt in seinem literarischen Thcil einen vermittelnden Standpunkt zwischen den zwei Richtungen im Zionismus, dem politischen und dem praktischen, ein, indem er die Infiltration nicht verdammt, es auch wagt, dem Wiener Actionscomitä vorzuwerfen, das; es zuviel in Diplomatie macht, und das Gros der Anhänger vor dem Personencnltus zu warnen. Auf dieser Basis ist ja eine Verständigung möglich. Dieser Kalender enthält mehrere warm empfundene Gedichte, eine interessante Novelle: „Jom Kippur im Walde", eine Uebersicht über die Lage der Inden in allen Ländern, die Colonisation Palästinas, Biographien hervorragender Zionisten mit deren Bildern und noch vieles Lesens-und Wissenswerthe. Der kalendarische Theil ist vollständig und fehlt auch nicht das gewöhnliche Beiwerk zu jedem Volkskalender, wie die Genealogie der regierenden Häuser, Portogebühren, Münztabelle u. dgl. m. Das Empfehlendste an diesem Kalender ist aber sein geringer Preis. Er kostet blos 50 Pfennige. „Wiener Jllustrirte Frauenzeitung", Familien- und Modejournal. Verlag M. Vreitenstein, Wien, IX., Währingerstraße 5. Preis vierteljährig 90 kr'. Einzelne Hefte 15 kr. — Probenummer gratis; vorräthig in allen Buchhandlungen. Aus dem reichen Inhalt des 24. Heftes, II. Jahrgang, dieser vornehm ausgestatteten und illustrirten Zeitschrift heben wir hervor: Vertraue. Von Jeanette Bramer. - Hcrbstblätter. Von A. v. Schledorf. — Ein Momentbild. Von A. Wiesen (Schluß.) Guten Appetit Von Clara Reichner. — Allerlei Nützliches für Herbsttouren. Von Thesi B. — Einleitungsgedicht zu lebenden Bildern am Ehrentage einer Pflegeschwester. Von M. Gervic. — Reinlichkeit sonst und jetzt. — Vielliebchen. Novelle von Wilhelm Lauris (Schluß.) — Modctheil, enthaltend über 50 Illustrationen und Schnittmusterbogen. — Sport. — Vom Trocknen des Obstes und der Gartcnsrüchte. Von Frau Charlotte. — Für die Küche. — Eine neue Fußbadewanne. — Der Kürbis. — Menu. — Pränumerations-Einladung. — Inserate. Briefkasten. Abonnent Lodz. Die nähere Adresse ist uns nicht bekannt, Paris genügt. V. Vlurnuucrqassc, Dr.F.^ Prestburg. Löwenhart in Przyrnalow. Eignet sich nicht zur Veröffentlichung. Nosa R., Morava. Wie können Ihnen die gewünschte Auskunft nicht ertheilen, vielleicht wenden Sie sich an das Rabbinat in Budapest. W. B—g. Das „Vaterland" spricht wirklich davon, daß die Ermordung des Paters Thomas in Damaskus durch bte Juden „ein streng beglaubigter Fall" sei. Daß die „strenge Beglaubigung" in den durch die Tortur erpreßten Geständnissen besteht, verschweigt das edle Blatt Wir denken anders über den Werth solcher Geständnisse und glauben sogar, daß unter dem Nachdrucke der Folter vielleicht auch der Schreiber jenes Artikels im „Vaterland" das Geständniß oblegen würde, daß er ein — Schurke ist. A. H. Ganz richtig: andere Länder, andere Sitten. Im Processe von Tisza-Eszlar war der Staatsanwalt der entschiedenste Bekämpfer des — Ritualmord-Märchens. Historicus. Es gab auch in jenen Zeiten Ausnahmen. So hat König Johann III. Sobieski in Zolkiew (1678—1692) die große Synagoge am Turinkathyr, ein großartiges Baudenkmal im italienischen Styl. H. B. Die böhmischen Juden sollten, wenn sie einen Funken Ehrgefühl im Leibe haben, an die Haltung gewisser czechischer Blätter in der Polnaer Mordaffaire denken. Nemo. Das Nasen der antisemitischen Blätter gegen der; Ausspruch, daß es einen rituellen Mord gibt, den aber die Antisemiten an Juden begehen, beweist nur, wie treffend dieser Ausspruch ist. i. In der Abhandlung, die Voltaire anläßlich der „Affaire Calas" unter dem Titel *Sur la toleranee« schrieb, finden Sie die ewig denkwürdigen Worte: --Das Recht der Unduldsamkeit ist somit,absurd und barbarisch. Es ist das Recht des Tigers, ja es ist noch fürchterlicher als dieses, denn die Tiger zerfleischen sich, um sich aufzufressen, aber wir, wir tödten uns wegen einiger Paragraphe." Ignaz R. Da die blöden und verlogenen Behauptungen, Dreysus habe. sein Vaterland an Deutschland verrathen, nicht mehr ziehen, wird eine neue Walze eingelegt: Dreysus war ein Verräther im Dienste — Rußlands. Des mit Frankreich alliirten Rußlands! Woher die Antisemiten in den Besitz dieses bisher von den Generalstäblern so sorgfältig vertuschten