Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 23 (9.6.1899)
- Date
- 1899-06-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 444 Dr. Bloches Wochenschrift. Nr. 23 Heinrich Polla<sek. Aus Ihrer Zuschrift citiren wir uachsteheudeu Passus: In der Sitzung des Landtages vom 2. Mai wendet sich derber Abg. Steiner gegen den Abg. Noske und sagt: „Wenn man auf der Galerie einen Fragebogen circuliren ließe, ob die Besucher wegen des Herrn Noske da sind, so würde dieser Bogen höchstens von einem Theile der Besucher der Journalistenloge unterschrieben." Ter Mann hat auch recht — nur -er Clown im Circus unterhält zumeist die Galerie. G. L—g. Einer der namhaftesteu christlichen Pnblicisten Dr. Buchholz schrieb in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts: „Das ganze Mittelalter bis auf unsere Zeiten ist als ein langer Traum zu betrachten, aus welchem das menschliche Geschlecht endlich erwacht ist. Christen gab es während dieses Zeitraumes eigentlich ganz und gar nicht, denn wo die Willkür geheiligt ist, kann nur Willkür entscheiden und wo diese entscheidet, tritt Gesetzlosigkeit an die Stelle der Sittlichkeit und Ordnung, ohne welche die christliche Gesellschaft nicht denkbar ist." i. Es geschieht der Lehrerin Fickert schon Recht. Warum tritt sie mit Begeisterung für Freisinn, Bildung, und Humanität ein? Wenn sie die geistige und sittliche Höhe einer Partei verherrlichen würde, die in G r e g o r i g u n d P u r s ch t ihre Ideale erblickt, dann könnte sie sogar auf eine conununale Auszeichnung rechnen. m. g. Vor einiger Zeit schrieb ein Wiener Schriftsteller das treffende Wort: Die weiße Nelke möchte erröthen, weil sie die Blume der Antisemiten geworden ist. H. W. Es ist die alte Geschichte: Bildung und Wissen machen allein noch nicht weise. Der geniale Engländer Addison sagte daher mit Recht: „Es ist kein Wunder, daß eine Menge gelehrter Kenntnisse, welche nicht im Stande sind, einen Menschen weise zu machen, die Wirkung haben, ihn eitel und anmaßend werden zu hassen." Dr. G. K. Wenn Pfarrer Deckert mit den Juden B r i m a n u s, Löw rc. seine Geschäfte machte, warum soll denn der Cooperator Diettrich nicht in Compagnie mit dem Inden Freund gehen? F. I—g. Wenn Gregorig und Geßmann sich über die Ausdrücke der „Arbeiterzeitung" erbosen, so macht das etwa den Eindruck,wie wenn Canalräumer sich darüber beklagen würden, daß beim Sacher nicht reinlich genug servirt wird. Ego. Sie können getrost wann und wo immer es sagen, daß G r e g o r i g die Ehre eines Todten in der unqualificirbarstcn Weise angegriffen hat und daß er jedem Versuche, den Schatten eines Beweises für seine Verleumdungen zu erbringen sorgfältig ans dem Wege gegangen ist. Gingesendet. Seit circa 2 Jahren befaßt sich der Gefertigte mit der Ausarbeitung eines größeren Werkes, das i|ig ^esthiichte ilet Iuileq ii( Hichri>e»>s (1617—1900) zum Inhalt haben wird. Im Interesse einer möglichst vollständigen Darstellung ersucht der Gefertigte höflichst, daß ihm das im Privatbesitze befindliche, zu diesem Zwecke verwendbare Material in Gestalt von schriftlichen Aufzeichnungen jeden Inhaltes, Briefen, Urkunden u. dgl. älteren Datums zur Benützung freundlichst überlasten und etngesendet werden möge. Die eingesandten Schriftstücke werden auf Wunsch dankend retournirt oder dem hiesigen israelitischen Gemeindearchiv einverleibt. Desgleichen werden seitens des Gefertigten alle auf das genannte Thema bezüglichen Mittheilungen dankend entgegengenommen. Hohenems (Vorarlberg) im Juni 1899. Dr. Aron Tänzer Rabbiner. Coneurs. Die Stelle einer Schulleiterin (Diiectrice) für die im September 1899 zu eröffnende Mädchen-Bürgerschule, Philipp A, und Rachel Focsaneanu-Stiftung, soll besetzt werden. Seminaristisch gebildete Lehrerinnen, welche der französichen Sprache in Wort und Schrift mächtig und in allen weiblichen Handarbeiten zu unterrichten fähig sind, wollen ihre Bewerbungen unter Beifügung beglaubigter Zeugnisabschriften bis zum 25. Juni 1899 an Herrn Dr. M. Beck, Bukarest, einsenden. Antangsgehalt 2400 Francs pro Jahr, und Wohnung im Schulgebäude* 267 Oer Vorstand der jüdischen Cultusgemeinde in Bukarest. Andreas Feigl’S6l,e Witwen-Stiftung Am 21. Elnl, das ist am 27. August 1899 werden aus obiger Stiftung acht arme iirael. Witwen, jede mit dem Betrage von ö. W. fl. 52. betheilt. Die Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise ihrer Armuth und des Witwenstandes versehenen Gesuche bis 30. Juni 1899 im Einreichungs-Protokolle der israel. Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vorm, zn überreichen. Gesuchsblanquete sind im Einreichungs-Protokolle unentgeltlich zn beheben. Auszüge ans den Geburts-, Tranungs- und Todtenmatriken der Wiener israel. Cultusgemeinde sind als Gesnchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Max Ritter von Pfeiffer’sohes Stipendium. Am 18. October 1899 gelangt das oben genannte Stipendintn per fl. ö. W. 210.— an einen mittellosen israel. Studirenden der Rechte des zweiten oder eines höheren Jahrganges der k. k. Universität Wien zur Verleihung und werden in Wien zuständige Bewerber in erster Linie berücksichtigt. Die Bewerber haben die mit dem Geburtsscheine, Mittellosigkeitsansweise und den Studienzeugnissen, eventuell dem Nachweise der Zuständigkeit nach Wien belegten Gesuche bis längstens 18. Juli 1899 int Einreichungs-Protokolle der israel. Cultusgenieinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock einzubringen, woselbst während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags Gesuchsblanquete unentgeltlich erhältlich sind. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendium steht, eventuell in welchem Betrage. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Josef Spitzer’scbe Stiftung- Der Unterzeichnete Vorstand verlautbart hiemit, daß aus den Zinsen der Josef Spitzer'schen Stiftung ein Betrag von insgesammt fi. ö. W. 124. — an 3 oder 4 in Wien wohnhafte arme, des Ernährers beraubte jüdische Familien zur Vertheilung gelangten. Die Bewerber beziehungsweise Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise darüber, daß der Ernährer, sei es durch Tod oder durch Krankheit oder durch sonstige Umstände, der Familie entzogen ist, sowie mit einem Armuthszeugnisse versehenen Gesuche bis 30 Juni d. I. im Einreichnngsprotokolle der israel. Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr zu überreichen. Gesuchsblanquete sind im Einreichungsprotokolle unentgeltlich zu beheben. Auszüge aus den Geburts-, Tranungs- und Todesmatriken der israel. Cultusgemeinde sind als Gesuchsbeilagen nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Rosalia Poliak’sche Blinden-Stiftung. Der Vorstand der hiesigen israel. Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntniß, daß die Zinsen der von Herrn Moritz Ritter von Borkeuau begründete, Rosalia Pollak'schen Blindeustiftung im Betrage von ff., 38.— ö. W. an eine erblindete oder durch schwaches Sehvermögen erwerbsunfähige Frau oder Mädchen israel. Confession für das laufende Jahr zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre Gesuche um die genannten Stiftungszinsen mit einem Armuthsscheine und einem Zeugnisse des Verwalters des hiesigen israel. Spitales über ihre Erwerbsunfähigkeit zu versehen und bis 39 junj 1899 im Einreichengs - Protokolle der israel. Cultusgemeinde Wien, I., Seitenstettenga'sse 4, L Stock, von 9—12 Uhr zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquete mährend der Amtsstunden unentgeltlich zu beheben sind. Wien, am 1. Juni 1899. Oer Vorhand _der israelitischen Bultusgemeinde. Die Jlffaire Dreyfus in J3ildern. 300 Illustrationen nach Pliotogra phien und Facsimiles von Documenten in Grossfolio-Format 268 gegen Vorhereinsendung von 65 kr. franco zu beziehen von R. Löwit, Buchhandlung, Wien, I, Rothenthurmslrasse 22 Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redacteur: Robert Wolf. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VIII.