Geheimnisses gerathen sind, sagen sie nicht. R. W. in S. Das Buch: Acten und Gutachten im Processe Rohling-Bloch erhalten Sie in der Verlagsbuchhandlung M. Breitenstein, Wien IX/3, Währingerstraße 5. Ihre weiteren Anfragen beantworten wir ack 1. Nein, ad 2. Außerhalb der- Session gibt es keine Immunität. H. B. Diese Leute wollen eben im Jrrthum verharren. Für sic gilt das Wort des Dichters nicht: „Von einem Jrrthum erlöst, aber auch so recht von ihm erlöst zu sein, gewährt größere Freude, als eine Wahrheit gefunden zu haben." Auf mehrere Zuschriften. Es war ein Druckfehler, nicht „S.", sondern G. (erson) Wolf ist der Verfasser der erwähnten Beiträge zur Geschichte der Blutbeschnldigungen. Justus. Das Buch des Professors D'a r> m e r, dessen im Feuilleton des „N W. Tagbl." Erwähnung gethan wurde, und in welchem die haarsträubenden Blntbeschuldigungen gegen die — Christen enthalten sind, ist, unseres Wissens, in Oesterreich verboten. A. W. Wenn Sie den Bericht über die Zeugenaussagen in Kuttenberg und insbesondere die einander widersprechenden Aussagen des Verganiblatt-Redacteurs S ch w e r genau gelesen haben, dann können Sie sich Wohl einen Begriff machen, wie im Jahre 1475 in T r i ent mit Hilfe von Daumschrauben re. gerichtsordnungsgemäß ein R i t u a l m o r d b e w i e s e n w u r d e. Arthur B. Was wollen Sie von dem Cretinismus, der sich in der „Deutschen Zeitung" breit macht. Hat doch Canonicus Rohling, der „berühmte" Professor an einer österreichischen Universität, noch wahnwitzigere Lügen und Verläumdungen veröffentlichen können. Und Pfarrer D e ck e r t scheute sich nicht für eine dieser vertrottelsten Anklagen folgende Reclame zu schreiben: „Daß noch heute in manchen jüdischen Kreisen Christevkinderblut gebraucht werde, vermuthet Rohling nicht mit Unrecht, gestützt auf eine merkwürdige Aeußerung der „Archives Jsraelites" vom 30. März 1882, eines Organes d e r R e s o r m j u d e n. Da wird nachdrücklich eingeprägt, daß die religiösen Passahvorschristen von äußerster Wichtigkeit seien und man auch nicht eine außer Acht lassen dürfe. ... Es ist hier allerdings nicht vom Blute die Rede. Aber die scrupellose Sorgfalt, die hier gefordert wird; die Unterlassung auch nicht einer Passahvorschrift, die Entfernung der Frauen — verglichen mit den Acten des Trienter Processes - gibt zu denken." Ja, das gibt zu denken. Und zwar denken wir, daß Leute, die derlei schreiben, reif fürs Irrenhaus sind. Dr. Wohin, Zahnarzt» Hernals. Sie haben leider recht. Die Verfügung liegt aber in der Hand der Vorstände. A. N. in M. O. Nicht zu empfehlen. N. L. in N. War ein Jude. I. T. in N. Die Bedeutung des Wortes finden Sie in jedem Wörterbuch. Jellinck: Ueberreichen Sie doch die Gesuche den betreffenden Vereinen. -M-x HBCHZEITS-EESCHEHKE in echt Silber und Chinasilber Service, Tafelaufsätze, iardinieres, Girandols, Essbestecke, Pokale, Thorabehänge etc. in prachtvoller phantasiereicher Ausführung zu reellen Fabrilcspreiscn. Brüder Goldmann 137 „Zur Brillanteilkönigin“ Wien, I.j Adlergasse Nr. 3. Frau oder Mädchen, gute Weißnäherin gesucht als Wäscheverwalterin einer großen Anstalt. Wohnung und Verpflegung frei. Nur selbstgeschriebene Offerte mit Angabe von Referenzen werden berücksichtigt. Zuschriften unter: „Vertrauenswürdig." Wien IX/3. Frankgasse 1, Thür 3. 356 ' : Gestatte mir einem hochverehrten P. T. Publicum die ergebenste Mittheilung zu machen, daß ich das Cafe Glattauer, I. Michaelerplatz käuflich erworben und unter dem Namen Cake Nrtfche Wien, I. Micharlrrplah, vis-a-vis drr k. u. k. Hofburg weiterführen werde. Ich hoffe durch meine in langjähriger, erfolgreicher Thätigkeit als Cafetier gesammelten Erfahrungen den weitgehendsten Ansprüchen der geehrten Gäste vollauf gerecht zu werden. — Durch Anstiegen sämmtlicher in- und ausländischer Journale, sowie Verabreichung der exquisitesten Getränke und aufmerksame Bedienung, wird es meine Aufgabe sein, mein Kaffeehaus zum angenehmsten Aufenthalt zu gestalten. ' Wien, am 22. September 1899. Hochachtungsvoll M StefanNitsche. Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redakteur: Robert Wolf. — Druck von Beck & Sohn, Wien, VD1.

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